Prüfungsstress zwischen den Jahren

 

Warum Weihnachten für Studenten einen komischen Beigeschmack hat

Den meisten von uns ist vermutlich schon bei der Überschrift ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und schon fallen wir aus dem weich gebetteten Lager der Feiertage auf den harten Boden der Realität. Noch verkatert von der Silvesterparty schießen einem jeden Studenten die Gedanken an die bevorstehenden Prüfungen in den Kopf – das Schlechte daran: Es gibt jetzt keine Gründe zur hochgeschätzten Prokrastination mehr, zumindest keine, die auf irgendeine Weise mit einem guten Gewissen vereinbar wären.

Während Weihnachten noch als besinnliche und entspannende Familienzeit galt und das Lernen bis Silvester auch gerade noch mit eben diesen Entschuldigungen vermieden werden konnte, finden wir uns am ersten Tag des Jahres vor einem Berg von Aufgaben aus der Kategorie „Im Januar bleibt noch genug Zeit“ wieder. Haben wir uns nach der ersten Panikattacke gerade so wieder beruhigt fällt uns dann auf, dass noch mindestens vier Wochen Zeit bis zu ersten Klausur bleiben und wir warten erst einmal ein bisschen ab – „Die Ferien sollte ich mir noch zur Erholung gönnen“. Wenigstens bemerken wir dann nicht schon zu Beginn der Sichtung des Lernstoffs, dass wir so gut wie gar nichts davon verinnerlicht haben und der Gedanke lässt sich mit ein wenig Binge Watching, viel Party und langem Ausschlafen verdrängen. Das einzige, was uns noch an unsere missliche Lage erinnert, sind die „Finals are coming“-Memes in sämtlichen sozialen Netzwerken, auf denen wir von unseren Freunden schadenfreudig markiert werden.

Dabei sollte doch die Lernzeit ganz anders aussehen: Mit den folgenden Lerntipps bleiben euch Notlügen und kleine Tränchen erspart, wenn die Verwandten am Heiligabend wieder fragen, wie denn das Studium läuft.

1. Motivation

Ohne Motivation sieht es düster aus, denn irgendwie müssen wir ja gegen unsere Liebe zur Prokrastination ankämpfen. Und selbst wenn wir uns auch ohne Ansporn durchringen wollen, wer vor seinen Büchern sitzt und mit den Gedanken ganz woanders ist, der erreicht nicht viel.
Ob es die Playlist mit den Songs zum Bäume ausreißen ist oder ein wenig Sport – besser fühlen wir uns danach immer. Und um direkt im Lernen anzukommen, bietet sich ein kleines Brainstorming dazu an, was man eigentlich schon gelernt hat oder beispielsweise, was man eigentlich am Studienfach so interessant findet. Wer weiß, vielleicht kommt dann die Lust auf mehr.

2. Überblick

Meistens hilft schon ein kleines Konzept zum guten Einstieg.
Den Lernstoff anzuschauen und zu gliedern erleichtert nicht nur unser Gewissen, sondern auch den Lernprozess an sich und wir enden nicht im Chaos.  Aber Vorsicht ist geboten: Nicht auf den Lorbeeren ausruhen und in die „Das reicht fürs erste!“-Falle geraten, denn wenn dieser Schritt getan ist, geht es erst so richtig los.

3. Zeitplanung

Mit diesem Projekt sollte man am besten schon dann beginnen, wenn auch noch Zeit zum planen übrig ist. Schnappt euch einen Kalender und legt fest, was ihr wann lernen wollt. So vermeidet ihr nicht nur die Panik, wenn kurz vor der Prüfung zu viel Lektüre übrig bleibt, sondern könnt euch auch gezielt Freizeit und Pausen einrichten – oder Wochenenden und Feiertage ganz beruhigt freihalten.

4. Kurz vor der Prüfung

In der unmittelbaren Zeit vor der Prüfung (also dann, wenn wir normalerweise mit dem Lernen beginnen würden), könnt ihr dann ausnutzen, dass ihr dem Stress erfolgreich entgangen seid. Wiederholt und festigt alles noch einmal. Auch hier bietet sich ein Brainstorming an, denn nicht nur zum Lernen, sondern auch für die Prüfung braucht
man Motivation und Selbstbewusstsein: Ruft euch ins Gedächtnis, was ihr gelernt habt und könnt. Setzt euch mit Freunden und Kommilitonen zusammen und motiviert euch
gegenseitig, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Und ganz wichtig: bleibt entspannt!

 

Wenn wir ganz ehrlich sind, dann werden uns Tipps wie diese spätestens seit der Oberstufe hinterher gerufen. Und wenn wir sie kategorisch nicht angewandt haben, dann kennen wir alle das Ergebnis unserer Prokrastination. Was spricht also dagegen, dieses mal etwas zu ändern?
Und auch wenn es mit der Motivation nicht klappt, gibt es für alle Studenten einen kleinen Trost: Den Abiturienten geht es momentan genauso wie uns.

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