Das Leiden der jungen Akademiker

lernfotoJeder Student kennt es, die wenigsten freuen sich drauf: Die Klausurphase steht bald vor der Tür; für einige hat sie sogar schon längst angefangen. Als selbsternannte Prokrastinations-Expertin ist es für mich auch bald wieder soweit – eine Klausur und drei Hausarbeiten müssen bis zum Ende des Semesters überlebt werden. Aber wie?
Von Panikattacken, Heularien oder generellem Lernstress werde ich selten verschont, nicht zuletzt wegen des Lernstoffs, den es zu überwältigen geht. So wie viele andere meiner Kommilitonen und Kommilitonin kommt immer was Wichtigeres zwischen mich und meine Bücher: Die Wohnung muss geputzt werden, der Film kann nicht auf später verschoben werden, die Nägel müssen stundenlang lackiert werden und vieles mehr.
Und jedes mal, wenn die Phase geschafft ist, die letzte Klausur geschrieben wurde, die letzte Hausarbeit abgegeben wurde, verspreche ich mit großem Mundwerk: Beim nächsten Mal wird es besser. Man hat ja aus seinen Fehlern gelernt. Man möchte bloß nicht nochmal in so eine Situation kommen, bei der man vor lauter Stress vergisst zu essen oder aufs Klo zu gehen. Das geht auch anders.
Und nächstes Semester geht der ganze Spaß von vorne los.
Allerdings muss ich zugestehen, dass ich aus einigen Fehlern lernen musste. Ich war noch nie ein großes Talent im „Last-Minute-Lerning“ und so hat dies auf der Uni oft zu nicht bestandenen Klausuren geführt. Und der Frust, Klausuren wiederholen zu müssen, hat schlussendlich geholfen, sich einige Tricks anzueignen, durch die das Lernen doch nicht zur Tortur wird und ich doch zeitig damit anfange:

1. Der frühe Vogel fängt den Wurm
„Morgen fange ich an!“ dies Aussage sollte man am Besten gleich gegen „Jetzt fange ich an!“ austauschen. Das Schwierigste dabei, seinen Lern-Schweinehund zu überwinden ist es, die Motivation zu finden. Und dabei kann der rechtzeitige Lernstart einen enormen unterschied zwischen gutem und miserablem Prüfungsergebnis machen. Der erste Schritt dabei ist, sich einen Überblick über seinen Lernstoff zu verschaffen. Wie viel steht an und wie viel kann man in der verbleibenden Zeit schaffen?
Dabei kann man immer auf Hilfe zurückgreifen: Am Besten fragt man den Dozenten zum abgeprüften Lernstoff oder man holt sich Tipps von älteren Kommilitonen, die die Klausur schon hinter sich haben. Dasselbe gilt für Hausarbeiten: wenn man sich rechtzeitig Gedanken über sein Thema macht, bleibt genug Zeit für Recherche und die Verschriftlichung.

2. Lernplan machen
Nachdem man den Lernstoff eingegrenzt hat, sollte man ihn in Häppchen aufteilen. Auch wenn man sich nicht immer zu 100% an den Lernplan halten kann (oder will), so gibt er einem ein Gefühl der Sicherheit, da man einen Überblick über die Themen vor Augen hat. So kann man sich seine Häppchen auf die verbliebenen Tage verteilen.

3. Merkhilfen schaffen
Lernstoff lässt sich besonders einfach bewältigen, wenn er mit Emotionen verbunden wird. So helfen emotionale Assoziationen den Stoff schneller zu erlernen. Dabei helfen auch ganz oft Eselsbrücken, die man sich individuell zusammenstellt. So musste ich beim Zwiebelmodell von Weischenberg immer an eine geschälte Zwiebel auf einem Wäscheberg denken.

4. Das Gelernte wiedergeben
Es reicht nicht, den vorgegebenen Stoff nur in sich aufzusaugen, man muss auch fähig sein, das gelernte schlüssig wiederzugeben. Dabei sollte man sich innerlich immer wieder abfragen: Was habe ich da gelernt? Der klassische Weg, um dies zu vereinfachen, wäre die Benutzung von Karteikarten.

5. Geteiltes Leid ist halbes leid
Wer alleine die Motivation nicht finden kann, sollte auf andere Leidensgenossen zurückgreifen und mit ihnen eine Lerngruppe bilden. Dies bietet, neben der Motivationshilfe, auch die Möglichkeit, fehlendes Wissen aufzugreifen und zu erlernen.
Dabei sollte man kurz vorm Schlafen gehen das am Tag Gelernte noch einmal komplett aufsagen. So bleibt der Stoff auch im Langzeitgedächtnis.

6. Mit Pausen belohnen
Wenn man, so wie ich, zu den Personen zählt, die nicht den ganzen Tag durchlernen können, sollte man sich mit Pausen belohnen. Beschäftigungen, welche zu Reizüberflutungen führen können, wie beispielsweise gewalttätige Videospiele oder ähnliches, sollten auf den Feierabend verschoben werden. Diese können die Lerneffektivität schmälern und so sollte man sich andere Belohnungsmöglichkeiten suchen.

7. Ausreichend schlafen
Auch wenn die Nervosität oder das Adrenalin vor Klausuren einem öfter eine schlaflose Nacht bescheren, so sollte man einen Tag vor der Prüfung ausreichend Schlaf kriegen. So geht man sicher, dass man während der Klausur die Aufgaben in Ruhe und gewissenhaft lösen kann. Kurz vor der Klausur sollte man auch nichts Neues mehr lernen, sondern den bisher erlernten Stoff wiederholen.

8. Der Dozent ist nicht dein Feind
Vor Klausuren sollte man den Dozenten bezüglich der klausurrelevanten Themen ausquetschen. Er wird einem sicherlich nicht sagen, was genau abgefragt wird, aber womöglich grenzt er bestimmte Themen aus.
Wenn man Hausarbeiten schreibt, ist es ratsam, die jeweilige Sprechstunde des Dozenten zu besuchen. Hierbei kann man sein Thema besprechen und Fragen stellen.

Diese Tipps geben keine Garantie, dass jede Klausur mit Bravour bestanden wird oder jede Hausarbeit eine Glanzleistung wird. Sie sollen dabei helfen, die Zeit der Vorbereitung etwas erträglicher zu machen.
Diese Zeit verlangt jedem Studenten eine Menge Arbeit ab. Doch das Wichtigste in dieser Phase ist der Ausgleich zwischen Lernerei und anderen Aktivitäten, die zur Regeneration dienen. Neben der Arbeit sollte man drauf achten, weiterhin seinen Hobbys nachzugehen und diese zu genießen. Die verhelfen letzten Endes zu einem klaren Kopf und dieser dient einem zum Lernen am Besten.

Für Alle die Tricks für ihre nächste Hausarbeit suchen, hier ein Beitrag von Dr. Nikolaus Jackob M.A.

http://www.studium.ifp.uni-mainz.de/files/2013/11/wissenschaftliches_schreiben.pdf

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