„Twitter funktioniert nach dem Prinzip: Jeder schreibt, keiner liest.“

Teil 5 der Serie Wahlkampf im Web: FDP

Die FDP-"Mitmach-Arena" im Mitmach-Web

Die FDP-"Mitmach-Arena" im Mitmach-Web

Trotz des deutlich kleineren Budgets im Vergleich zu den „großen Parteien“ ist auch die FDP im Netz aktiv. Die Wahlkämpfer setzen vor allem darauf, Hobby-Surfer bei XING, facebook und youtube anzusprechen. Welche Strategie die FDP dabei verfolgt hat LeOn Thomas Scheffler gefragt, Assistent des Bundesgeschäftsführers und verantwortlich für den Online-Wahlkampf.

LeOn: Welche Rolle spielt die finanzielle Ausstattung für den Online-Wahlkampf?

Scheffler: Im Online-Wahlkampf ist das wichtigste nicht, dass man viel Geld ausgibt, sondern hier zählt vor allem, ob man gute Ideen hat.

LeOn: Welche Rolle spielt der Online-Wahlkampf 2009?

Scheffler: Heute sind immer mehr Leute im Netz, die Nutzung des Internets ist viel selbstverständlicher geworden.

StudiVZ-Profil von Guido WesterwelleLeOn: Wie wichtig sind StudiVZ und Facebook im Vergleich zu youtube und twitter in Ihrem Wahlkampf?

Scheffler: Die Communitys bieten Dialogmöglichkeiten. Deshalb setzen wir in diesem Wahlkampf schwerpunktmäßig auf Social Networks und bespielen vor allem StudiVZ, meinVZ und Facebook. Wir überlegen auch, ob wir zusätzlich bei den Lokalisten aktiv werden.

LeOn: Dirk Niebel sagt in einem Film auf der FDP-Facebookseite, dass man dort „exklusive Informationen erhalten“ könne. Was meint er damit?

Scheffler: Bei Facebook bekommen die Nutzer exklusive Einblicke in den Wahlkampf der FDP. Wir werden zum Beispiel einige Plakatmotive zuerst bei Facebook vorstellen und dann erst offline.

LeOn: Wie geht die FDP mit twitter um?

Scheffler: Wir glauben: twitter ist nicht wirklich zielführend. Selbst Obama, der bei twitter immerhin 80.000 follower hat, hat auf facebook deutlich mehr Anhänger, nämlich 5 Mio. Freunde. Man sagt, dass zur Zeit in Deutschland nur etwa 20 bis 30.o00 Menschen auf twitter aktiv sind. Twitter funktioniert nach dem Prinzip „Jeder schreibt, keiner liest.“ Aber wenn aus der Partei jemand twitter möchte, dann soll er das machen. Wir lassen unseren Kandidaten alle Freiheit.

LeOn: Viele Spitzenpolitiker anderer Parteien twittern mittlerweile. Fängt Guido Westerwelle jetzt auch an, zu twittern?

Scheffler: Ich denke, Guido Westerwelle wird nicht anfangen, zu twittern. Wir raten auch den Kandidaten immer: Sei bei den online-Auftritten präsent, wo du dich wohlfühlst. Nichts ist schlimmer, als erst kräftig zu twittern und dann plötzlich wieder aufzuhören.

LeOn: Wie gehen Sie mit Fake-Accounts von FDP-Politikern um?

Scheffler: Dagegen kann man nicht vorgehen. Aber das hat auch keine Relevanz, das interessiert keinen.

Youtube-Channel "Peters Woche"

Youtube-Channel "Peters Woche"

LeOn: An Ihrem Youtube-Angebot „Peters Woche“ scheiden sich die Geister, es wird ja heiß diskutiert. Wie bewerten Sie das?

Scheffler: Wir haben dazu gar nicht so viel Negatives gehört. Es ist doch schön, dass sich die Menschen damit beschäftigen. Peter Haustein ist dort auch nicht gekünstelt. Er tritt dort so auf, wie er eben ist, auch offline.

3 Gedanken zu „„Twitter funktioniert nach dem Prinzip: Jeder schreibt, keiner liest.“

  1. Johannes

    Wenn ich mir meine Retweetrate ansehe, gerade bei politischen Tweets, kann ich diese Aussage nicht bestätigen, die Leute lesen sehr wohl und kommentieren auch gerne.

    Ebenso denke ich, dass Obama mit seinem Twitteraccount mehr bewegt hat, als mit seinem Facebook-Profil.

    Gibt natürlich genug, die nur ihre Werbung auf Twitter posten und nie lesen.

    Aber man sollte die Twitteruser nicht in eine Schublade stecken, wie überall gibt es halt solche und solche.

    Antwort
  2. Micha

    RT @Johannes: Wenn ich mir meine Retweetrate ansehe, gerade bei politischen Tweets, kann ich diese Aussage nicht bestätigen, die Leute lesen sehr wohl und kommentieren auch gerne.

    Ebenso denke ich, dass Obama mit seinem Twitteraccount mehr bewegt hat, als mit seinem Facebook-Profil.

    Gibt natürlich genug, die nur ihre Werbung auf Twitter posten und nie lesen.

    Aber man sollte die Twitteruser nicht in eine Schublade stecken, wie überall gibt es halt solche und solche.

    Antwort

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