Archiv der Kategorie: Universität

Wenn Lernen krank macht

Januar – viele verbinden mit diesem Monat wahrscheinlich nicht mehr als den Start in ein neues Jahr und die kalte Jahreszeit. Doch für Studenten bedeutet der erste Monat im Jahr: Lernen, lernen, lernen. Denn im Februar beginnen für die meisten die Prüfungen. Und neben den hunderten Folien, die gelernt werden müssen, gibt es auch noch Präsentationen zu halten und Hausarbeiten zu schreiben. Wie gehen Studierende mit diesen Belastungen um und wie gestresst sind sie wirklich?

stresslevel-studierendeEine Studie aus dem letzten Jahr zeigt: Studenten in Deutschland sind im Vergleich zur gesamten Bevölkerung überdurchschnittlich gestresst. Mit 53,1 Prozent wiesen mehr als die Hälfte der Befragten Studierenden ein hohes Stresslevel auf. Damit sind sie sogar gestresster als Beschäftigte in der Arbeitswelt. Weiterlesen

Irgendwas mit Medien

Eine ehemalige Studentin der Kommunikationswissenschaft berichtet über die Qual der Wahl in der Medienbranche.

Anna Stephan-Odenthal hat dieses Jahr ihren Bachelor in Kommunikationswissenschaften an der Universität Hohenheim in Stuttgart beendet. Zur Überbrückung der Zeit zwischen ihrem Bachelor- und Masterstudium möchte sie die Zeit mithilfe von Praktika nutzen, um herauszufinden wie die beruflichen Perspektiven in der Medienbranche sind.

Warum hast du dich für den Studiengang Kommunikationswissenschaften entschieden?

A: Entschieden habe ich mich dafür, weil ich während meiner Schulzeit in der Leverkusener Redaktion des Kölner Stadt Anzeigers als Junge Zeiten-Redakteurin gearbeitet habe. Dort habe ich meine ersten journalistischen Erfahrungen gesammelt.
Das Schreiben liegt mir und macht mir auch Spaß, aber durch diese Erfahrung wusste ich, dass mich Journalismus interessierte, aber ich mir nicht vorstellen könnte im späteren Berufsleben für eine Lokalredaktion zu arbeiten. In der Schule haben wir einen Studienführer der Bundesagentur für Arbeit bekommen, in dem ich dann nach Studiengängen, die etwas mit Medien zutun haben gesucht habe bis ich auf diesen Studiengang kam. Ich fand heraus, dass die Kommunikationswissenschaften breit gefächert sind und dachte mir, dass mir damit verschiedene Türen offen stehen könnten.

Haben sich deine Erwartungen letztendlich erfüllt?

A: Ja, das kann man so sagen. Dadurch, dass wir verschiedene Module und Vertiefungen hatten, konnte ich einen Einblick in unterschiedliche Medienbereiche wie PR, Werbung, Marketing und Medienrecht bekommen. Außerdem haben wir einige Forschungsprojekte sowie praktische Seminare gemacht. In den Seminaren hat mir besonders der praktische Bezug gefallen.

Du hast ja im Sommersemester diesen Jahres deinen Bachelor Abschluss gemacht.
Was machst du jetzt damit?

A: Den Bereich des Journalismus wollte ich fürs Erste nicht weiter verfolgen. Ich wusste aber, dass mir das Schreiben immer noch gefiel. Eine Vertiefung in PR, die ich sehr spannend fand, zeigte mir wie vielfältig das Fach der PR ist. Ich entschloss mich dazu zwischen Bachelor und Master ein Jahr Pause zu machen, um berufliche Erfahrung zu sammeln und um mich selbst zu fragen was will ich, was kann ich und vor allen Dingen was will ich nicht. Ich bekam ein Praktikum für drei Monate in der PR-Agentur fischerAppelt in Hamburg und habe dort in dem Bereich der Produkt- und Kampagnen-kommunikation für Pharmaunternehmen gearbeitet. Ab Dezember werde ich ebenfalls in Hamburg für weitere drei Monate noch ein Praktikum in der PR-Agentur Edelman im Bereich der Food and Beverage Markenkommunikation machen.
Vorerst habe ich mich gegen Journalismus entschieden, weil es mir zu beschränkt erscheint, während ich in der PR mehr Abwechslung finde, aber dennoch redaktionell tätig bin.

