Archiv der Kategorie: Musik

Ein Meisterwerk: „La La Land“

Mit 14 (!) Nominierungen gilt er als heißester Favorit der diesjährigen Oscars: Damien Chazelles „La La Land“ begeistert Publikum und Kritiker gleichermaßen. Dabei ist es erst die dritte Regiearbeit des Regisseurs, der 2014 mit „Whiplash“ bereits drei Auszeichnungen der Academy einheimsen konnte. Die Internet Movie Database führt den Film sogar schon auf Rang 34 der besten Filme aller Zeiten.

Bei „La La Land“ handelt es sich kurz gesagt um ein Filmmusical über Musik und Film. In Hollywood (wie der Titel schon vermuten lässt) begegnen sich die aufstrebende aber erfolglose Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der leidenschaftliche Pianist Sebastian (Ryan Gosling) der von einem eigenen Jazzclub träumt, sich aber mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Die Handlung zeigt zum einen die Entwicklung der Beziehung der beiden Protagonisten, zum anderen wie beide ihre jeweiligen Träume verfolgen. Im Hintergrund vieler Szenen offenbart Chazelle zudem den Schein und Sein der „City of Stars“.

Eine ganz normale Liebesschnulze also – könnte man meinen! Was aber Emma Stone und Ryan Gosling aus ihren Rollen herausspielen, wie die Chemie zwischen den beiden förmlich greifbar wird und wie mitreißend die Geschichte erzählt wird, lässt die*en Zuschauer*in schlichtweg staunend im Kinositz zurück. Regissseur Chazelle zeigt, wie schon in „Whiplash“, dass Musik nicht nur Mittel zur Untermalung, sondern der eigentliche Star des Films sein kann.

Was einen Film letztlich auszeichnet ist vor allem die Fähigkeit das Publikum mitzureißen. Und das gelingt „La La Land“ auf voller Linie: Er rührt zu Tränen, fühlt sich an wie eine romantisch-melancholische Träumerei und will er lustig sein, bekommt sich das Publikum vor Lachen kaum wieder ein. Und dabei bleibt er in jedem Moment unvorhersehbar.

Auch handwerklich gibt es nicht das Geringste auszusetzen. Besonders fällt der herausragende, symbiotisch mit der Musik verbundene Schnitt auf, der trotzdem lange, anspruchsvolle Kamerafahrten und ungeschnittene Sequenzen zulässt. Genauso wie Protagonist Sebastian den traditionellen Jazz verehrt, setzt auch Chazelle gekonnt auf altmodische, fast vergessene Elemente wie Überblenden. Tatsächlich lässt sich die Faszination dieses Kunstwerks kaum in Worte fassen.

Vor allela-la-landm die Musik ist geradezu begeisternd! Gosling wirkt am Klavier so sehr in seinem Element, dass man meinen könnte, er habe nie etwas Anderes getan. Abgedeckt wird dabei nicht nur Chazelles Spezialgebiet – der Jazz, allerdings überzeugt er grade dabei doch besonders. So sehr sogar, dass manch ein*e Zuschauer*in womöglich ihre*seine Liebe zum Free Jazz entdecken wird.

Wem also ist dieser Film zu empfehlen? Für jeden Musicalfan ist „La La Land“ auf jeden Fall ein Muss. Genauso für Fans von Emma Stone oder Ryan Gosling. Außerdem für jede*n Jazzliebhaber*in, jede*n, die*en die „City of Stars“ fasziniert, jede*n Schauspielbegeisterte*n und insgesamt jede*n die*er eine Leidenschaft für irgendetwas empfindet. Kurz gesagt: Niemand sollte sich dieses Meisterwerk entgehen lassen! Chazelle hat mit „La La Land“ einen Film für die Ewigkeit geschaffen für das ich nicht weniger als 10 von 10 möglichen Punkten vergeben kann.

