Weihnachten steht vor der Tür: Ich mach definitiv nicht auf

Wie alle Jahre wieder rückt das Weihnachtsfest rasant näher. Der Weihnachtsstrom zieht schon seit Mitte September unerlässlich durch unsere Nation und versucht unaufhaltsam alle in seinen Bann zu ziehen. Vor dieser sozioökonomischen Weihnachtswelle gibt es (leider) kein Entkommen, die andauernde auditive Tortur von Last Christmas, zügellos obsessive Schnäppchenjäger, vom Kaufrausch getriebene Konsumopfer und Glühwein durchnässte Gefühlsausbrüche, dominieren eindeutig die Straßen unserer Städte. Und das schlimmste daran ist, man kann es noch nicht mal auf die muslimischen Flüchtlinge abwälzen. Obwohl laut Facebook jetzt offiziell von Pegida bestätigt wurde, dass die ermordete Studentin aus Freiburg tatsächlich das Christkind war. Oder war es vielleicht doch Sarah Lombardi? Wer weiß denn heute noch wer wen und für was instrumentalisiert, am Besten man „informiert“ sich direkt bei der Lügenpresse. Wie bei The Washington Post(faktisch) zum Beispiel. Zumindest kann man bei internationalen Sportereignissen noch davon ausgehen das alles mit rechten Dingen zu geht. Besonders die Olympischen Spiele in Brasilien haben uns dieses Jahr mal wieder gezeigt, wie schön es sein kann wenn Sportsgeist und Fairness die öffentliche Debatte anführen. Allen voran der russische Leichtathletikverband, der sich dieses Jahr im Voraus der Veranstaltung schon sehr kooperativ zeigte. Genauso wie Joseph Blatter und seine FIFA Funktionäre, solche Verfechter von Integrität werden wir bestimmt vermehrt im neuen Jahr sehen. Aufrichtigkeit hat dieses Jahr auch weltpolitisch eine zentrale Rolle gespielt, ob nun in den Vereinigten Staaten(deren Polizisten ein vertrauenswürdiges Paradebeispiel vom Freund und Helfer Image geworden sind) oder auch hier bei uns in Deutschland, wo Volkswagen als glaubwürdiger Großkonzern, das Aushängeschild unserer Volkswirtschaft wurde.

Wie man sieht war dieses Jahr, um ehrlich zu sein, ziemlich verkorkst. Natürlich gab es auch viele wunderschöne Momente und Ereignisse, die uns das vergangene Jahr nicht nur als miserabel empfinden lassen. Aber irgendwie hat mir 2016 trotzdem einen schlechten Geschmack im Mund hinterlassen. Mir wurde schon vom Brexit ganz schlecht (von Erdogan und seinen Machenschaften ganz zu schweigen) und dass Portugal dann auch noch Europameister wurde: Seitdem will dieses flaue Gefühl im Magen nicht nachlassen.  Und wenn ich jetzt nur an die US-Wahlen denke, geschweige denn etwas darüber lese, könnte ich mich ununterbrochen übergeben. Da wird man doch krank. Wenn man sich dann auch noch überlegt, dass nächstes Jahr Bundestagswahlen sind, die bisherige Entwicklung von Pegida, AfD etc. anschaut und dann die rechtspopulistische Entwicklung innerhalb Europas betrachtet, da kann einem schon mal richtig zum Kotzen zumute sein. Ganz ehrlich, da vergeht mir eindeutig der Appetit auf Lebkuchenherzen oder Spekulatius, da habe ich wirklich keine Lust auf Mohnstollen und auf die Weihnachtsgans erst recht nicht. Und wenn ich nur daran denke, dass Onkel Martin in irgendeiner Form Sympathie für die AfD äußern könnte oder dass Tante Janet verlauten lässt das sie Trump gewählt hat, dann bin ich froh dass ich dieses Jahr nicht auftauchen werde. Denn in zwölf Tagen ist Heiligabend, ich geh aber nicht hin. Genießt die Feiertage so lang es noch etwas zum Feiern gibt. Denn 2017 steht auch schon ziemlich lautstark im Flur, ohne jegliche Skrupel und das einzige was uns noch davor schützt und es zurück hält, ist Weihnachten. In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

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