Hat es dich abgeschreckt in den Bereich des Journalismus zu gehen, weil viele sagen, dass dieser keine Zukunft mehr hätte?

A: Gute Frage. Ja schon, also ich habe in der Zeitung und auch während meines Praktikums beim ZDF mitbekommen, dass Journalisten kaum fest eingestellt werden.
Als Freiberufler wäre für mich auf Dauer als einziges Standbein keine Lösung, gerade in Bezug auf Familiengründung in der Zukunft würde ich mich damit nicht abgesichert genug fühlen.

Du sagtest du hast dich nach dem Studium dazu entschlossen ein Praktikum in einer PR Agentur zu machen. Gab es einen Grund weshalb es in einer Agentur und nicht in einem Unternehmen war?

A: Also ich möchte an sich gerne beide Seiten kennen lernen. Mir wär es wichtig, dass ich in dieser Zwischenzeit viel lerne und habe gehört, dass dies am besten in einer Agentur sei. Außerdem könnte ich durch diese Erfahrung wertvoller für Unternehmen sein, wenn ich dann in die Unternehmenskommunikation ginge.

Findest du, dass dein Studium dich für das zukünftige Berufsleben genug vorbereitet hat?

A: Ja das finde ich schon. Obwohl wir im Vergleich zu einer Ausbildung oder einer Fachhochschule praktisches an der Uni kaum gemacht haben, hat das theoretische Wissen mir sehr geholfen ein Verständnis für die Arbeit zu bekommen. Dadurch, dass wir viele Forschungsprojekte hatten, glaube ich, hat das einen enormen Vorteil gegenüber anderen Mitbewerbern.

Weißt du jetzt schon wo deine berufliche Zukunft liegt?

A: Ich glaube sie liegt in der PR, da sie sehr vielfältig und kreativ ist und man alltäglich mit verschiedenen Kunden und Projekten zutun hat. Ein weiterer Vorteil meiner Meinung nach ist, dass ich festeingestellt werden kann, was mir ein größeres Sicherheitsgefühl gibt und es bestehen mehr Karrieremöglichkeiten.

Zum Schluss würde ich dich gerne noch fragen: Was würdest du Studienanfängern mit auf den Weg geben?

A: Seid aufmerksam und guckt was euch interessiert, damit ihr direkt den richtigen Weg einschlagen könnt. Probiert so viel wie möglich aus, macht das worauf ihr Bock habt und nicht vieles einfach um was gemacht zu haben. Ganz wichtig viele Praktika! Das ist das was uns in dieser Branche auszeichnet. Für die, die sich auch für den Bereich der PR interessieren, sollte man beachten, dass man in einer Agentur Dienstleister, man schafft und kreiert Kommunikation. Im Unternehmen hingegen ist man selbstständig und steuert die Kommunikation.

Vielen Dank für das Interview.

Interview: Alleine wohnen in Mainz

 

Hallo Alicia. Schön, dass du dir die Zeit nimmst uns von deinem Leben hier in Mainz zu erzählen .

Du wohnst in einer Einzimmer-Wohnung in Mainz-Bretzenheim. War das eine bewusste Entscheidung ?

Durch diverse Internetplattformen habe ich Einblicke in verschiedene Lebensweisen erhalten. Unterschiedliche Personen haben hier ihre Erfahrungen mit Wohngemeinschaften (auch Zweck-WGs) geteilt. Da die überwiegende Argumentation der User für eine Einzimmerwohnung sprach, habe ich mich damit auseinandergesetzt, was für mich am besten ist. Die endgültige Entscheidung traf ich allerdings gemeinsam mit meinen Eltern.

Wo siehst du Vorteile im alleine leben? Was vermisst du?

