Archiv der Kategorie: Literatur

Ohrfeige, Origami und Orangenkuchen – Ein Tag auf der Mainzer Büchermesse

Das Publikum wartet geduldig, bis Khider in ihrer Mitte Platz nimmt. Er schaut sich die Zuhörer an, die ihn umrunden und fängt schließlich anzu sprechen. Seine Stimme ertönt laut und deutlich über das Mikrofon. Lediglich der irakische Akzent führt hin und wieder zu einem kurzen Stocken. Die Zuschauer scheint es nicht zu stören, alle hören gebannt zu.  

Abbas Khider hat am Samstag den 18.November 2017 im Rahmen der Mainzer Büchermesser aus seinem Roman „Ohrfeige“ gelesen. Weiterlesen

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Rupi Kaur zwischen Tabu und Trend – Poesie als aufstrebende Popkultur

Rupi Kaur. Der Pop-Star unter den zeitgenössischen Dichtern. Ihre Lesungen werden ähnlich wie Konzerte in großen Sälen abgehalten und sind innerhalb von ein paar Minuten restlos ausverkauft.

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Die durch soziale Medien bekannt gewordene Rupi Kaur hat ihr zweites Buch the sun and her flowers herausgebracht und damit ihre nach Lyrik lechzenden Leser befriedigt. Wie auch in Kaur’s erstem Werk milk and honey nimmt sie ihre Leser mit auf eine Reise von Verlust, Findung und Auferstehung eines Selbst über die Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln hin zum Wachstum und Heilen der eigenen Seele. Thematisch spricht die 25-jährige viel über Liebe und deren Zerbrechen, emotionalen und physischen Missbrauch sowie Selbstliebe und Selbstbewusstsein.

Die Kanadierin mit indischen Wurzeln ist eine, die es durch ihren Erfolg auf dem sozialen Netzwerk instagram, zu den ganz großen Autorinnen geschafft hat. Weiterlesen

Eine Geschichte vom Leben

Es ist Nachmittag und ich sitze in einem Zug.
Draußen ist es noch hell, aber der Himmel ist grau. Ich schaue aus dem Fenster. Alles zieht in einer rasenden Geschwindigkeit an mir vorbei. Ich sehe einen Streifen. Einen Streifen aus flackernd ineinander übergehenden Farben. Nichts hat Struktur, doch ich starre weiter aus dem Fenster, als gäbe es dort etwas interessantes zu sehen. Menschen verlassen den Zug und neue steigen hinzu. Ein leichter Windhauch streift jedes mal meinen Arm wenn die Tür sich öffnet. In mir macht sich ein Gefühl der Schwere breit. Der Zug fährt weiter, das Gefühl lässt nach. Es ist stickig im Zug. Die Luft steht. Es ist wenig los, der Platz neben mir ist frei. Ich bin hier alleine und ich weiß nicht wo es hin geht. Dies ist eine Reise ohne Ziel, denn wo soll man hingehen, wenn man nirgends hingehört. Es wird immer dunkler. regentropenDicke Wolken hängen traurig vom Himmel. Es beginnt zu regnen. Erst nur ganz leicht. Einzelne Tropfen verirren sich auf die Fensterscheibe. Dann immer stärker. Der Fahrtwind bringt die Tropfen von ihrem eigentlich Weg ab. Im Augenwinkel kann ich sehen wie einige von ihnen mein Blickfeld langsam verlassen. Der Zug hält. Ich starre auf die Fensterscheibe. Ein Tropfen beginnt seinen Weg vom oberen Fensterrand nach unten. Langsam zieht er eine dünne Wasserspur hinter sich her, bis ein anderer Tropfen kommt und diese überdeckt. Es gibt nichts, was dieser Tropfen dauerhaft hinterlässt. Das Schauspiel an der Scheibe gefällt mir. Jeder Wassertropfen kommt mit einer rasenden Geschwindigkeit vom Himmel gefallen und beginnt seinen Weg alleine, bis er durch Zufall auf einen anderen trifft. Zusammen mit diesem nimmt er dann seinen Weg fort, bis er am unteren Rand des Fensters ankommt und verschwindet. Was danach aus ihm wird kann ich nicht sehen. Das kann niemand sehen. So ist das auch mit dem Leben.
Es ist Abend und ich sitze in einem Zug.

Weihnachtsempfehlungen: Die vier besten Bücher zur Winterzeit

Ach, die Weihnachtszeit. Die schönste Zeit – besonders für Bücherwürmer, die sich endlich in ihre Höhlen verkriechen und mit atemberaubenden Büchern die magischen Festtage verbringen können. Am prasselnden Feuer, mit einer Tasse heißer Schokolade, unter einer kuschelig-weichen Decke und mit einem Buch…Was kann es noch Entspannteres geben? Gehören Sie selbst zu der Gruppe der selbsternannten Bücherwürmer? Oder kennen Sie jemanden, der Ihnen nahesteht und den Winter gerne so verbringen würde? Dann sind Sie genau richtig hier, denn mit diesen Büchern machen Sie jedem Leser die größte Freude zu Weihnachten.

