Archiv für die Kategorie ‘Studentenstadt Mainz’

Johannisfest in Mainz

Juli 11, 2008

Jedes Jahr im Juni findet in Mainz das Johannisfest statt. Als eines der größten Mainzer Feste lockt es wie immer auch viele Besucher von außerhalb in die Landeshauptstadt. Mit einer kleinen Gruppe von langjährigen Freunden wagte ich mich  ebenfalls auf das Festgelände.

Das alljährliche Johannisfest war auch in diesem Jahr wieder ein lang ersehntes Datum im Mainzer Stadtkalender. Als Mainzerin wollte ich mir dieses Ereignis nicht entgehen lassen und so war der altbewährte Treff am Bahnhof  wie jedes Jahr, so auch in  diesem, der Ausgangspunkt unserer üblichen Tour über den Markt.

Dom von Mainz beim Johannisfest

Mit vielen anderen Besuchern des Johannisfestes, alt und jung, wurden wir am Schillerplatz mit dem kleinen aber feinen Büchermarkt begrüßt. Dies sollte die erste Station unserer noch langen Tour durch die Stadt werden. Von CD´s, über Platten, alten und sehr alten Büchern, war im Laufe der Jahre für fast jeden Geschmack etwas dabei. Die lauten Klänge von der schräg gegenüber liegenden Bühne am Fastnachtsbrunnen nehmen zugegebener Maßen was von der romantischen Atmosphäre, lassen jedoch umso mehr das Gefühl eines Stadtfestes aufleben.

Kulinarische Genüsse und eine frische Brise

Auf der Ludwigstraße, die die Mainzer liebevoll „Lu“ nennen, fühlen wir uns vor allem kulinarisch versorgt. Vorbei an Crepe-Ständen, Würstchenbuden, Erdbeerbowle und Schwenkgrill, bleibt fast kein Wunsch offen. Unsere Devise heißt allerdings: Erst alles anschauen und dann genießen. Es will sich ja schließlich niemand gleich zu Anfang den Magen verderben.

Unser Weg führt uns weiter über Marktplatz und Fischtorplatz geradewegs zum Rheinufer. Hier finden wir eine große Anzahl von Fahrgeschäften, „süße Buden“ und das Riesenrad. Auf dem diesjährigen Johannesfest  war es wohl eine der größten Attraktionen. Obwohl wir noch nicht sehr lange auf dem Johannesfest waren, entschlossen wir uns kurzerhand für eine Fahrt auf dem Rad. Belohnt wurden wir mit einem wunderbaren Blick über die Stadt. Die Hitze zwischen den Buden wurde durch eine frische Brise abgelöst.

Riesenrad auf dem Johannisfest

Das gute Ende eines schönen Tages

Das Johannisfest war, so schien es uns schon nach einigen Stunden doch immer wieder dasselbe. Etwas Neues hatte dort niemand zu erwarten. Eine kleine Verschnaufpause ließ uns an jene Zeiten zu denken, als das Johannesfest noch zum Highlight des Jahres gehörte. Vielleicht war es der Überdruss an Mainzer Stadtfesten oder die Lageweile, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut hatte. Doch letzten Endes löste bei allen eines ein noch schlimmeres Gefühl aus: nämlich die Vorstellung, gar nicht dabei gewesen zu sein. So blieb uns am Ende des Tages nur ein Fazit: Schön war´s.

Zurück in den Alltag

Juli 3, 2008

Jetzt ist sie vorbei – die Zeit der Europameisterschaft 2008. 23 Tage voller Höhen und Tiefen, voller Zittern und Jubeln. Die Leinwände werden abgebaut, die Fahnen aus den Fenstern entfernt und langsam geht wieder alles seinen gewohnten Gang.

Anfangs standen Zweifel – Kann das deutsche Team gegen die europäischen Topnationen bestehen? Erreicht Klose seine Turnierform? Wird man diesmal über die Vorrunde hinauskommen? Man erhoffte sich eine ähnliche Euphorie wie vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft.
Der 2:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Polen sorgte für Jubelstürme. Alle waren sich sicher: Diesmal würde es besser laufen als bei der letzten Europameisterschaft! Man freute sich auf eine Zeit mit Public Viewing und Autokorso. Nach dem Spiel gegen Kroatien, das die deutsche Elf mit 1:2 verlor, sank die Stimmung bei den Fans auf den Tiefpunkt: Hatte sich die Mannschaft unbewusst auf dem Sieg ausgeruht? Würde man nun doch in der Vorrunde ausscheiden?

