The old Taylor is dead?!

In ihrer Single Look What You Made Me Do schockte Swift ihre Fans mit den Zeilen „I’m sorry, the old Taylor can’t come to the phone right now/ Why?/ Oh, ‚cause she’s dead!“. Aber ist die alte Taylor wirklich tot oder ist so von den Toten zurückgekehrt?

In den letzten Jahren ist es still um die 27-jährige Taylor Swift geworden und man hörte lediglich Schlagzeilen über ihren Disput mit Kanye West oder über ihrem Prozess wegen sexueller Belästigung. Doch jetzt ist Swift mit ihrem neuen Album Reputation zurück und landet mit der ersten Single des Albums Look What You Made Me Do wieder einen Nummer-eins-Hit.

Reputation erschien am 10. November 2017 und umfasst 15 Lieder, die Swift mitunter der Hilfe von Max Martin und Jack Antonoff, mit denen sie bereits für vorherige Alben zusammengearbeitet hat, geschrieben hat. 

Enttäuschend ist zunächst, dass das Album auch in der Deluxe-Version nur 15 Lieder beinhaltet, was für Swift unterdurchschnittlich ist. Auf ihren Deluxe Versionen sind meist über 20 neue Lieder vertreten. Zudem fällt auch auf den ersten Blick auf, dass kein Lied länger als vier Minuten geht, da es auf Swifts Alben stets lange Balladen gab, die meist sechs Minuten nicht unterschritten haben. Diese fehlen dem aktuellen Album jedoch, nur das letzte Lied New Year’s Day ist ein ruhiges und sanftes Lied, welches typisch für Swift ist.

Hinsichtlich der Themenwahl ist sich Swift treu geblieben, die meisten Lieder handeln von Liebe und senden die Hörer auf eine Schatzsuche. Man kann nur spekulieren, um wen es wirklich in den einzelnen Liedern geht, jedoch gibt es einige Hinweise in ihren Texten. So lässt sich vermuten, dass Gorgeous und King Of My Heart mitunter von ihrem jetzigen Freund Joe Alwyn handeln. Natürlich werden auch den Verflossenen, wie dem britischen DJ und Songwriter Calvin Harris und dem britischen Schauspieler Tom Hiddleston, Lieder gewidmet.

Anders als bei 1989, ihrem vorhergegangenen Album handeln bei Reputation mehrere Lieder von ihrer Fehde mit dem Rapper Kanye West und seiner Frau Kim Kardashian. Bei 1989 ging lediglich das Lied Bad Blood um ihrer Fehde mit Katy Perry. Für ihr neues Album schrieb sie drei Lieder über Kanye West, mitunter auch ihre Nummer-eins-Single Look What You Made Me Do.

Was die Fans jedoch freut ist, dass sie für dieses Album wieder mit ihrem Freund und Sänger Ed Sheeran zusammengearbeitet hat. So hat er die Single End Game mit ihr geschrieben und singt auch wieder mit Swift und dem Rapper Future. Swift und Sheeran haben das erste Mal für die Single Everything Has Changed des Albums Red zusammengearbeitet.

Vom Ton her ist das ganz Album düsterer als ihre vorhergegangenen Werke und man kann nicht leugnen, dass Swift versucht, sich wieder neu zu erfinden. Diese Steigerung wird in der Aufmachung der Deluxe-Versionen deutlich. Es gibt gleich zwei Versionen und diese sind in Form einer Zeitschrift verpackt. In dieser Zeitschrift sind Gedichte und Bilder von Swift, sowie Fotos, handgeschriebene Texte und ein Poster.

Weiter sind ihre Lieder zwar thematisch gesehen nicht innovativ, jedoch sind die Texte schön und kryptisch, wie man es von ihr kennt. Die Lieder haben Melodien, die sowohl im Ohr bleiben, als auch zum Tanzen und Mitsingen anregen. Der Beat des Albums geht teilweise auch in die Synth-Pop Richtung und zieht sich durch das Album wie ein roter Faden.

Die neue Taylor wird auch in den Texten deutlich. Sie flucht, erwähnt, dass sie betrunken ist und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie jemanden disst.  Zeilen wie „But I’m not the only friend you’ve lost lately/ If only you weren’t so shady“ und „Friends don’t try to trick you / Get you on the phone and mind-twist you / And so I took an ax to a mended fence“ richten sich an Kanye West und spielen auf das aufgezeichnete Telefonat zwischen ihr und West an, welches Taylor als Lügnerin bloßstellte. Gleichzeitig zeigt sie aber auch in Delicate, dass sie in ihren Beziehungen anfänglich immer noch unsicher und verletzlich ist. „Is it cool that I said that? / Is it chill that you’re in my head?“ bezieht sich auf den Anfang ihrer Beziehung mit Alwyn.

Es lässt sich festhalten, dass die alte Taylor nicht tot ist. Sie ist aus ihrem Koma erwacht und hat sich ein dickeres Fell zugelegt, ist im Kern aber immer noch die alte Taylor, die wir kennen und lieben. Sie verliebt sich, es funktioniert nicht, sie schreibt darüber und veröffentlicht ein unglaubliches Album. Das Album zeigt den Reifeprozess, den sie durchgemacht hat. Sie verarbeitet ihre Beziehungen und Erlebnisse in ihren Songs. Dieses Mal jedoch, scheint es ihr egal zu sein, was die anderen sagen. Alle Lieder des Albums haben Ohrwurm-Potenzial und besonders bei New Year’s Day wird die kräftige Stimme Swifts deutlich.

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