Vom Palmenstrand zum Alpenland

Seit einigen Tagen lässt eine Kältewelle viele Gebiete Europas frieren. Während Länder des europäischen Nordens gegen plötzliche Wintereinbrüche gut gewappnet sind, trifft der ungewöhnliche Wetterzustand  südeuropäische Länder eher unvorbereitet.

In meiner Heimatstadt Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt im Norden Griechenlands, soll es nach Angaben älterer Einwohner seit den sechziger Jahren nicht mehr so kalt gewesen sein. Als man die Uferpromenade der Stadt eines Morgens mit einer dicken Schneedecke bedeckt sah, war die Freude natürlich groß!

Der viele Schnee brachte allerdings nicht nur allgemeine Begeisterung mit sich, sondern auch Stromausfälle, zugefrorene Wasser- und Gasleitungen und das absolute Verkehrschaos. Starker Schneefall wurde zwar in den meisten Wetternachrichten gemeldet, dies beunruhigte jedoch die wenigsten.

Dementsprechend unvorbereitet schien auch die Stadtverwaltung gewesen zu sein. Bis auf die Hauptstraßen, wurde kaum Salz auf die Straßen gestreut. Zahlreiche Landstraßen in unmittelbarer Nähe zur Stadt waren nach Angaben der Polizei deswegen nur mit Schneeketten befahrbar. Um ein größeres Durcheinander zu vermeiden, wurden die meisten Fahrten des öffentlichen Personennahverkehrs gestrichen und die Pkw- Fahrer gebeten unwichtige Autofahrten zu vermeiden. Außerdem konnten sich die jungen Schneebegeisterten freuen: Es gab eine Woche lang Schulfrei!

15936989_1304521866294346_6713255222746702490_o

Schnee an der Uferpromenade von Thessaloniki

In vielen Haushalten ging es jedoch nicht allzu spaßig zu. Aufgrund einiger Schäden blieben viele Häuser ohne Stromversorgung. Da keine Maßnahmen gegen die kommende Kältewelle getroffen wurden, sind viele Leitungen zugefroren. Ganze Stadtteile blieben über mehrere Tage ohne Wasserversorgung.

15940655_1304521629627703_6329148145748762256_n

Die Kältewelle trifft die Einwohner unvorbereitet: Stühle und Kissen draußen im Schnee.

In sozialen Medien brachten einige Einwohner ihre Aufregung über diesen bedauernswerten Zustand zum Ausdruck. Andere nahmen es wiederum mit Humor. Oft fragten Facebooknutzer ihre Freunde, ob sie vielleicht zum Duschen vorbeikommen könnten. Hashtags wie zum Beispiel #viertertagohnewasser wurden immer beliebter. Ein Nutzer veröffentlichte sogar ein kleines Tagebuch von seinen Eindrücken während dieser Tage.

In einer Stadt ohne Wasser oder Heizung, die vom Schnee paralysiert zu sein schien, beschlossen drei Freunde die Probleme zu vergessen, ungeduscht zu bleiben und rauszugehen, um an der Uferpromenade Ski zu laufen.

Sei es die südländische Gelassenheit oder die Einstellung, dass bald wieder die Sonne scheint: Der Gedanke den Problemen des Alltags auf so eine spielerische Art und Weise zu begegnen, könnte zur Nachahmung anregen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s