Flick im Rampenlicht

Rund 26 Millionen Zuschauer fieberten während des letzten Gruppenspiels gegen Österreich vor den Bildschirmen mit. Jogis Jungs zogen mit einem 1:0- Sieg ins Viertelfinale ein und sorgten so für Freudenschreie.
Geschrei gab es auch im Bezug auf den Schiedsrichter: Er verbannte die Trainer Löw und Hickersberger aufgrund mehrmaligen Verlassens der Coachingzone auf die Tribüne. Die Disziplinarkomission der UEFA entschied: Sperre des Trainers auch für das kommende Spiel! Und so stand Hansi Flick beim Match gegen Portugal ganz alleine am Spielfeldrand. Mit drei Toren schoss sich die deutsche Elf ins Halbfinale und in die Herzen der Fans.

Sechs Tage später kam es zum Spiel gegen die türkische Nationalelf. In Vorhinein wurde vor massiven Ausschreitungen gewarnt, die jedoch bis auf einige Ausnahmen ausblieben. In den meisten Städten feierten die Anhänger beider Teams friedlich miteinander. Die deutschen Fans zitterten: Einerseits aufgrund der dramatischen Schlussminuten, andererseits wegen technischer Probleme – zwischenzeitlich gab es weder Bild noch Ton. Trotz einer suboptimalen Leistung, konnte Jogis Elf das Spiel nach einem Rückstand drehen und gewann mit 3:2. Fans, Trainer und Mannschaft jubelten. Dann der Schock: Ballacks Wade machte Probleme. Würde der Kapitän im Finale spielen können?

Finaaaleee

Am Final-Sonntag drängten die Fans bereits vier Stunden vor Anpfiff zu den Public Viewing-Plätzen und diskutierten über möglichen Ersatz für den „Capitano“. Rund sechzig Minuten vor dem Spiel gegen Spanien dann die erlösenden Worte durch Oliver Bierhoff: Ballack wird spielen!

Das EM-Finale begann vielversprechend. Eine starke deutsche Mannschaft dominierte die ersten zehn Minuten das Geschehen. Doch dann kam langsam aber stetig die Wende: Fehlpässe und verpasste Chancen führten zu Unsicherheit bei der deutschen Elf und einem Aufleben der spanischen Mannschaft. In der 33. Minute dann der Schock: Torres traf zum 1:0. Das deutsche Team schaffte es in der ersten Halbzeit nicht mehr, ins Spiel zu finden. Nach der Pause musste Lahm raus – Fleischwunde am Fuß – und Löw setzte auf Offensivspieler. Ab der 60. Minute kam Jogis Elf nach einer Torchance von Ballack kurz zurück, schaffte es jedoch nicht, die Spanier zu bezwingen. Die letzten Minuten waren geprägt von Daumendrücken und kollektivem Atemanhalten. Am Ende jedoch half alles nichts: Deutschland verlor das Finale und wurde Zweiter. Was blieb, waren geknickte Fans und gemischte Gefühle.

Enttäuschung und Freude gehen die Tage Hand in Hand: Enttäuschung darüber, dass es nicht ganz zum Titel gereicht hat und die Freude überhaupt so weit gekommen zu sein. Deutschland hat den zweiten Platz belegt und eine Zeit voller Emotionen ist zu Ende. Fahnen, Trikots und Tröten werden in den Schrank verbannt. Der Alltag ohne Fußball, Fernsehanalysen und Fangesänge zieht wieder ein. Aber nur bis zum 15. August: Dann startet die neue Bundesligasaison!

Vergiss Händel – Feuerwerksmusik zum Rumzappeln und Abspacken!

Juni 20, 2008

Am Wochenende lockt in Mainz das Johannisfest mit seinem kunterbunten Musikprogramm. Doch auch Wiesbaden bietet - zumindest am Montag - eine Veranstaltung, die sich sehen lassen kann.

Wer noch nicht ganz von der SWR 4-Schlagerbühne oder der dreistündigen Salsaparty als Abschluss des Johannisfests am Montag überzeugt ist , sollte den Sprung über den Rhein wagen und die Reduit in Mainz-Kastel besuchen. Dort steppt nämlich ab 18 Uhr nicht nur der Bär, sondern hoffentlich auch jeder, dessen Herz im Rhythmus von Ska und Rock Steady schlägt. Bei freiem Eintritt und einem gewaltigen Feuerwerk über dem Rhein verwandelt sich die Reduit in eine wilde Partyfestung.

