Archiv der Kategorie: Theater

Herrengedeck – „Wow, einfach nur wow“

Am 02. Dezember feierte der selbst proklamierte „witzigste Podcast Europas“ Herrengedeck – der Podcast mit Ariana und Laura seinen ersten Geburtstag im Columbia Theater in Berlin.

Unter dem Motto „Eine Fahrt nach Parchim“ gestalteten die beiden Frauen eine Folge ihres Podcasts und nahmen die Zuhörer in Arianas famosen Smart mit auf eine Autofahrt nach Parchim. Parchim ist eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern und Lauras Heimat. Weiterlesen

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Ohrfeige, Origami und Orangenkuchen – Ein Tag auf der Mainzer Büchermesse

Das Publikum wartet geduldig, bis Khider in ihrer Mitte Platz nimmt. Er schaut sich die Zuhörer an, die ihn umrunden und fängt schließlich anzu sprechen. Seine Stimme ertönt laut und deutlich über das Mikrofon. Lediglich der irakische Akzent führt hin und wieder zu einem kurzen Stocken. Die Zuschauer scheint es nicht zu stören, alle hören gebannt zu.  

Abbas Khider hat am Samstag den 18.November 2017 im Rahmen der Mainzer Büchermesser aus seinem Roman „Ohrfeige“ gelesen. Weiterlesen

„La Cage aux Folles“ im Mainzer Staatstheater

Seit Mitte Oktober wird am Mainzer Staatstheater das Musical „La Cage aux Folles“ aufgeführt. Das Stück wurde 1973 geschrieben, doch hat bis heute nichts an seiner Aktualität verloren.

Die Darsteller des „Cage aux Folles“ (c) Andreas Etter

Die Geschichte dreht sich um das schwule Paar George und Albin, die seit 20 Jahren zusammenleben. George ist Betreiber des erfolgreichen Nachtclubs „La Cage aux Folles“ (Käfig der Narren), in dem Albin als gefeierter Travestiekünstler auftritt. Für George kommt es sehr überraschend, als sein Sohn Jean-Michel verkündet, er wolle heiraten. Das Problem: Die Eltern seiner Freundin möchten erst seine Familie kennenlernen, bevor sie der Heirat zu stimmen. Der Vater ist allerdings ein konservativer Politiker, der George‘s Nachtclub schließen will. Jean-Michel möchte seine Familiensituation vertuschen und bittet seinen Vater, für den Besuch eine „normale“ Familie vorzuspielen, seine Mutter, eine Showgirl, mit dem George eine Affäre hatte, einzuladen und Albin für eine Nacht auszuquartieren. Wie zu erwarten ist Albin davon alles andere als begeistert…

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„Es ist eine andere Welt.“

Ballett: Zwischen Hochleistungssport und Kunst, zwischen blutigen Füßen und Eleganz

sarah

Nach dem Abitur Studieren oder doch ein Auslandsjahr? Diese Frage stellt sich nicht jedem.
Sarah Altherr hat vor zwei Jahren parallel zum Abitur  ihre Ausbildung zur Balletttänzerin abgeschlossen. Sie berichtet vom etwas anderen Lebensweg.
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Diagnose: Völlig durchgeknallt!

Mit Pension Schöller bringt das Staatstheater Mainz eine besonders skurrile Komödie auf die Bühne und damit nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Schauspieler selbst zum Lachen.

pension-schoellerhttp://www.staatstheater-mainz.com/web/veranstaltungen/schauspiel1617/pension-schoeller

„Ein super unterhaltsames Stück mit skurrilen Outfits, toller Maske und einem guten Maß an Übertreibung“ – Völlig begeistert kommt Theaterbesucherin Johanna Feth aus dem Theatersaal. Auch die anderen Zuschauer verlassen das kleine Haus des Staatstheaters mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen. Was ist wohl die letzten drei Stunden auf der Bühne geschehen?

