QKaff Poetry Slam- Sven Hensel dichtet sich in die Herzen der Zuschauer

 Mainz  Das Nachwuchstalent Sven Hensel aus Gelsenkirchen hat sich beim letzten  „QKaff Poetry Slam“ auf dem Campus der Uni Mainz gegen seine 7 Konkurrenten durchgesetzt und wurde nach Abstimmung des Publikums zum Sieger des Poeten-Wettstreits.

Zu Beginn eines solchen Poetry Slams wird zuerst ausgelost welche Kandidaten gegeneinander antreten. Direkt nach ihren Darbietungen entscheidet dann das Publikum welcher der beiden Slammer noch einmal auf die Bühne treten darf. Ziemlich schnell wird klar, dass jeder der Kandidaten talentiert ist, doch der Jüngste in dieser Runde sticht gleich zu Beginn mit seinem fröhlichen Auftreten und seiner offenen Art heraus. Sein erstes Gedicht trägt den Namen „Für Thunfisch“. Die Erklärung für diesen doch eher ungewöhnlich Titel folgt prompt: „Wisst ihr was das auf Englisch heist? Richtig, For Tuna. Und das wiederum bedeutet Glück, und darum geht es auch in diesem Gedicht.“ Man spürt die Neugier des Publikums nach dieser nicht ganz ernst gemeinten Einleitung. Er beginnt und als die 7 Minuten vorbei sind, die jedem Kandidaten als Zeitlimit vorgegeben waren, hatte jeder der Zuschauer mindestens einmal gelacht, gestaunt wie lebendig der 19-Jährige seine Kunst vortrug und am Ende heftig applaudiert. Er setzt sich gegen seinen ersten Gegner durch. Nun ist er zum zweiten Mal an der Reihe und die Erwartungen sind groß. „Dieses Gedicht handelt von einem Thema, das viel zu selten angesprochen wird auf der Welt: Die Liebe“. Alle Zuschauer fangen an zu lachen und auch Hensel schmunzelt, doch kurz nachdem er begonnen hatte, wusste jeder sofort was gemeint war. „Du bist falsch, du bist falsch, du bist falsch rast dir durch den Kopf“ schreit er während er sich dazu rhythmisch auf die Brust schlägt. Er thematisiert Homosexualität, wie es sich anfühlt sich anders zu fühlen und von anderen ausgestoßen zu werden. „Weil die Welt eine Bühne ist, spielst du Hetero und Julia“ sagt er, mal laut und auf den Boden stampfend, mal leise mit gebrochener Stimme. Er kritisiert Putin und fordert einen Gesinnungswandel in der Gesellschaft. Er beendet seinen Vortrag und die kurze Stille wird vom tosenden Applaus des berührten Publikums durchbrochen. Wieder und wieder setzt sich der sympathische Schüler gegen seine teilweise viel älteren Konkurrenten durch.

Schließlich steht er als Sieger fest und wird aufgefordert noch eine Zugabe zum Besten zu geben. Obwohl man merkt, dass er schon an vielen dieser Wettbewerbe teilgenommen hat und sicher auf der Bühne steht, trägt er diesen persönlichen Text doch eher schüchtern vor, und gewinnt gerade dadurch die letzten Zuschauer für sich. Er bedankt sich herzlich bei diesen und ermutigt sie, nach dem Ende der Veranstaltung auf ihn und die anderen Slammer zuzugehen.

Nach diesem Abend kann man davon ausgehen, dass dies nicht der letzte Poetry Slam für Sven Hensel gewesen sein wird. Und wer weiß, vielleicht erobert ein Slam-Video von ihm auch einmal das Internet, wie es das von Julia Engelmann vor zwei Jahren schon getan hat.

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