Ska up your life!

Los geht’s mit Skambiance, 11 Musikern aus Belgien, die sich mit Leib und Seele dem Ska verschrieben haben. Die Instrumentalband gründete sich 2002 und besteht viel Blech, vielen Saiten und einem kleinen, feinen Rest aus Draufhauen, Rumklimpern und Zwischenrein-Gröhlen. Unter dem Motto „Party and skanking“ - übersetzt soviel wie feiern und ska-tanzen - brachten die elf seit 2004 den Ska in die belgischen Clubs und heizten dem Publikum mit meist selbstarrangierten Stücken ein. 2006 veröffentlichten sie ihr erstes Album „Ska up your life!“. Diesen Sommer werden sie vor allem auf Festivals und Konzerten in Belgien zu sehen sein. Allerdings legen sie einen kurzen Zwischenstop in der Reduit ein.

Urgestein von der Insel

Weiter gehts mit The Riffs aus London. Die fünf Musiker beschreiben ihre Musik selbst als „Funky reggae, soulful ska, get-up-&-dance music - exactly what you need for a great night out!” Mit Bass, Trompete, Saxophon, Drums, Gitarre, Keyboard und Gesang liefern die Briten einwandfreien Two-Tone-Ska, der die Beine zum Zappeln und die Reduit zum Kochen bringen wird!

„Swingin‘ Sixties“ auf Spanisch

Zum Schluss liefern die Pepper Pots eine gemütliche Swing-Variante der Musik ab. Drei anschmiegsame Frauenstimmen trällern neben Klassikern wie „Be my baby“ Wohlfühl-Lieder, Songs, die noch nach echter Musik aus echten Instrumenten klingen mit Texten, die so naiv und doch zweideutig daher kommen wie schon in den „Swingin‘ Sixties“. Die Spanier, die bei einem baskischen Label gerade ihr neues Album veröffentlichen, wecken Erinnerungen an Haarspray-Frisuren, Peticoats und unaufgeklärte Teenager, die im Mondschein in ihren Autos kuscheln.

Mal reinschauen kostet nichts

Wer noch nicht genug hat von der Umsonst-Bespaßung während dem Wochenende, der sollte sich den Montag abend in der Reduit nicht entgehen lassen. Mitfeiern kostet nichts und – seien wir mal ehrlich – man muss nicht mal Mainz verlassen…

Die Nacht der Nächte

Juni 19, 2008

Vom 20. bis zum 23. Juni 2008  ist es wieder soweit: Die Mainzer Innenstadt verwandelt sich in eine bunte Landschaft aus Bühnen, Fahrgeschäften und Imbissständen. Rund 500.000 Besucher werden zur 41. Johannisnacht erwartet.

Die Mainzer Johannisnacht ist eng mit Gutenberg und der Druckkunst verbunden. 1967 wurde das Fest erstmals von der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt veranstaltet. Hintergrund war es, die Person Johannes Gutenberg bei den Mainzern wieder in Erinnerung zu rufen.
Jährlich lockt das Fest mit seinem vielfältigen Programm zahlreiche Menschen von nah und fern nach Mainz.

Kabarett, Künstler und Konzerte

Auf sechs großen Bühnen in der Innenstadt zeigen Musiker und andere Künstler vier Tage lang ihr Können. Vom SWR4 Schlagerabend auf dem Liebfrauenplatz – dieses Jahr mit dem „Dschungelstar“ Bata Illic - bis hin zur Salsa Party wird dem Publikum ein breites Musikspektrum geboten.

Auf der Bühne am Ballplatz kommen Kabaratt-Fans auf ihre Kosten. Am Freitag startet hier die 5. Mainzer Kabarettnacht mit Comedian Sven Hieronymus und dem Mainzer „Fastnachter“ Christian Schier. Zu den diesjährigen Highlights zählen der Auftritt von Kalle Pohl und Ingo Appelts Show „Retter der Nation“.

Auch für die kleinen Mainzer wird einiges geboten: Es gibt Clownerie - Filous Seeräuberstreiche - sowie einen Kindernachmittag auf der SWR1-Bühne am Bischofsplatz. Hier erwartet die Kleinen am Sonntag ab 15.00 Uhr Kinderschminken, eine Malstation und der Tigerentenclub mit Günther Kastenfrosch.

