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Ins Ausland mit Erasmus-ein Überblick

MAINZ.  Auch dieses Semester bietet die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz wieder zahlreiche Möglichkeiten an einen Aufenthalt im Ausland zu verbringen. Dabei können Studenten zwischen verschiedensten Orten und Universitäten wählen.

Doch wie plant man so ein Vorhaben genau? Wir haben uns am Institut für Publizistik schlau gemacht und die Informationsveranstaltung am 06.11.2017 besucht.

Frühe Planung ist alles- das wurde uns nach wenigen Minuten des Zuhören klar. So endet die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2018/2019, sowie das Sommersemester 2019 am 12.12.2017. Aus gegebenem Anlass ist es daher sinnvoll sich rechtzeitig zu informieren.

Die JGU kooperiert hierbei mit dem EU-Programm ERASMUS, welches Studenten in zahlreicher Hinsicht im Ausland unterstützt. Studiengebühren entfallen, im Ausland selbst wird man bei der Koordination an der Partneruniversität unterstützt und man erhält finanzielle Unterstützung. Diese beläuft sich auf bis zu 180 Euro monatlich. Derzeit gibt es für Publizistik Studierende 61 Plätze zu belegen. Zur Auswahl stehen folgende Länder: Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Lettland, Niederlande, Schweden, Österreich, Polen, die Tschechische Republik und Ungarn. Frei wählen kann man jedoch nicht, denn für jedes Land sind entsprechende Sprachkenntnisse nachzuweisen. Vorausgesetzt ist ein Sprachniveau von B1. Dies ist wichtig, da die Kurse meist in der landeseigenen Sprache gehalten werden. Allerdings gibt es auch Universitäten deren Unterrichtssprache Englisch ist, obwohl die gesprochene Sprache des Landes eine andere ist.

Die Bewerbung selbst erfolgt über ein online auszufüllendes Bewerbungsformular. Hierbei müssen die aktuellen Noten des Studienfaches angegeben werden, sowie der oben genannte Sprachnachweis. Wichtig ist auch ein Motivationsschreiben, welches den eigenen Antrieb für ein Auslandssemester darlegt. Im Auswahlprozess wird jedoch nach Durchschnittsnote entschieden. Das Motivationsschreiben gilt dann als Auswahlkriterium, falls zwei Studenten mit der selben Note sich auf einen Platz beworben haben.

Wenn die Bewerbung erfolgreich war beginnt die Planung mit dem Studienbüro der JGU. Es werden entsprechende Kurse an der ausländischen Universität gewählt. Anschließend wird auch die Anrechnung der Studienleistungen festgelegt. Die Kommunikation mit dem Studienbüro ist sehr wichtig, da es eventuell auch zu Kursüberschneidungen kommen kann. Ist man rechtzeitig mit der Planung stellt dies aber kein Problem dar. Hausarbeiten können beispielsweise an der JGU in Absprache mit dem Dozenten vorher abgegeben werden.

Wer sich also für einen Aufenthalt an einer Partneruniversität interessiert sollte schnell handeln. Für nähere Informationen lassen sich auch Beratungstermine vereinbaren. Einzelfälle können hierbei besprochen werden und noch offene Fragen können umfangend geklärt werden. Auch auf der Webseite des Instituts für Publizistik kann man sich umfassend informieren.

 

 

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Pasta vs. Käsebrot

Luca Filosi (23) aus Italien verbringt mit dem europaweiten Erasmus-Programm ein Semester in Mainz und berichtet über seine Erfahrungen, Begegnungen und amüsante Essenstraditionen.

Von Chiara Hiller

Luca, du wohnst nun schon seit zwei Monaten in Mainz. Wo kommst du ursprünglich her und was studierst du?

Ich wohne mit meiner Familie in Trient, das liegt zwischen Bozen und Verona und ist die Hauptstadt von Trentino-Südtirol. Ich studiere Geschichte und bin jetzt im letzten Masterjahr.

Warum hast du dich dafür entschieden in Deutschland zu studieren?

Um mein Deutsch zu verbessern. Ich werde meine Masterarbeit über den Ersten Weltkrieg schreiben. Trient war zu dieser Zeit unter österreichischer Herrschaft, darum sind die meisten für mich relevanten Texte auf Deutsch. Außerdem ist es schön, Deutsch sprechen zu können.

Und warum Mainz?

Eine Freundin von mir hat hier vor zwei Jahren studiert und hat mir davon erzählt. Auch meine Professorin hatte mir die Universität Mainz empfohlen.

Was für Erwartungen hattest du von Deutschland?

Ich dachte, dass es viel kälter wird (lacht). Deutschland gilt in Italien als sehr starker europäischer Staat mit einer stabilen Politik und vielen guten Universitäten. Und die Menschen sollen sehr zielstrebig sein. Angst hatte ich nur vor dem deutschen Essen. Bei uns in Italien heißt es: „Die Deutschen essen nur Kartoffeln“ (lacht).

Wie war deine Ankunft in Mainz? Hast du schnell Anschluss gefunden?

In meiner ersten Woche habe ich nur etwas mit anderen Erasmus-Studenten unternommen, weil meine Mitbewohner noch nicht zurück in Mainz waren. Ich wohne mit drei anderen Studenten in einer WG im Wohnheim Kisselberg. Durch das Erasmus-Programm und gemeinsame Ausflüge an den Wochenenden habe ich schnell Leute kennengelernt.

Wie findest du Mainz als Studentenstadt?

Mainz ist toll! Einfach eine schöne Stadt und ideal für Studenten, mit vielen Bars, Clubs und einem schönen Weihnachtsmarkt. Und sehr gutem Glühwein (lacht). Der große Unicampus ist wirklich cool, weil fast alle Fakultäten an einem Ort sind und mit dem Semesterticket kommt man überall hin.

Haben sich deine Vorstellungen über die Deutschen bestätigt?

Die Deutschen sind wirklich sehr zielgerichtet und vor allem pünktlich. Und sie essen nur Brot mit Käse. (lacht)

Gibt es Unterschiede zwischen dir und deinen deutschen Freunden?

Ja, vor allem beim Essen! Für uns Italiener ist das Abendessen die wichtigste Mahlzeit am Tag und das wird erst ab 21 Uhr gekocht, während meine Mitbewohner pünktlich um 18 Uhr ihr Abendbrot essen. Aber auch ich habe neue Dinge für mich entdeckt: Müsli, Butter mit Marmelade und Spekulatius.

Zum Schluss: Würdest du anderen Studenten ein Erasmus-Programm weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Jeder, der die Möglichkeit dazu hat, sollte das ausprobieren. Man lernt dabei unglaublich viel und verbessert seine Sprachkenntnisse. Man lernt einerseits viel über Selbstständigkeit und andererseits Leute und Kulturen aus der ganzen Welt kennen.

Vielen Dank für deine Antworten!