Archiv des Autors: naadinebe

Eine Geschichte vom Leben

Es ist Nachmittag und ich sitze in einem Zug.
Draußen ist es noch hell, aber der Himmel ist grau. Ich schaue aus dem Fenster. Alles zieht in einer rasenden Geschwindigkeit an mir vorbei. Ich sehe einen Streifen. Einen Streifen aus flackernd ineinander übergehenden Farben. Nichts hat Struktur, doch ich starre weiter aus dem Fenster, als gäbe es dort etwas interessantes zu sehen. Menschen verlassen den Zug und neue steigen hinzu. Ein leichter Windhauch streift jedes mal meinen Arm wenn die Tür sich öffnet. In mir macht sich ein Gefühl der Schwere breit. Der Zug fährt weiter, das Gefühl lässt nach. Es ist stickig im Zug. Die Luft steht. Es ist wenig los, der Platz neben mir ist frei. Ich bin hier alleine und ich weiß nicht wo es hin geht. Dies ist eine Reise ohne Ziel, denn wo soll man hingehen, wenn man nirgends hingehört. Es wird immer dunkler. regentropenDicke Wolken hängen traurig vom Himmel. Es beginnt zu regnen. Erst nur ganz leicht. Einzelne Tropfen verirren sich auf die Fensterscheibe. Dann immer stärker. Der Fahrtwind bringt die Tropfen von ihrem eigentlich Weg ab. Im Augenwinkel kann ich sehen wie einige von ihnen mein Blickfeld langsam verlassen. Der Zug hält. Ich starre auf die Fensterscheibe. Ein Tropfen beginnt seinen Weg vom oberen Fensterrand nach unten. Langsam zieht er eine dünne Wasserspur hinter sich her, bis ein anderer Tropfen kommt und diese überdeckt. Es gibt nichts, was dieser Tropfen dauerhaft hinterlässt. Das Schauspiel an der Scheibe gefällt mir. Jeder Wassertropfen kommt mit einer rasenden Geschwindigkeit vom Himmel gefallen und beginnt seinen Weg alleine, bis er durch Zufall auf einen anderen trifft. Zusammen mit diesem nimmt er dann seinen Weg fort, bis er am unteren Rand des Fensters ankommt und verschwindet. Was danach aus ihm wird kann ich nicht sehen. Das kann niemand sehen. So ist das auch mit dem Leben.
Es ist Abend und ich sitze in einem Zug.

Vorfreude auf neue Leckereien im Big Easy in Mainz

bildschirmfoto-2017-01-16-um-19-26-12Sebastian Sander arbeitet inzwischen seit etwa einem Jahr als stellvertretender Geschäftsleiter im Big Easy in Mainz. In einem Interview gibt er mir einen Einblick in das Ladenkonzept und die bevorstehenden Änderungen der Speisekarte.

Was hast du gemacht, bevor du im Big Easy angefangen hast? Und wie kamst du zu dem Job?

Ich habe eine dreijährige Ausbildung zum Koch hinter mir. Anschließend habe ich in unterschiedlichen Bereichen der Gastronomie gearbeitet um vielseitige gastronomische Erfahrungen zu sammeln. Das Richtige für mich war damals allerdings noch nicht dabei. Über Kontakte bin ich dann glücklicherweise aufs Big Easy aufmerksam geworden und hier arbeite ich inzwischen seit einem Jahr.

Erzähl doch mal ein bisschen was über euren Laden und euer Konzept. Wer seid ihr und seit wann gibt es euch?

Das Big Easy ist noch ziemlich jung. Uns gibt es erst seit etwa zweieinhalb Jahren und wir sind auch das einzige Big Easy deutschlandweit. Das hat den Vorteil, dass wir nicht an andere Läden gebunden sind und unser Konzept frei gestalten können. Wir sind ein Franchise Unternehmen und gehören zur Enchilada Gruppe, das ist eine Kette von mehreren Restaurants. Das Aposto und das Besitos gehören zum Beispiel auch dazu. Bei uns gibt es hauptsächlich amerikanische Küche und am bekanntesten sind wir wohl für unsere Burger.