Die Buchdruckertaufe

Für viel Aufsehen sorgt von jeher auch die Buchdruckertaufe, das so genannte „Gautschen“, vor dem Gutenberg-Museum. Es handelt sich um eine Tradition aus dem Buchdruckerhandwerk: Ehemalige Auszubildende der Branche werden in einen großen Wasserbottich eingetaucht – hierbei sollen Sünden und Bleistaub aus der Lehrzeit abgewaschen werden – und so in die Zunft der „Schwarzkünstler“ aufgenommen.

Rund um das Gutenberg-Museum, im zugehörigen Druckladen sowie am Ballplatz finden zudem diverse themenbezogene Aktionen statt: Drucktechniken werden demonstriert, Papier geschöpft und auf dem Johannis-Büchermarkt können Liebhaber antiquarischer Bücher nach wertvollen Schätzen stöbern.

Winzerdorf & Spitzenköche

Erfischen und stärken kann man sich im Winzerdorf auf dem Domplatz oder auch beim Mainzer Culinarium. Die Gourmetmeile, auf der Spitzenköche die Gaumen verwöhnen, erstreckt sich entlang des Rheins vom Fischtor bis hin zum Weintor. Neben leckeren Speisen erfreuen ausgesuchte Weine und Winzersekt das Genießerherz. Den Programmhöhepunkt bildet der Auftritt des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz auf der RPR 1 Bühne am Rheinufer.
Angrenzend an das Mainzer Culinarium geht es dann eher rasant zu: Es lockt die Mainzer Messe mit Fahrgeschäften und anderen Attraktionen.

Wer sich trotz Essen weitertreiben lassen möchte, kann sich an einem der zahlreichen Imbissstände in der Innenstadt und am Rheinufer eine Kleinigkeit zum Mitnehmen holen. Der Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln lädt zum Genießen ein.
Ihr Ende finden die Festlichkeiten am Montagabend in einem gigantischen Feuerwerk über dem Rhein.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Stargast – Johannes Gutenberg – rechtzeitig zum großen Fest wieder an seinem Platz steht…

Mainzer Märchenstunde - Heute: Fußballliebe

Juni 13, 2008

Es war einmal… einer, der hieß Jürgen. Der lebte in Mainz, rannte hinter Bällen her, umarmte Menschen in roten Hemdchen, jubelte und verzweifelte über Sportergebnisse und feierte am Ende doch immer wieder. Jeder in Mainz kannte Jürgen, jeder freute sich, wenn er ihn traf und jeder nannte ihn liebevoll Kloppo.

Mit 23 kam Kloppo das erste Mal nach Mainz. Es war Liebe auf den ersten Kick. Kloppo schenkte der Fußballtristesse der Landeshauptstadt unglaubliche 325 Zweitligaspiele voller Elan (übrigens ein Vereins-interner Rekord!) und Mainz schenkte ihm dafür mehr als 20.000 jubelnde Fans, die Kloppo zur Seite standen, in guten wie in schlechten Zeiten. Die gab es beide: Die schlechten, in denen der Verein als mittelmäßiger Zweitligist auf dem Feld herum dümpelte, und die guten, in denen er 52 Tore schoss (davon allein 4 in einem Spiel) oder in denen er nach Beendigung seiner aktiven Spielzeit zum Cheftrainer seiner großen Liebe befördert wurde.

Er gehört zu Mainz wie mein Name an der Tür

Kloppo plus Mainz gleich LiebeAls Trainer konnte Kloppo zeigen, was alles in ihm steckte: Innerhalb von drei Jahren erzog er die mittelmäßigen Spielfeld-Dümpler zu einer echten Profi-Mannschaft, die zwei Jahre in Folge nur knapp den Aufstieg verpasste, bis schließlich 2004 das Wunder wahr wurde - Die 05er zogen unter Jubelschreien und der Führung Kloppos in die erste Liga ein. Und nicht nur das, sie verteidigten dort standhaft ihren 11. Platz. Mit einem Spiel im UEFA-Cup-Wettbewerb 2005/06 war Höhepunkt der Beziehung Kloppo – 05 erreicht!

Von nun an war Kloppo in den Herzen nicht mehr zu ersetzen. Kein anderer Mainzer bekam je so viel Zuneigung und so viel Freibier. Was er dem Fußball gegeben hatte, gaben ihm seine Fans zurück. Und wenn er nicht gestorben ist, dann trainiert, feiert und trinkt er noch heute.

