Archiv der Kategorie: Kultur auf dem Campus

Von syrischen Routinen und deutschen Regeln – Wie unterschiedlich sind wir wirklich?

Man hört in diesen Tagen vieles darüber, wie groß doch die Unterschiede seien zwischen „uns“ und „denen“. Gemeint sind Deutsche und Geflüchtete. Viele reden über Unterschiede, darüber, wie das denn funktionieren soll mit dem Zusammenleben. Die Wenigsten allerdings können sich dabei auf praktische Erfahrungen berufen. Jemand, der diese Erfahrungen hat ist Prof. Dr. Anton Escher. Deshalb lud das Studierendenwerk Mainz am Freitag, den 09.12.2016 zu Vortrag und Podiumsdiskussion mit syrischen Studierenden und Flüchtlingsberaterinnen in die Mainzer Universität ein. Vor über 150 Interessierten berichtete Escher, Sprecher des Zentrums für Interkulturelle Studien der JGU, von seinen 16 persönlichen Verständisregeln, die er bei jährlichen Aufenthalten in Syrien in über 25 Jahren entwickelt hat.

Auf fast schon symbolische Weise endete der insgesamt ausgesprochen herzliche Abend mit einer Umarmung.
Das Studierendenwerk beschrieb den Abend als gelungenen Schritt in die richtige Richtung. Man habe gemerkt, „dass es für die deutschen und syrischen Anwesenden eine Herzensangelegenheit war, die andere Kultur besser zu verstehen, voneinander zu lernen und miteinander zu kommunizieren.“

Professor Escher begann seine Ausführungen mit einer kurzen Vorstellung von Syrien im Allgemeinen: dem autoritativen Staat, der besonderen Wichtigkeit der Familie als eine Art Sozialsystem, der stark heterogenen Bevölkerung auf kozentriertem Lebensraum.
Vor diesem Hintergrund waren viele der anschließend aufgezeigten Regeln weitaus besser zu verstehen.
So erklären sie zum Beispiel die Erfahrung, dass individuelle Lösungen staatlichen meist vorgezogen werden. Der autoritative Staat begründe auch die Akzeptanz eines Lebens mit Widersprüchen, wie es im aufgeklärten Europa nicht mehr denkbar wäre. Ebenfalls ergebe sich aus der Assad-Herrschaft ein anderes Verständnis von Wahrheit: Die syrische Lebenswelt teile sich auf in ein „Außen“ und ein „Innen“, so Escher. Diese Trennung sei zum Selbstschutz notwendig:
Als Außenstehende*r werde man stets mit Respekt behandelt, so gehöre zum Beispiel das gegenseitige Grüßen bei jeder Begegnung einfach dazu. Die syrische Höflichkeit sehe außerdem kein „Nein“ vor. Stattdessen sage man „Inschallah“ – „So Gott will“ werde man etwas also tun oder bleiben lassen.
Man könne allerdings nicht erwarten, von seiner*m Gesprächspartner*in die Wahrheit zu hören. Da das dem Adressaten auch immer bewusst sei, handle es sich auch nicht um eine Lüge.
Benötigt man eine verlässliche Antwort, so müsse man ins „Innen“, die erweiterte Familie vorstoßen. Daher müsse man für eine authentische Aussage den Anderen mit „Bruder“ ansprechen.
Was so unter vier Augen besprochen wird, ist damit aber noch keine Wirklichkeit: Diese enstehe erst durch das Öffentlichwerden.
Prof. Escher konnte hier auch aus eigener Erfahrung sprechen: Auf einer Busfahrt, so berichtete er, habe er seinen syrischen Begleitern einen Wortwitz auf Kosten Assads erzählt. Diese hätten daraufhin getobt und versucht, die Äußerung zu überspielen. Abdulkadar Baki, syrischer Doktorand in Nanotechnologie an der JGU, sagte dazu, derjenigen, von dem er diesen Witz hatte, hätte ihm damit „vertraut bis zum Tod“.
In Syrien herrsche außerdem eine Gewisse Mythengläubigkeit. Assad ist ein solcher Mythos. Mache man sich über den Herrscher lustig, greife man diesen Mythos an und stelle damit seine Macht infrage. Diese Macht aber sei nicht verhandelbar. Assad ist der Staat. Ein Rücktritt, so Escher sei somit garnicht möglich.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch erkennen, warum ein Staat mit Folter gegen kritische Graffitis vorgeht. Dies hat allerdings auch noch einen zweiten Grund, der sich in einer weiteren Regel findet: Das Wort ist die Tat! Kündigt man an etwas zu tun, hat man es damit schon getan. So erklärt sich, wie aus einen harmlosen Schriftzug „Nieder mit dem Präsidenten“, gesprayt von ein paar Jugendlichen, ein Bürgerkrieg erwachsen kann.
Ein weiterer Grundsatz, um in der Assad’schen Gesellschaft nicht unter Verdacht zu geraten, laute „Stelle immer eine Situation her, in der du kontrolliert werden kannst!„. Dieser lasse sich auch am typischen offenen Baustil ablesen. Die Gemeinschaft kontrolliere so die gesellschaftlichen Regeln und Gesetze. Diese Gestze im Übrigen könne man nicht etwas übertreten, sondern nur ganz oder garnicht. Abstufungen seien nicht vorgesehen. Außerdem gelten für Frauen andere Regeln. In Teilen der Gesellschaft soll sich ihr Leben auf das „Innen“ des erweiterten Familienkreises begrenzen.
Zwei Erfahrungen hatte Prof. Escher noch speziell aus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu bieten: Man versteife sich nicht zu sehr auf Genauigkeit – auf Kosten der wissenschaftlichen Exaktheit. Außerdem sei kritisches Reflektieren nicht vorgesehen – dafür könnten Syrer*innen allerdings beeindruckend gut auswendiglernen. Da das auch für Sprachen gilt, seien sie auch überall auf der Welt so fantastisch integriert. All das untermauerte er mit Beispielen aus seinem reichen Erfahrungsschatz.

