Das Leben als „Ersti“

Chaos, Frust, Überforderung – erwachsen werden!

Jeder Studierende kennt es: Semesterbeginn und tausende Studienanfänger strömen völlig desorientiert über den Campus. Die Schlangen in der Mensa werden länger, der Ansturm auf die Studienberatungsbüros kaum zu bewältigen. Doch was auf die höheren Semester einfach nur nervig oder lächerlich wirkt ist auch für die Neulinge kein Zuckerschlecken. Hat man sich in der Oberstufe noch gefühlt, als hätte man als baldiger Abiturient die Weisheit mit Löffeln gefressen steht man nun wieder ganz unten in der Hackordnung. Noch dazu kommen häufig eine komplett neue Stadt, neue Leute und eine total ungewohnte Lebenssituation. Die erste eigene Wohnung oder WG, ein Stundenplan zum selbst zusammenstellen und niemand mehr da, der einem vorgibt, was man bis wann oder wie zu erledigen hat. Einerseits ein Befreiungsschlag, endlich unabhängig! Andererseits wirft dieser Neubeginn natürlich dutzende Fragen auf, die teilweise leicht, teilweise nicht ganz so leicht zu beantworten sind. Welcher Bus fährt zur Uni? Was passiert, wenn ich mal krank bin? An wen wende ich mich, wenn ich nicht weiter weiß? Angelegenheiten, die mit der Zeit zur Routine übergehen. Aber auch Fragen die tiefer gehen beschäftigen viele Erstis: habe ich mich für den richtigen Studiengang entschieden? Gefällt mir diese Stadt eigentlich? Und vor allem- wie soll ich den ganzen Stoff, der uns in den Vorlesungen versucht wird beizubringen denn jemals bis zur Klausur lernen? Wer das erste Semester überstanden hat wird darüber schmunzeln, kann jedoch nicht bestreiten, dass sie oder er sich anfangs in genau derselben Situation befunden hat.

Auch außerhalb der Uni gibt es ein Leben, das erst einmal neu erkundet werden muss. Wo ist man am Wochenende unterwegs, welche Restaurants sind empfehlenswert, wo kann man am günstigsten Einkaufen und vor allem wie lerne ich schnell neue Leute kennen, die mich begleiten? Täglich neue Freundschaftsanfragen auf Facebook sowie Einladungen zu allen möglichen Ersti-Partys oder Whatsapp-Gruppen. Anschluss zu finden ist im Unialltag kein Problem und feiern können Studenten eindeutig am besten.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten tritt also mit den Wochen ein Alltag ein, der zur Routine wird und das planlose Gerenne auf dem Campus nimmt merklich ab. Die Klausuren rücken näher und die allgemeine Anspannung wird spürbar, nicht mehr nur bei den Erstsemestern.
Im Endeffekt ist jeder einfach nur Student und die Probleme, Sorgen oder Bedürfnisse ähneln sich. Jeder fängt ein Mal klein an und wird sich vermutlich für immer an seinen ersten Tag an der Uni zurückerinnern. Die Zeit als Ersti ist mit Sicherheit eine der aufregendsten im Leben und man lernt sich selbst auf eine ganz andere und viel intensivere Weise kennen. Das Erwachsenwerden hat begonnen. Das heißt jeden Moment in vollen Zügen genießen! Man wird sich später noch oft genug wünschen, wieder ein Mal Student sein zu können.

 

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