Studieren in Mainz – Wie ausländische Studierende es erleben

Ariadna Blanch Lópes ist Studentin der Johannes-Gutenberg Universität Mainz. Sie studiert Publizistik im ersten Semester, mit Soziologie im Beifach. Ursprünglich kommt sie aus Barcelona. In einem Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen in Deutschland und vor allem an der Universität in Mainz.

Du bist jetzt schon eine ganze Weile hier in Deutschland. Wie gefällt es dir hier?

Ariadna: Es gefällt mir bisher sehr gut. Die Leute hier sind alle total lieb und ich fühle mich gut integriert. Bisher sind mir alle offen und ohne  Vorurteile begegnet.

Wie bist du auf die Johannes-Gutenberg Universität in Mainz gekommen?

Ariadna: Ich habe mich bei verschiedenen Universitäten in ganz Deutschland beworben. Neben Mainz auch in Stuttgart, Berlin und Karlsruhe. Eigentlich wollte ich nach Berlin, aber mein Vater wollte, dass ich nach Mainz gehe. Wir haben hier in Mainz Freunde, bei denen ich dann anfangs auch gewohnt habe. Jetzt wohne ich in einem Wohnheim in Weisenau. Außerdem war Berlin die einzige Uni, die mich nicht angenommen hat.

Inwiefern hatte deine Wahl der Universität auch etwas mit dem Studiengang zu tun?

Ariadna: Ich habe mich an jeder der Universitäten für den gleichen oder sehr ähnlichen Studiengang beworben. Die Richtung stand schon seit dem letzten Jahr fest, ich wusste genau was ich studieren wollte. Medien und Kommunikation sind in Barcelona sehr beliebte Studiengänge. Viele wollen in diese Richtung. Ich habe nur gehofft, dass ich genommen werde. Mainz war dabei eigentlich nicht meine erste Wahl. Jetzt bin ich aber sehr glücklich hier zu sein.

Wieso wolltest du gerne in Deutschland studieren, gerade weil es in Spanien ja eigentlich nicht üblich ist, dass man zum Studieren weggeht?

Ariadna: Ich bin in Barcelona auf eine deutsche Schule gegangen. Dort habe ich sowohl das deutsche, als auch das spanische Abitur abgelegt. Für mich ist es jetzt wichtig, dass ich die deutsche Sprache nicht verliere. Ein Studium in Deutschland hilft mir dabei. Außerdem wollte ich ein bisschen eigenständiger werden und es wäre mir zu langweilig geworden, wenn ich weiterhin in Barcelona geblieben wäre. Im Vergleich zu Spanien sind auch die Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland viel besser. Es ist in Barcelona wirklich sehr schwierig einen Minijob neben dem Studium zu bekommen und das Studium ist sehr teuer.

Möchtest du für immer in Deutschland bleiben?

Ariadna: Das weiß ich noch nicht. Für mein Studium auf jeden Fall, aber danach bin ich mir nicht sicher. Meine Abschlüsse, die ich hier mache sind auch in Spanien gültig, da es ein sehr internationaler Studiengang ist. Außerdem gibt es viele deutsche Unternehmer in Barcelona. Da habe ich gute Aussichten auf einen Job.

Gibt es etwas, das du besonders vermisst?

Ariadna: Mir fehlt das Großstadtleben. In Barcelona gibt es so vieles zu unternehmen. Man kann durch die Straßen laufen und an jeder Ecke etwas erleben. Für jeden ist etwas dabei. Deshalb wollte ich auch eigentlich nach Berlin. Die meisten meiner Freunde und Mitschüler sind aus Barcelona weggegangen. Viele sind auch nach Deutschland gezogen zum Studieren. Das ist sehr modern an den deutschen Schulen in Spanien. Wir stehen alle in Kontakt.

Du sprichst wirklich sehr gut deutsch. Bereitet dir die Sprache trotzdem manchmal noch Probleme?

Ariadna: Ich verstehe fast alles. Manchmal fällt es mir schwer sehr lange Texte mit vielen Nebensätzen zu lesen. Auch beim Schreiben von Texten muss ich immer über die Grammatik nachdenken. Die habe ich nicht automatisch, richtig im Kopf. Das Sprechen und Verstehen fällt mir aber viel leichter.

Nutzt du eines der verschiedenen Programme, welche die Uni für ausländische Studierende anbietet? Zum Beispiel das Sprachcafé?

Ariadna: Nein bisher nicht, aber ich fühle mich auch nicht wirklich fremd hier. Dadurch, dass ich in einer deutschen Schule war habe ich viel weniger Schwierigkeiten mit der Sprache. Ich fühle mich nicht  wie eine Ausländerin, eher wie einfach nur in einer neuen Stadt. Ich denke so geht es auch den meisten Deutschen hier. Ganz viele Studierende kommen aus anderen Städten, zum Beispiel Frankfurt oder Hanau. Ich war auch mit der Schule schon sehr oft in Deutschland und kenne die Kultur.

Vielen Dank für deine Zeit und die Antworten. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute in Deutschland und bei deinem Studium.

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