Die anschließende Diskussionsrunde begann mit Stellungnahmen der Podiumsgäste zum Vortrag. Omar Ez Eddin, Geflüchteter und angehender Student an der JGU, konnte nur zustimmen. Speziell zum Thema Lernen gab er Escher in beeindruckend gutem Deutsch Recht. Das Sprachenlernen fiele Syrern so oft leichter, allerdings seien die deutschen Lehrmethoden eine große Umstellung. Zum Punkt der Mythengläubigkeit merkte er noch an, auch das Familienbild sei ein solcher Mythos.
Abdulkadar Baki lobte die Beschreibung, insbesondere die der Vorsicht bei Gesprächen – Die Situation in Syrien vor dem Bürgerkrieg sei vergleichbar mit dem Film „Das Leben der Anderen“. Auch die syrische Höflichkeit entspräche genau der Beschreibung. Ein „Nein“ sei in der Tat eine Frechheit. Er betonte allerdings, die Sicht Eschers sei eher eine dörfliche und treffe in den Städten nur bedingt zu.
Medizinstudentin Yara Al-Zamel erklärte, aufgrund der vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sei es eigentlich nicht korrekt über Syrien als Ganzes zu sprechen. Abhängig von Ethnie, Lebensort, aber auch Geshlecht befinde man sich in ganz unterschiedlichen Lebenswelten. Sie stellte außerdem fest, dass sich vor allem in den Städten eine Entwicklung hin zur Kleinfamilie erkennen ließe. Auch die Mythengläubigkeit habe stark abgenommen – zu Gunsten von Bildung. In einem Punkt musste sie Escher allerdings doch widersprechen: Dort, wo es tatsächlich nötig sei, arbeiteten Syrer durchaus exakt. Man müsse allerdings eine Hühnerfarm nicht genauso aufwendig planen wie eine Brücke. Sie bemühte sich außerdem klar zu machen, dass sexuelle Übergriffe in Syrien ebenso gesellschaftlich geächtet sind wie in Deutschland.

