Schlagwort-Archive: Politik

Trumps Amtseinführung

Donald Trump wird 45. Präsident der Vereinigten Staaten.

Washington, 20.01.2017. Diesen Morgen ist Trump offiziell als 45. US-Präsident ins Weiße Haus eingezogen. Präsident Barack Obama begleitet seinen Amtsnachfolger zum Kapitol. Dort beginnen die Feierlichkeiten mit Musik. Die Nachwuchssängerin Jackie Evancho singt die Nationalhymne. Um 18:00 Uhr legt Donald Trump auf den Stufen des Kapitols den Amtseid ab und hält seine Eröffnungsrede. In seiner Rede sagt er, dass Amerika bei seinen Entscheidungen an erster Stelle käme und auch innenpolitisch richtet er sich ganz nach seinem Wahlkampfspruch „Make America Great Again“. Im Anschluss wird Trumps Vize Mike Pence ins Amt geschworen.  Am Abend wurde dann die Parade zum Weißen Haus durchgeführt, in der es zu vielen Protesten von Demonstranten kam.

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Elbphilharmonie offiziell eröffnet!

Hamburg präsentiert den teuersten Konzertsaal der Welt.

Hamburg, 11.01.2017. Nach zehnjähriger Bauzeit ist die Hamburger Elbphilharmonie am Mittwoch Abend mit 2100 eingeladenen Gästen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, sowie Bundespräsident Joachim Gauck, eröffnet worden. Die gesamten Kosten für das Konzerthaus beliefen sich auf knapp 800 Millionen Euro, weshalb es seit Jahren strittig war, ob dieser Bau eine wirkliche Investition für die Hansestadt wäre. Doch die Streitigkeiten schienen an dem Abend durch das Musikerlebnis wie erloschen. Bundespräsident Gauck sagte, er könnte sich vorstellen, dass sie „das Wahrzeichen einer weltoffenen, vielfältigen Metropole – und ein Juwel der Kulturnation Deutschland“ werden könne. Der Abend begann mit einem Festakt und anschließend mit einem Konzert. Das Eröffnungskonzert durfte das NDR Elbphilharmonie Orchester, der NDR Chor und der Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung des Chefdirigenten Thomas Hengelbrock geben. Motto des Abends war Zum Raum wird hier die Zeit nach Richard Wagner und umfasste Kompositionen von der Renaissance bis in die Gegenwart. Das Programm wurde mit dem Finalsatz aus Beethovens 9. Sinfonie und dessen Schlusschor Freude schöner Götterfunken abgeschlossen.

‚Ready for Boarding‘

Die perfiden Foltermethoden der CIA

Das Licht geht aus und es ist still im U17 des Staatstheaters in Mainz. Jeder spürt die bedrückende Stimmung und niemand weiß, ob und wann man mit dem Applaus beginnen soll. Ist es jetzt vorbei?

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Das Werbebild des Projektes gibt eine dunkle Vorahnung auf das, was den Zuschauer erwartet. (Foto: Dominik Breuer)

Dieses eindrucksvolle Ende nahm die Inszenierung des Brachland Ensembles am vergangenen Dienstagabend. In einem Live-Hörspiel wurde der 2014 veröffentlichte CIA-Folterreport vertont – und das schonungslos, aber auf eine faszinierende Art und Weise. Im Anschluss brauchte man Zeit zum Nachdenken. Weiterlesen

Mehr Gleichberechtigung für Deutschlands Frauen

Bundestag beschließt Frauenquote

BERLIN – Nach langer kontroverser Debatte ist die Frauenquote heute vom Bundestag verabschiedet worden. Ab 2016 sollen mindestens 30% der Mitglieder in Aufsichtsräten von Großunternehmen weiblich sein. Anderenfalls muss der Posten unbesetzt bleiben.

Die Abstimmung über die Vorlage resultierte in einer eindeutigen Mehrheit. Abgeordnete der CDU, CSU und SPD stimmten für den Gesetzesentwurf der schwarz-roten Bundesregierung. Grüne und Linke enthielten sich.