Wo in Mainz findet man euch?

Das Big Easy befindet sich im Gebäude der Rheingoldhalle und neben dem Mainzer Rathaus direkt am Rhein. Viele Leute kommen nicht nur wegen dem spitzenmäßigen Essen (lacht), sondern auch wegen dem schönen Ausblick zu uns. Das Big Easy ist in einem zweistöckigen Gebäude und auf beiden Stockwerken gibt es eine große Fensterfront Richtung Rhein.

Die Lage direkt am Rhein ist bestimmt ein Kundenmagnet, oder?

Das kann man leider so pauschal nicht sagen.
Im Sommer trifft das sicher zu. Sobald das Wetter gut ist und es wärmer wird ist der Laden randvoll. Vor allem am Wochenende hat man dann ohne Reservierung schlechte Chancen, aber auch unter der Woche kann es eng werden. Viele Leute gehen im Sommer am Rhein spazieren und schauen dann unterwegs mal bei uns im Laden vorbei.
Im Winter hingegen fällt die ganze Laufkundschaft weg. Wenn es draußen kalt und nass ist macht sich das auch sofort an den ausbleibenden Reservierungen bemerkbar. Unseren Hauptumsatz machen wir deshalb im Sommer. Da bieten wir auch mehr als doppelt so viele Sitzplätze an.
Die Rheinlage ist sozusagen Fluch und Segen zur gleichen Zeit.

Kommen wir nochmal zurück zum Essen. Du hast bereits erwähnt, dass ihr hauptsächlich für eure Burger bekannt seid. Was bietet ihr denn sonst noch so an?

Also prinzipiell bieten wir Frühstück, Mittagessen, Kaffe und Kuchen und Abendessen an. Am Wochenende sind wir rund um die Uhr für unsere Kunden da, unter der Woche nur Abends. Bei den Hauptmahlzeiten gibt es hauptsächlich Burger, Wraps, Salate und Barbecues. Alle zwei Wochen erstellen wir eine neue „Wochenkarte“ mit saisonalen Gerichten. Wer also keine Lust auf amerikanische Küche hat kann bei uns trotzdem fündig werden. Seit letztem Jahr haben wir auch einen Smoker und werden die Gäste auch diesen Sommer wieder mit attraktiven Grillspecials locken. Wir sind allerdings momentan dabei unser Konzept etwas zu ändern.

Wie wird die zukünftige Speisekarte des Big Easy dann voraussichtlich aussehen?

Wir werden unsere Karte etwas verkleinern um mehr Liebe und Energie ins Detail, anstatt in die breite Masse, stecken zu können. Außerdem wollen wir weg vom Fastfood Image. Wir möchten mit frischen und gesunden Gerichten punkten und auch mehr Auswahl für Vegetarier und Veganer bieten. Unsere Burger wird es natürlich trotzdem noch geben, nur eben etwas umgestaltet. Ziel ist es, sie ausgefallener werden zu lassen. Wir wollen schließlich nicht im immer größer werdenden Angebot an Burgern untergehen.

Wenn du jetzt von gesunden Gerichten sprichst, kannst du da konkrete Beispiele nennen?

Völlig neu auf der Kimg_1936arte werden die „Bowls“ sein. Simple ausgedrückt handelt es sich dabei um Essen in Schüsseln. Dabei wird das Essen allerdings noch nicht vermischt, sondern nach dem „Baukastensystem“ separat voneinander angeordnet. Soßen und Dips werden auch separat serviert, sodass der Gast später alles so mischen kann wie er es möchte. Dabei wird unter anderem auch viel mit Gemüse und Rohkost gearbeitet. Außerdem werden einige Gerichte die aus der Fritteuse kommen gestrichen.

img_1939

img_1927

img_1925 erste Entwürfe für die neuen Waffeln

Auf was können sich eure Kunden bezüglich der neuen Speisekarte besonders freuen ?