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„Es ist eine andere Welt.“

Ballett: Zwischen Hochleistungssport und Kunst, zwischen blutigen Füßen und Eleganz

sarah

Nach dem Abitur Studieren oder doch ein Auslandsjahr? Diese Frage stellt sich nicht jedem.
Sarah Altherr hat vor zwei Jahren parallel zum Abitur  ihre Ausbildung zur Balletttänzerin abgeschlossen. Sie berichtet vom etwas anderen Lebensweg.
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„Sie sind überall und umkreisen mich“-ein Besuch bei den Kannibalen

Es ist der 20.01.2017, der Tag, an dem ich mich mit drei Freunden auf den Weg zu einem Konzert von Kannibalen mache. Genauer gesagt: Es geht zu KIZ, den Kannibalen in Zivil. Die Jungs Tarek, Maxim, Nico und ihr DJ, alle vier geliebt und gefürchtet für ihren satirischen Hip-Hop-Rap, geben ein Zusatzkonzert. Anlässlich ihrer Tour „Hurra, die Welt geht immernoch unter“ zieht es sie in die Stadthalle nach Offenbach.

Aliengehirn und Zwergkanninchen-ein langer Weg zu den Kannibalen

Die Zugverbindung von Mainz nach Offenbach dauert ohne Umstieg circa eine Stunde.
Wer seine Konzertkarten für knapp 35€ bei Eventim () gekauft hat, der kann sich über eine kostenlose An-und Abreise am Tag des Events freuen (Vorausgesetzt, man liest das Kleingedruckte auf den Karten.) Nachdem wir die Deutsche Bahn unterstützt haben, kommen wir schließlich am Marktplatz in Offenbach an. Wir treffen Menschen, die den gleichen Weg wie wir vor uns haben und nutzen den Supermarkt Rewe, um uns für den Weg zur Stadthalle einzudecken. Ich bin begeistert vom Tomatenangebot und erstatte eine seltsam geformte Tomate, die wir liebevoll „Aliengehirn“ nennen.
Der Fußweg vom Bahnhof zur Stadthalle dauert dreißig Minuten und führt an diversen Tierhandlungen mit süßen Zwerkanninchen vorbei. Zum Glück gibt es Google Maps und einen Menschen mit vollem Datenvolumen, denn keinerlei Wegschilder weisen uns den Weg zu KIZ. Immerhin, man muss nirgendwo abbiegen sondern läuft der Nase nach zur Stadthallen, falls, wie gestern, alle Buslinien streiken.

„Soll ich hier vor die Bühne pinkeln?“ „Klar, mach doch“

Vor der Stadthalle finden wir glücklicherweise keine Riesenschlange vor und kommen nach Vorzeigen des Tickets und einer kurzen Taschenkontrolle schnell in die Halle. Die Garderobe kostet 1,50€. Sowohl dort, als auch vor der Toilette sieht man keine Riesenschlange.
Die Riesenschlange ist im eigentlichen Konzertraum. Sie hat blondgefärbte Haare und trägt einen Nasenpiercing. Noch vor dem Konzert lässt sie keinen Menschen vorbei und beschwert sich, wenn Konzertbesucher sich an ihr vorbeidrängen, um auf die Toilette zu gehen. Dabei ist der Konzertsaal nicht einmal allzu voll und viele KIZ Fans sitzen auf bereitgestellten Stühlen.
Die Infrastruktur in der Stadthalle ist theoretisch ideal, leider kann man mit der Höflichkeit der Fans nicht immer rechnen. Dazu später mehr.

Der Papst reist an

Pünktlich um 19 Uhr beginnt die Vorgruppe Audio 88 und Yassin mit ihrer Show. Die Artists sind als kirchliche Oberhäupter wie Papst und Bischof verkleidet und unterhalten das Publikum mit Songs, die alle mitsingen können. Die Kostüme passen zu ihrem aktuellen Hit „Halleluja“ und stimmen die Menge, die offenbar nicht streng katholisch ist, ein.
Nach einer viertelstündigen Pause nach den Kirchenleuten sind sie schließlich da, die Kannibalen.