Das Gesetz legt die Aufstockung des vorgeschriebenen Anteils von Frauen in den Aufsichtsräten von Großunternehmen auf 30 Prozent fest. Betroffen sind circa 100 börsennotierte Unternehmen, in denen die Arbeitnehmer voll mitbestimmungsberechtigt sind. 3500 mittelgroße Unternehmen müssen sich bis Ende dieses Jahres Ziele zur Erhöhung der Frauenquote in Führungspositionen setzen. Zu Veränderungen wird es dadurch nicht nur in Führungsetagen kommen, sondern auch in anderen Unternehmensbereichen und dem öffentlichen Dienst. Weiterlesen

Ulla Brede-Hoffmann: „Respekt beinhaltet die Akzeptanz von Vielfalt“

JUSO-Hochschulgruppe der Universität Mainz veranstaltet Diskussionsrunde zum Burka-Verbot

Mainz SPD Landtagsabgeordnete Ulla Brede-Hoffmann war am Donnerstag vergangener Woche von den Jungsozialisten (JUSOs) der Uni Mainz zu einer Diskussionsrunde eingeladen worden, die sich mit der Kernfrage „Burka-Verbot – Ja oder Nein?“ befasste. In einem kleinen, jedoch gut besuchten Hörsaal diskutierten Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft, Studenten und Parteimitglieder über das erst kürzlich wieder aufgekommene Thema.

Denn fast zeitgleich mit der Pegida-Bewegung in Dresden, der alle drei Landtagsfraktionen in Rheinland-Pfalz mit großer Ablehnung begegneten, verlangte CDU-Chefin Julia Klöckner ein Verbot gegen die Vollverschleierung muslimischer Frauen in der Öffentlichkeit. Im Parlament führte man daraufhin eine „leidenschaftliche Debatte“, so Brede-Hoffmann. Seitens der CDU sei die Burka (v.a. in Afghanistan und Pakistan verbreitet) oder auch der Niqab (u.a. Gesichtsverschleierung türkischer Frauen) ein Symbol für die Bevormundung der muslimischen Frau. Das öffentliche Tragen dieser religiösen Bekleidung sollte deswegen in Rheinland-Pfalz verboten werden. Die Debatte brachte es sogar in den Bundesparteitag. Man beriet sich dort über einen entsprechenden Antrag. Ein Gesetzentwurf wurde jedoch abgelehnt.

Brede-Hoffmann eröffnete die Diskussion mit einem kurzen Statement indem sie deutlich machte, dass sie ein solches Verbot strikt ablehne. Ihr sei bewusst, dass einige Frauen zum Tragen der Burka gezwungen würden, doch sei ein solches Verbot die falsche Herangehensweise diese Frauen zu schützen. Der „Job des Staates“ sei es „Rahmenbedingungen zu schaffen“, die „Bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit“ dieser Frauen zum Ziel machen sollten. Andernfalls würde der Staat die bevormundende Rolle einnehmen und zur Folge haben, dass unterdrückte muslimische Frauen „nicht mehr das Haus verlassen dürften um Bildungsangebote überhaupt anzunehmen“.

An der Diskussion beteiligten sich auch zwei junge, politisch engagierte Studentinnen. Sie gehören der muslimischen Glaubensgemeinschaft an und tragen beide Kopftücher – aus freien Stücken wie sie betonten. Fragen wie „Warum wird in Deutschland überhaupt über den Körper muslimischer Frauen diskutiert?“, „Warum liegt der Fokus immer auf dem Islam?“ kamen auf. Auch Nonnen, Mönche und Juden trügen bekanntlich religiöse Bekleidung aus Überzeugung, Glauben und Tradition. Sie prangerten den „Generalverdacht des Zwanges“, dem muslimische Frauen laut Frau Klöckner unterliegen, an. Ebenso den „White Saviour-Komplex“ der Deutschen (engl.: White Saviour, z.dt.: Weißer Retter). Sie bräuchten kein Mitleid und auch keine Hilfe bei der Emanzipation, auch wenn die westliche Bevölkerung immer davon auszugehen scheine.

Ein Mann trat der Diskussion bei und erzählte von einer Begegnung, die er mit zwei verschleierten Frauen hatte. Sie waren in den gleichen Bus gestiegen wie er. „Es war sehr befremdlich. Schon allein weil ich die Gesichter der Frauen nicht sehen konnte. Ich fand das nicht gut“. Über die Unkenntlichkeit der Gesichter verschleierter Frauen wurde lange und heftig diskutiert. Darf man aus einem Gefühl der Befremdlichkeit ein solches Gesetz ableiten?  Letztendlich entspricht es nicht den westlichen Normen. Gerade in den letzten Jahren wurde das öffentliche Zurschaustellen des eigenen Körpers immer weiter auf die Spitze getrieben. Eine Ganzkörperverhüllung widerspricht diesem Körperkult in der westlichen Welt gänzlich.

