Deutschland zieht das neue Jahr in den Staub

Die deutsche Bevölkerung hat dieses Jahr mal wieder Feuerwerkskörper im Wert von über 100 Millionen Euro verpulvert: In der Silvesternacht stieg die Umweltbelastung durch gesundheitsschädlichem Feinstaub explosionsartig an und sorgte in größeren Städten für starke Luftverschmutzung.

Die Belastungen, denen wir uns während des Jahreswechsels aussetzen, holen uns bekanntlich erst am nächsten Tag ein. Bevor wir uns jedoch den guten Vorsätzen widmen, schießen wir uns wortwörtlich nochmal so richtig ab. Nach Schätzungen des Verbands der pyrotechnischen Industrie, haben sich die Ausgaben für Feuerwerkskörper von 124 Millionen Euro (Jahreswechsel 2012/2013) auf 133 Millionen Euro erhöht. Ebenfalls erhöhten sich die Preise für Sekt, Prosecco und Champagner die seit 2011 um 3,8 Prozent gestiegen sind, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Mit leeren Geldbeuteln und dicker Luft rutschten wir also ins neue Jahr 2017 und das böse Erwachen ließ nicht lange auf sich warten.

Laut dem Umweltbundesamt werden jedes Jahr rund 4.000 Tonnen Staubpartikel am Neujahrsfest frei gesetzt, diese Menge entspricht in etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Wie im vergangenen Jahr war auch an diesem Neujahrstag die Tagesbelastung mit Feinstaub sehr hoch. Die zahlreichen Überschreitungen des Tagesmittelwertes lagen mancherorts um das Doppelte über dem zulässigen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Am 1.1.2017 um 1 Uhr wurden in Leipzig 1860 Mikrogramm gemessen, in München und Nürnberg lagen die Konzentrationen ebenfalls über 1000, auch in anderen Städten war die Belastung extrem. In Frankfurt am Main betrugen die Höchstwerte 385 Mikrogramm, in Wiesbaden 503, im baden-württembergischen Bernhausen schwebten zeitweise 534 Mikrogramm Partikel in einem Kubikmeter Luft.

„Der Neujahrstag war wie im letzten Jahr windarm, entsprechend hielt sich der Feinstaub großflächig während des ganzen Tages“, so Tatjana Erkert, Pressesprecherin der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Würtemberg. Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Bei windschwachen Wettersituationen mit eingeschränktem vertikalen Luftaustausch verbleiben die Schadstoffe über viele Stunden in der Luft und reichern sich in den unteren Atmosphärenschichten an. Diese Schadstoffe bestehen aus Partikeln, sie sind luftgetragene feste oder flüssige Teilchen, die nicht unmittelbar zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen und über große Distanzen transportiert werden können. Wenn Partikelfraktionen kleiner als zehn Mikrometer sind werden sie auch als Feinstaub bezeichnet, aufgrund ihrer guten Lungengängigkeit können sie weit in den Organismus vordringen und Beschwerden des Atemtrakts und des Herz-Kreislaufsystems verursachen. Gerade bei Asthmatikern kann dies besonders zu Problemen führen.

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Diese Karte zeigt die Tagesmittelwerte von der Partikelkonnzentration am 01.01.2017 (Foto: Umweltbundesamt)

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Hier wird der Stundenmittelwert der Partikelkozentration um 01:00 Uhr gezeigt (Foto: Umweltbundesamt)

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Ein Gedanke zu „Deutschland zieht das neue Jahr in den Staub

  1. jubo

    Mal ganz abgesehen von uns Menschen, die eher als Mastschweine der Pharmaindustrie fungieren: auch Flora und Faune wird in Mitleidenschaft gezogen. Das Schwarzpulver, die Metallverbindungen, Farbchloride und sonst was, landen in der Natur und den Gewässern. Es sickert und sinkt, wird über die Wurzeln der Pflanzen absorbiert, die von Tieren gegessen werden. Der ganze Dreck wird Teil im ewigen Kreis des Lebens, aber was macht das schon neben Antibiotikerrind und Chemogemüse.

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