Archiv des Autors: kristinmil

Bo und Sunny ziehen um

Mit den Obamas verlassen auch ihre beiden Portugiesischen Wasserhunde das Weiße Haus

Als Barack Obama im November 2008 zum neuen amerikanischen Präsidenten gewählt wurde stand schnell fest, dass das Weiße Haus bald einen weiteren, in diesem Fall vierbeinigen Bewohner bekommen würde. Die Versprechen, die Obama während seines Wahlkampfes machte, waren nicht nur von politischer Natur. Seinen beiden Töchtern versprach er nämlich, einen Hund anzuschaffen, sollte er die Wahl für sich entscheiden.

Im April 2009 war es dann soweit. Die Familie erhielt den Hund als Geschenk des mittlerweile verstorbenen ehemaligen Senators Edward Kennedy. Dieser unterstützte Obama im Wahlkampf und wurde zu einem engen Vertrauten der Familie. Bo, so der Name des portugiesischen Wasserhundes, der am 9. Oktober 2008 zur Welt kam, wurde zum neuen „First Dog“. In kürzester Zeit stellte er nicht nur einen festen Bestandteil der ehemaligen „First Family“ dar, sondern eroberte auch die Herzen vieler Hundefans weltweit.

Die Rasse der Portugiesischen Wasserhunde, auf Portugiesisch „Cao de Agua Portugues“, erlangte schnell einen höheren Bekanntheitsgrad als noch in den Jahren zuvor. Aus eigener Erfahrung ist das Interesse an der Rasse in der Öffentlichkeit sehr groß, auch wenn die Hunde trotz allem eher eine Seltenheit bleiben. Wurde man nach April 2009 gefragt, um welche Rasse es sich denn handelt, konnte man sich sicher sein, dass die Leute mit: „Das ist ein Hund der Rasse, wie ihn Obamas auch haben“, etwas anfangen konnten.

Ab 2013 war Bo nicht mehr der einzige Vierbeiner im Weißen Haus, er bekam Sunny, ebenfalls Portugiesische Wasserhündin, an seine Seite gestellt. Gemeinsam hatte das Duo einen vielfältigen Dienstplan. Mit großer Freude standen sie für Fotos mit Fans bereit, Michelle Obama machte es sich zur Aufgabe, die Termine für die beiden Hunde zu koordinieren. Bo gilt als begeisterter Gärtner, immer wieder war er als Begleitung der Gartenbaufirma auf dem Gelände rund um das Weiße Haus zu sehen, wie er die Pflanzen mitbegutachtete. Auch bei offiziellen Terminen von Michelle Obama, wie dem jährlichen Besuch von Kindern in Krankenhäusern kurz vor Weihnachten oder dem Treffen mit verwundeten ehemaligen Soldaten, waren die Hunde anwesend und sorgten immer wieder für große Freude.

Die Geschichte der Portugiesischen Wasserhunde ist bemerkenswert. Als sehr arbeitswillige und intelligente Hunde halfen sie früher Familien in Portugal, den Lebensunterhalt mit der Fischerei zu ermöglichen, indem sie beispielsweise die Fischernetze wieder an Land zogen. Die wasserverrückten Tiere sind nicht nur treue Begleiter und eignen sich sehr gut als Familienhunde, sie haaren auch nicht. Dies war ein ausschlaggebender Punkt für die Obamas bei der Auswahl ihres Hundes, denn Michelle Obama leidet unter einer Tierhaarallergie.

Bo (links) und Sunny (rechts) im Herbst 2015

Bo (links) und Sunny (rechts) im Herbst 2015

Die Ära der „Portugiesen“ im Weißen Haus ist jetzt erst einmal vorüber. Fest steht, dass Bo und Sunny einen guten Job als „First Dogs“ abgeliefert haben und ihrer Rolle gerecht wurden. Nicht ohne Grund haben es die beiden Hunde auf Wikipedia, mehrfach auf Facebook und sogar als Besucher in zwei der größten US-Talkshows geschafft.  Nun bleibt es abzuwarten, ob die beiden Lieblinge unter Trump als neuer US-Präsident einen oder mehrere Nachfolger bekommen. Aus Regierungskreisen heißt es nur, dass darüber bisher keine endgültige Entscheidung getroffen wurde.

Rechtepoker mit weitreichenden Folgen

Handball-Deutschland kann nun doch live einschalten

Nach zwei Jahren und dem eher ernüchternden siebten Gesamtplatz bei der Weltmeisterschaft 2015 in Katar beginnt heute die 25. IHF Men’s World Championship in Frankreich. Der Europameistertitel der Herren im vergangenen Jahr und die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro lassen Hoffnungen auf weitere Erfolge bei dem bis zum 29. Januar 2017 dauernden Turnier zu.