Time to say goodbye

Nun ja, leider enden so nicht alle Märchen, jedenfalls nicht die echten. Tatsächlich kam es vor wenigen Monaten zum Super-Größten Anzunehmenden Unfall (auch „Super-GAU“ genannt). Nachdem die 05er ihren Platz in der ersten Liga 2007 wieder verloren hatten, verkündete Kloppo in diesem Frühjahr, – nach 18 Jahren Mainz! - dass er, sollten sie nicht wieder aufsteigen, den Verein verlassen würde. Ein Aufschrei ging durch die Stadt. Trennung? Jetzt? Nach all den Jahren? Hatte man sich auseinandergelebt? Gab es eine andere (Stadt)? Nein, es war lediglich der Umstand, dass sein Vertrag auslaufe und es Zeit für einen Wechsel sei.

Und tatsächlich: Nach einem nervenzerreißenden Spiel, in dem Mainz am letzten Spieltag der Saison nur knapp den Aufstieg  verpasste, war das Ende der Beziehung besiegelt. Und so nahmen alle mehr als 20.000 Fans an einem lauen Sommerabend, in rot gewandet, von ihrem „Lieblings-Mainzer“ Abschied. Viele Tränen flossen, viele Stimmbänder wurden überstrapaziert und schweren Herzens sagte man Auf Wiedersehn.

We’ll be missing you

Alles hat eben einmal ein Ende. Und auch wenn von nun an ein anderer – wer eigentlich? - unsere Jungs in Zukunft trainieren wird, auch wenn Kloppo jetzt als fleißiges Bienchen in Dortmund arbeitet, so wissen wir doch alle: Kloppo bleibt in unseren Herzen und in unseren Erinnerungen der beste Mainzer, den es je gab!

PS: Übrigens war Dortmund nicht der einzige Verein, der Kloppo umworben hat. Hier ein Antrag aus dem Gästebuch der offiziellen Jürgen Klopp-Hompage:

„Hallo Herr Klopp, ich würde mich freuen, wenn sie der neue Trainer meiner Mannschaft werden. Ich spiele beim Tus Kappenstedt in der Bezirksliga A. Sie werden alle Freiheiten haben und können ein ganz junges Team neu aufbauen. Außer unsern Kapitän und Libero Jens Oetjen, der mit knapp 38 zwar der Dreh- und Angelpunkt unseres Team ist, aber jedoch seine Blütezeit schon hinter sich hat. Ich und meine Mannschaft würden uns sehr freuen. Wenn nicht können sie auch zum BVB gehen. Mit freundlichem Gruß Ingo Wietenschlecker“

Kommentar: Friedliches Fußball-Fest

Juni 13, 2008

Die Fähnchen flattern im Wind, die Fans feiern und feuern ihre Mannschaften an. Und die befürchteten Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Fußball-Anhängern, vor allem zwischen Polen und Deutschen, Schweizern und Türken? Die halten sich bisher erfreulicher Weise in Grenzen.

Was war nicht alles befürchtet worden, als sich 750 deutsche Polizisten auf den Weg in die Schweiz und nach Österreich machten, um ihre Kollegen zu unterstützen. Die erste angstvoll erwartete Begegnung in Klagenfurt (Österreich) hieß Deutschland – Polen. Das polnische Boulevardblatt „Super Express“ hatte auf seiner Titelseite zuvor eine Fotomontage veröffentlicht, die den Trainer der polnischen Nationalmannschaft mit den abgeschlagenen Köpfen von Michael Ballack und Jogi Löw zeigt. „Leo, bring uns ihre Köpfe“, lautet die Überschrift. Mit harscher Kritik antworteten nicht nur der entrüstete polnische Trainer sondern auch zahlreiche Politiker und deutsche wie polnische Medien.

Die „Medienschlacht“, wie die Süddeutsche Zeitung titelte, drohte die Stimmung zwischen rivalisierenden Fans gefährlich aufzuheizen. Doch statt Prügeleien kam es auf den Fan-Meilen und vor den Großleinwänden zu vielen demonstrativen Verbrüderungsszenen zwischen deutschen und polnischen Fans, die die Medien begeistert aufgriffen – getreu dem Motto: Wir lassen uns die friedliche Feier-Laune von so einer geschmacklosen Entgleisung nicht vermiesen.

Umso ärgerlicher, dass es trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen dennoch zu Prügeleien kam und sich die bösen Vorahnungen zumindest in Klagenfurt erfüllten. 140 deutsche Neonazis provozierten polnische Fans und wurden abgeführt, am Tag zuvor prügelten sich deutschen und polnischen Hooligans. Für weitere Schlagzeilen sorgten türkische Fans, die nach der 0:2-Niederlage gegen Portugal in Frankfurt gegen die Polizei randalierten.