Ich denke unser zukünftiges Highlight wird unsere neue Waffelkarte. Die Waffeln werden an die Tellaballshakes angelehnt sein, die ja auch ziemlich durch die Decke gegangen sind. In Mainz gibt es bis jetzt keinen anderen Laden, der etwas vergleichbares anbietet. Die Waffeln werden nicht nur durch ihren Geschmack, sondern vor allem auch durch ihr Aussehen überzeugen. Eins ist klar: Die Dinger werden eine riesen Kalorienbombe und wer das Teil alleine verdrückt, könnte eventuell einen Zuckerschock erleiden. Aber man muss sich eben auch mal was gönnen.

Mit welchen drei Worten würdest du das Big Easy beschreiben?

Hipp, frisch und einzigartig

Vielen Dank für das nette Interview!

Die erste eigene Wohnung

Thomas Rast (26) entschloss sich nach Abschuss seiner Ausbildung endlich in eine eigene Wohnung zu ziehen. In einem Interview gab er mir unter anderem einen Einblick in seine Wohnungssuche und die Vor- und Nachteile, die das Ausziehen mit sich bringt.

Wo kommst du denn ursprünglich her und wie alt warst du, als du in deine erste eigene Wohnung gezogen bist?

Ursprünglich komme ich aus Bubenheim und dort habe ich auch bis zu meinem 25. Lebensjahr gewohnt. Das ist ein ziemlich kleines Dorf in der Nähe von Mainz, mit etwa 890 Einwohnern.

Was waren die Gründe für deinen Auszug von Zuhause und wieso fiel deine Wahl auf Mainz als Standort?

Naja, irgendwann wird es für jeden mal Zeit „Hotel-Mama“ zu verlassen, oder nicht (lacht)? Mit 25 wurde es für mich jedenfalls langsam mal Zeit. Über einen Standort musste ich gar nicht lange nachdenken, da ich in Mainz arbeite und es somit von Anfang an fest stand, dass ich früher oder später mal dort hin ziehen werde. Ich würde allerdings auch jeder Zeit gerne nochmal in einer anderen Stadt wohnen, falls es sich ergibt, da ich in der Nähe von Mainz groß geworden bin und hier eigentlich schon alles kenne.

Wie erging es dir denn bei der Wohnungssuche in Mainz? Viele Studenten suchen bekanntlich recht lange bis sie etwas geeignetes finden.

Ja, das kann man wohl sagen. Die Wohnungssuche hat sich bei mir auch ewig hingezogen. Insgesamt habe ich bestimmt ein dreiviertel Jahr regelmäßig online nach Wohnungen geschaut. Bei jeder Besichtigung gab es allerdings neben mir noch so viele andere Interessenten, sodass es einfach nicht klappen wollte. Außerdem sind viele Wohnungen meiner Meinung nach auch total überteuert. Ich habe meine Wohnung letzten Endes auch nur über Kontakte bekommen.

Bist du denn jetzt zufrieden mit deiner Wohnsituation?

Ja, definitiv! Ich wohne mitten in der Neustadt. Die Lage ist top und der Preis bezahlbar. Ich wohne alleine und habe eine Zweizimmerwohnung, die absolut ausreichend ist. Außerdem kann ich von hier aus alles zu Fuß erreichen, hier wohnen super viele junge Leute und es gibt genügend Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Bars und Cafés. Gerade wenn man vom Dorf kommt, weiß man sowas wahrscheinlich besonders schätzen. Zuhause werden um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt (lacht).

Kam für dich ein WG Leben von Anfang an nicht in Frage? Oder wieso hast du dich dazu entschlossen in eine eigene Wohnung zu ziehen?

Ehrlich gesagt habe ich nie groß darüber nachgedacht in eine WG zu ziehen. Ich genieße es total auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen und meine eigenen vier Wände so gestalten zu können wie es mir gefällt. Außerdem arbeite ich in der Gastronomie und habe dementsprechend auch sehr unregelmäßige Arbeitszeiten und komme Abends oft erst sehr spät nach Hause und schlafe morgens länger. In einer WG würde ich wahrscheinlich total an meinen Mitbewohnern vorbei leben.

