Fachwerkhäuser, Handball und ein Mord

Der Stadtteil Mainz-Bretzenheim ist bei Studenten äußerst beliebt, doch trotzdem oft bespottet. Dörflich scheint es zuzugehen, mancher fühlt sich „wie bei mir zuhause im Kaff“. Es lohnt sich allerdings genauer hinzusehen: Denn der Stadtteil ist vielseitig.

 

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Die Bretzenheimer Ortsverwaltung

Die provinziellen Gefühle die so manchen beschleicht, könnten im Flair des alten Ortskerns begründet liegen. Rund um die, in einem alten Fachwerkhaus untergebrachte Ortsverwaltung, liegen zahlreiche Läden und alte Häuser dicht beieinander. Große Hoftore beherrschen hier das Bild. Sie stammen aus einer Zeit, als um Bretzenheim herum noch Landwirtschaft betrieben wurde. Heute lässt sich wohl kaum noch von einem bäuerlichen Ort sprechen.

20 000 Menschen leben inzwischen in dem Stadtteil. Ein großer Teil dieser Menschen in den Hoch- und Mehrfamilienhäusern rund um den sogenannten Südring. Auch die zahlreichen Neubausiedlungen, wie der „Ostergraben“ oder das „Gartengewann“, sind beliebt, insbesondere bei jungen Familien. Kein Zufall also, dass sich mit der Integrierten Gesamtschule Bretzenheim, die größte weiterführende Schule der Stadt Mainz hier befindet. Sie ist auch abseits des Schulbetriebs eine der Mittelpunkte des Stadtteils. In den zwei Sporthallen der Schule, spielt nämlich die SG Bretzenheim, der örtliche Handballverein. Nicht ohne Erfolg: Die Damenmannschaft schaffte es in den vergangenen Jahren, in die zweite Bundesliga aufzusteigen. Auch sonst hat Bretzenheim sportliche einiges zu bieten. Fünf verschiedene Fußballvereine gibt es, einen Turnverein sowie eine Tennishalle.
Besonders interessant könnte Bretzenheim außerdem für Fans von altertümlicher Geschichte sein. Denn laut den Theorien von Historikern, war Bretzenheim der Ort eines geschichtsverändernden Ereignisses. Im Jahre 245 n. Chr. schlug der römische Kaiser Severus Alexander in Bretzenheim, damals vicus Britanniae, sein Lager auf. Dort wurde er in der Nacht von meuternden Soldaten aus der Stadt Moguntiacum, heute Mainz, ermordet. Damit endete die Dynastie der Severer, die darauf folgendenden Soldatenkaiser stürtzten das römische Reich in eine der größten Krisen seiner Geschichte.
Wer auf diesen Spuren wandeln möchte oder einfach im beschaulichen Ortskern einen Kommilitonen besuchen möchte, kann dies mit zahlreichen öffentlichen Verkehrsmitteln tun. Seit Dezember 2016 gibt es nämlich auch eine zweite Straßenbahnlinie nach Bretzenheim. Darauf verkehren mit Linie 51 und 53, neben 52, 57, 70, 71, in engen Takten Straßenbahnen.

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