Diese unproblematisch erscheinende Ausgangssituation verschleiert jedoch die Tatsache, dass es bis zum 05. Januar ganz danach aussah, dass handballbegeisterte Deutsche nicht die Chance gehabt hätten, die Spiele der WM live im Fernsehen anzusehen.
Dies hängt mit einem TV-Rechte Dilemma zusammen, welches schon im Jahr 2013 seine Anfänge hatte. Ursächlich war die Councilsitzung des IHF am 21. Dezember 2013 in Belgrad, bei dem der Fernsehvertrag für die WM 2017 beschlossen werden sollte. Auf das irrationale finanzielle Mächtespiel einiger Größen unter den Rechtehändlern reagierte die Europäische Rundfunkunion (EBU), der ARD und ZDF angehören, mit dem Austritt aus den Verhandlungen. Nicht überraschend war es im Folgenden, dass die damalige Al-Jazeera-Tochterfirma BeIN Sports den Zuschlag bekam und die Rechte für 100 Millionen Franken, also umgerechnet circa 83 Millionen Euro, erhielt.
Die Verhandlungen zwischen der ARD, dem ZDF und dem Rechtehändler blieben erfolglos. Die Forderungen von BeIN, dass TV-Signale für Satelliten-Kunden verschlüsselt werden müssten, stießen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern auf deutliche Abneigung. Damit stand schnell fest, dass sie keine Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaft ergattern würden.
Die Nachricht erschütterte weite Teile der deutschen Handball- und Sportereignisfans, zumal die Meldung erst spät öffentlich wurde und ein Großteil der Verhandlungen lange Zeit hinter verschlossenen Türen stattfand.
Gerade noch rechtzeitig können sich die Zuschauer nun aber doch freuen. Die Online-Bank DKB, unter anderem Titelsponsor der Bundesliga, konnte mit dem „Rechte-Riesen“ BeIN eine vertragliche Lösung finden. Die DKB kaufte die Live-Übertragungsrechte für Deutschland, um wenigstens eine Onlineübertragung der Begegnungen zu garantieren. Ausschlaggebend für die Zusage durch BeIN soll hierbei vor allem die Zusammenarbeit mit YouTube als Darstellungsplattform gewesen sein, da online mit einer bis zu 30% stärkeren Quote als im herkömmlichen TV-Format gerechnet wird.
Unabhängig von skeptischen Auffassungen gegenüber dieser Lösung durch die ARD, bezüglich rundfunkrechtlicher und weiterer Fragen, sollten Handballfans nun aber doch auf ihre Kosten kommen. Die Spiele werden online auf der Seite handball.dkb.de zu verfolgen sein.

Freundschaft auf Distanz

Gedanken über die „long-distance friendship“

Manchmal erscheint es einem paradox. Jeder von uns nutzt oder kennt sie. Eine Reihe von Kommunikationsplattformen geben uns tagtäglich die Möglichkeit, uns über das Wichtige oder Unwichtige im Leben, mit Bekannten oder Unbekannten auszutauschen. Doch wie verhält es sich mit engen Freundschaften, mit in der Schulzeit jahrelang gepflegten Kontakten, wenn das Ausland oder der Umzug in eine neue Stadt anstehen?
Nicht wenige von uns jungen Leuten befinden sich nach Abschluss ihrer Schullaufbahn in einem Dilemma, welches durch Bewahren und Erneuern geprägt ist. Man schwebt zwischen zwei Welten, zwei Idealen, die, wie sich herausstellt, nicht immer ohne Hürden zu vereinbaren sind. Da wäre einerseits der Wunsch nach der ewigen Freundschaft, dem Aufrechterhalten einer Bindung, die einen so manche stressgeladene Phase in der Schule hat durchstehen lassen. Die Schule war eine Zeit, in der man recht selten über den Tellerrand hinausgeschaut hat, meist nur dann, wenn man bei der nächsten Familienfeier gefragt wurde, was man denn nach dem Abitur machen möchte. Doch reflektiert man einmal genauer diese Zeit, dann fällt schnell auf, dass man sich nicht unbedingt bewusste Gedanken über die Auswirkungen auf enge Schulfreundschaften in der Zukunft gemacht hat.
Betrachtet man nun den Aspekt des Erneuerns, folgt die Zeit im Ausland oder das Aufnehmen eines Studiums, einhergehend mit dem Wunsch, neue Kontakte zu knüpfen, seine Reichweite zu vergrößern und das Abenteuer mit Gleichgesinnten zu teilen.
Die Vereinbarkeit beider Vorstellungen ist ohne Frage möglich, es bleibt nur die Überlegung wie. So individuell ein jeder ist, so unterschiedlich fallen auch die Konstellationen aus. Findet ein Umzug in die Ferne statt, so werden der wöchentliche Besuch in der Heimat und das ständige Wiedersehen mit den Freunden unwahrscheinlicher. Oder der Umzug der Freunde, oder die Ausreise ins Ausland, oder.. Die Liste lässt sich relativ lange weiterführen.
Und hier rücken nun die zu Beginn erwähnten Kommunikationsplattformen wie Skype, Whatsapp oder Facebook in den Fokus.
Jeder kennt die Sätze: „Ich schreibe dir dann!“, oder „Halt mich auf dem Laufenden, wir könnten ja mal skypen.“
Das unrealistische Ziel sich über alles und jeden auf dem aktuellen Stand zu halten, lässt sich nur mit den Wenigsten realisieren. Das ist im Grunde auch in Ordnung. Doch sollte es klappen, kann man dies in unserer schnelllebigen Zeit definitiv schätzen, denn mittlerweile scheint die Zeit für eine 2-zeilige Kurznachricht zu fehlen, wohingegen mehrstündige Telefonate früher auf der Tagesordnung standen. Das Paradox kommt also nicht von ungefähr, es scheint uns heute nicht unbedingt leichter, sondern manchmal fast schwerer zu fallen, Kontakte aufrecht zu erhalten. 10 Telefonnummern gegen 100 Whatsapp-Chats: Eigentlich keine faire Gegenüberstellung. Es wird uns so einfach gemacht wie nie zuvor und doch – zu Weihnachten habe ich 5 enge Schulfreundinnen nach über einem Jahr vereint wiedergesehen – haben wir weite Strecken dieser langen Zeit von einander „verpasst“.