Mainz bekommt ein neues Rathaus

Die Sanierung des Rathauses auf dem Jockel-Fuchs-Platz in Mainz, unweit der Theodor-Heuss-Brücke, steht nun fest. Diesen Mehrheitsbeschluss des Stadtrates teilte der SWR am 3. Dezember 2015 mit.

Zuvor wurde von der CDU ein möglicher Umzug des Rathauses in das Kurfürstliche Schloss vorgeschlagen und diskutiert. Gerd Schreiner (CDU), langjähriges Mitglied des Stadtrates und Landtagsabgeordneter für Haushalt und Finanzen, bezog in einem Interview vom 5. Dezember 2015 Stellung.

Das Problem sei, dass es nicht nur eins, sondern gleich zwei sanierungsbedürftige Immobilien in Mainz gäbe. Deshalb hat die Union den Vorschlag gemacht, dass ein Teil des Rathauses in das Schloss umziehen solle. Zum einen würden die Büros des Oberbürgermeisters und der Dezernenten mit ihren Sekretariaten im Rheinflügel Platz finden. Zum anderen könnte man die Repräsentativräume in den Dieter-von-Isenburg-Flügel ansiedeln. Die restlichen Büroräume würden in das Allianzhaus, an der Ecke der Bauhofstraße, einziehen.
Wenn man diesen Plan verfolge, so Schreiner, könne das heutige Rathaus an einen Hotelier verpachtet oder verkauft werden.

Denn ein Problem bei der Sanierung des Rathauses ist der Denkmalschutz. Dieser lässt keine tiefgreifenden Veränderungen an der Architektur von Arne Jacobsen zu, solange das Gebäude als Rathaus genutzt wird. „Das Gebäude entspricht aber nicht mehr den Erfordernissen der Zeit“, erklärt Schreiner. Es gibt riesige Flurflächen, fensterlose Räume und schlechtbelichtete Büros.
„Die Stadt ist einfach pleite und wir müssen aufs Geld schauen“, benennt der CDU-Politiker das eigentliche Problem. „Es werden ungefähr 75 bis 100 Millionen Euro Kosten anfallen, je nachdem ob die Tiefgarage auch saniert wird. Da stellt sich die Frage, ob man zwei Mal so viel Geld ausgeben will oder eben nur einmal.“

Das Kurfürstliche Schloss ist nämlich auch sanierungsbedürftig, dafür sind die Planungen unabhängig von der späteren Nutzung bereits abgeschlossen. Momentan ist dort das Römisch-Germanische-Zentralmuseum, samt Zentralbibliothek, beheimatet. 2018 ist der Auszug des Museum in ein neues Gebäude am Südbahnhof geplant. Somit würde das Schloss leer stehen. „Denkmälern tut es manchmal gut, wenn sie einen neuen Nutzen bekommen“, rechtfertigt Schreiner den vorgeschlagenen Umzug. Denn bei einem neuen Nutzer muss auf dessen Interessen eingegangen werden.

Die Mehrheit des Stadtrates sieht die bessere Lösung darin, dass Schloss an eine Hotelkette zu verpachten und dort Konferenzräume entstehen zu lassen. Nebenan solle dann das eigentliche Hotel gebaut werden.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s