Friedensverhandlungen

„Gewalt“, „Strafe“ und „Krieg“, das waren die Begriffe, die den Konflikt zwischen dem Deutschen Fußball Bund (DFB) und den organisierten Fußballfans bisher prägte.
Seit diesem Herbst soll das endlich anders laufen.

Noch vor wenigen Monaten war es zum vorläufigen Höhepunkt der Auseinandersetzung gekommen:
Im vergangen Mai marschierten nahezu alle zum Auswärtsspiel mitgereisten Fans des Zweitligisten Dynamo Dresden in Tarnkleidung in das Karlsruher Wildparkstadion. Dort erklärten sie dem DFB per großem Spruchband buchstäblich den Krieg. Viele andere Fangruppen, unter anderem von FC Bayern München oder Borussia Dortmund, oranisierten danach ähnliche Proteste.
1495961591 (2)Doch der Verband reagierte anders als erwartet. Statt auf Konfrontation zu gehen, verkündete DFB-Präsident Reinhold Grindel im August den Verzicht auf Kollektivstrafen gegen ganze Stadionkurven. Diese waren ein besonders großer Kritikpunkt der Fußballanhänger gewesen.

Zwar gab es auch danach zwischen Anstoßzeit bis Halbzeitshows noch unzählige Konlfiktpunkte und jede Menge Ärger, aber immerhin öffnete der Schritt dem Dialog die Türen. Die zwei Konfliktparteien einigten sich darauf, in Gesprächen aufeinander zuzugehen.
Nach dem ersten Treffen zogen beide Parteien ein positives Fazit.
„Wir haben eine von eine von gegenseitigem Respekt geprägte Diskussionsgrundlage geschaffen.“, erklärte Grindel nach dem dreieinhalbstündigen Gespräch.  Man habe „intensiv, kontrovers und hart in der Sache diskutiert. Dabei blieben beide Seiten aber immer fair“, lobte Grindel per Video auf der Verbandshomepage.
In einem am Freitag veröffentlichten Positionsschreiben bezeichneten auch die beteiligten Fangruppen den  den Dialog als „konstruktiv“. Die Ankündigung Grindels, die Stadionverbotsregelungen zu überprüfen, begrüßten sie ausdrücklich. Die Fans kritisierten hier jahrelang die aus ihrer Sicht vollkommen willkürliche Verteilen von Stadionverboten.

In Mainz begrüßt man die neuen Entwicklungen ebenfalls ausdrücklich. „Allein das man sich wieder an eDFBinen Tisch setzt, kann man als Erfolg werten“, äußerte sich Matthias Schöffel stellvertretend für das Mainzer Fanprojekt, auf meine Anfrage. Er sieht insbesondere beim Thema Fanutensilien, also Material wie Schwenkfahnen oder Trommeln, eine Möglichkeit für den DFB, Zugeständnisse zu machen. Bisher hatte es hier in jeder Stadt andere Regeln gegeben, was zu großem Fans bei den Fußballfans geführt hatte.
Allerdings zeigt sich Schöffel auch skeptisch und gibt zu Bedenken: „In der Vergangenheit hat es immer wieder Dialogsversuche gegeben, die sich aus verschiedenen Gründen zerschlagen haben.“
Wie tragfähig der aktuelle Dialog ist, wird also die Zukunft zeigen müssen.

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