Die beiden Flüchtlingsberaterinnen Astrid Becker und Christine Skwara sahen in vielen der angesprochenen Punkte auch Gründe für die einfache Zusammenarbeit. So erkläre das syrische Bildungssystem, warum Vielen das Auswendiglernen so leicht falle. Auch die Höflichkeit sei oft erfahrbar: Man bekomme tatsächlich so gut wie nie ein „Nein“ zu hören, weshalb auch Konfrontationen sehr selten seien. Außerdem sei auch der Wert des Wortes offensichtlich. So habe der Satz „Bitte Hausschuhe mitbringen!“ auf der Gebrtstagseinladung ihres Sohnes eine der betreuten Familien veranlasst, diese extra zu kaufen.
Nach Schwierigkeiten durch die unterschiedlichen Lebensweisen gefragt, wurde zuerst die deutsche Direktheit genannt. Diese sei zuerst als Unfreundichkeit verstanden worden. Außerdem nannten alle die anstrengende Bürokratie und übertriebene Exaktheit. Deutsche seien oft versessen auf das Begleichen von Kleinstschulden, allerdings habe diese Exaktheit auch positive Seiten, lobten doch alle drei insbesondere die Verlässlichkeit der Deutschen Bahn.
Aus deutscher Sicht sprach eine der Beraterinnen an, der Dialog mit den Übersetzern sei oft sehr viel länger als die Antwort, die schließlich herauskomme. Man bekomme so fast das Gefühl, dabei würde die eigentliche Beratung stattfinden. Yara Al-Zamel erklärte dies als Missverständnis. Man führe einfach bei jeder Gelegenheit Smalltalk und dieser brauche nun wirklich nicht übersetzt zu werden.
Auch auf die Frage, was Deutsche von Syrern lernen könnten, gab es viele Antworten. Vor allem offene Herzlichkeit, Lockerheit und Respekt wurden dabei oft genannt. In Syrien hätte man oft nach zwei Minuten im Bus neue Freunde gefunden. Auch das große Familiennetzwerk von etwa 500 Verwandten habe viele Vorteile. „Egal was du brauchst, irgendjemand kann dir immer weiterhelfen“. Außerdem könnten die Deutschen viel lernen, was das Essen angeht.
Die Beraterinnen hoben vor allem die besondere Freundlichkeit, speziell bei der Begrüßung, und den Humor auch bei schweren Themen heraus. Doktorand Baki merkte – übrigens in nahezu akzentfreiem Deutsch – dazu  an, die Hauptsache sei zu lachen, am besten über sich selbst.

Den ganzen Abend fasste schließlich eine Szene fast symbolisch zusammen: Ein syrischer Hörer umaramte Professor Escher zum Dank für seinen Beitrag zur Verstädigung der Kulturen aufs Herzlichste. Eine Hörerin wies noch auf die Möglichkeit hin zum Beispiel über welcomedinnermainz selbst ins Gespräch zu kommen und sich so besser kennen zu lernen.

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Pasta vs. Käsebrot

Luca Filosi (23) aus Italien verbringt mit dem europaweiten Erasmus-Programm ein Semester in Mainz und berichtet über seine Erfahrungen, Begegnungen und amüsante Essenstraditionen.

Von Chiara Hiller

Luca, du wohnst nun schon seit zwei Monaten in Mainz. Wo kommst du ursprünglich her und was studierst du?

Ich wohne mit meiner Familie in Trient, das liegt zwischen Bozen und Verona und ist die Hauptstadt von Trentino-Südtirol. Ich studiere Geschichte und bin jetzt im letzten Masterjahr.

Warum hast du dich dafür entschieden in Deutschland zu studieren?

Um mein Deutsch zu verbessern. Ich werde meine Masterarbeit über den Ersten Weltkrieg schreiben. Trient war zu dieser Zeit unter österreichischer Herrschaft, darum sind die meisten für mich relevanten Texte auf Deutsch. Außerdem ist es schön, Deutsch sprechen zu können.

Und warum Mainz?

Eine Freundin von mir hat hier vor zwei Jahren studiert und hat mir davon erzählt. Auch meine Professorin hatte mir die Universität Mainz empfohlen.

Was für Erwartungen hattest du von Deutschland?

Ich dachte, dass es viel kälter wird (lacht). Deutschland gilt in Italien als sehr starker europäischer Staat mit einer stabilen Politik und vielen guten Universitäten. Und die Menschen sollen sehr zielstrebig sein. Angst hatte ich nur vor dem deutschen Essen. Bei uns in Italien heißt es: „Die Deutschen essen nur Kartoffeln“ (lacht).

Wie war deine Ankunft in Mainz? Hast du schnell Anschluss gefunden?

In meiner ersten Woche habe ich nur etwas mit anderen Erasmus-Studenten unternommen, weil meine Mitbewohner noch nicht zurück in Mainz waren. Ich wohne mit drei anderen Studenten in einer WG im Wohnheim Kisselberg. Durch das Erasmus-Programm und gemeinsame Ausflüge an den Wochenenden habe ich schnell Leute kennengelernt.

