„Wir wollen nicht ändern, wer wir sind!“

Mainzer Hochschulgruppe People of Color veranstaltet Satire-Filmabend

MAINZ. Vergangenen Dienstag, den 24.11.2015, fand an der Johannes-Gutenberg Universität ein von der Hochschulgruppe People of Color (PoC) organisierter Filmabend mit Schwerpunkt Rassismus an Universitäten statt. Justin Simiens Sozialsatire Dear White People veranschaulichte auf komische Weise, wie präsent Rassismus immer noch ist. Der Film von 2014 handelt von einer Gruppe Afro-Amerikanischer Studenten und deren Erfahrungen an einer sonst hauptsächlich weißen Universität. Trotz der zahlreichen urkomischen Momente und Lacher, die der Film bot, waren durchaus auch nachdenkliche Blicke in Raum 3 des Rechtswissenschaftsgebäudes an der JGU zu sehen. Denn für viele Zuschauer mit Migrationshintergrund trifft Simiens Satire genau ins Mark: Rassismus und die Suche nach Selbst-Identifikation in einer Gesellschaft, von der sich nicht alle vollkommen akzeptiert fühlen. Doch genau dafür gibt es die People of Color: um gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, im gegenseitigen Gespräch Vorurteile abzubauen und zu lernen, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Daher fand im Anschluss an den Film auch eine Diskussionsrunde statt, denn es ginge vor allem darum, Erfahrungen zu teilen, so Melina Müller, Mitglied der PoC. „Zu merken, dass man nicht alleine mit solchen Erfahrungen ist, ist ein gutes Gefühl“.

Neben Filmabenden gehören auch gemeinsame Lesekreise, Abendessen und Kuchenverkäufe, durch deren Erlöse neue Veranstaltungen finanziert werden, zum Programm der PoC. Auf Facebook werden entsprechende Termine für jeden sichtbar veröffentlicht.

Die Hochschulgruppe existiert nun seit einem Jahr und wurde von drei Studentinnen der JGU ins Leben gerufen, von denen alle drei verschiedene Wurzeln haben. Den People of Color beitreten kann jedoch jeder, unabhängig von Hautfarbe, Nationalität und (wenn überhaupt) Migrationshintergrund. Denn das Ziel, Rassismus entgegenzuwirken, kennt weder Farbe noch sonstige Unterschiede.

Die Präsenz rassistischer Äußerungen auch heutzutage, schildert Frau Müller anhand einer eigenen Erfahrung. „Bei einem unserer Kuchenverkäufe sagte ein Mann, wir könnten unsere Hautfarbe doch sowieso nicht ändern, wozu also People of Color? Viele verstehen es einfach nicht: Wir wollen nicht ändern, wer wir sind, sondern einfach akzeptiert werden, wie wir sind. Wir sind Deutsche, wie alle anderen auch – das ist keine Frage der Hautfarbe“.

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