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BAföG – geschenktes Geld oder Zeitverschwendung?

Aus dem Elternhaus ausziehen, studieren, für sich selbst sorgen – all das ist mit Kosten verbunden, die der Durchschnittsstudent selten alleine tragen kann. Die Möglichkeiten und Probleme der Finanzierung sind ein wichtiges Thema, wenn es um das Studium geht.

Und das, obwohl die allgemeinen Studiengebühren an staatlichen Hochschulen in Deutschland längst abgeschafft wurden. Ein Semesterbeitrag ist für die meisten Studierenden jedoch immer noch fällig – zusammen mit Miete und sonstigen Lebenshaltungskosten. Die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zeigt: Deutsche Studenten geben im Durchschnitt 794 € im Monat aus.

Doch woher kommt dieses Geld? Zum Großteil von den Eltern, fand die Sozialerhebung heraus. BAföG steht erst an dritter Stelle studentischer Einnahmequellen, nach dem Geld aus eigenem Verdienst. So bezieht 2012 circa jeder dritte Student BAföG.

BAföG, das ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz. In diesem ist geregelt, wer vom Staat bei der Studienfinanzierung unterstützt wird – und mit wie viel Geld. Grundsätzlich wird gefördert, wer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, bei Ausbildungsbeginn unter 30 Jahren ist und an einer staatlichen Hochschule studiert. Außerdem darf das Einkommen der Eltern eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Allerdings gibt es reichlich Ausnahmeregelungen und Sonderfälle, zum Beispiel bei einem Zweitstudium oder Fachwechsel.
BAföG ist jedoch keine einheitliche Summe, die jeder erhält, der die oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Viele Faktoren spielen bei der Höhe der Bezuschussung eine Rolle: die familiäre Situation, das genaue Einkommen der Eltern, die eigene Wohnsituation. Der Höchstbetrag liegt bei 670 € im Monat, wobei Studenten durchschnittlich 443 € erhalten.

So viel Geld – einfach geschenkt? Grundsätzlich gilt: Eine Hälfte des Darlehens muss zurückgezahlt werden, allerdings zinsfrei und maximal 10.000 €. Die andere ist tatsächlich „geschenkt“. Wer also von Anfang an die Hälfte des Betrags spart, kann diesen sofort zurückzahlen und sein Studium schuldenfrei abschließen.

Und trotzdem kam es in den letzten Jahren immer wieder zu vielschichtiger Kritik am BAföG-System. Die Anträge seien zu unübersichtlich und teils schwer verständlich. Dies macht das Ausfüllen zu einer mühsamen und zeitaufwendigen Angelegenheit, für die vor allem Eltern oftmals keine Zeit haben.
Die Bearbeitungszeiten seien zu lang – im Durchschnitt kann man mit zwei Monaten Wartezeit nach Erstellung des Antrags rechnen, teilweise sogar noch länger. Allerdings wird BAföG auch rückwirkend gezahlt, wenn denn Anspruch darauf besteht. Andere Kritiker sind der Meinung, das Förderungssystem erreiche viele nicht, welche die finanzielle Unterstützung gut gebrauchen könnten. Schließlich ist es dazu da, gleiche Bildungschancen für alle zu ermöglichen.

Dass BAföG als alleiniges finanzielles Standbein für die meisten nicht ausreicht, ist unbestreitbar. So müssen viele trotz des staatlichen Zuschusses neben dem Studium arbeiten. Vorteil der Gesetzgebung ist jedoch, dass Nebenjobs keinen Einfluss auf die Höhe der BAföG-Förderung haben, solange die monatlichen Einnahmen 451,35 € nicht überschreiten. Ein „450 Euro-Job“ kann also problemlos ausgeübt werden, ohne dabei auf Geld vom Staat verzichten zu müssen.

Generell gilt: Sich informieren und eventuell Hilfe und Beratung von lokalen Ämtern in Anspruch zu nehmen, schadet nicht. Mit etwas Glück gibt es mehr oder weniger viel Geld geschenkt!

Weitere Informationen auf www.bafög.de

Ein Gedanke zu „BAföG – geschenktes Geld oder Zeitverschwendung?

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