Wie findest du Mainz als Studentenstadt?

Mainz ist toll! Einfach eine schöne Stadt und ideal für Studenten, mit vielen Bars, Clubs und einem schönen Weihnachtsmarkt. Und sehr gutem Glühwein (lacht). Der große Unicampus ist wirklich cool, weil fast alle Fakultäten an einem Ort sind und mit dem Semesterticket kommt man überall hin.

Haben sich deine Vorstellungen über die Deutschen bestätigt?

Die Deutschen sind wirklich sehr zielgerichtet und vor allem pünktlich. Und sie essen nur Brot mit Käse. (lacht)

Gibt es Unterschiede zwischen dir und deinen deutschen Freunden?

Ja, vor allem beim Essen! Für uns Italiener ist das Abendessen die wichtigste Mahlzeit am Tag und das wird erst ab 21 Uhr gekocht, während meine Mitbewohner pünktlich um 18 Uhr ihr Abendbrot essen. Aber auch ich habe neue Dinge für mich entdeckt: Müsli, Butter mit Marmelade und Spekulatius.

Zum Schluss: Würdest du anderen Studenten ein Erasmus-Programm weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Jeder, der die Möglichkeit dazu hat, sollte das ausprobieren. Man lernt dabei unglaublich viel und verbessert seine Sprachkenntnisse. Man lernt einerseits viel über Selbstständigkeit und andererseits Leute und Kulturen aus der ganzen Welt kennen.

Vielen Dank für deine Antworten!

Studieren in Mainz – Wie ausländische Studierende es erleben

Ariadna Blanch Lópes ist Studentin der Johannes-Gutenberg Universität Mainz. Sie studiert Publizistik im ersten Semester, mit Soziologie im Beifach. Ursprünglich kommt sie aus Barcelona. In einem Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen in Deutschland und vor allem an der Universität in Mainz.

Du bist jetzt schon eine ganze Weile hier in Deutschland. Wie gefällt es dir hier?

Ariadna: Es gefällt mir bisher sehr gut. Die Leute hier sind alle total lieb und ich fühle mich gut integriert. Bisher sind mir alle offen und ohne  Vorurteile begegnet.

Wie bist du auf die Johannes-Gutenberg Universität in Mainz gekommen?

Ariadna: Ich habe mich bei verschiedenen Universitäten in ganz Deutschland beworben. Neben Mainz auch in Stuttgart, Berlin und Karlsruhe. Eigentlich wollte ich nach Berlin, aber mein Vater wollte, dass ich nach Mainz gehe. Wir haben hier in Mainz Freunde, bei denen ich dann anfangs auch gewohnt habe. Jetzt wohne ich in einem Wohnheim in Weisenau. Außerdem war Berlin die einzige Uni, die mich nicht angenommen hat.

Inwiefern hatte deine Wahl der Universität auch etwas mit dem Studiengang zu tun?

Ariadna: Ich habe mich an jeder der Universitäten für den gleichen oder sehr ähnlichen Studiengang beworben. Die Richtung stand schon seit dem letzten Jahr fest, ich wusste genau was ich studieren wollte. Medien und Kommunikation sind in Barcelona sehr beliebte Studiengänge. Viele wollen in diese Richtung. Ich habe nur gehofft, dass ich genommen werde. Mainz war dabei eigentlich nicht meine erste Wahl. Jetzt bin ich aber sehr glücklich hier zu sein.

Wieso wolltest du gerne in Deutschland studieren, gerade weil es in Spanien ja eigentlich nicht üblich ist, dass man zum Studieren weggeht?

Ariadna: Ich bin in Barcelona auf eine deutsche Schule gegangen. Dort habe ich sowohl das deutsche, als auch das spanische Abitur abgelegt. Für mich ist es jetzt wichtig, dass ich die deutsche Sprache nicht verliere. Ein Studium in Deutschland hilft mir dabei. Außerdem wollte ich ein bisschen eigenständiger werden und es wäre mir zu langweilig geworden, wenn ich weiterhin in Barcelona geblieben wäre. Im Vergleich zu Spanien sind auch die Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland viel besser. Es ist in Barcelona wirklich sehr schwierig einen Minijob neben dem Studium zu bekommen und das Studium ist sehr teuer.

