Wo Fischadler auf Patrioten treffen

Die Teilnehmer des 49. Super Bowl stehen fest. Das Spiel um die (Welt-)Spitze des American Football wird am 1. Februar zwischen den New England Patriots und den Vorjahressiegern, den Seattle Seahawks, in Phoenix, Arizona ausgetragen.New-England-Patriots-vs-Seattle-Seahawks-2015-Super-Bowl-Wallpaper-364x228

Der Modus ist in groben Zügen schnell erklärt: Aus zwei Verbänden – den sogenannten Conferences- kommt das jeweils beste Team in den Super Bowl, nachdem dieses durch eine reguläre Saison und den anschließenden K.O.-Runden in den Play-Offs ermittelt wurde. Kurz und knapp: Der Champion der AFC (New England) gegen den der NFC (Seattle). Beide konnten bei ihrem finalen Schritt dorthin Ausrufezeichen setzen, die unterschiedlicher nicht sein können. Seattle konnte die Green Bay Packers in einem Kraftakt nach zwischenzeitlichem 16-Punkte-Rückstand in der Over-Time (Equivalent zur Verlängerung im Fußball) mit 28 – 22 niederringen. Die Indianapolis Colts, die Gegner New Englands, glichen dagegen eher dem sprichwörtlichen Vieh auf der Schlachtbank, was durch den 45 – 7 betragenden Endstand visualisiert wird. Trotz, oder gerade wegen dieser immensen Unterschiede, handelt es sich in beiden Fällen, um Leistungen, die das beliebteste Sportereignis des Landes vielversprechend einläuten.

.Mehr als Sport

Der sogenannte Super Bowl Sunday hat sich in der modernen Kultur der USA zu einer Art inoffiziellem Nationalfeiertag entwickelt. So wurde die Vorjahresausgabe des Mega-Events von 111,3 Millionen US-Amerikanern verfolgt – ein neuer Rekord. Dass der Sport mit dem elliptischen Ball aber auch weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten stetig an Popularität gewinnt, beweisen die internationalen Einschaltquoten: Mit weltweit 800 Millionen Zuschauern gehört das Spektakel zu den größten Einzelsportereignissen überhaupt. Wobei das angesprochene Spektakel hierfür wohl mehr Verantwortung trägt als der Sport selbst. Schließlich gehört neben den (hierzulande nicht ausgestrahlten) Werbespots vor allem die aufwendig produzierte Halbzeit-Show zu den großen Gesprächsthemen des Super Bowls. In diesem Jahr dürfen sich Pop-Prinzessin Katy Perry sowie Rock-Veteran Lenny Krevitz in die namhafte Liste der Halftime Show Performers neben Größen wie Michael Jackson oder den Rolling Stones einreihen. Einen musikalischen Einstieg gibt es aber wie immer auch schon vor dem Spiel. Dem amerikanischen Patriotismus entsprechend, wird die Nationalhymne von einer weiblichen Künstlerin gesungen. Diese Aufgabe übernimmt dieses Jahr Musical-Darstellerin Idina Menzel, der mit dem Oscar-prämierten Song „Let it go“ einer der Ohrwürmer 2014 gelang.

Vorfreude in Germany

Nichtsdestotrotz handelt es sich beim Super Bowl in erster Linie um den Sport. Zwar sind die genauen Regeln dem deutschen Durchschnittszuschauer noch nicht allzu geläufig, weswegen hier und da ein wenig Irritation herrscht, jedoch wächst langsam, aber dennoch merklich das Fachwissen sowie der Mut zur Prognostizierung. So könnte die hochgelobte Defensive der Seahawks (die beste in der regulären Saison) entscheidend gegen die offensiv stark auftretenden Patriots, um den Quarterback und dreifachen Super Bowl-Sieger Tom Brady sein. Ein erster Trend zeigt sich hierzulande jedenfalls bereits. Insbesondere Titelverteidiger Seattle erhält große Unterstützung in den sozialen Netzwerken. Denn wenn der Fußball für eine Nacht amerikanisch wird, liest man in den Neuigkeiten auf Facebook statt „¡Hala Madrid!“ auf einmal „Go, Seahawks!“

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