Hier eine kleine Songauswahl der Vorgruppe:
„Halleluja“
„Schellen“
„Asia Box“

Mein erster Moshpit

Zugegeben muss man sagen, dass Konzerte nicht der Ort sind, den man aufsuchen sollte, wenn man klaustrophobisch veranlagt ist. Wenn die Stimmung bei Audio 88 und Yassin schon brodelte, kocht sie über bei der Ankunft von KIZ. Vier riesige Statuen der Band stehen auf der Bühne, vornedran ihre menschlichen Versionen. Währen ich versuche, das simple und beeindruckende Bühnenbild auf mich wirken zu lassen und gerade anfangen will, die erste Line mitzurappen, springt mir ein Fremder ins Kreuz. Ich drehe mich um und sehe, dass ich umringt von einigen Leuten bin, die sich anrempeln. Sie sind überall und umkreisen mich. Ich denke mir: „Gut, das ist also ein Moshpit, du rempelst mal zurück.“ Ich habe den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da hüpft ein übergewichtiger Mann ohne T-Shirt auf mich zu. „Urlaub fürs Gehirn“- der Song, der gerade gespielt wird, spiegelt meine geistige Lage. Ich hüpfe ihm entgegen und habe das Gefühl wie Harry Potter gegen eine Wand zu laufen. Leider lande ich nicht am Gleis 9 ¾ sondern auf dem Boden. Der Hänkel meiner Handtasche ist gerissen und Leute trampeln darauf herum. Ich habe das Gefühl, dass gleich noch eine wichtige Sehne von mir reißt und ich krabbel auf dem Boden, um meine Tasche zu suchen. Nun gut, jetzt ist die Tasche ja schon hinüber, dann kann ich ja auch weitermachen.“Spast“, das ist der nächste Song. Ja, ich weiß, auch mit diesem Song kann ich mich im Moment identifizieren. Ich halte meine Tasche in den Händen und springe gegen fremde Menschen.

Hier eine Auswahl an Songs, die KIZ gespielt hat:
„Urlaub fürs Gehirn“
„Spast“
„Geld essen“
„Verrückt nach dir“
„Hurra, die Welt geht unter“
„Boom, Boom, Boom“
„Kannibalenlied“
„Wir“
„Käfigbett“

Nackte Frauen, Terroristen und ein Baby

Wie schon erwähnt stehen während dem gesamten Auftritt vier Statuen der Rapper im Hintergrund.
Zum „Kannibalenlied“ treten vier weitere Männer auf die Bühne, die Plastikkanonen in den Händen halten und aussehen, als würden sie gleich die Halle sprengen. Angesichts der zeitigen Lage ist diese Inszenierung sehr, fast schon zu provokant. Vielleicht ist dies aber auch die Taktik, die KIZ ausmacht.
Beim Song „Käfigbett“ werden überdimensionale gespreizte Beine einer Frau aus Pappe aufgebaut. Einer der Rapper trägt eine Windel und ist mit Blut verschmiert, quasi wie ein Säugling der gerade auf die Welt kommt.
Während des Konzerts ertönen des Öfteren Kanonengeschosse und orange-weiße Fäden regnen von der Decke.
Die Rapper verhalten sich so, als seien sie unter Freunden und nicht unter Fans: Nico, einer der Rapper, steckt sich mehrfach Zigaretten trotz des Rauchverbotes an und kippt Bier und Sekt in die Menge. Auch sagt er: „Ich will im Moshpit endlich mal Verletzte sehen.“ Ich kann nur hoffen, dass diese Bitte ein schlechter Scherz ist und eine ungünstige Formulierung für : „Ihr dürft ruhig ein bisschen wilder sein.“ Glücklicherweise kommt es nicht zu Verletzten.
Von Seiten der Zuschauer regnet es Bier und es riecht vermehrt nach Marihuana. Man bekommt das Gefühl, als wollen sie die Zuschauer der Gesetzlosigkeit des Konzertes anpassen.
Nun gut, Geschmäcker sind verschieden, aber eins muss man festhalten: KIZ hat keine Show gemacht, um ihren Auftritt besonders zu machen, Provokanz macht sie aus und das spiegeln sie auch in ihrem Bühnenbild und ihren Fans wider.

Die Jan Böhmermann Krise

Sind KIZ wirklich durch und durch Rebellen? Jein. Tarek von KIZ entschuldigte sich offiziell bei den Gästen für eine Phrase, die er auf einem vergangenen Konzert gesagt habe.
Er bezeichnete Jan Böhmermann, den Satiriker, als pädophil. Diese Aussage nimmt Tarek zurück.
Leider wird seine Entschuldigung etwas entschärft. Beim Song „Hurra, die Welt geht unter“ rappt er anstelle „Die Kinder gruseln sich, denn ich erzähle vom Papst“: „Die Kinder gruseln sich, denn ich erzähle von Jan Böhmermann“.
Gut, ob es jetzt schlimmer ist, den Papst oder einen ZDF Moderator zu beleidigen, das kann jetzt jeder für sich selbst entscheiden.