Möchtest du für immer in Deutschland bleiben?

Ariadna: Das weiß ich noch nicht. Für mein Studium auf jeden Fall, aber danach bin ich mir nicht sicher. Meine Abschlüsse, die ich hier mache sind auch in Spanien gültig, da es ein sehr internationaler Studiengang ist. Außerdem gibt es viele deutsche Unternehmer in Barcelona. Da habe ich gute Aussichten auf einen Job.

Gibt es etwas, das du besonders vermisst?

Ariadna: Mir fehlt das Großstadtleben. In Barcelona gibt es so vieles zu unternehmen. Man kann durch die Straßen laufen und an jeder Ecke etwas erleben. Für jeden ist etwas dabei. Deshalb wollte ich auch eigentlich nach Berlin. Die meisten meiner Freunde und Mitschüler sind aus Barcelona weggegangen. Viele sind auch nach Deutschland gezogen zum Studieren. Das ist sehr modern an den deutschen Schulen in Spanien. Wir stehen alle in Kontakt.

Du sprichst wirklich sehr gut deutsch. Bereitet dir die Sprache trotzdem manchmal noch Probleme?

Ariadna: Ich verstehe fast alles. Manchmal fällt es mir schwer sehr lange Texte mit vielen Nebensätzen zu lesen. Auch beim Schreiben von Texten muss ich immer über die Grammatik nachdenken. Die habe ich nicht automatisch, richtig im Kopf. Das Sprechen und Verstehen fällt mir aber viel leichter.

Nutzt du eines der verschiedenen Programme, welche die Uni für ausländische Studierende anbietet? Zum Beispiel das Sprachcafé?

Ariadna: Nein bisher nicht, aber ich fühle mich auch nicht wirklich fremd hier. Dadurch, dass ich in einer deutschen Schule war habe ich viel weniger Schwierigkeiten mit der Sprache. Ich fühle mich nicht  wie eine Ausländerin, eher wie einfach nur in einer neuen Stadt. Ich denke so geht es auch den meisten Deutschen hier. Ganz viele Studierende kommen aus anderen Städten, zum Beispiel Frankfurt oder Hanau. Ich war auch mit der Schule schon sehr oft in Deutschland und kenne die Kultur.

Vielen Dank für deine Zeit und die Antworten. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute in Deutschland und bei deinem Studium.

Auch international kann Mainz mithalten

Dass die Johannes-Gutenberg-Universität sich vor allem durch ihr umfassendes Studienangebot auszeichnet, ist längst bekannt. So rangiert sie mit den Unis in München, Frankfurt oder Berlin in den Top 20 der größten Hochschulen Deutschlands und bietet Studierenden aktuell 236 Studiengänge. Doch auch was die internationale Struktur der JGU angeht, kann Mainz durchaus mithalten. Zur Zeit sind etwa 12% der Studierenden ausländischer Herkunft. Das sind bei ca. 33.000 Studenten immerhin fast 4.000. In dieser Größenordnung befindet sich der Anteil bereits seit längerem: So lag laut der Stabsstelle ‚Planung und Controlling‘ (PuC) der JGU im letzten Jahrzehnt „der Anteil Studierender mit ausländischer Nationalität stets zwischen 11% und 15%“.

Unter anderem entsteht daraus auch ein breit gefäscreenshot-36chertes Angebot an Kulturkursen, das von jedem genutzt werden kann. Von persischer Kalligraphie über Russisch für Anfänger bis hin zu südamerikanischem Spanisch ist einiges dabei. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Nationalitäten der Studierenden wieder: An der JGU sind Studenten von jedem Kontinent der Erde vertreten. Dabei stammen die meisten aus Europa. Ein Grund dafür ist, das viele ausländische Studenten bereits in Deutschland ihr Abitur erworben haben und jetzt hier studieren. Außerdem haben Studenten in 33 Ländern Europas die Möglichkeit, mit dem ERASMUS-Programm im Ausland zu studieren. Auch Auslands-Praktika können hier absolviert werden. Gerade in Bezug auf ERASMUS engagiert sich die JGU besonders. So erhielt sie erst 2013 das ‚ERASMUS Qualitätssiegel‘, welches für besondere Verdienste in der Umsetzung des Programms verliehen wird.

