Bombenetnschärfung ohne Zwischenfälle

Mainz, 01. Dezember – Rund 8.500 Bewohner haben gestern im Stadtteil Weisenau für Stunden ihre Wohnungen evakuiert. Grund dafür war die für mittags geplante Entschärfung einer 500kg schweren Fliegerbombe.

Offizielle Pressesprecher gaben dann bereits am frühen Nachmittag Entwarnung: „Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Mainz-Weisenau ist entschärft.“

Nachdem am Mittwoch während Bauarbeiten der Sprengkörper gefunden wurde, beschlossen der verständigte Kampfmittelräumdienst und das Ordnungsamt eine Entschärfung sei notwendig. Die Stadt informierte daraufhin am Donnerstag in einer Pressemeldung über die Entdeckung des Blindgängers und die geplanten Evakuierungsmaßnahmen. Neben allen Gebäuden in einem Kilometer Umkreis zur Bombe wurde ebenfalls der gesamte öffentliche Verkehr im Gebiet umgeleitet. Auch für den betroffenen Rhein-Abschnitt erging eine Zwangspause.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt?

Eine Situation wie diese ist im Raum Mainz kein Einzelfall, da die Stadt während des Zweiten Weltkrieges mehrfach unter Beschuss stand. „Die Gefahr, die von Blindgängern ausgeht, wird allgemein unterschätzt“, sagt Kampfmittelexperte Wolfgang Spyra in Bezug auf das Problem in ganz Deutschland. Laut seiner Einschätzung sei es außerordentliches Glück, dass bisher nur wenige Menschen verletzt oder getötet worden seien.

Eine gezielte Suche nach den Sprengkörpern ist in Deutschland nicht üblich. Grund sind mitunter die Kosten, denn das Kriegsfolgengesetz sieht nur vor, dass der Bund für die Entschärfung deutscher Munition aufzukommen hat. Für englische oder französische Bomben beispielsweise, müssen die jeweiligen Bundesländer selbst die Kosten tragen. Auf der Internetseite des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz wird ebenfalls betont: „Die Zuständigkeit des Kampfmittelräumdienstes ist auf die zur Abwehr konkreter Gefahren unmittelbar erforderlichen Maßnahmen beschränkt. Aufgefundene Kampfmittel werden vom Kampfmittelräumdienst identifiziert, ggf. entschärft, abtransportiert und vernichtet.“ Die systematische Suche nach Sprengkörpern gehört nicht zur Zuständigkeit. Zu diesem Zweck wird auf der Seite auf kostenpflichtige, private Fachunternehmen verwiesen. Laut Spyra werde es bei der derzeitigen Aufspürrate noch Generationen dauern, bis Deutschland bombenfrei sei.

(Bemerkung: keine Bilder aus urheberrechtlichen Gründe)

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