Alles hat ein Ende, nur die Schlange hat keins

Nach dem dreistündigen Konzert mit etlichen Zugaben, unter anderem mit dem Papst (von Audio 88), drängte sich die Menge zu den Garderoben. Ein Securitymann steht Spalier vor der Tür zur Garderobe und lässt eine geringe Anzahl von Leuten in den Raum. Die Konsequenz: Menschen stehen dicht gedrängt aneinander und drücken in Richtung Tür. Ich muss sagen, diese Erfahrung war schlimmer als im Moshpit. Hiermit appelliere ich offiziell an die Vernunft von einigen Konzertbesuchern: Es geht nicht schneller, wenn man sich beschimpft, anrempelt oder schubst. Die Veranstalter haben ein System vorgegeben, aber ein System ist nutzlos, wenn es nicht angenommen wird.
Leider muss ich aber auch die Veranstalter kritisieren. Ein Wasser für 5 € zu verlangen grenzt an einer Unverschämtheit. Allerdings kann man sich über frisch belegte Brötchen freuen, wenn man nach dem Konzert noch ein bisschen Hunger hat.

Bin ich zum Partypatriot geworden?

Alles in allem kann ich sagen, dass ich mit dem Auftritt von KIZ sehr zufrieden war. Sie haben sich genauso gezeigt, wie ihre Songs sind: frech, ehrlich, talentiert und lustig.
Ich würde ein KIZ Konzert nur den Leuten empfehlen, die keine Berührungsängste haben und sich nicht über jeden Vekalausdruck aufregen. Nehmt nicht alle Aussagen zu ernst und fühlt euch persönlich angegriffen. Dass KIZ ihre Fans am Herzen liegen, erkennt man schon daran, dass sie uns keine Minute haben warten lassen und pünktlich mit der Show begonnen haben. Hart aber herzlich-so würde ich die Jungs beschreiben.Wer nicht unbedingt Teil eines Moshpits sein möchte, sucht sich am besten einen Sitzplatz oder einen Stehplatz am Rand.
Nach dem Konzert postet KIZ folgendes Statement auf Instagram: „Offenbach, das war ganz in Ordnung“.

Danke, Jungs, für diese Erfahrung. Ich fand euch mehr als in Ordnung.

Lava Lamp

„Wir wollen den Zuhörern das Gefühl geben, als beiße man in das wohl beste Stück Sahnetorte der Welt“

Auf und ab treibt er, verliert den Boden unter den Füßen, weiß nicht mehr, wo oben und unten ist. So schwebt der Astronaut, schwerelos wie im All, zwischen pinkfarbenen Blasen in einer Lavalampe.

Seit Anfang des Monats ist sie raus, die erste EP von Punchcream, der Pop-Funk Band aus Mannheim. Punchcream, das sind De Luggas, Simon, Robin, Simon und Cedric.

Angesteckt von der guten Laune, die die fünf Jungs auf den Bühnen verbreiten, begeisterten sie nicht nur ihre etablierte Fanbase, sondern auch die Jurys auf Contests wie am Spring Fever Young Talents Wettbewerb in Koblenz und belegten den 1. Platz. Jetzt, vom ‚Bandsupport Mannheim‘ der Stadt Mannheim und der Popakademie Baden-Württemberg professionell gecoacht, ist sie endlich da: Lava Lamp. Weiterlesen

Songempfehlung: Ed Sheeran+×÷Shape of You

Endlich ist es wieder soweit! Das Jahr 2017 ist nicht einmal sechs Tage alt und Ed Sheeran überrascht uns mit einem unglaublichen Song, welcher einem nicht mehr aus dem Kopf geht.

Clicke auf Play, lehne dich zurück und genieße die Musik, denn der Song beginnt mit ganz sanften Tönen und Gitarrenspiel – perfekt, um eine kleine Auszeit von der Außenwelt zu nehmen. Nach nur wenigen Sekunden fängt Ed endlich an zu singen und es formt sich der Gedanke, dass das neue Jahr wenigstens so wunderschön melodisch begonnen hat. Nicht nur zeichnet sich Ed mit seiner sanften und zugleich mächtigen Stimme aus, sondern auch seine Lyrik spiegelt dies wieder.  Er singt von der Begegnung mit einer zunächst unbekannten Frau und wie er sich nicht nur in ihre Persönlichkeit verliebt, sondern sich auch in ihren Körper verliebt hat. Der Fokus im Song bleibt beim Körper der Frau, was auch im Refrain deutlich wird.

Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass die Frau und ihr Körper im Song nicht als bloßes Objekt dargestellt und degradiert werden, sondern ganz im Gegenteil, dass er die Frau im Song in allem, was sie ausmacht liebt und auch gerne ihre Liebe hätte. Dieses Bild entsteht auch dadurch, dass Sheeran während des Songs die Perspektiven alterniert, nämlich einmal die Stimme der Frau übernimmt und dann die des Mannes. So entsteht ein Hin und Her, eine wechselwirkende spielerische Konversation, die die Zuhörer zum träumerische Seufzen bringt.

Des Weiteren wirken seine Worte echt und ehrlich und wie bei jedem seiner Songs, wissen seine Fans, dass sie einen kleinen Blick in seine Gedanken bekommen. Es folgt jedes Mal nach dem Zuhören, zu einem die Erkenntnis, was für ein besonderer Ort es in seinem Kopf sein muss und zum anderen, eine gewisse Ehrfurcht vor ihm und die Transformation seiner persönlichen Erlebnisse in bewegende Musik.

„Shape of You“ aus Ed Sheerans neuen Album „Divide“ (erscheint am 3. März) ist ein bittersüßer Ohrwurm, in dem nicht nur die Melodik und die Töne miteinander harmonieren, sondern auch die wunderschönen Worte, mit denen Ed Sheeran nicht nur mich, sondern auch viele andere Millionen in den ersten Tagen der Veröffentlichung verzaubert hat.

Link zu Ed Sheerans Facebook-Seite:

https://www.facebook.com/EdSheeranMusic

Elbphilharmonie offiziell eröffnet!

Hamburg präsentiert den teuersten Konzertsaal der Welt.

Hamburg, 11.01.2017. Nach zehnjähriger Bauzeit ist die Hamburger Elbphilharmonie am Mittwoch Abend mit 2100 eingeladenen Gästen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, sowie Bundespräsident Joachim Gauck, eröffnet worden. Die gesamten Kosten für das Konzerthaus beliefen sich auf knapp 800 Millionen Euro, weshalb es seit Jahren strittig war, ob dieser Bau eine wirkliche Investition für die Hansestadt wäre. Doch die Streitigkeiten schienen an dem Abend durch das Musikerlebnis wie erloschen. Bundespräsident Gauck sagte, er könnte sich vorstellen, dass sie „das Wahrzeichen einer weltoffenen, vielfältigen Metropole – und ein Juwel der Kulturnation Deutschland“ werden könne. Der Abend begann mit einem Festakt und anschließend mit einem Konzert. Das Eröffnungskonzert durfte das NDR Elbphilharmonie Orchester, der NDR Chor und der Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung des Chefdirigenten Thomas Hengelbrock geben. Motto des Abends war Zum Raum wird hier die Zeit nach Richard Wagner und umfasste Kompositionen von der Renaissance bis in die Gegenwart. Das Programm wurde mit dem Finalsatz aus Beethovens 9. Sinfonie und dessen Schlusschor Freude schöner Götterfunken abgeschlossen.

Deutscher Rap-eine Frage der Intelligenz oder der Dummheit? -So asozial muss man sein

08.01.2017

Alle Deutsch Rap-Hörer werden früher oder später auf sie stoßen: Begriffe, die, wenn man sie im Alltag verwendet, nicht selten zu einer Strafanzeige wegen Beleidigung führen.
Die Künstler selbst sind davor auch nicht geschützt. Der Berliner Rapper Bushido kann selbst ein Lied davon singen (oder rappen). Er wurde wegen dem Song „Stress ohne Grund“ im Jahr 2014 wegen Volksverhetzung angezeigt. Gewaltfantasien und schwulenfeindliche Parolen wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien kritisiert (Lyrics zu „Stress ohne Grund“ unter: http://www.lyricsmania.com/stress_ohne_grund_lyrics_bushido.html).
Sido verteidigt Bushido in einer Talkshow von Markus Lanz am 24.11.2014: Bushidos Beleidigungen seien „ganz normales Geschimpfe“ (Talkshow ersichtlich unter: https://www.youtube.com/watch?v=jOolAfjv3xg). Trotzdem entschuldigte sich Bushido für seine Worte.
Die Frage, die dabei aufkommt ist: Ist es korrekt eine Kunstform zu kritisieren und sind alle Beleidigungen so gemeint, wie sie ausgesprochen werden?