Die Vorteile einer Einzimmer-Wohnung sind für mich ganz klar: Ich als Frau brauche natürlich morgens etwas länger im Bad- da ist es angenehmer, sich morgens in Ruhe fertig machen zu können, ohne dass ungeduldige Mitbewohner das Badezimmer „stürmen“ möchten. Außerdem bin ich um einiges eigenständiger, da ich für mich alleine sorge, und alle anfälligen Hausarbeiten selbst erledige(n muss). Ich denke, dass mir das wirklich beim erwachsen werden hilft. Natürlich ist ein weiterer Pluspunkt insbesondere in der Klausurphase, dass ich jederzeit ungestört lernen kann.

Auf der anderen Seite kann es allerdings leicht dazu kommen, dass man sich schnell etwas einsam fühlt. Wenn man nach einem anstrengenden Uni-Tag nachhause kommt ist es schön, dass man sich Zeit für sich selbst nehmen kann. Jedoch wünsche ich mir manchmal eine Person, die mich abends mit einem Lächeln im Gesicht begrüßt und danach fragt, wie mein Tag war.

Denkst du, dass ,,alleine wohnen’’,vor allem während des Studiums schwieriger oder leichter ist als in einer Wohngemeinschaft? Warum ?

Ich denke, dass es gerade im Studium schwieriger ist,alleine zu wohnen. Einfach weil sich der Student in einer Lebensphase befindet, in der er sich selbst finden muss. Soziale Kontakte (Mitbewohner einbezogen) helfen einem jungen Menschen oft dabei den richtigen Weg zu finden.

.Viele „Neu-Mainzer“ lernen ja vor allem durch ihre Mitbewohner neue Freunde kennen. Welche anderen Möglichkeiten kannst du empfehlen,um auch außerhalb des Studiums Freundschaften zu schließen ?

Als ich eine „Neu-Mainzerin“ war, kannte ich kaum Leute in meiner neuen Wahlheimat. Es ist besonders wichtig,offen zu sein und auf andere zuzugehen. Sei es im neuen Minijob, im Fitnessstudio oder beim Unisport. Man hat überall die Möglichkeit tolle neue Menschen kennenzulernen, gerade weil in Mainz so viele junge Studenten leben.

Vielen lieben Dank für deine Zeit Alicia und weiterhin alles Gute für deine Zeit hier bei uns in Mainz.

„Mein Ziel ist es, die Studenten zum Nachdenken anzuregen.“ – über den Alltag im AStA

Vom Allgemeinen Studierendenausschuss, kurz AStA, hat jeder Student schon einmal gehört. Er vertritt die Studierenden und stellt die ‚Regierung‘ dieser dar. Aber was genau macht der AStA eigentlich? Die Studentin Carla U. bekleidet ein Ehrenamt im Allgemeinen Studierendenausschuss der Hochschule Bingen und berichtet von ihrer Arbeit.

Carla, du bist selbst im AStA der Technischen Hochschule Bingen. Wie genau sehen die Aufgaben des Allgemeinen Studierendenausschusses vor Ort aus?

„Der AStA hat ganz verschiedene Aufgaben. Zum einen sind wir in verschiedene Referate unterteilt, zum Beispiel das Kultur-, Sozial- oder auch Umweltreferat. In dem bin ich auch selbst tätig. Da werden Veranstaltungen geplant und durchgeführt. Weil die Hochschule in Bingen verhältnismäßig klein ist, haben wir hier keine Fachschaften. Der AStA übernimmt deshalb auch die Planung von Partys, dafür gibt es bei uns sogar ein eigenes Referat. Ein internationales Referat gibt es auch, dort wird zum Beispiel ausländischen Studenten die Integration an der Uni erleichtert. Öffentlichkeitsarbeit gehört auch mit dazu, schließlich muss man ja auch für die Veranstaltungen und den AStA selbst werben.“

 

Wie kamst du dazu, Teil des AStAs zu werden? Welche Vorstellungen hattest du von der Arbeit dort?

