Mainz. Tag & Nacht: Was meenzt du

Mainz. Tag & Nacht – Was meenzt du?: Eine Welt in Schwarz-Weiß – ein Kommentar zu Ferguson

Mainz. Tag & Nacht: Was meenzt du

Am 9. August diesen Jahres erschoss der Polizist Darren Wilson den 18-jährigen afroamerikanischen Schüler Michael Brown in Ferguson, einer Kleinstadt in Missouri, USA. Daraufhin kam es zu Aufständen und Protesten gegen rassistische Polizeigewalt und Toleranz eben dieser. Als Folge wurde die Nationalgarde entsandt und Ausgangssperren wurden verhängt. Die Situation ist nach wie vor angespannt.

Eine ganze Stadt brennt vor Wut, nachdem am 24. November die Befürchtung zur Gewissheit wurde: Polizeibeamter Darren Wilson, der am 9. August 2014 den unbewaffneten Jugendlichen Michael Brown erschossen hat, wird mangels ausreichender Beweislage nicht angeklagt. Nun hat der Polizist sein Amt niedergelegt.

Nicht nur die Bewohner in Ferguson (Missouri USA) sind aufgebracht, in weiten Teilen der USA wird protestiert. Die Menschen sind enttäuscht, verzweifelt, wütend. Die Rassismusdebatte in den USA ist so alt wie die Staaten selbst, aber trotzdem nicht weniger aktuell. Wöchentlich werden junge Afroamerikaner von Polizisten ermordet1, manche sind unschuldig, andere haben tatsächlich ein Verbrechen begangen; doch das rechtfertigt das Morden noch lange nicht. Grundsätzlich sollte jedem die Möglichkeit gegeben werden, einen fairen Prozess beanspruchen zu können. Grundsätzlich sollte jedem die Möglichkeit gegeben werden, zu leben. Grundsätzlich sollte man nicht wegen seiner Hautfarbe verdächtigt werden.

Der Tod von Michael Brown ist nicht der einzige Fall dieser Art, es werden immer mehr und in Anbetracht der Unruhen – nicht nur in Ferguson, sondern in den USA insgesamt – scheint es nicht mehr lange zu sein, bis der letzte Tropfen fällt und das Fass endgültig überläuft.

Immer noch bemühen sich die Protestierenden friedlich zu demonstrieren, aber einige Nachrichtensender ziehen es vor, die negativen Beispiele von Plünderungen und Ausschreitungen zu verbreiten – und somit werden die Aggressionen weiter geschürt.

Und die Wut der afroamerikanischen Bevölkerung ist gerechtfertigt: Lange genug haben sie gelitten und trotzdem ist Gerechtigkeit immer noch ein Traum für viele von ihnen. Eltern müssen ihren Kindern von früh auf erklären, dass sie sich in der Gegenwart von Polizisten hüten müssen, nicht bedrohlich zu wirken, auch wenn dies demütigend ist. Die Kinder sehen nur weiße Superhelden im Fernsehen. Das Schönheitsideal, das in den Medien präsentiert wird, ist helle Haut und glattes Haar.

Wer behauptet, Rassismus sei ein Thema der Vergangenheit, hat nicht richtig aufgepasst. Und wer behauptet, man solle nach friedlichen Lösungen suchen, scheint nicht zu verstehen, wie lange diese Menschen schon diesen Kampf bestreiten und immer noch verheerende Rückschläge kassieren.

Und auch Martin Luther King, der Inbegriff des gewaltlosen Widerstands, wurde letztendlich für seinen Einsatz und seine Hautfarbe erschossen. Es wird wohl leider noch lange dauern bis sein Traum in Erfüllung geht.

(1)http://www.usatoday.com/story/news/nation/2014/08/14/police-killings-data/14060357/ (Zugriff: 26.11.2014)

Wir haben uns auf dem Campus der JGU umgehört und einige Meinungen der Studierenden zu diesem Thema gesammelt. Natürlich gibt diese Umfrage nur einen kleinen und zufälligen Teil der Meinungslandschaft wieder.

Philipp S., 20 Jahre, Germanistik und Philosophie:

„Meiner Meinung nach ist das, was da passiert, die Entladung der Wut, die sich in einer Bevölkerungsgruppe aufstaut, wenn sie ständig schikaniert wird und daher ist Protest erst mal verständlich; dass es da gewaltsam werden kann meinetwegen auch, aber das dann ein Großteil der „Demonstranten“ da nur mitmacht um Läden zu plündern, wirft darauf dann wiederum ein schlechteres Licht als es sollte.

Kira R., 20 Jahre, American Studies:

„Was dort passiert, ist echt übel, vor allem wie die Medien darüber berichten; und diese sogenannte „Jury“, die bestand aus zu 75% nur aus Weißen.“

Marie J., 19 Jahre, Linguistik und American Studies:

„Bei dem Justizsystem, das dort gilt, würde ich nicht in Amerika leben wollen.“

Tobias S., 20 Jahre, Publizistik und Politikwissenschaft:

Ich denke, dass die Jury, die die Beweismaterialen geprüft hat, gute Arbeit gemacht hat und vertraue auf die Arbeit der Gerichtsbeamten. Ich denke aber, dass die Krawalle auf eine Unzufriedenheit in der schwarzen Bevölkerung hinweisen. Will man Ferguson ad acta legen, muss man die sozialen Probleme der Menschen lösen.

Carina B., 20 Jahre, American Studies und Geschichte:

Meiner Meinung nach schießt die Polizei in Amerika viel zu schnell, zumal der Junge ja unbewaffnet war und die Polizei eigentlich die Aufgabe hat, Leute zu schützen und nicht sie zu erschießen.


Kommentar und Recherche von Sirona fb II

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