Mit dem Kopf durchs Netz und dem Schwert zur Oberhand

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Mainz. Kendo, Aikido, Bogenschießen, Artistik, Capoeira, Triathlon – längst hat der Mainzer Unisport mehr zu bieten als die „Klassiker“ unter den Sportarten wie Fußball oder Schwimmen. Dabei locken in diesem Jahr Neueinsteiger wie Headis und Parkour langsam aber sicher neugierige Interessenten an, die sich vom umfangreichen Programm des AHS begeistern lassen. Ob Anfänger oder gar Leistungssportler – hier kommt jeder gemäß vorhandener Fähigkeiten auf seine Kosten.

Diese Institution der Johannes-Gutenberg-Universität bietet Traumtänzern, Kraft- und Energiepaketen, Unentschlossenen sowie Mutigen den Spielraum, ihre Talente zu entfalten, Neues zu entdecken oder gar über die Grenzen ihrer Erwartungen hinauszugehen.
Zu den beliebtesten Angeboten gehören hier wohl Aerobic und Konditionstraining, welchem man sich jeden Abend zu unterschiedlichen Zeiten 45 Minuten lang hingeben kann, nach denen man sich garantiert erhitzt über getane Arbeit freut. Bei Aikido lernt man, die Bewegungen des Angreifers in fließende Verteidigungstechniken aufzunehmen und freitags kommt zu dem regulären Training das Praktizieren mit Holzschwert, auch Bokken genannt, und Jo, einem Holzstab, hinzu. Etikette und Respekt sowie das Fördern der Anfänger werden hier groß geschrieben. Die Grupo Bantu de Capoeira dagegen erfreut sich einer ungezwungenen Atmosphäre, in der sich jeder dem brasilianischen Tanz verknüpft mit Kampftechniken in seiner Weise hingeben und zudem die typischen Instrumente erlernen kann. So wurden beim ersten Treffen des Semesters Neuankömmlinge sofort in eine vibrierende Tanzvorstellung mit eingebunden. Die vielseitige und moderne Kampfsportart Ju-Jutsu besticht andererseits mit militärhaften Aufwärmprogrammen, die bereits zu Beginn des Trainings den ein oder anderen von einer Wiederholung des Erlebnisses abhalten. Einige jedoch schätzen die Mischung aus körperlicher Fitness, Selbstverteidigung und effektiven Techniken. Modernes Sportkarate mag auf Zuschauer anfangs etwas kurios wirken, da sehr bald der Anschein erweckt wird, es handle sich lediglich um Konditions- und Muskelaufbau. Die wenigen Anfänger, die sich dann aber entschlossen, Mitglied zu werden, erfahren eine hingebungsvolle Zuwendung der Trainerin, um neue Tritt-, Schritt- und Schlagabfolgen möglichst fehlerfrei zu erlernen.
Doch nun zu den Neuzugängen des Semesters: Headis und Parkour. Headis? Da ist sicherlich jedem unverzüglich bewusst, dass bei dieser Sportart wohl der Kopf zum Einsatz kommt. Genauer betrachtet handelt es sich hierbei um Kopfball-Tischtennis. Mit einem leichten Plastikball in Handballgröße kommt es zu rasanten Ballwechseln auf einer regulären Tischtennisplatte, die klassisches Tischtennis, Tennis und Fußball miteinander verbinden. Durchgesetzt wurde das Unterfangen von zwei Mitgliedern der Fachschaft Sport, die sich dem Bann und der Action des Ganzen nicht entziehen konnten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde die Werbetrommel so lange gedreht bis sich die kleine Gruppe heute regem Zuwachs erfreut, denn vor allem für Fußballspieler kann das Kopfball Training sehr förderlich sein.
Mit Stolz dürfen zwei junge Trainer von sich behaupten, den spannendsten Sonderkurs des Semesters anzubieten: Parkour. Wurzeln schlagend in den 80er und 90er Jahren in Paris, wurde diese Sportart zu einer Philosophie für benachteiligte Jugendliche, die Formen des französischen Militärs zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Freude an freier Bewegung ausfeilten. Das Trainerduo setzt jede Woche samstags auf Selbsteinschätzung und selbstständiges Training gepaart mit der Vorführung neuer Sprünge oder Überwindungstechniken von Mauern, was vorerst in der Halle vollzogen wird. Mit überdurchschnittlichem Engagement wird dort jeder Einzelne gemäß seiner Fähigkeiten gefördert und so gibt es nicht selten Rundmails mit Geheimtipps zu Trainingsspots in der Mainzer Innenstadt oder Einladungen zu gemeinsamen Aktivitäten. Neben dem Spaß steht dabei natürlich auch ein straffes Muskelaufbauprogramm am Ende jeder Einheit. Französische Musik und der Charme und Humor des Duos machen die 20 Euro Beitrag pro Semester allemal zur guten Investition. Es werden auch jetzt noch Anmeldungen im AHS-Büro entgegen genommen.

von Lisa-Marie Seidl

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