Was gefällt dir denn am alleine Wohnen am Besten?

Mir gefällt es wahnsinnig gut endlich mal in einer größeren Stadt zu wohnen und mein eigenes kleines Reich zu haben und auch das Verhältnis zu meinen Eltern ist wesentlich entspannter geworden. Außerdem wird man viel selbstständiger und lernt sein eigenes Geld so zu kalkulieren, dass es bestenfalls bis zum Ende des Monats reicht.

Gibt es auch Dinge die du von Zuhause vermisst?

Klar, die gibt es auf jeden Fall! Zum Beispiel muss ich jetzt den ganzen Haushalt selbst schmeißen. Ich muss alles alleine sauber machen, einkaufen und dabei alles, von der Zahnbürste bis zum Klopapier, selbst bezahlen. Da kommen Kosten auf, über die man früher nie groß nachgedacht hat. Aber am meisten vermisse ich wahrscheinlich den stets gut gefüllten Kühlschrank.
Wieder zurück nach Hause zu ziehen kommt trotzdem nicht mehr in Frage!

Die Welt steht Kopf – Weihnachten bei 30 Grad

– Ein Erfahrungsbericht von Nadine Beer –

Es ist kaum zu glauben, dass es schon ein ganzes Jahr her ist. Vor ziemlich genau zwölf Monaten befand ich mich noch am anderen Ende der Welt: Im schönen Neuseeland. Viel weiter weg von Zuhause hätte ich gar nicht sein können. Grundsätzlich gefiel mir der Gedanke, mal ganz weit weg von allem mir bekannten zu sein und ständig neue Orte und Leute kennenzulernen. Als Heiligabend jedoch langsam aber sicher näher rückte, machte sich in mir ein ungutes Gefühl breit. Dies würde das erste Weihnachten ohne meine Familie und die geliebten deutschen Weihnachtstraditionen sein.

vollbildaufzeichnung-17-12-2016-125558-bmpIn Neuseeland kam gar keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Die Welt stand für mich Kopf. Es war zwar Dezember, aber trotzdem kein bisschen kalt. Für mich war es immer selbstverständlich, dass Weihnachten genau so abläuft, wie ich es von Zuhause kenne. Ich habe mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, dass es in anderen Kulturen tatsächlich völlig normal ist Weihnachten zur Sommerzeit zu feiern. Hier gab es weder Weihnachtsmärkte mit Bratwurst und Glühwein, noch Sterne und Lichterketten in den Fenstern. Stattdessen waren es mollige 30 Grad und Sonnenschein. Vom Haus aus konnte man Strand, Palmen und Menschen in Bikini und Badehose erkennen. Ein Anblick, der für mich absolut nicht zur Weihnachtszeit passte.

Ich hatte damals jedoch das Glück Weihnachten mit einer jungen, waschechten Kiwi-Familie verbringen zu können, die mich ohne mich wirklich zu kennen, über die Feiertage herzlich bei sich aufnahm.  Somit durfte ich die typischen neuseeländischen Weihnachtstraditionen hautnah miterleben. Im Gegensatz zu uns Deutschen, packen die Neuseeländer ihre Geschenke nicht am Abend des 24. aus, sondern erst am Morgen des 25. Dezember. Mittags gehen sie zum gemeinsamen Spazieren, oder Schwimmen an den Strand und Abends gibt es als typisches Weihnachtsessen das traditionelle Barbecue.

Auch wenn ich Weihnachten im letzten Jahr nicht wie gewohnt mit meiner Familie verbringen konnte, hatte ich trotzdem ein sehr schönes und interessantes Weihnachtsfest. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung von einer fremden Familie so herzlich aufgenommen zu werden und die Weihnachtstraditionen einer anderen Kultur hautnah miterleben zu dürfen. In diesem Jahr freue ich mich trotzdem wieder auf die typische deutsche Weihnacht, mit hoffentlich kalten Temperaturen, einem Weihnachtsbaum, Plätzchen und allem was dazu gehört.