„Wie meine Vorstellungen aussahen…schwer zu sagen (lacht). Ich habe vor dem Studium ein FÖJ (Freiwilliges ökologisches Jahr) gemacht, dort musste ich auch immer wieder Veranstaltungen organisieren. Das hat mir schon damals Spaß gemacht. Natürlich habe ich mich nicht einfach an einem Tag dazu entschieden, beim AStA zu arbeiten. Die Sitzungen sind ja alle öffentlich, also habe ich mir da ein bisschen was angeschaut und habe mich dann nach und nach dazu entschieden. Durch die Sitzungen und die Erfahrungen aus dem FÖJ hatte ich schon eine ungefähre Vorstellung davon, was mich erwarten könnte. Das stimmte dann letztlich auch.“

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Die Universität als Arbeitgeber

Die Universität: Für die meisten Studenten ist sie Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens. Gleichzeitig müssen sich viele Studenten früher oder später mit der Frage beschäftigen, wie sie das Leben rund um das Studium finanzieren können. Eine Möglichkeit ergibt sich aus dem BAföG. Wem das allerdings zu wenig ist oder wenn man es erst gar nicht bekommt, läuft die Finanzierung schnell auf einen Nebenerwerb hinaus. Dabei erweist sich die Universität nicht nur als Bildungsstätte, sie kann auch der zukünftige Arbeitgeber sein. Weiterlesen

Prüfungsstress zwischen den Jahren

 

Warum Weihnachten für Studenten einen komischen Beigeschmack hat

Den meisten von uns ist vermutlich schon bei der Überschrift ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und schon fallen wir aus dem weich gebetteten Lager der Feiertage auf den harten Boden der Realität. Noch verkatert von der Silvesterparty schießen einem jeden Studenten die Gedanken an die bevorstehenden Prüfungen in den Kopf – das Schlechte daran: Weiterlesen

Meine Mainzer Heimatmomente

Nach dem Abi haben ja viele erstmal den Drang danach, rauszukommen aus der Stadt, in der sie bisher vielleicht ihr ganzes Leben gewohnt haben. Warum nicht den Neuanfang in einer bisher unbekannten Stadt wagen, die zu weit weg ist, um jeden Tag dorthin zu pendeln?!Ein bisschen Selbständigkeit und Freiheit, dachte ich mir ein bisschen naiv, googelte ein paar Universitäten und Städte und verschickte Bewerbungen.

Und dann ging das alles irgendwie so schnell: Nach der Zusage der Johannes Gutenberg Universität die Zusage zum Wohnheim, und schon war die Fahrt gebucht und ich stand mit meinem Koffer in Mainz. Allzu viel wusste ich nicht über die Stadt und ihre Bewohner. Warum eigentlich Mainz? Darauf hatte ich selbst nicht wirklich eine Antwort. Ich war hier bisher zuvor einmal gewesen, ich konnte mich jedoch nur noch vage erinnern. Alles schien mir fremd. Ich kannte niemanden außer meiner Cousine und den Hausmeister des Wohnheims von den E-Mails, die ich mit ihm ausgetauscht hatte. Ich würde in einem Studentenwohnheim wohnen, mit 17 Leuten auf dem Flur, geteilter Küche und Bad.

Also bezog  ich mein Zimmer, aber es wirkte noch ziemlich leer: weiße, kahle Wände, ein Bett, ein Schrank, ein Tisch, ein Stuhl. Wie in einer Jugendherberge. Noch konnte ich mir nicht vorstellen, mich hier irgendwann so richtig zuhause zu fühlen. Ich hatte das Bild meines gemütlichen Zimmers in der Heimat vor Augen. Ich sah meine Schwestern, die in mein Zimmer stürmten, um etwas mit mir zu machen, meine Familie um mich herum, all das Bekannte…und schob die Gedanken weg. Denn obwohl ein Heimwehgedanke bleibt, ist es doch aufregend, sich in einer fremden Stadt ein neues Zuhause aufzubauen.