Rap macht es uns nicht leicht

Zugegeben, machen es uns Vertreter des Deutschen Raps nicht leicht, ihn als moralisch wertvoll zu betrachten.
Die Rapgruppe „Trailerpark“ veranstaltete beispielsweise eine Ü 18- Show. Dort wurden unter anderem Prostituierte zur Schau gestellt, die mit Zuschauern Livesex auf der Bühne hatten. Des Weiteren fanden Liveactst statt, die weit in die Fetischszene der Pornografie hineinreichen. Videos zu der Show sind nur auf Pornoseiten ersichtlich (diese werden hier nicht verlinkt).
Der Rapper Bushido machte zudem Schlagzeilen wegen Körperverletzung an seiner Ehefrau.
Der Künstlername des Rappers Sido (Superintelligentes Drogenopfer) spricht für sich.
All diese Attribute einiger deutscher Rapper führen zu einem vornherein negativ konnotierten Bild des Deutschen Raps. Doch was haben die Skandale mit der eigentlichen Musik zu tun?
Nichts.

Rap ist Bildung

Um ehrlich zu sein, ist an manchen Parolen des Deutschen Raps kein weiterführender Hintergrund zu sehen. Die Line „Ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz“ (aus „Stress ohne Grund“) ist eine klare Beleidigung, die nicht rechtens ist und nicht gerechtfertigt werden darf.
Analog dazu sollte jede Form von Gewalt verurteilt werden, insbesondere dann, wenn sie in der Realität stattfindet und im Rap genauso gemeint ist, wie sie ausgesprochen wird.
Darin befindet sich der Knackpunkt des Raps: Man muss jede Line hinterfragen und zwischen den Zeilen lesen.
Die Band KIZ ist ebenfalls bekannt für sexistische und provokante Texte voll schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Zynismus. Doch sie nutzen diese Kombination aus Stilmitteln um Kritik an der Gesellschaft auszuüben, die auf großflächigen Anklang trifft.
Mit der Line „Ihr Partypatrioten seid nur weniger konsequent als diese Hakenkreuzidioten“ kritisiert KIZ nicht nur Rechtsradikale, sondern auch die Gesellschaftsschicht, die rechtsradikales Gedankengut hat und zu feige ist, offen dazu zu stehen.
In dem Video zum Song „Geld essen“ strippt unter anderem eine Frau in einer KIZ Uniform, die an die Uniform der SS angelehnt ist.
Dabei ist KIZ nicht frauenfeindlich. Sie machen nur darauf aufmerksam, dass die Nationalsozialisten es waren.
Zudem sind manche „Frauenfeindlichkeiten“ Kritik an übersteigertem Feminismus.
KC-Rebel rappt in seinem Song „Anhörung“: „Zu viele Männer haben an Frauen ihren Stolz verkauft.“
Des Weiteren ist die Inszenierung eines Raps oft missverständlich: Mo Trip rappt in seinem Song „Triptheorie“ über die drogenhaftige Verbreitung des Raps. Im Musikvideo hat er die Rolle des Dealers inne, der in einer Drogen verschickt, umringt von Models in Unterwäsche
Man warf ihm Verherrlichung von Drogen vor, dabei handelte es sich bei dem Video um eine Metapher.

