Rihanna, Rigoletto und Robbie an einem Abend

 

Mainz. Tag & Nacht: Was meenzt du

Standing Ovations bei dem musikalischen Schauspiel „Querbeat“ im Staatstheater in Mainz

MAINZ. Zur Zeit zeigt sich das Mainzer Staatstheater mal von einer ganz anderen Seite. Das große Orchester ist nicht in den für sich typischen Orchestergraben unter der Bühne verbannt. Nein, die Bühne gehört viel mehr dem Orchester. Für das nahezu ausgebuchte Schauspiel „Querbeat“ werden große Geschütze aufgefahren: Die Streicher sitzen vorne in der Mitte beim Dirigenten Sebastian Hernandez-Laverny. Nahezu jedes Streichinstrument ist zu finden, von der Bratsche über Geige und Violine bis hin zum Kontrabass. Das „Querbeat“- Orchester beherbergt außer den üblichen Instumenten auch ein Schlagzeug, ein Klavier und eine Harfe.

Das Bühnenbild schafft einen fließenden Übergang zwischen den Sängern im Vordergrund und den Musikanten im mittleren und hinteren Teil. Vorne rechts, am Rand der Bühne steht ein Bartresen, von welchem aus der Moderator Alexander Spemann die Sänger anmoderiert und mit Witzen und Anekdoten schauspielerisch durch den Abend leitet. Er gibt der Reihenfolge der Lieder einen roten Faden.

Die musikalische Darstellung beginnt mit einem Stück, das jeder schon einmal gehört hat, aber nur Wenige zuordnen können. Es ist die Ouvertüre von Georges Bizets berühmter Oper Carmen. Das Orchester tönt durch den ganzen Saal und zieht mit seiner Lautstärke und Präsenz die Zuschauer schon beim ersten Lied in seinen Bann. Nun folgen einige alte und neue Hits aufeinander, die von immer verschiedenen Sängern vorgetragen werden. Der Clou ist hier: Auch die Tenöre und Opernsänger des Mainzer Staatstheaters singen moderne Lieder und überraschen durch ihre Vielseitigkeit. Eric Laporte zum Beispiel, der im Moment in Mainz noch in der Oper La Traviata sein Können unter Beweis stellt, singt nach Verdis Rigoletto auch Songs von Elton John und Supertramp.

Ein Highlight für mich ist Kristina Gorjanowas Inszenierung von Adeles Hit „Someone like you“. Für die Herren der Schöpfung ist das erste Lied nach der Pause wohl interessanter. Die Titelmusik von Star Wars dürfte durch die leidenschaftliche Vorstellung nicht nur Science-Fiction Fans begeistert haben. Auch in der zweiten Hälfte ist aus jeder Musikrichtung etwas zu finden. Von Michael Jackson geht es über Metallica bis hin zu „Le Veau d’Or“ aus der Oper Faust. Als Rihannas „Don’t stop the music“ performt wird, darf auch das Publikum nicht ruhig sitzen bleiben. Alle werden dazu aufgefordert, aufzustehen, mitzusingen und zu tanzen. Das Schauspiel schließt mit Robbie Williams‘ „Let me entertain you“, darauf folgt tosender Applaus, die Theatergäste erheben sich ausnahmslos von ihren Sitzen.

Die Standing Ovations haben sich die Sänger redlich verdient. Das Orchester erntet jedoch den meisten Beifall, der kraftvolle Auftritt und die Vielfalt der Instrumente haben die Zuschauer offensichtlich am meisten beeindruckt.

Caroline fb II

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