Für die besonders Romantischen ist „Die Liebenden von Leningrad“ von Paullina Simons genau das Richtige. Die junge Tatiana begegnet im Sommer 1941 auf den Straßen von LeningradDie Liebenden von Leningrad von Paullina Simons der Liebe ihres Lebens Alexander, einem sowjetischen Offizier. So eine leidenschaftliche Liebe wäre für jeden ein Segen– doch wie kann etwas so Wertvolles gefährliche Geheimnisse, Hungersnot, Krieg und den Tod überstehen? Ein historischer Roman, der zudem auch die Schrecken des zweiten Weltkrieges aufzeigt und ihre Auswirkung auf die damalige Sowjetunion. Mit fesselnder Prosa und Leidenschaft kommt der Leser von der ersten Seite an in einen Lesefluss und hört nicht auf zu lesen, bis zum Ende. Machen Sie sich bereit für eine emotionale Achterbahn und viele schlaflose Nächte, denn dieser Roman lässt einen sogar nach dem Ende nicht los!

„Ein menschlicher Körper beginnt fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen. Der Körper, einst die Hülle des Lebens, macht nun die letzte Metamorphose durch. Er beginnt sich selbst zu verdauen.“

Na, wurde Ihre Aufmerksamkeit erweckt? Gut, denn dieser Thriller ist nichts für schwache Nerve978-3-499-24197-0n. Mit diesen Worten beginnt „Die Chemie des Todes“ von Simon Beckett und handelt von David Hunter, dem besten forensischen Anthropologen Englands. Jedenfalls ist er das einmal gewesen, bis ein tragischer Unfall sein Leben für immer veränderte. Um dem Tod zu entfliehen, zieht er sich zurück und lebt ein einfaches Leben in einem kleinen Dörfchen in Devonshire. Doch wenn die kleinen Kinder des Dorfes eine obszön zugerichtete Frauenleiche entdecken, wird David klar, dass er sich irgendwann seiner Vergangenheit und dem Tod stellen muss…Ein schamlos deskriptiver Thriller, der für einen Adrenalinstoß sorgt und zittrige Spannung garantiert.

Kennen Sie das, wenn Sie in ein Buch komplett blind hineingehen, es nicht mehr aus den Händen lassen können, in einer Nacht komplett fertiglesen und am Ende so sehr am Weinen sind, dass Sie schon aussehen wie ein roter rotziger Grinch? Dann empfiehlt es sich seh9783868826524r „Maude: Die wahre Geschichte einer außergewöhnlich starken Frau“ zu lesen. Geschrieben von Donna Foley Mabry, die sich der Geschichte von Nola Maude Clayborn widmet – dem wahren Leben ihrer eigenen Großmutter. Die Leser verfolgen ihr Leben von ihrer Geburt an, im Jahre 1892, bis hin zu ihrem Tod. Erzählt von der Ich-Perspektive bietet das Buch eine tiefe emotionale Bindung zu Maudes Charakter und eine unvergessliche Zeitreise. Sie werden in ein Leben voller glücklicher Momente und tiefster Schicksalsschläge katapultiert und leiden mit der Protagonistin auf jeder einzelnen Seite. Eine unglaubliche Geschichte, die die Leser mit den harten Realitäten des Lebens konfrontiert und sie Demut gegenüber dieser besonderen Frau, Mutter und Großmutter empfinden lässt.

Das letzte Buch und mein persönlicher Favorit des Jahres 2016 ist „It Ends With Us“ von Colleen Hoover (welches hoffentlich bald auch auf Deutsch verfügbar ist). Sie handelt von Lily Bloom, einer ambitionierten jungen Frau, die in Boston ein neues Leben beginnt und ihr eigenes Unternehmen gründen möchte. Als sie dann auch den talentierten Chirurg Ryle Kincaid trifft und es zwischen den beiden funkt, scheint das Leben zu schön um wahr zu sein. Je mehr ihre Liebe zueinander wächst, desto größer werden jedoch die Herausforderungen mit denen sie als Paar konfrontiert werden. Sollte die Liebe in harten Zeiten nicht standhafter sein, je stärker sie ist? Aber manchmal ist der eine, der dich am meisten liebt, auch derjenige, der dir am schlimmsten wehtut…Durch Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben behandelt Hoover furchtlos ein sehr empfindliches Thema und liefert eine herzzerreißende Geschichte, die einen ganz besonderen Platz in den Herzen der Leser einnimmt.

Jetzt haben Sie alle vier Empfehlungen und sie bieten Ihnen hoffentlich weitere Geschenkideen an, falls Sie am Verzweifeln sind!