Ihr seid cool, aber nicht kühl – das Prinzip der erregten Teekanne

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Durch metaphorische Darstellungen wie bei „Triptheorie“ wird klar, welche Rolle Rapper in ihrem Beruf haben: Sie sind moderne Dichter. Beim Rappen wandeln sie ihre Gedichte in Sprechgesang um. Dies gelingt ihnen mit Stilmitteln, die schon Goethe, Schiller und viele mehr verwendet haben.
„Nach der Morgenröte kam das Tagesgelb
in der Nacht warn wir blauer als die Farbe selbst,
jetzt ist alle monochrom,
der Mensch ist elektrisch,
seit du weg bist,
bin ich ohne Strom.“
Diese Lines stammen vom Rapper Prinz Pi aus dem Song „Laura“. Was er darstellen möchte, ist logisch: Leere, Sehnsucht und Einsamkeit. Doch macht er Gebrauch von Metaphern und verleiht dadurch dem Rap Lebendigkeit.
Auf seine Weise macht dies auch Bushido mit einem Wortspiel:
Er rappt „ Ich bin Asi, aber dein Gesicht ist asy-mmetrisch“ (aus „Stress ohne Grund“).
Allgemein muss man daher feststellen, dass sich der Aufwand der Rapschreibung schlichtweg nicht lohnen würde, wenn Rapper nur „pöbeln“ und beleidigen wollten.
Zudem muss man sagen, dass Begriffe, die homosexuellenfeindlich oder frauenfeindlich scheinen, oft mit einer anderen Bedeutung konnotiert sind.
Man kann dieses Phänomen mit den Begriffen „cool“ oder „geil“ vergleichen.
„Cool“ wird in unserer Gesellschaft nicht als „kalt“ aufgefasst, man bezeichnet etwas als cool, wenn es hip ist. Zudem meint man mit der Bezeichnung „Das ist aber eine geile Teekanne“ nicht, dass die Teekanne sexuell erregt ist, sondern dass sie schön anzusehen ist.
Leider wird im Rap anstelle der Begriffe „geil“ und „cool“ häufig Wörter verwendet, die sich gegen Minderheiten richten und Negatives konnotieren sollen, sodass es zu Missverständnissen kommt.
Dazu muss hinzugefügt werden, dass hinter jedem Dichter (und Rapper) eine Privatperson steht.
Rapper haben fast immer Künstlernamen und sind Kunstfiguren. Die Einstellungen der Kunstfigur sind nicht immer deckungsgleich mit den Einstellungen der Menschen.

„Es liegt an eurem geistigen Fassungsvermögen, wenn ihr bei KIZ nicht lacht, ihr Amöben“ (aus
„ Wir“ von KIZ)

Some amoebas like this one form shells. Shell is composed of bits of rock (sand), diatom shells, and other debris. Live specimen. Wet mount, 40X objective, transmitted brightfield illumination. Note - motion blur of live animal, very shallow depth of field, chromatic aberration and uneven focus are inherent in light microscopy.

Letzten Endes muss man feststellen, dass viele Rap eine Form des Entertainments ist.
Wer in dieser Branche tätig ist, möchte Massen mitreißen und sie unterhalten.
Dabei helfen natürlich Hits, die polarisieren. Beispielhaft sind dabei Hits wie „F*** dein Abitur“ von Metrickz oder „F*** die Uni“ von Antilopengang.
Zuhörer vertreten die Einstellung des Songs meist nur situationsbedingt und erreichen durch den Rap eine Bestätigung ihres Grolls. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie deswegen aufhören zu studieren oder zu lernen.
Sollte dies der Fall sein, kann man nicht den Rap dafür verantwortlich machen. Denn wer gebildet ist, wird wegen eines Songs nicht seine Zukunft gefährden. Umgekehrt ist es nicht die Schuld des Rappers, wenn ihnen die Worte im Mund herumgedreht werden.
Damit ist bewiesen, dass Rapverständis den Intellekt des Zuhörers bedarf.

Und falls es doch mal eng wird: „Unter den Pflastersteinen wartet der Sandstrand,
wenn nicht mit Rap,
dann mit der Pumpgun.“ (aus „Hurra, die Welt geht unter“ von KIZ)

Ankündigung

Am 20.Januar 2017 findet ein Konzert von KIZ der Tour „Hurra, die Welt geht unter“ in Offenbach statt. Dort möchte ich zurechnungsfähige Zuschauer befragen, ob sie sich mit den Texten der Band auseinander gesetzt haben und um die Satirehaftigkeit dieser wissen. Zudem schaue ich mir die Inszenierung von KIZ an und überprüfe, ob diese von den eigentlichen Texten ablenkt.
Fotos wird es auch geben, falls mein Handy (und meine Knochen) den Moshpit überleben.
Dazu folgt ein Bericht auf dem Blog des Seminars.