Die Komödie handelt von der Berliner Familienpension Schöller und deren Gäste: Eine im höchsten Maß aufdringliche Schriftstellerin, ein Schauspieler mit einem ultra-lustigen Sprachfehler, ein Major, der auch in der Pensionierung das Befehlen nicht lassen kann und ein Löwenjäger, der das Abenteuer sucht. Hinzu kommen der völlig verwirrte Pensionsbesitzer und dessen hübsche Tochter, die als Butler in Männerklamotten die Pension ihres verwirrten Vaters am Laufen zu halten versucht.

Besonderes Merkmal der Produktion: Kostüm, Maske und Bühnenbild sind in Comic-Design gestaltet und jeder Charakter begleitet ein unverkennbares Geräusch.

Alfred und sein wohlhabender Onkel Klapproth, der ebenfalls ein wenig verwirrt zu sein scheint, treffen sich in besagter Pension Schöller. Während sich Alfred mit einem Fotoatelier selbstständig machen will, verlangt sein Onkel im Gegensatz zu dessen finanzieller Unterstützung seinerseits einen Abend im Irrenhaus. Alfred präsentiert seinem Onkel den Gesellschaftsabend der Pension Schöller – und gibt vor, es handele sich um eine Irrenanstalt – nicht zuletzt aus dem Grund, dass er in die Tochter des Pensionsbesitzers verliebt ist. Sein Onkel ist begeistert und völlig überzeugt von den ihm präsentierten Irren: Vom Major, mit dem er sich zum Duell herausfordert, über den Löwenjäger, der ihm eine Giraffe und Tigerbabys zuschicken lässt und ihn zu seiner nächsten Reise mitnehmen will, bis hin zur verrückten Schriftstellerin und dem Schauspieler mit dem amüsanten Sprachfehler – Klapproth ist überzeugt, dass es sich hierbei tatsächlich um eine Irrenanstalt handelt.

Wenig später aber tauchen all diese Charaktere in seinem eigenen Haus auf und führen zu mehrfachen Verwicklungen. Klapproth wird seinerseits als verrückt erklärt.

Geschrieben von den Mainzer Autoren Carl Laufs und Wilhelm Jacoby bietet die Komödie Pension Schöller alles für einen gelungenen Abend: Irrwitzige Dialoge, amüsante Verwechslungen und publikumsbezogene Szenen, die nicht nur die fast ausverkauften Zuschauerreihen zum Kichern bringen, sondern auch die mitwirkendenden Schauspieler auf der Bühne in ungewolltes Gelächter ausbrechen lassen.

Absolut sehenswert!

Chiara Hiller

Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist

Die Operette „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky, Erik Charell, Robert Gilbert und Hans Müller bringt wieder einmal fast das ganze Ensemble des Mainzer Staatstheaters auf die Bühne. Aus Tanz, Gesang und Darstellendem Spiel kommen alle zusammen um ein herrlich buntes, lautes Gesamtbild zu schaffen.

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Pressefoto Mainzer Staatstheater, Bild: Martina Pipprich; Hotelgäste um den Kaiser versammelt

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Irgendwo zwischen Hello Kitty und echtem Pelz

Dort findet man den Traum von jedem Studenten – fürs Lernen bezahlt werden

 „Wir müssen aufhören Brause zu verteilen, es hat schon wieder jemand in den Innenbereich gekotzt.“

Da freut man sich doch, wenn man so auf der Arbeit begrüßt wird. Noch total verschlafen um 6 Uhr die Bahn nach Frankfurt genommen, um dann in der Oper Kotze wegzuwischen. Das Leben als Student ist hart, wenn man Geld braucht.

Beschweren darf ich mich eigentlich nicht. Glücklicherweise habe ich einen Job gefunden, den ich wirklich gerne mache. In der Oper Frankfurt zu arbeiten ist wirklich ein Spaß und man geht jedes Mal mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Viele andere Menschen können das von ihren Jobs nicht behaupten. Egal ob in der Oper, im Schauspiel oder in den Kammerspielen, die Atmosphäre ist locker und die Kollegen sehr umgänglich. Das Publikum ist meistens bunt gemischt. Von jung bis alt, von geizig bis sehr großzügig und von höflich bis unhöflich.