Und die noch ängstlicher erwartete Begegnung zwischen der Schweiz und der Türkei am Mittwoch? Alle hatten noch die Bilder von den Prügeleien zwischen Schweizern und türkischen Spielern beim WM-Qualifikationsspiel 2005 vor Augen. Was geschah auf den Fan-Meilen? Nichts. Friedliche Feier-Laune überall, Verbrüderungsszenen auch hier. Bleibt zu hoffen, dass die deutschen Einsatzkräfte bei ihrer Rückkehr nach der Euro 2008 von einem friedlichen Sommer-Märchen berichten können.

Ein Meer aus Fahnen

Juni 12, 2008

Ein Team, 23 Spieler, 4 Trainer und 26 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen: Am Sonntag besiegte die deutsche Nationalmannschaft im Rahmen der Europameisterschaft 2008 den Gegner Polen mit 2:0. Mehrere hundert Fans feierten den Sieg am Rheinstrand in Mainz.

Um 17.30 Uhr ist von der großen Fan-Menge noch nicht viel zu sehen. Vereinzelt sichtet man am Rheinufer Menschen in schwarz-weißen Trikots. Einige aalen sich in Liegestühlen und erfrischen sich mit einem kühlen Getränk.

Trotzdem sind die Sitzmöglichkeiten am Rheinstrand bereits erschöpft. Wer eine halbe Stunde vor Anpfiff des 18.00 Uhr-Spiels - Kroatien gegen Österreich - auftaucht, muss stehen oder sich mit einer geliehenen Decke (5€ Pfand) einen geeigneten Platz im feuchten Sand suchen. Die Leinwand steht – entgegen der Ankündigung – nicht im Wasser, sondern auf festem Grund. Dies trübt die Stimmung jedoch keineswegs: Eine Gruppe Kroaten singt aus voller Kehle und schwenkt die weiß-rot-blauen Fahnen. Die deutschen Fans diskutieren über das Spielverhalten der kommenden Gegner.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Während die Kroaten 1:0 gegen Österreich gewinnen, füllt sich die eingezäunte Sandfläche langsam und spätestens um 20.00 Uhr badet man in einem Meer aus schwarz-rot-goldenen Fahnen. Gespannt warten alle auf das Spiel zwischen dem deutschen und dem polnischen Nationalteam.

In der Zwischenzeit schallen Fußball-Lieder aus den Boxen. Comedian Sven Hieronymus verkündet die Aufstellung der deutschen Elf und unterhält das Publikum. Sowohl deutsche, wie auch polnische Fans stärken sich mit Pommes (2,50€), Cocktails (5€), Softdrinks (3,50€) oder Bier (4€). Vom eingefleischten Fußballfan mit Schal und Fahne bis hin zur temporären Fußballbegeisterten mit „Halbzeitschnittchen“-Top ist jeder dabei.

Tor, Tor, Toooor

Um 20.45 Uhr ist es endlich soweit: Anpfiff in Klagenfurt! Nun gibt es auch Ton zum Bild – statt Partymusik. Zunächst erklingt noch die Nationalhymne und die Fangesänge reißen auch den Letzten mit. Gebannt verfolgen die Fans am Rheinstrand wie Lukas „der Prinz“ Podolski zwei Treffer gegen die polnische Mannschaft versenkt. Bei jeder Torchance geht ein Raunen durch die Menge. Es folgt ein kollektives Atemanhalten, das schließlich in lautes Jubelgeschrei übergeht – Gänsehautfeeling pur! Auch ein kurzer Nieselregen kann die Stimmung nicht zerstören. Es wir gesungen, gefachsimpelt und gelacht.

Direkt nach dem Spiel wird wieder auf Partymusik umgestellt. Wer sich die folgenden Interviews und Analysen des ZDF-Trios Kerner, Meier und Klopp anhören möchte, kommt somit nicht auf seine Kosten. Man lässt sich gutgelaunt von der grölenden Menge nach draußen treiben – vorbei an Liegestühlen, T-Shirt-Shop und Torwandschießen.