Vor Jahren gab es ähnliche politische Debatten schon über das Kopftuch. Damit schienen die meisten Befürworter des Burka-Verbots in der Runde kein Problem zu haben. Man habe sich daran gewöhnt. Eine Ganzkörperverschleierung sei jedoch nun mal nicht Teil der deutschen Kultur.

Aber was versteht man heutzutage unter „deutscher Kultur“? Es gehört wohl einiges mehr dazu als deutsches Bier und Bratwurst. Nicht umsonst ist der Döner die Lieblingsspeise der Deutschen für zwischendurch. Deutschland ist vielfältig. Dies ist ein Fakt, den man nicht bestreiten kann. Hier leben Menschen verschiedenster Herkunft, Kultur und Religion miteinander. Soll das funktionieren, muss man sich mit Respekt begegnen. Und „Respekt beinhaltet die Akzeptanz von Vielfalt“, wie Brede-Hoffmann am Ende der Diskussion klarstellte. Obwohl bei einigen der Anwesenden immer noch Redebedarf bestand, wurde die Diskussion nach fast zwei Stunden beendet. Das letzte Wort hatte eine weitere Studentin. Ihre Eltern sind Migranten und stammen ursprünglich aus Afrika. Die junge Frau selbst ist jedoch in Deutschland aufgewachsen und christlich getauft. Auch sie hat schon Ablehnung und Rassismus erfahren, allein aufgrund ihrer Hautfarbe. „Ohne Kommunikation untereinander kommen wir nicht voran“. Es sollte nicht so sein, dass man Dingen, die einem nicht vertraut sind sofort mit Ablehnung begegnet. „Man muss aufeinander zugehen und nicht zumachen“.

Der Mann, der zu Beginn seine Ablehnung gegenüber der Burka kundtat, bedankte sich schließlich auch noch in der Diskussionsrunde: „Es war sehr aufschlussreich, mal alles aus einem anderen Blickwinkel zu sehen“. Weiterer Redebedarf herrscht wohl nicht nur in dieser Diskussionsrunde.

Mainz Tag & Nacht – Was meenzt du?: Das Phänomen Pegida oder: warum Menschen nicht verschwinden, obwohl man sie beleidigt

Mainz. Tag & Nacht: Was meenzt du

Je suis Charlie – so lautet das Motto der trauernden Gemeinde, im Internet wie auf der Straße. Nach den islamistischen Attentaten unter anderem auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“, der 17 Menschen das Leben kostete, bekundeten Millionen weltweit ihre Solidarität. Inzwischen steht Charlie Hebdo für viel mehr als bloß für provokative Karikaturen: es geht um die Verteidigung des demokratischen Gutes schlechthin, der Meinungsfreiheit. Die Botschaft der Demonstranten lautet: Wir stehen zusammen für ein friedliches Miteinander, gegen den Terror. Egal, an welchen Gott wir glauben.

Nach den Attentaten ist die Situation für Muslime in westlichen Ländern angespannt: sie befürchten, unter Generalverdacht gestellt zu werden. Die zahlreichen anti-muslimischen Übergriffe in Frankreich geben ihnen Recht, europäische rechte Gruppierungen melden sich medienwirksam zu Wort. Auch in Deutschland zeigen sich deutliche Konsequenzen: das junge Sorgenkind Pegida erhält weiter Zulauf. Kürzlich hat Angela Merkel überraschend klar Stellung bezogen: Der Islam gehöre zu Deutschland. Justizminister Heiko Maas verurteilte die aktuellen Pegida-Märsche als „widerliches“ Ausschlachten der Pariser Anschläge. Rund hunderttausend Menschen gingen bundesweit gegen Pegida auf die Straße, sie waren den Demonstranten insgesamt fast vierfach überlegen. Zahlreiche französische und deutsche Karikaturisten fordern die selbsternannten Patrioten auf, zu verschwinden. Aber wohin eigentlich?

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