Doch auch aus anderen Nationen zieht es Studierende an die Uni in Mainz. Gründe für ein Studium in Deutschland sind für sie unter anderem die große Vielfalt an Universitäten und deren guter Ruf im Ausland. Besonders der technische Zweig deutscher Unis genießt in anderen Ländern hohes Ansehen. In Mainz schätzen die Studenten vor allem die freundliche Art der Menschen und ihre Offenheit.

Quelle: http://www.puc.verwaltung.uni-mainz.de/210.php

In Klammern stehen diejenigen Studenten mit ausländischer Herkunft, die ihr Abitur in Deutschland gemacht haben

 

Hin und zurück – Die Entbehrungen einer Pendlerin

Kommentar

Es entbehrt wohl einer gewissen Ironie, dass Ich noch während des Verfassens dieser Zeilen mit den ennervierendsten Ärgernissen einer Pendlerin konfrontiert wurde und Stunde um Stunde mit Umleitungen und Verspätungen zu tun hatte. Die Entbehrungen einer Pendlerin sozusagen. Und das soll erst der Anfang sein…
Studentsein bietet gänzlich neue Möglichkeiten. Es ist ein neuer Lebensabschnitt, der mit großen Veränderungen einhergeht. Viele davon sind unbestreitbar fantastisch. Sie bestehen aus durchzechten Nächten, unter Umständen aus vollmundigen Mittagspausen in der Mensa oder wenn es denn der Fall sein kann, auch aus spannenden Vorlesungen.
„Der Student ist faul und feiert ohne Unterlass“ ist schon beinahe ein ungeschriebenes Gesetz und ebenso im Volksmund gängig, wie die Meinung zum öffentlichen Personenverkehr. Ob nah oder fern spielt dabei kaum eine Rolle. Und da mag etwas dran sein. Doch neben den erfreulichen Dingen des Studentenlebens gibt es eben auch einige Schattenseiten, die im Vergleich dessen gerne untergehen. Denn wie lebt es sich, wenn man jeden Tag zur Universität pendeln muss? Von Darmstadt nach Mainz – hin und zurück? Weiterlesen

Zauberer, Kurzsichtigkeit und Hip Hop

Bei der 200. Sendung des Campus TV Mainz kommt jeder auf seine Kosten

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Mainz. „Ich freue mich sehr auf meine erste Live-Sendung,“ sagt Marvin Neumannn, der neue Moderator des „Campus TV Mainz“, mit einem Leuchten in den Augen. Die heute, am 19. Dezember, ausgestrahlte Sendung ist nicht nur besonders, weil sie live ist, sondern auch weil es die 200. Sendung des Studierenden-Senders ist. Das seit 1999 bestehende „Campus TV Mainz“ ist eine Initiative von Studenten verschiedenster Fachbereiche. Wöchentlich freitags um 18.30 Uhr werden Sendungen zu unterschiedlichen Themen, die im Allgemeinen das Studium oder das Studentenleben in Mainz behandeln, beim Sender „OK:TV Mainz“ gezeigt. Wer diese verpasst, kann sich die Beiträge regelmäßig auch im Internet anschauen. Ebenso funktioniert es bei der heutigen Live-Sendung: Um 18.30 Uhr kann man sie sowohl im Fernsehen als auch im Internet verfolgen. Dabei deckt das Team eine Bandbreite von Themen ab, von Sport im Freien, über Zauberer, bis hin zu Kurzsichtigkeit werden viele Geschmäcker bedient. Außerdem steht die Frage „was passiert mit dem Inter1, müssen die Studenten ihre Wohnung räumen, da es zum Medienhaus umgebaut wird?“ im Mittelpunkt der Sendung, weil sie für viele Mainzer Studenten von Interesse sein wird.
Ein Highlight der Sendung werde auch der Auftritt der Hip Hop Combo „47 Garage Gang“ sein. „Die Hip-Hop Artists haben wir uns ausgesucht, weil wir zum Einen noch nie Hip Hop in der Sendung hatten und zum Anderen die Texte von ihnen echt lustig sind,“ freut sich Neumann. Zusätzlich dazu werde der Moderator als Zauberer „Gandalf“ aus der Filmtrilogie „Herr der Ringe“ auftreten. Man könne sich also „auf eine wirklich unterhaltsame Sendung gefasst machen, die auch noch die ein oder andere Überraschung parat hat.“

Dass Campus TV Team freue sich auf die Live-Sendung und hoffe auf zahlreiche Zuschauer. Für diese gibt es auch etwas zu gewinnen: Noch bis 18 Uhr kann man auf der facebook-Seite des Senders eines von jeweils drei Büchern „Endlich Mainz“ und „Endlich Studium“ gewinnen.