Da der Job auf 450 Euro Basis ist, freut man sich natürlich über das ein oder andere Trinkgeld. Da gibt es dann Menschen, die ihre Mäntel aus echtem Pelz bei uns abgeben und dann ganz spendabel 10 Cent über den Tresen schieben und uns zuzwinkern, als hätten sie uns gerade 10 Euro geschenkt. Höflichkeitsfloskeln helfen oftmals nach kurzer Zeit nicht mehr weiter. Wenn nach dem dritten „Könnten Sie bitte Ihr Sandwich nicht mit in die Oper nehmen?“ die Gäste immer noch in der Oper picknicken, muss ein anderer Ton angeschlagen werden.  Auch Telefonate oder Fotos mit Blitz mitten im Stück sind keine Seltenheit mehr.

Als Angestellte in der Oper wird man für alles verantwortlich gemacht:

Das Stück ist zu lang? – wir sind verantwortlich

Die Bahn kommt mal wieder zu spät? – Natürlich sind wir verantwortlich

Das Stück ist nicht nach dem Geschmack des Publikums? – Auch da sind wir dran schuld

Bei diesen Anschuldigungen lernt man hübsch zu lächeln und elegant wegzuhören, damit man den Leuten nicht ordentlich die Meinung geigt. Hilft übrigens auch in vielen anderen Lebenslagen.

Peter Pan im Schauspiel

Peter Pan im Schauspiel

Kinder sind in den meisten Fällen umgänglicher als Erwachsene. Meine absoluten Highlights sind deswegen die Kindervorstellungen jede Woche. Wenn nach und nach die Klassen eintrudeln und man bei jeder aufs Neue anfängt zu erklären, wie das jetzt genau abläuft und dann bei jeder Klasse nochmal zusätzlich erwähnt „Nein, nein. Die Taschen kommen vor den Tresen. Nein die Jacken werden nicht auf den Boden geworfen!“ Aber wenn dann alle auf ihren Plätzen sitzen und auch das letzte Erbrochene weggewischt wurde, beginnt die entspannte Zeit.

In der Gleitzeit erkennt man, wer studiert und wer nicht. Die Vollzeit angestellten gehen erstmal frühstücken und gemütlich eine rauchen. Währenddessen rennen die Studenten zu ihren Rucksäcken und holen Laptop, Texte und Bücher raus. Dann wird im großen Stil gelernt – meistens jedenfalls. Wenn nicht gerade die beste Freundin den selben Dienst hat. Diese anderthalb Stunden freie Zeit müssen so gut wie möglich genutzt werden. Der Traum aller Studenten, wenn man fürs Lernen bezahlt wird.

Wenn dann nach der Vorstellung 600 Kinder auf mich zu gerannt kommen, verfalle ich meistens in eine Schockstarre. Anschließend muss man sich erstmal sammeln, um dann 600 Jacken zu verteilen und verlorene Rucksäcke zu finden.  Oftmals wird dabei die Garderobe von den Kindern erobert. Dann sind sie links, rechts, hinten bei den Jackenstangen, einfach überall. Natürlich nur nicht da wo sie sein sollten – bei ihren Jacken.

Wenn man dann beim Feierabendschoppen sitzt, ist jedes Drama wieder vergessen und alle witzigen Geschichten werden nochmal erzählt. Alles in allem ist das Arbeiten während dem Studium längst nicht so schlimm, wie ich mir das vorgestellt habe. Ein paar Stunden hat man immer übrig und das Geld ist wirklich gut zu gebrauchen, damit man am Ende des Monats nicht nur von Wasser und Brot leben muss.

Also wer einen Job sucht, probiert es doch mal im Theater.