Filmrezension zu Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (2009)

Es ist die wohl bekannteste Weihnachtsgeschichte der Welt: Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, die 1843 zum ersten Mal veröffentlicht und ab 1901 immer wieder neu verfilmt wurde. Eine der neusten Verfilmungen ist die Animation von Walt Disney aus dem Jahr 2009. Regisseur und Drehbuchautor Robert Zemeckis schaffte es, die Botschaft von Charles Dickens, dass Güte und Mitgefühl zu den höchsten Gütern der Menschheit zählen, mit dem Einsatz neuer Techniken zu verbinden.

Ebenezer Scrooge (Jim Carrey) ist ein emotionsloser und geiziger alter Geschäftsmann, der sich vollständig seiner Arbeit und seinem Geld verschrieben hat. An Weihnachten erscheint Scrooge der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners, der ihm deutlich macht, dass er sein Leben ändern muss, wenn er nicht ewig für sein geiziges und herzloses Leben büßen will. Im Laufe der Nacht besuchen Scrooge drei weitere Geister, die ihm die Möglichkeit geben, seine Lebenseinstellung zu ändern.

Der erste Geist, der der vergangenen Weihnacht, nimmt Scrooge mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Scrooge bekommt Einblicke in seine Jugend und muss Hoch- und Tiefpunkte dieser Zeit erneut durchleben, was zu ersten Veränderungen führt. Auf der Reise mit dem zweiten Geist, dem der gegenwärtigen Weihnacht, bekommt Scrooge Einblicke in die diesjährigen Weihnachtsfeste seines Angestellten und seines Neffen. Beide feiern trotz weniger finanzieller Möglichkeiten ein schönes Fest. Dass sie schlecht von Scrooge sprechen bzw. sich über ihn lustig machen, führt dazu, dass Scrooge sein Verhalten erstmals überdenkt. Der dritte Geist, der der zukünftigen Weihnacht, konfrontiert Scrooge schließlich mit seinem Tod. Als Scrooge versteht, dass er der Geizkragen ist, von dessen Tod alle reden und über den sie sich freuen, ist er vollends gebrochen und verspricht sich zu ändern.

Als Scrooge morgens in seinem Bett aufwacht, ist er froh, dass nur eine Nacht vergangen ist und das Weihnachtsfest noch bevorsteht. Wie ausgewechselt stürzt er auf die Straße, kauft seinem Angestellten einen Truthahn und fährt zum Weihnachtsfest seines Neffen. Scrooge hat es letztlich mit Hilfe der Geister geschafft zu erkennen, dass ein Leben ohne Liebe, Geborgenheit, Mitgefühl und Solidarität unvollständig ist, und hat sich am Ende des Films zu einem der liebevollsten und einfühlsamsten Menschen entwickelt.

Der Inhalt, der durch passende Szenen leicht verständlich ist, wurde technisch optimal umgesetzt. Nicht nur die eingesetzte Technik der Animation trägt dazu bei, sondern unter anderem auch eine optimale Kameraführung. Die Bewegungen der Figuren wirken keineswegs künstlich oder affektiert, sondern sind fließend. Auch Mimik und Gestik wirken lebendig. Man sieht alle Szenen aus dem Blickwinkel heraus, aus dem es in dem Moment am passendsten und aufregendsten ist. Grund dafür ist nicht zuletzt die 3D-Produktion, wobei der Film auch in 2D ein kleines Kunstwerk ist. Neben Animation und Kameraführung trägt auch die Musik einen großen Teil zur Hervorhebung des Inhaltes bei. Die Szenen werden mit passender Musik hinterlegt, ohne dass sie zu aufdringlich wirkt (z.B. ist bei Scrooge am Anfang eher nachdenkliche und traurige Musik, am Ende jedoch fröhliche Weihnachtsmusik). Ebenfalls optimal gelungen ist die Darstellung der Figuren. Durch typische Merkmale eines Bösewichts wie einem Buckel, einem spitzen Kinn, einer großen und spitzen Nase und tiefen Falten lässt sich die grimmige Miene von Scrooge schon im Vorfeld erahnen. All diese Elemente tragen dazu bei, dass der Film die Zuschauer nicht nur wegen des Inhalts sondern auch wegen der Darstellung fesselt.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass manche Szenen teilweise so gruselig sind, dass Kindern den Film erst ab 12 schauen dürfen. Gleichzeitig macht die Spannung den Film für Erwachsene natürlich attraktiver.

Aus den oben genannten Gründen ist der Film nicht nur inhaltlich sondern auch optisch großartig gelungen. Aber er ist nicht nur toll anzusehen, sondern durch den tiefgründigen Inhalt und die Intention des Autors auch sehr berührend. Gerade heutzutage sind Filme mit solchen Intentionen immer bedeutender. Menschen müssen erkennen, dass nicht Reichtum und Macht sondern Familie und Freunde wichtig sind. Und genau das ist das Ziel des Filmes. Zu zeigen, dass der Sinn von Weihnachten darin besteht, Liebe zu zeigen und die Gemeinschaft mit geliebten Menschen zu suchen. Der Film ist für jeden empfehlenswert, dem es wichtig ist, diese Werte zu vermitteln. Besonders Familien lege ich den Film ans Herz, wobei Kinder den Film aufgrund des Gruselfaktors nur in Anwesenheit ihrer Eltern schauen sollten.

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