Archiv des Autors: leoniealisa

Studentenleben im Wandel: Studieren in Mainz – damals und heute

Mainz 1984. Vor ungefähr 33 Jahren begann Dr. Karin Berner in Mainz Medizin zu studieren. Lernen, Erwachsenwerden, Freundschaften für’ s Leben knüpfen, Prüfungsstress, die erste eigene Wohnung … im Grunde dasselbe wie heute. Doch die Zeit hat wie immer ihre Finger im Spiel. Wie sehr verändert sich das Studentenleben von einer Generation zur nächsten?

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Unverändert – das Eingangstor der Johannes Gutenberg Universität Mainz.

Nach dem 1. Semester als Pendler, bewohnt die junge Studentin zunächst für ein Semester ein sehr spartanisches Zimmer unterm Dach im Forum der Universität, bevor sie in die ESG, die auch heute noch Studenten ein zu Hause bietet, umzieht. „Die Zeit in der ESG war sehr schön. Wir haben uns zu zehnt eine große Küche und zwei Duschen geteilt, man hat sich dort schnell zuhause gefühlt. Außerdem waren wir eine bunte Mischung an Nationalitäten, was eine schöne, interessante Erfahrung war.“ Insgesamt gab es damals weniger Wohnheimplätze als heute, viele kamen privat in einer Wohnung in der Stadt unter.

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Die „neue“ Mensa der Mainzer Universität

Und das Essen? Die Zentralmensa, wie wir sie heute kennen, gibt es noch nicht ewig. Zu Beginn der Studienzeit von Frau Berner aß man als Student vorne im Gebäude der alten Mensa. „Die alte Mensa ist nicht zu vergleichen mit der heutigen. Ich habe auch meistens mit meinen Mitbewohnern daheim gekocht, weil es in der Mensa oft viel zu voll war und es teilweise noch nicht mal Teller gab, sondern bloß Tabletts mit Kuhlen, in die dann das Essen gefüllt wurde.“

Heute findet man in diesem Gebäude Weiterlesen

Ein Gruß aus der Küche

6000 Essen, 650 Liter Linsensuppe, 100 Kilo Pommes und 100 Liter Grießbrei. Das verputzen die Studenten der Johannes Gutenberg Universität Mainz jeden Tag. Doch wer kocht diese Unmengen an leckerem Essen? Wer stellt den Speiseplan zusammen und sorgt bei Studierenden und Mitarbeitern für volle Bäuche? Herr Rast vom Gastronomiebetrieb des Studierendenwerkes gewährt mir einen Blick hinter die Kulissen.

Herr Rast, Sie betreiben ja mehrere Mensas. Wird zentral in einer großen Küche gekocht?

Insgesamt betreibt das Studierendenwerk Mainz 10 Mensas, 5 davon werden von der Zentralmensa bekocht, die GFG Mensa zum Beispiel. Eine der Mensas ist aber zum Beispiel in Bingen, die wird natürlich nicht von hier bekocht.

Okay, das bedarf ja dann einiges an Organisation. Welche Arbeitsschritte geschehen, bevor der Student sein Essen an der Theke abholen kann?

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Einer der Köche bei der Arbeit.

Zuerst tagt die sogenannte Speiseplankommission, das heißt meine Kollegen aus der Verwaltung und ich setzen uns mit den Köchen zusammen und stellen den Speiseplan für einige Wochen im Voraus auf. Wir denken uns zum Beispiel auch Sonderaktionen wie die „Burger-Woche“ aus. Der Plan wird dann an den Koch weitergegeben, der analysiert wie oft ein Gericht im Durchschnitt verkauft wird und macht dementsprechend eine Bestellung beim Lager. Die einzelnen Speisen werden nach Stammrezepten gekocht, sodass sich ganz einfach berechnen lässt, wie viel von welcher Zutat zum Beispiel für 300 Portionen Gulaschsuppe benötigt wird. Das Lager wiederum schaut nach, wie viel sie noch vorrätig haben und ändert dementsprechend die Bestellmenge.
In der Küche wird die Arbeit dann zwischen Köchen und Küchenhilfen aufgeteilt. Die Küchenhilfen sind hauptsächlich für die Ausgabetheke zuständig, die Köche teilen sich ihre Arbeit untereinander auf, so gibt es zum Beispiel einen der für Suppen zuständig ist, ein anderer für Saucen, einer wiederum für Fleisch oder Salat, … damit das nicht zu langweilig wird, rotieren wir jede Woche.

