Vom A und O

Du kommst also aus Hamburg? – Nein, Homburg! – Ach ja Bad Homburg kenn ich, das ist doch in der Nähe von Frankfurt! – Nein auch nicht! Einfach nur Homburg.

Ein Gespräch, das jeder Einwohner Homburgs schon mehrmals geführt haben dürfte. So gering der Unterschied auf dem Papier erscheinen mag, merkt man es doch direkt, falls man sich im Ort geirrt hat. Wolkenkratzer, Menschenmassen, Großstadtfeeling – das alles gibt es nicht in Homburg.
Die saarländische Kleinstadt, die rund 40.000 Menschen ihre Heimat nennen, besticht zwar nicht durch unendliche Shoppingmöglichkeiten oder ihr ausgeprägtes Nachtleben, bietet aber alles, was man zum Leben braucht.
Schlendert man durch die Straßen findet man einige hübsche Geschäfte und Restaurants, einen alten, kopfsteingepflasterten Marktplatz in dessen Mitte ein Brunnen vor sich hin sprudelt und sicherlich den Akkordeonspieler vor der Müllerfiliale. Er sitzt dort, immer an derselben Stelle und spielt dieselbe Melodie, seit vielen Jahren schon. Ab und zu grüßt er freundlich einen Passanten, die Leute kennen ihn schon. Er und seine Musik gehören irgendwie dazu, wenn man durch Homburg bummelt.
Über all dem thront der Schlossberg. Dabei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um einen Berg, auf dem einmal ein Schloss stand. Darunter befinden sich die größten von Menschen geschaffenen Buntsandsteinhöhlen Europas. Von dem Schloss sind heute nur noch die Ruinen erhalten, stört aber keinen, denn im Sommer lässt es sich wunderbar auf den verfallenen Mäuerchen sitzen und den Ausblick über die umliegenden Stadtteile und Wälder genießen. An lauen Sommerabenden findet man hier viele Jugendliche, die den Tag mit einem kühlen Bier ausklingen lassen.
Karlsberg Ur-Pils ist die einzige Sorte die hierfür in Frage kommt, Bitburger hingegen wird bloß spöttisch belächelt. Der Grund: die Karlsberg Brauerei, die ihren Sitz natürlich in Homburg hat.

Blick vom Schlossberg über Homburg

Blick vom Schlossberg über Homburg

Überregional bekannt ist die Kleinstadt aber nicht nur wegen des Bieres. Bekanntheit erlangt es auch über den riesigen Flohmarkt, der immer am ersten Samstag des Monats abgehalten wird und Kauflustige anlockt, sowie durch das Universitätsklinikum des Saarlandes und auch durch den Sport: niemand geringeres als Miroslav Klose spielte in seiner Jugend beim Regionalligisten FC 08 Homburg, der auch heute noch erfolgreich ist.

Wolkenkratzer, Menschenmassen, Großstadtfeeling – das alles gibt es nicht in Homburg. Vielleicht sind es diese Dinge aber auch nicht, die eine Stadt ausmachen, das A und O sozusagen. All das braucht Homburg nämlich gar nicht, um ein Ort zu sein, den man gerne seine Heimat nennt.

 

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