Im Studium noch zu Hause wohnen?

Ausziehen oder doch zu Hause bei den Eltern wohnen bleiben? Diese Frage stellen sich viele Studenten vor Beginn ihres Studiums. Laut einer Studie im Auftrag des Deutschen Studentenwerks von 2013, wohnen 28 Prozent der Studierenden bei Studienbeginn noch bei ihren Eltern oder bei anderen Verwandten. Damit gehört diese Wohnform zusammen mit der WG zu den beliebtesten Wohnformen der Studenten. Doch welche Vor- und Nachteile bietet das sogenannte „Hotel Mama“?

Oft scheitern Studenten schon an der Wohnungssuche, denn eine kostengünstige Wohnung in der Nähe der Uni zu finden, ist in vielen Städten schwierig. Wer zu Hause wohnt, erspart sich diesen Stress. Zudem fällt bei den Eltern meist keine Miete an und die Lebenshaltungskosten werden zum Großteil von diesen mitgetragen. Daher ist es oft auch nicht unbedingt nötig, sich einen Nebenjob zu suchen. Mehr Zeit für das Studium und eventuell auch mehr Freizeit können gerade am Anfang des Studiums wichtig sein. Für viele ist nicht nur die finanzielle Situation ein Grund, vorerst nicht auszuziehen, sondern auch der „Service“, sich nicht um den Haushalt kümmern zu müssen. Einkaufen, Kochen, Putzen – all das erledigt oft „Mama“, was natürlich auch viel Zeit spart.  Viele Studienanfänger sind sich auch anfangs noch nicht sicher, ob der Studiengang, den sie gewählt haben, überhaupt der richtige ist. Hier kann es auch von Vorteil sein, erst einmal abzuwarten, bevor man von zu Hause auszieht. Vielleicht stellt man plötzlich fest, dass man doch lieber ein anderes Fach studieren möchte und muss dafür die Uni und den Wohnort wechseln.

 
Natürlich hat das Leben im „Hotel Mama“ auch Nachteile. Das größte Problem stellt meist das tägliche Pendeln vom Wohnort zur Uni dar. Je nachdem, wie weit das Elternhaus von der Uni entfernt ist, kann das Fahren mit dem Zug, Bus oder Auto mehrere Stunden am Tag in Anspruch nehmen. Die Zeit, die man zum Beispiel an Hausarbeit einspart, verliert man durch das Warten auf verspätete Züge oder allein durch die lange Fahrt zum Wohnort.   Der Beginn eines Studiums stellt auch den Beginn eines neuen Lebensabschnitts dar. Viele wollen gerne selbstständig und unabhängig von den Eltern sein. Wer als sogenannter „Nesthocker“ noch jahrelang zu Hause bemuttert wurde, dem fällt oft auch später noch der Weg in die Selbständigkeit schwerer. Außerdem kann es schwieriger sein, Kontakte mit Kommilitonen zu knüpfen, wenn man zu weit weg von der Uni wohnt.

 
Ob man tatsächlich ausziehen will, sollte man sich auf jeden Fall vorher gut überlegen. Man sollte entscheiden, ob man weitere Fahrtwege und geringere Selbstständigkeit in Kauf nehmen möchte. Dafür sprechen eine einfachere finanzielle Situation und weniger Aufwand mit Hausarbeit.  Was man bei Beginn des Studiums persönlich für wichtiger hält, das muss jeder selbst -oder zusammen mit den Eltern-  entscheiden.

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