Neuer Ort, neue Leute, neues Leben. Ich hatte große Pläne: Einen Job finden, Sport machen,  mich sozial engagieren, natürlich fleißig für die Uni sein und trotzdem jeden Tag Party bis in die frühen Morgenstunden. Außerdem waren da so viele Fragen in meinem Kopf, und auch ein paar Zweifel. Mein Studium, ist das überhaupt was für mich? Was ist das eigentlich, was ich studieren will?

Durch Tanten, Onkel und Bekannte hatte ich ein einschlägiges Bild vermittelt bekommen: Mainz, da würden die zwar ein wenig anders sprechen, aber es sei schon eine schöne Stadt. Ich wollte aber meine eigenen Erfahrungen machen. Also machte ich eine Stadtführung, besuchte mal mehr, mal weniger interessante Vorträge, Vorlesungen und Seminare, ging zu Veranstaltungen im Wohnheim und lernte das Mainzer Nachtleben kennen. Ich scheiterte daran, mir die Riesenflut von neuen Namen zu merken, und ging feiern mit Leuten, über die ich kaum etwas wusste, doch die mir bald schon wie alte Bekannte vorkamen.

Und irgendwann merkte ich, dass die Leute, mit denen ich stundenlang zusammensitzen konnte, ob in der Mensa, in der Wohnheimsküche oder irgendeiner Kneipe, mit denen ich lachen, über Gott und die Welt reden oder einfach nur die ganze Nacht lang tanzen konnte, mir ans Herz gewachsen waren. Dass ich nicht mehr ziellos auf dem Campus herumirrte, beim Einkaufen nicht mehr ewig herumsuchen musste, bis ich gefunden hatte, was ich wollte. Mein Zimmer füllte sich nach und nach mit mehr Farben, mit Postern, Bildern und Fensterschmuck. Dann, irgendwo zwischen Fastnachtslieder- Singen mit verkleideten Leute am elften November, Plätzchenbacken mit den Mitbewohnern oder dem  ersten Glühweintrinken auf dem so schön glitzernden Weihnachtsmarkt, wurde mir klar, dass ich mich in der Stadt der Mainzelmännchen und des Spundekäs schon längst Zuhause fühlte.

Wie kann man Mainz auch nicht mögen – nicht nur die Busfahrer-„Mannis“ sind hier fast immer nett und hilfsbereit. Außerdem gibt es Dönerläden an jeder Straßenecke und eine Vielzahl von kleinen süßen Cafés in der Neustadt. Nicht zu vergessen ist, dass man eigentlich überall relativ schnell mit dem Fahrrad hinkommt, ob zum Spazieren gehen am Rhein oder Schlendern durch die Altstadt.

Am Anfang waren einige Dinge ein bisschen gewöhnungsbedürftig an Mainz: Ich hatte noch nie vorher so viele Saarländerwitze gehört, und an den Dialekt musste ich mich auch erstmal gewöhnen. Doch bald wusste ich, was „Weck, Worscht und Woi“ bedeutet und dass man lieber keine Diskussionen über Fußball anfängt.

Trotzdem ist es immer schön, nach ein paar Wochen mal wieder in der Heimat aufzukreuzen, die dortigen Freunde und Familie wiederzusehen und sich einfach ein bisschen im Hotel Mama verwöhnen zu lassen. Finanziell und organisatorisch ist es zudem leichter, daheim zu wohnen: Man wird jeden Tag bekocht, hat nie diese gähnende Leere im Kühlschrank oder ernährt sich Ende des Monats nur noch von Eintopf, weil man doch nicht so mit dem Monatsgeld zurechtkommt. Auch kennt man nicht dieses Gefühl der Zerrissenheit, weil man nicht weiß, wo man gerade lieber wäre, und muss nicht alle Termine in der Heimat, ob mit Freunden, Verwandten oder beim Arzt, in ein Wochenende quetschen. Dennoch ich bin zufrieden damit, wie es ist. Denn genauso freut es mich, wieder zurück zu kommen in mein kleines gemütliches Zimmer in Mainz, um dann erst mal mit den Mitbewohnern stundenlang in der Küche zu sitzen und zu erzählen oder sich zum Tatort Schauen in der Stammkneipe zu treffen.