Links:

„Die Liebenden von Leningrad“ von Paullina Simons, 9,95 € auf Thalia:

http://www.thalia.de/shop/home/suche/?sq=die+liebenden+von+leningrad&sswg=ANY&timestamp=1481828068780

Cover mit freundlicher Genehmigung von der Verlagsgruppe Randomhouse Bertelsmann:

https://service.randomhouse.de/Presse/Taschenbuch/Die-Liebenden-von-Leningrad-Roman/Paullina-Simons/pr161669.rhd?mid=5&showpdf=false&per=108828&pub=1#tabbox

Website abgerufen am 16.12.2016.

„Die Chemie des Todes“ von Simon Beckett, 9,99 € auf Thalia:

http://www.thalia.de/shop/home/suchartikel/die_chemie_des_todes/simon_beckett/EAN9783499241970/ID14267292.html?jumpId=37166097&suchId=dd0fc4ad-bdb1-4809-8a16-aa65f721bc79

Cover mit freundlicher Genehmigung vom Rowohlt Verlag:

http://www.rowohlt.de/taschenbuch/simon-beckett-die-chemie-des-todes.html

Website abgerufen am 16.12.2016.

„Maude: Die wahre Geschichte einer außergewöhnlich starken Frau“ von Donna Foley Mabry, 19,99 € auf Thalia:

http://www.thalia.de/shop/home/suchartikel/maude/donna_mabry/EAN9783868826524/ID44440936.html?jumpId=37161995&suchId=18b2b5c1-4c52-49d9-a96e-b4b6aad127fb

Cover mit freundlcher Genehmigung von der Münchner Verlagsgruppe GmbH:

https://www.m-vg.de/mvg/shop/article/6449-maude/

Website abgerufen am 16.12.2016.

„It Ends With Us“ von Collen Hoover, 8,99 € auf Thalia:

http://www.thalia.de/shop/home/suchartikel/it_ends_with_us/colleen_hoover/EAN9781501110368/ID44293343.html?jumpId=37167238&suchId=0520a25c-3810-41b0-bde0-074bcf58ada9

Der Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz für junge Autorinnen und Autoren

Matthias Boosch, ehemaliger Student der JGU, wurde vergangenes Jahr 15. Preisträger

Seit 1987 vergibt die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit dem LiteraturBüro Mainz den Literatur-Förderpreis für junge Autorinnen und Autoren. Der Preis, der mit 2.500 Euro dotiert ist, wird alle zwei Jahre an eine Autorin bzw. einen Autor aus Mainz vergeben, deren bzw. dessen Arbeit eine sprachliche, inhaltliche und strukturelle Innovation präsentiert. Ziel ist es, Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Ihrer Arbeit zu ermutigen, Ihre Entwicklung zu fördern und Ihnen Gelegenheit zu bieten, Ihre Arbeiten einem interessierten Publikum vorzustellen.

Am Wettbewerb dürfen alle Autorinnen und Autoren teilnehmen, die einen deutlichen Lebensbezug zur Stadt Mainz haben. Außerdem dürfen sie nur wenige Veröffentlichungen vorweisen und nicht älter als 35 Jahre sein. Literarische Gattung und Thema des Textes dürfen von der Autorin bzw. dem Autor frei gewählt werden. Die einzige Richtlinie ist, dass der Text einen Umfang von zehn Seiten nicht überschreiten darf.

Im vergangenen Jahr gewann Matthias Boosch, ehemaliger Student der JGU, den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz.

Der heute 34-Jährige konnte sich mit seinem Text „Der Überfall“ insgesamt gegen 44 Bewerberinnen und Bewerber durchsetzen. Matthias Boosch erzählt darin auf amüsante Weise, wie verunsichert er war, nachdem zwei Sträflinge versucht hatten, in seine Wohnung in Lettland einzubrechen.

Der Schriftsteller wurde 1982 in Bad Schwalbach geboren und wuchs in Bischofsheim auf. Nach seinem einjährigen Lettland-Aufenthalt studierte er in Mainz Buchwissenschaft, Geschichte und Germanistik. Im Jahr 2009 veröffentlichte er sein Debüt „Großtyphien schlägt zurück“, eine Polit- und Mediensatire, im Mainzer gONZo Verlag.

Matthias Boosch hält auch heute noch viele Lesungen im Raum Mainz, die er regelmäßig auf seiner Facebook-Seite bekannt gibt. Bei Interesse schaut einfach mal vorbei, es lohnt sich.

Und wenn Ihr selbst leidenschaftliche Schriftsteller seid und die oben genannten Bedingungen erfüllt, dann bewerbt Euch bis Ende August für den Literatur-Förderpreis 2017, um die Chance zu bekommen, nach Matthias Boosch 16. Preisträgerin bzw. Preisträger zu werden.

Links:

Hinweise zur Bewerbung für den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz:
http://www.literaturbuero-rlp.de/literaturfoerderpreis-mainz/

„Der Überfall“ von Matthias Boosch:
http://www.literaturbuero-rlp.de/wp-content/uploads/2015/12/2015_Matthias-Boosch_Der-Ueberfall.pdf