Den Stream zur Live-Sendung und weitere Informationen findet man unter http://www.campus-tv.uni-mainz.de/.

Weihnachtliches Second-Hand-Shopping

In Weihnachtsstimmung versetzen und Schnäppchen machen

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Bild: Campus Mainz

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Raffinierte Verkaufsstrategien. Bild: Campus Mainz

Mainz. Gestöbert, gefeilscht und gekauft wurde am Freitag fleißig beim Campus Flohmarkt der Johannes Gutenberg-Universität.
Von 14 bis 19 Uhr waren die Stände für zahlreiche Gäste im Philosophicum geöffnet. Und diese kamen in Scharen um allerlei Dinge zu finden: Bücher, Kleidung, Schallplatten, Accessoires, Gesellschaftsspiele, Elektronische Artikel, und vieles mehr. Mit dabei waren erstmals auch ein Kindersachenbasar im ersten Obergeschoss sowie eine Ecke des Autonomen Elternreferates für Eltern des AStA der Universität Mainz – kurz „Aurel“. Diese neuen Angebote zogen viele Eltern an, ihre Kinder konnten rutschen, in einem Bällebad toben und auf einem Gummiesel reiten. Sie wurden bespaßt, während ihre Mütter und Väter sie und sich selbst währenddessen für den Winter ausstatten konnten. Es war ein großer Trubel, die Verkäufer – nicht nur Studenten, sondern auch Verwandte und Universitätsmitarbeiter – konnten sich über großen Andrang freuen. Aus manch einer Ecke klang Musik und in der Luft lag ein Duft aus Glühwein, Waffeln und Muffins, mit denen ein paar Verkäuferinnen ihre Kunden überzeugen wollten. „Ab drei Teilen gibt’s einen Muffin gratis,“ lautete ihre außergewöhnliche Verkaufsstrategie, die wohl den ein oder anderen Käufer anlockte. Der Glühwein und die Waffeln wurden von den Veranstaltern – des Campus Mainz und des Stadtmagazins „StuZ“ – selbst organisiert. An ihren Ständen konnte man sich bei der ersten winterlichen Kälte aufwärmen und sich in Weihnachtsstimmung versetzen und informieren. Auch einige der Verkaufsstände erinnerten bereits an Weihnachten, da sie Dekoration anboten. Giulia Ali, die an der JGU Erziehungswissenschaften studiert, interessiert sich sehr für solche Artikel: „Mich persönlich interessieren Dekoration, Bücher, Tassen und ähnliches immer am meisten.“ Und gerade Bücher konnte man fast an jedem Stand entdecken. „So ein Flohmarkt an der Uni ist eine schöne Sache. Auch dass er im Gebäude stattfand wegen der Kälte war sehr zuvorkommend. Leider habe ich davon erst viel zu spät erfahren und hatte daher sehr wenig Zeit mich umzusehen.“ Publizistikstudentin Marei Rossbach freut sich über das Angebot des Flohmarkts, „ich nehme solche Veranstaltungen immer gerne mit, wenn ich davon höre“. Die angebotenen Artikel versprächen viel, allerdings „sollte man vielleicht die eine oder andere Regel aufstellen, was nicht verkauft werden sollte. Ich würde zum Beispiel niemals gebrauchten Nagellack oder Strumpfhosen kaufen,“ bemerkt die 20-Jährige. Die nächste Möglichkeit Second-Hand-Ware zu kaufen und verkaufen gibt es bereits im nächsten Semester. „Ich überlege schon, was ich alles ausmisten kann. Vielleicht bin auch ich beim nächsten Mal hinter einem Stand dabei,“ freut sich Alica Bergmann, die diesmal nur als Gast kam und ein paar Kleinigkeiten erwerben konnte. Die Veranstalter selbst sind glücklich über den Verlauf des Basars: „Danke für einen tollen Flohmarkt. Es hat auch uns viel Spaß gemacht,“ posteten sie noch am Abend auf ihrer Facebook-Homepage.