Ein gelungener Abend, der zeigt: Gemeinsam lässt es sich besser feiern als alleine vor dem Bildschirm! Deshalb auch die Aufforderung von Christina Stürmer in ihrem offiziellen EM-Song: „Wir haben Fieber, komm fieber mit…“

 

Erholungsplätze in Mainz

Juni 6, 2008
Erholung hat für viele Menschen etwas mit Urlaub zu tun. Orte zum Ausspannen vor der eigenen Haustür zu finden, ist vor allem für Zugezogene oft schwierig. Mainz ist kein Kurort, bietet keine weißen, weichen Sandstrände mit Panoramablick. Was man in Mainz dennoch unternehmen kann, um in Sachen Erholung und Entspannung auf seine Kosten zu kommen: Hier ein paar Tipps: 

Eines der schönsten Dinge, mit denen ein Mainzer vor allem einen Samstagmorgen beginnen kann, ist der Besuch des Wochenmarkts, der sich zwischen Dom und Gutenberg befindet. Nachdem man an den unterschiedlichen Ständen entlanggeschlendert ist und sich mit frischen Vitaminen versorgt hat, laden die umliegenden Cafés der Innenstadt zu einem zweiten Frühstück ein.

Bei einem anschließenden Spaziergang durch die malerische Altstadt, kann man ebenso einen ganz besonderen Flair genießen: eine Mischung aus Einkaufsvergnügen und unbekümmertem Schlendern. 

Ist man am Ende der Altstadt angelangt, sind es nur noch wenige Meter zur Rheinpromenade, die zu kleinen Spaziergängen, Picknicks oder einem Besuch in einem der Biergärten einlädt. Die in den letzten Jahren eingerichteten Strandanlagen bieten vor allem den im Sommer Daheimgebliebenen die Möglichkeit, ein wenig Urlaubsatmosphäre zu genießen.

Rheinufer in Mainz

Wo sich Rhein und Main die Hände schütteln
Hat man von Strand und Wasser genug, kann man sich ebenso gut an den Parkanlagen von Mainz erfreuen. Vor allem Stadt- und Volkspark bieten viele verschiedene Freizeitmöglichkeiten.

Der Volkspark zeichnet sich vor allem durch sein großes Angebot an sportlichen Aktivitäten aus – Basketball, Fußball, Tischtennis und Minigolf sind nur einige von ihnen. Er ist von der Stadt aus sowohl zu Fuß als auch mit den Buslinien 62 und 63 zu erreichen. Die Bushaltestelle nennt sich „Volkspark“.

Rosengarten in Mainz

Der Stadtpark, der sich in unmittelbarer Nähe des Volksparks befindet, kann mit anderen Attraktionen punkten. Der Rosengarten ist eine von ihnen: Hier verteilen sich etwa 7500 Rosenstöcke auf  rund 9500 Quadratmetern. Beim Anblick dieser Blütenpracht fällt es nicht allzu schwer, die Seele baumeln zu lassen. Auch für den einmaligen Blick auf die Mündung des Mains in den Rhein, den der Stadtpark bietet, lohnt sich ein Besuch. Zu erreichen ist der Stadtpark mit den Buslinien 60, 61, 64 und 65 (Haltestelle „Stadtpark“) und den Linien 62 und 63 (Haltestelle „Rosengarten“).

Rosengarten in Mainz

Der Gonsenheimer Wald – ein rheinhessisches Kleinod

Was der Mainzer oder der Rheinhesse an sich häufig vermisst, ist Wald. Viele Waldgebiete gibt es hier nicht. Der Gonsenheimer Wald ist nicht nur das bekannteste, sondern auch das beliebteste Waldstück in Mainz. Jährlich zählt es bis zu einer Million Besucher. Dass der Gonsenheimer Wald eigentlich Lennebergwald heißt, stört hier niemanden. Der Wald bietet schöne Laufstrecken für Sportler und Spaziergänger. Im Gegensatz zur Rheinpromenade und den Parkanlagen liegt er etwas außerhalb des Stadtkerns. Will man nicht mit dem Auto hinfahren, bringt den Besucher die Linie 64 zur Haltestelle „Kapellenstraße“, von der es nur ein paar Minuten Fußmarsch bis zum Waldesrand sind.

Die Erholungsplätze, die Mainz zu bieten hat, sind also nicht so rar, wie manch einer denken mag. Sie erschließen sich ihren Gästen auch sehr problemlos und einfach. Hat man den Entschluss gefasst, einen der Erholungsorte aufzusuchen, zeigt sich rasch, dass die Orte der Entspannung in Mainz oft nur eine kurze Busfahrt entfernt sind. Und plötzlich vergisst man ganz schnell, dass Mainz kein Kurort ist.

Kommentar: Suchst Du noch oder grillst Du schon?

