„Spast“ – Ein Interview mit Jannick Larsson

Es gibt die, die es gerade so schaffen, von Woche zu Woche ihre Vorlesungen nachzuarbeiten. 

Und es gibt Jannick Larsson, Student der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 

Er veröffentlichte 2012 sein erstes Buch und feiert damit größeren Erfolg als erwartet. 

Nebenbei schrieb er sein Abitur.

Spast erlebt alltägliche Dinge.

Aber er nimmt seine Umwelt nur durch einen Schleier äußersten Desinteresses wahr und erlebt stattdessen seine Erinnerungen, oder das was er dafür hält, wesentlich intensiver.

Der junge Student mit Alkoholproblem und einer massiven Psychose fliegt von seinen Studienort aus zurück nachhause, hat dann aber Angst vor einer Begegnung mit seiner Familie und zieht bei Freunden ein. Das geht nicht lange gut. Dann irrt er wieder ziellos durch die Gegend, bis er schließlich doch zu seiner Familie zurückkehrt. Es lüften sich ein paar alte Geheimnisse.

Realität und Wahnsinn liegen nicht nur beieinander, sie verschmelzen.

Hallo Jannick, 

du studierst im Augenblick in Jena. Das was du jetzt tust ist aber gar nicht dein ursprünglicher Plan gewesen. 

Genau. 2012 habe ich mein Abitur gemacht. Direkt im Anschluss daran habe ich mich an der Friedrich-Schiller-Universität für Jura eingeschrieben. Ich musste allerdings feststellen, dass ich genau so ein toller Jurist wäre wie Putin ein lupenreiner Demokrat ist. Dann bin ich besser kein Jurist geworden. Schließlich habe ich mich auf meine wenigen Talente besonnen und ein mehr oder weniger geschichtslastiges Fach in Angriff genommen. Das läuft bis jetzt ganz gut. Aber die Joblage sieht da natürlich, wie überall grade, ziemlich mau aus.

Was war damals zuerst da: der Wille ein Buch zu schreiben ? -oder die Geschichte des Buches ? 

Naja, gut. Was heißt „der Wille ein Buch zu schreiben“. Ich denke, dass ziemlich viele Menschen gerne ein Buch schrieben. Die Wahrheit ist relativ unspektakulär: Ich schrieb eben so vor mich hin und irgendwann war’s fertig.

Hat dir der Deutschunterricht in der Schule gezeigt, wie man gut und spannend schreibt ? 

Ja, gewissermaßen. In der 5. Klasse waren meine Deutschnoten katastrophal, weil ich privat gerne ältere Literatur gelesen und mir die entsprechende Orthographie angewöhnt habe. So wie : „Auch dies hat gekost mich etlich Thraen“  Ja wirklich. So schlimm war das mal eine zeitlang. Wie es jetzt um meine Schreibkünste steht kann man ja in „Spast“ erkennen.

Gab es auch Probleme auf dem Weg vom Notizbuch bis in die Druckerei ?

Es war so einiges anders geplant. Ich persönlich wollte das Buch  „Histrion“ nennen, aber der Verlag schlug vor, dass „Spast“ besser sei, weil es provokanter wirke. Ich war damit nicht einverstanden.

Und der Verlag hat es trotzdem durchgesetzt ? 

Sie haben’s trotzdem gemacht. Naja, was soll man sagen.

Hat das die Vorzeichen für die Geschichte geändert? 

Man kann auch nicht leugnen, dass der Protagonist auch ein ziemlicher Spast ist. Ich fand Histrion nur versöhnlicher.

Weshalb sollte das Buch ausgerechnet „Histrion“ heißen?

Wegen der „histrionischen Persönlichkeitsstörung“ – das ist nämlich genau das, was der Protagonist hat.

In einer Leser-Rezension im Internet über dein Buch steht dass „es mich zu sehr runtergezogen hat“. Nicht gerade ein Happymaker also. Ist das eine Gefühl das du erzeugen wolltest?

Ich war 17 als ich das Buch schrieb, also ist übertrieben-affektierte Ohnmacht und Depression GENAU das Gefühl, das ich erzeugen wollte.

Wie gehts jetzt weiter mit deiner Autorenkarriere?

Die erste Auflage von „Spast“ ging weg, aber die ständigen Fragen zu dem Buch haben in einem Maße genervt, dass ich sagen würde, ein zweites schriebe ich sicherlich nicht mehr so leichtfertig. Und wenn, dann nur unter einem Synonym. Ruhm ist eine Bürde.

Was hast du stattdessen jetzt vor? 

Demnächst steht für mich die Planung des Masters an. Den würde ich gerne an der Heimat hellem Strande, sprich Schweden, machen.

Der Sinn des Lebens ist…

…sicherlich irgendwo bei Schopenhauer erklärt.

Danke für das Gespräch!

Ein Gedanke zu „„Spast“ – Ein Interview mit Jannick Larsson“

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s