Wo kaufen Sie ein?

Wir beziehen unsere Lebensmittel von regionalen Herstellern. Für uns heißt regional, dass wir Fleisch, Kartoffeln und Molkereiprodukte bei Bauern und Betrieben im Umkreis von 50 km einkaufen. Im Winter ist das bei Obst zum Beispiel jedoch sehr schwierig, deswegen müssen wir da eine Ausnahme machen, wenn wir nicht darauf verzichten wollen.

Achten Sie ansonsten sehr auf Nachhaltigkeit?

Ja und wir arbeiten ständig daran, noch besser zu werden. Wenn wir etwas machen, wollen wir das auch richtig machen! Wir verkaufen zum Beispiel fairtrade Kaffee und nur nachhaltig gefischten Fiscimg_4369h. Außerdem fördern wir veganes und vegetarisches Essen und wurden erst kürzlich von der deutschen Tierrechtsorganisation Peta mit 3 von 3 Sternen für vegan-freundliche Mensas in Deutschland ausgezeichnet.

Bleibt jeden Tag viel Essen übrig und werfen Sie viel weg? Weiterlesen

Terror ist nie privat- dürfen wir das deswegen auch nicht mehr sein?

Ich stehe an einem Gleis im Mainzer Hauptbahnhof und warte auf meinen Zug. Es ist kalt. Ungeduldig laufe ich auf und ab. Blick aufs Handy: Mein Zug hat Verspätung. Ich beschließe, mich nochmal in einem der Geschäfte im Bahnhofsgebäude aufzuwärmen und verlasse das Gleis, um mir einen Kaffee zu kaufen.

„Sicherheit ist das wichtigste Gut einer Demokratie“ – Moment, war das nicht mal die Freiheit? Spätestens seit den Berliner Anschlägen im Dezember 2016, beansprucht die „Sicherheit“ diesen Stellenwert immer mehr für sich. Die Diskussion um mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen, sorgt bei vielen für Entrüstung.

Kein Wunder, wenn man sich vorstellt, welche Fülle an Informationen man dafür von sich selbst preisgeben muss. Die Technologie von Überwachungskameras hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Während früher kaum Details auf den Bildern erkennbar waren, können diese mittlerweile stark fokussieren und verfügen sogar über eine Gesichtserkennungsfunktion. Es erfolgt ein direktes Abgleichen der Bilder mit denen einer Datenbank, im Zweifelsfall Weiterlesen

Vom A und O

Du kommst also aus Hamburg? – Nein, Homburg! – Ach ja Bad Homburg kenn ich, das ist doch in der Nähe von Frankfurt! – Nein auch nicht! Einfach nur Homburg.

Ein Gespräch, das jeder Einwohner Homburgs schon mehrmals geführt haben dürfte. So gering der Unterschied auf dem Papier erscheinen mag, merkt man es doch direkt, falls man sich im Ort geirrt hat. Wolkenkratzer, Menschenmassen, Großstadtfeeling – das alles gibt es nicht in Homburg.
Die saarländische Kleinstadt, die rund 40.000 Menschen ihre Heimat nennen, besticht zwar nicht durch unendliche Shoppingmöglichkeiten oder ihr ausgeprägtes Nachtleben, bietet aber alles, was man zum Leben braucht.
Schlendert man durch die Straßen findet man einige hübsche Geschäfte und Restaurants, einen alten, kopfsteingepflasterten Marktplatz in dessen Mitte ein Brunnen vor sich hin sprudelt und sicherlich den Akkordeonspieler Weiterlesen