Juni 5, 2008

Tag für Tag hetzen wir von einem Ort zum anderen, von einer Verpflichtung zur nächsten – von der Uni zur Arbeit, vom Haushalt zum Date. Ab und an gönnen wir uns eine kleine Verschnaufpause, doch wirklich stressfrei ist unser Studenten-Alltag selten.
Und wenn doch mal ein freier Tag winkt, hat der Stress noch lange kein Ende: Vieles will geplant sein. Um einen gemütlichen Grillabend mit Freunden zu verbringen, muss der geeignete Ort gefunden werden. Eigener Balkon oder Garten existieren für den gemeinen Studenten nicht. Wo also grillen? - Am Rhein!

Getränke und Fleisch werden in die Kühltasche befördert, Salate angerichtet. Auf der Wiese wird lachend der Grill zusammen geschraubt. Aus Männern werden kurzerhand wieder kleine Jungs, die Mädels sonnen sich. Über allen schwebt der Geruch von Kohle und Gegrilltem. 
Aber Moment, war da nicht was?

Richtig: Seit 2007 begegnet man nur noch auf einigen ausgewählten Uferabschnitten fröhlichen Grill-Fans. Die Stadt Mainz ist den Beschwerden der Anwohner nachgekommen und hat ein Verbot ausgesprochen. Grillen ist seitdem ausschließlich auf der Ingelheimer Aue und dem Winterhafendamm erlaubt.

Dies führt dazu, dass viele Mainzer immer häufiger unter Kühltasche, Bierkästen, Klappstühlen, Decken und Grill schwitzen und schnaufen – auf der Suche nach einem Stückchen freier Wiese. Irgendwann stürzen sie sich mit letzter Kraft auf ein verbleibendes Plätzchen um dann erschöpft niederzusinken. Eingekeilt zwischen liegenden, sitzenden und stehenden Menschen wird das Grillvergnügen schnell zur Qual. Erholungsfaktor? Sehr gering.

Und was ist jetzt mit uns Studenten? Wir sitzen den ganzen Tag in der Uni, kämpfen um die wenigen Plätze am Fenster mit exklusivem Luftzug, um dann in eine aufgeheizte Dachgeschosswohnung zu kommen (Mist, schon wieder vergessen die Rollos runterzulassen!) und rückwärts wieder rauszutaumeln. Doch wohin? Wo sollen wir uns vom Uni-Stress erholen? Die verbleibenden Grillmöglichkeiten sind abends schnell erschöpft. Also müssen neue Lebensräume erschlossen werden – Eisdielen und Kneipen, wir kommen!

 

Wir wollen Fußball, Tore, Bratwurst und ein Bier!

Juni 4, 2008

Public Viewing zur EM 2008 in Mainz

Langsam werden die Fans nervös… Alle nötigen Vorbereitungen sind schon getroffen: Die Fahnen ausgepackt, Balkons und Autos geschmückt, Lieder einstudiert und die Gegner analysiert.

Dank der Ausnahmeregelung zum Lärmschutz, die der Bundesrat am 23.05.08 bewilligte, ist es möglich: Während der gesamten Zeitspanne vom 7.- 29. Juni kann man vor diversen Leinwänden feiern, singen und mitfiebern.

8. Juni: Jogis Truppe gegen die Nationalmannschaft aus Polen

Wer keine Lust hat, sich das Spiel zu Hause anzusehen, kann am Rheinstrand (zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Hilton Hotel) zusammen mit rund 4000 anderen Fußballverrückten dem Spielverlauf folgen. Auf einem großen Fernsehwürfel (6,7m x 8,7m) mitten im Rhein werden alle EM-Spiele live übertragen. Wer einfach „mitgeschleppt“ wird, kann sich die 90 Minuten aber auch mit Sonnenbaden, Cocktails und Beachvolleyball vertreiben.

Etwas überschaubarer, aber nicht weniger spannend wird es im KUZ (Dagobertstr. 20b) mit bis zu 400 Gästen. Hier steigt am 8. Juni die DASDING-EM-Party mit Bratwurst, Bier und einigen Specials. Auch die anderen EM-Spiele werden live auf einer Großleinwand übertragen.

Und wer Fußball pur erleben möchte – ohne Sand und DJs – kann dies u.a. im Domsgickel (Grebestr. 16), im Sixties (Große Langgasse 11), direkt auf dem Campus im Kulturcafé oder in diversen anderen Sportsbars.

Egal, wo der Wettkampf verfolgt wird: Spannend wird es auf alle Fälle. Es heißt also Daumen drücken und hoffen, dass es diesmal besser läuft als 2000 und 2004…