„Bassd scho“ – ein Abstecher in die unterfränkische Mainmetropole Würzburg

„Bassd scho“ – wenn ein Franke diesen Ausdruck (hochdeutsch: Das ist in Ordnung. ) verwendet, ist er wohl außerordentlich begeistert von der Stadt, denn diese Bemerkung gilt in Franken als höchstes Lob, das man bekommen kann. Die fränkische Herzlichkeit ist eben etwas ganz besonderes, jedoch lange nicht das Einzige, was Würzburg zu bieten hat:

Obwohl es die Stadt im 2. Weltkrieg schwer getroffen hat und so einiges zerstört wurde, gibt es zahlreiche schöne, mit Stuckarbeiten verzierte Häuser in der Altstadt. Hier fallen vor allem die vielen Kirchen auf, allen voran der Dom, von dessen Spitze man sogar bis zur Nordsee schauen kann (sagt man zumindest). Zu jeder vollen Stunde tönt Glockengeläut aus allen Ecken der Stadt.

Bekannt aber ist Würzburg vor allem durch seine barocke Residenz, die vom berühmten Architekten Balthasar Neumann erbaut wurde und zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Über der Stadt thront die Festung Marienberg – nicht wie von vielen Fremden angenommen die „Würzburg“. Wenn man hier durch die Burganlagen schreitet, fühlt man sich fast wieder wie im Mittelalter. Oder man breitet die Picknickdecke aus und setzt sich mit einem Glas Wein zum Festungsflimmern, einem Openairkino am Festungsberg.

Nicht nur die Festung sieht man schon von weitem, eingerahmt wird Würzburg auch durch die vielen Weinberge mit ihren je nach Jahreszeit unterschiedlichen Farben. Im Sommer werden in Würzburg und Umgebung dann viele Weinfeste veranstaltet. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre, wenn Bierbänke in den Gassen der Dörfer aufgestellt werden und junge Mädchen mit Tragekörben voller unterschiedlichster Weinsorten umherlaufen. Oder man sitzt zwischen Weinreben über den Dächern der Stadt, lauscht angenehmer Musik und tauscht sich über den neuesten Klatsch und Tratsch aus.

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Die Festung Marienberg thront über Würzburg, darunter der Main mit der Alten Mainbrücke

Wenn man also nicht gerade auf einem der Weinfeste unterwegs ist, solle man bei einem Streifzug durch die Stadt auf jeden Fall Halt auf der Alten Mainbrücke machen: Jeden Abend versammeln sich dort die Leute, um bei einem Blick auf den Main und die untergehende Sonne mit einem Glas Brückenschoppen den Tag ausklingen zu lassen.

 

Doch auch sportlich zeigt sich Würzburg: 2016 verfolgten die Würzburger den Aufstieg der Würzburger Kickers in die 2. Liga und jede Woche fiebert man bei den Spielen der s. Oliver Baskets mit (1. Liga). Besonders stolz sind die Würzburger auf Dirk Nowitzki, der in Würzburg aufgewachsen ist und als Profibasketballspieler der NBA Bekanntheit erlangte.

Außerdem ist Würzburg mit seinen  über 35 000 Studenten (insgesamt: 127 000 Einwohner) sehr vom Universitätsflair und den vielen jungen Leuten geprägt. An einem typischen Sommertag sieht man viele Studenten auf den weitläufigen Mainwiesen liegen, Volleyball spielen, Fahrrad fahren oder einfach die Wärme genießen.

Auch zu Fasching ist in Würzburg einiges los: Faschingsumzüge, Prunksitzungen und andere Veranstaltungen – und die Fastnacht in Franken. Bayerische Politiker in den ulkigsten Kostümen lassen sich von Kabarettisten zurechtweisen  – schon allein dafür lohnt es sich, die unterfränkische Prunksitzung mit Kultstatus anzuschauen. Nicht nur die Politik, auch die ewigen Kabbeleien zwischen Bayern und Franken sind Thema. Während die Bayern die Franken mit ihrem „weichen und harten D“ (hochdeutsch: D und T) und dem gerollten R nicht so richtig ernst nehmen wollen, ist den Franken ihre eigene Identität sehr wichtig. Man darf also einen Franken nie als Bayern bezeichnen, außer man will es sich mit demjenigen verscherzen.

Würzburg hat also einiges zu bieten. Gerade in  der Innenstadt findet man zudem viele schöne Geschäfte, ob individuelle Klamottenläden, kleine, süße Cafés oder Bars und Clubs in alten Gewölbekellern. Hier sind ein paar kulinarische und kulturelle Tipps, falls es euch mal in die unterfränkische Mainmetropole verschlägt:

Wunschlos Glücklich –  Der Name ist Programm in diesem Café, indem man sich wie in Omas Wohnzimmre fühlt: gemütliche Ohrensessel und Sofas laden zu Verweilen ein und ein heißer Tee einer ungewöhnlichen Sorte und eine der süßen oder deftigen Waffeln, die hier angeboten werden, tun ihr Übriges zum Wohlergehen der Gäste. http://wunschlos-gluecklich.net/home/

Backöfele – Wer mal so richtig nach einheimischer Tradition essen gehen will, ist hier genau richtig. In der urigen Stube kriegt man von gebackenem Camembert bis zum Fränkischen Hochzeitsessen (Tafelspitz mit Meerrettichsoße und Nudeln) alles, was das (fränkische) Herz begehrt. http://www.backoefele.de/main/index.php

Wohnzimmer – Dank günstiger Preise und ganztäglichem Frühstück ist das Wohnzimmer vor allem für Studenten ein beliebter Aufenthaltsort. Abends wird es durch täglich variierende Getränkespecials und Fernsehliveübertragung zum geselligen Treffpunkt. http://www.geilste-bar.com/wohnzimmer-wuerzburg

Bombe – Eine Gewölbekellerbar, in der man sich in gemütliche Sessel lümmeln kann und mit dem Barkeeper fast allein ist – das ist die Bombe vor 12 Uhr. Nach Mitternacht „explodiert“ sie dann, die „Bombe“: die Musik wird aufgedreht, Studenten strömen die schmalen Stufen hinunter und die Leute erheben sich aus ihren Sesseln und tanzen bis in die frühen Morgenstunden. http://www.bombe-wuerzburg.de/

Das Käuzle – Die Würzburger Kultkneipe mit der größten Altersvariation wird von allen nur noch die „Uschi“ genannt, nach dem Namen der Besitzerin. Ob Junggesellenabschiede, Studenten oder Mallorcafans, so manche/r hat in der „Uschi“ schon unvergessliche Nächste erlebt und zu der Ballermann- Musik mitgegrölt. https://de-de.facebook.com/K%C3%A4uzle-W%C3%BCrzburg-453729454790925/

Das Boot – Die beliebte Studentendisko befindet sich, wie schon der Name sagt, nicht an Land, sondern zu Wasser. Über einen Steg gelangt man auf die drei Decks mit unterschiedlicher Musikausrichtung, die von Donnerstag bis Samstag immer gut gefüllt sind. http://www.das-boot.com/

 

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