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Mangel an Giftstoffen – USA betreibt trotzdem weiterhin Hinrichtungen

Am Freitag, dem 16.01.2015 wurde erstmals nach fast neun Monaten nach einer Hinrichtungspanne im April 2014 der erste Häftling, Charles Frederick Warne, Mörder und Vergewaltiger eines elfjährigen Mädchens, in Oklahoma hingerichtet.

Die Panne im April 2014 ereignete sich, als der zur Hinrichtung verurteilte Clayton Lockett  am Tag der Hinrichtung erst nach 43 qualvollen Minuten sterben durfte, da die Kanüle falsch gelegt worden war. Dies war nicht der einzige Zwischenfall im Jahr 2014 gewesen. Generell haben die USA ein Problem, die Hinrichtungen korrekt durchzuführen: Es herrscht ein Mangel an den für den Todescocktail nötigen Grundstoffen wie dem Narkosemittel Natrium-Thiopental, amerikanische Firmen wie Hospira weigern sich, dieses zur Verfügung zu stellen. Nun greifen die USA zu noch ungetesteten und nicht zugelassenen Stoffen, wie dem Betäubungsmittel Pentobarbital, welches dafür eingesetzt wird, Tiere einzuschläfern.

Featured imageLieferstopp seit vier Jahren 

Bis zum Jahre 2011 wurde Natrium-Thiopental aus Europa geliefert, unter anderem auch von der deutschen Pharmaindustrie. 2011 forderte die Bundesärztekammer die Pharmaindustrie auf, Arzneimittel, die dieses Mittel enthalten, nicht in die USA zu liefern. Auch der damalige Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte diese Aufforderung tatkräftig unterstützt. Seitdem ist ein Export von Natrium-Thiopental aus der EU nach einem Beschluss nur noch per Sondergenehmigung möglich. Dies ging vor allem auf Röslers Initiative und auch auf die von Menschenrechtsorganisationen zurück.

Grundrechte sollen geschützt werden

Auch Artikel 2 der Charta der Grundrechte der EU, welcher lautet: ,,Niemand darf zur Todesstrafe verurteilt oder hingerichtet werden“, unterstreicht die Position der Europäischen Union gegenüber der Hinrichtungen in den USA. Die Europäische Union kritisiert nach wie vor die qualvollen Hinrichtungen und sei ,,sehr besorgt über die Bedingungen der Hinrichtung“, so ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel.

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