Weihnachts-Shopping: „Black Friday“ auch in Deutschland

Stärker denn je hält der „schwarze Freitag“ Einzug in Deutschland. Was zunächst bedrohlich klingt, ist für die meisten wohl eher Grund zur Freude – handelt es sich beim „Black Friday“ doch um den höchsten Feiertag aller Schnäppchenjäger. In den USA gilt er schon seit langem als umsatzstärkster Tag des Jahres. Am vierten Freitag im November, dem Brückentag nach Thanksgiving, wird hier das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Händler locken mit Sonderangeboten, Menschenmassen schieben sich mit Einkaufstüten bepackt durch die Shopping-Center, schon nachts bilden sich Schlangen vor den Geschäften – eine solche Hysterie wünscht man sich natürlich auch hierzulande.

Noch weiß ein Großteil der deutschen Bevölkerung mit dem Begriff nichts anzufangen, doch der Trend ist eindeutig: „Black Friday“ – und das Online-Pendant „Cyber Monday“ – erfreuen sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Seit Apple 2006 erstmals seine Black-Friday-Angebote auch im deutschen Store anbot, sind viele Händler dem Beispiel des Kultunternehmens gefolgt. Douglas, Saturn, Tchibo oder Quelle sind nur einige Beispiele dafür; der Versandriese Amazon wirbt sogar die ganze Woche über mit Blitzangeboten. Eine Studie im Auftrag von deals.com sagt für den diesjährigen Black Friday einen Umsatzzuwachs von knapp 17% im Vergleich zum Vorjahr voraus, Google-Suchen nach Black-Friday-Sales haben sich in den letzten drei Jahren vervierfacht – Indikatoren dafür, dass der Aktionstag bald auch im Terminkalender vieler Deutschen seinen festen Platz haben wird. Während sich die Rabattschlacht noch vor allem online abspielt, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie auch den stationären Einzelhandel erreicht. Dass die Übernahme kommerzieller Feiertage aus den USA funktionieren kann, haben bereits Importe wie Halloween oder der Valentinstag gezeigt.

Der schwarze Freitag wird aber – in Deutschland wie in seiner Heimat – nicht nur positiv aufgenommen. Verbraucherschützer etwa warnen vor falschen Rabatten: Oft würden zu hohe Ursprungpreise angegeben, die in der Realität nie verlangt würden. Verglichen mit den tatsächlichen Marktpreisen falle die Ersparnis so oft deutlich kleiner aus als die Prozent-Angaben vermuten lassen. Konsumkritiker hingegen stören sich an der blanken Kommerzialität des Tages, dem hier in Deutschland zudem der traditionelle Hintergrund fehle. Sie rufen deshalb am darauffolgenden Samstag zum internationalen „Kauf-Nix-Tag“ („Buy Nothing Day“) auf. Erstmals 1992 ins Leben gerufen, hat dieser vor allem symbolische Bedeutung: als Anlass, das eigene Kaufverhalten gerade dann zu hinterfragen, wenn es am schwersten ist, sich dem Konsumtrubel zu entziehen: kurz vor Weihnachten.

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