Sozialer Zaun darf zunächst bleiben

Das Ordnungsamt Darmstadt hat die Genehmigung für den Sozialen Zaun um einen weiteren Monat verlängert.

DARMSTADT. Benjamin Nover startete zu Beginn des Jahres das Projekt „Sozialer Zaun“ an der Stadtbücherei, um Bedürftige durch die Wintermonate zu helfen. Nun hat das Ordnungsamt die Sondernutzungsgenehmigung vorerst bis Ende Februar verlängert – mit verschärften Auflagen.

Alle zwei Stunden kontrollieren Ehrenamtliche, ob am Zaun alles den Auflagen entspricht.
Alle zwei Stunden kontrollieren Ehrenamtliche, ob am Zaun alles den Auflagen entspricht.

Das System ist simpel, Einschränkungen gibt es nur wenige: Spenden müssen einzeln verpackt in beschrifteten, durchsichtigen Tüten an den Zaun gehängt werden. Damit sehen Bedürftige auf den ersten Blick, was sich darin befindet. Im Interview mit dem Darmstädter Echo betont Nover, dass die Menschen „wirklich nur das nehmen sollen, was sie gerade brauchen“. Gerne gesehen werden Decken, Kleidung, Schlafsäcke, Tiernahrung und Hygieneartikel – Lebensmittel, Babynahrung, Medikamente, Spielzeug und Kosmetik gehören nach Auflage des Ordnungsamts Darmstadt nicht an den Zaun hinter dem Justus-Liebig-Haus.

Im Januar gab es vereinzelnd Beschwerden von Anwohnern über Müll und Lärm – dem soll mit den verschärften Auflagen entgegengewirkt werden. Daher wird der Zaun durch Ehrenamtliche tagsüber alle zwei Stunden kontrolliert muss; auch nachts muss regelmäßig überprüft werden, dass am Zaun alles in Ordnung ist. Das Kontrollgebiet beschränkt sich dabei nicht nur auf den Zaun und die direkte Umgebung, seit Februar werden auch angrenzende Grünflächen kontrolliert und gegebenenfalls von Müll befreit.

Die Resonanz ist überwiegend positiv – in der Facebook-Gruppe „Sozialer Zaun Darmstadt“ befinden sich über 3000 Mitglieder, dort wird auch die Arbeit der Ehrenamtlichen koordiniert. Auch in größeren Städten hat der Soziale Zaun schon Nachahmer gefunden: In Frankfurt und Berlin laufen bereits die Vorbereitungen für ähnliche Projekte, dort warten die jeweiligen Initiatoren jedoch noch auf die Genehmigungen der Ordnungsämter.

Der selbst einst obdachlose Nover hofft, mit dem Sozialen Zaun eine dauerhafte Ergänzung zum Hilfsangebot für Obdachlose und Bedürftige in Darmstadt bieten zu können. Er weiß, dass die meisten Tüten in der Dunkelheit entfernt werden – weil „viele Obdachlose nicht bitten oder danken müssen. Das brauchen sie hier nicht“, so Nover im Gespräch mit dem Griesheimer Anzeiger.

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