Mainz. Mainz Tag & Nacht – Durch’s Schlüsselloch: Räuber und Gendarm für die Yolo-Generation

NEU_Durch's Schlüssellloch

Räuber und Gendarm für die „Yolo – Generation“

Lasertag – von der Kriegsvorbereitung zum Freizeitspaß

 „Solo“, „Retro Zed“, „King of hill“ – das klingt nach neumodischen Cocktails oder ausgefallenen Kamasutrastellungen. Falsch gedacht. Es handelt sich um verschiedene Spielformen des Simulationsspiels Lasertag. Nicht zuletzt durch Barney Stinson aus der  US-Serie „How I met your mother“ wurde das Spiel nun auch in Deutschland zum beliebten Freizeitspaß. In zahlreichen deutschen Städten, unter Anderem in Mainz, gibt es bereits Lasertag-Zentren, die häufig schon frühzeitig ausgebucht sind.


Das Lieblingsspiel von Barney Stinson findet in einem großen, dunklen Raum statt, der wie ein Labyrinth aufgebaut ist. In dieser „Arena“ müssen sich die Spieler gegenseitig mit Infrarotstrahlen abschießen. Vor Beginn des Spiels erhält jeder eine Weste mit Sensoren an Rücken, Schulter und Brust. Mit den pistolenartigen Laserstrahlern, den „Phasern“, müssen diese Sensoren getroffen werden. Natürlich nur die des gegnerischen Teams. Wurde man zu oft hintereinander getroffen, ertönt eine unheilverkündende Stimme aus dem Sensor am rechten Handgelenk: „You are dead“. Dann ist man für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt, muss sich „neu aufladen“ und kann weiter wie verrückt im Dunkeln herumrennen.
Ziel des Spiels: Je nach Spielweise muss entweder jeder jeden oder ein Team das andere „auslöschen“. Das klingt erst einmal brutal, ist es jedoch nicht. Anders als beim ebenfalls beliebten „Paintball“ geht ein Treffer beim Lasertag nicht mit Schmerzen einher. Es wird in Deutschland von den meisten eher als Freizeitsport angesehen. Und das ist es auch: nach dem 20-minütigen Spiel ist man völlig ausgepowert und nass geschwitzt.  Für Männer gehen Kindheitsträume in Erfüllung, die Adrenalinüberdosis offenbart sich in Kriegsgebrüll und machomäßigen Kampfansagen. Sind weibliche Mitspieler dabei, kann es hin und wieder zu einem hysterischen Kreischkonzert kommen.
Schon häufig ist das Simulationsspiel ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Bereits 2002 fällte das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil, in welchem Lasertag zwar als ungefährlich eingestuft wurde. Dennoch handele es sich um eine Verharmlosung von Gewalt, welche mit der im Grundgesetz verankerten Menschenwürde teilweise unvereinbar sei.

Lasertag wurde ursprünglich von der US-Army zu Ausbildungszwecken genutzt – mit Hilfe des Spiels sollten die Soldaten realistisch auf den Krieg vorbereitet werden. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich fragwürdig, ob solch ein Kampfspiel für Jugendliche geeignet ist.
Dagegenzuhalten ist aber, dass Jugendliche zu Hause vor dem Computer ohnehin so viele „Ballerspiele“ spielen können, wie es ihnen beliebt. Dann sollen sie doch lieber etwas mit ihren Freunden unternehmen und sich bewegen, auch wenn in diesem Sport Schusswechsel simuliert werden. Denn mal ehrlich: Die (männliche) Jugend ist ohnehin schon so aufgeklärt über Gewalt, Krieg und Gemetzel, da ist es doch besser, wenn sich die Jugendlichen (wohlgemerkt zum Spaß!) mit ungefährlichen Laserstrahlern abschießen, als wenn sie viel realistischere Kriege (inklusive Toten, Blut und erschreckend realistischen Gegnern) allein daheim vor dem Bildschirm führen. Caroline fb II
Solange man Lasertag also nur als sportliches Fangenspielen unter Freunden ansieht und den Spaß dabei im Vordergrund behält, kann man ohne Bedenken weiter spielen.  Jedenfalls so lange man noch genug Leben zur Verfügung hat und nicht schon wieder „You are dead“ durch den Mini-Lautsprecher am Handgelenk tönt. Doch auch wenn man weniger erfolgreich abgeschnitten hat und mit den meisten Minuspunkten des Abends die Arena verlässt, kann der Abend einfach nur Eines werden, und zwar legen-… Wait for it… -dary!

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