Archiv für die Kategorie ‘Sport’

Ich geh-o dann mal

Juni 13, 2008

Der GeoCup ist eine fußballerische Veranstaltung der Fachschaft Geographie, welcher jährlich auf dem Kunstrasen des SV 1912 Bretzenheim ausgetragen wird. Teilnehmer sind ausschließlich Professoren, Lehrende, Mitarbeiter und Studierende des geographischen Instituts.

Am Mittwoch, dem 11.06.2008 war es mal wieder soweit, das alljährlich Fußballturnier für Geographen war angesagt. Nun stellt sich die Frage, ob dies ein gut gewählter Zeitpunkt für solch eine Veranstaltung sei, denn für die fußballinteressierten Teilnehmer findet zeitgleich ein anderes großes Turnier statt - die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Zum Glück ist es einigen Geographie-Studenten gegönnt, sich als Wahlpflichtfach mit Publizistik zu vergnügen, so dass man hieraus eine Lösung in Form des Riepl’schen Gesetzes ziehen kann. Laut Riepl verdrängt eine neue Mediengattung eine ältere niemals gänzlich, zwingt diese aber dazu ihre publizistischen Formen und Funktionen zu ändern. Übertragen auf die aktuelle Problematik, besagt das Gesetz also, dass die EM keinesfalls die Teilnahmebereitschaft am GeoCup verringert, denn die Fachschaft veränderte den Auftritt des Amateurturniers gekonnt: ab 18 Uhr stand den Fußballfans ein Fernseher mit der Live-Übertragung des Kontinentalturniers zur Verfügung.

„Hol’ mir ma’ ’ne Flasche Bier“

Da auch der verrückteste Fußballanhänger irgendwo nur ein Mensch ist und dieser trotz Ausnahmezustand Europameisterschaft nicht nur von Live-Übertragungen leben kann, gelüstet es ihm natürlich nach Speis’ und Trank. In der Teilnahmegebühr von € 5,00 pro Person waren zwei Getränke und ein Essen beinhaltet. Bei erfreulichen Preisen ist dies natürlich ein kaum zu schlagendes Angebot. Neben dem für Amateurfußballer wichtigsten Getränk Bier, gab es noch Radler sowie die üblichen Verdächtigen Cola, Fanta und Wasser. Jeweils für € 1,50 pro 0,33l gab es keine Probleme den erspielten Durst adäquat zu löschen. Im Kontrast zur Flüssignahrung gab es diese auch noch in festerer Form. Frisch vom Grill wurden Würstchen und Steaks im Brötchen für € 1,50 bzw. € 2,50 angeboten. Für Beilagenliebhaber und unsere vegetarischen Freunde war zusätzlich kostenloser Kartoffelsalat im Essenssortiment zu finden.

Interessante Regelkunde für Interessierte der Erdkunde

Ach ja, Fußball wurde während des Turniers auch gespielt. SpielIn leicht abgewandelter Form wohlgemerkt. Absicht dieser Regeländerungen ist eine Verringerung der Verletzungsgefahr und mehr Spielspass für Nicht-Fußballer. Im Einzelnen machen sich die Änderungen wie folgt bemerkbar: Die wohl entscheidenste Abweichung vom ursprünglichen Regelwerk ist das Verbot des Laufens und Rennens. Gehfußball ist angesagt. Wie definiert man nun Gehen? Man bewegt sich gehend fort, solange immer ein Fuß auf der Erde ist. Manche Zeitgenossen interpretieren diese Regel in seltsamster Weise, weshalb es hier im Ermessensspielraum des Schiedsrichters liegt, was noch zu Gehen und schon zu Laufen zählt. Das Spielfeld ergibt sich aus dem 16m-Raum, die Tore sind jeweils an den kürzeren Seiten dieses Rechtecks aufgestellt. Gespielt wird mit fünf Feldspielern und einem Torwart, wobei zu jeder Zeit des Spiels mindestens ein Mädchen pro Mannschaft auf dem Platz zu stehen hat. Die Abseits- und die Rückpassregel sind aufgehoben, anstatt eingeworfen wird der Ball eingerollt.
Gerade die Regeländerung des Laufverbots wird von einigen als das störendste Element dieses Turniers angesehen. Kritiker sehen hier einen Verlust an Action und Tempo, was dann zur Langeweile und Desinteresse führt. Doch zum Glück gibt es für diese Damen und Herren zur Zeit ein hervorragendes Substitut, um ihre Lust an temporeichem und actiongeladenem Fußball zu befriedigen: die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz.

Hier werden Sie angefeuert

Juni 5, 2008

Der vierte Teil der Serie über Sportkurse an der Hochschule behandelt das „Cheerleading“. Am Namen erkennbar stammt diese Sportart aus den USA und lautet sinngemäß übersetzt etwa „[das Publikum] zum Beifall führen“. Und genau das ist auch die ursprüngliche Aufgabe eines Cheerleading Squads (Gruppe). Anfeuerungsrufe und Tanzeinlagen sollen dem favorisierten Team zum Sieg verhelfen.

Die meisten Menschen haben ihre Erfahrungen bezüglich Cheerleading wohl aus amerikanischen Filmen und Serien gewonnen. Die „Anführerin“ (gerne blond und vollbusig) des Teams gilt hierbei als angesehenste weibliche Person im ganzen College und ist schon aus hierarchischen Gründen natürlich mit der angesehensten männlichen Person des Colleges zusammen: dem Quarterback des Footballteams (seine Stellung in der Mannschaft gleicht etwa der eines Kapitäns oder eines „10ers“ im Fußball).
Gutes Aussehen scheint dabei das Hauptkriterium zu sein, um in den privilegierten Kreis des Squads aufgenommen zu werden. Dies schließt natürlich hervorragende Fähigkeiten im Schminken, Kleiden, der Maniküre und in Ausnahmefällen auch im Tanz ein. Erfüllt man diese strengen Auflagen, erfolgt nach der Aufnahme nur noch ein leichter Charakterwandel zur Hochnäsigkeit sowie der Selbstverliebtheit und die Transformation zum Cheerleader ist perfekt.

Positionswechsel

Vollzieht man nun den Sprung über den „großen Teich“ in die beschaulichen Hallen der Johannes Gutenberg – Universität in Mainz, ergibt sich dem geneigten Zuschauer ein (fast) gegensätzliches Bild von der hiesigen Cheerleadergruppe. Denn hier trifft keines der oben genannten Kriterien zu. Hebefigur Wirklich keines? Doch, eines – gutes Aussehen ist auch hier zur Genüge anzutreffen. Aber beschränken lassen sich die Damen der Gruppe „Nikes“ auf dieses Attribut auf keinen Fall. Man(n) wird herzlich empfangen und fühlt auch schon nach wenigen Minuten, dass sich weder hochnäsige noch selbstverliebte Zeitgenossen in die Gruppe verirrt haben. Der Raum ist mit guter Laune und auch, neben den beiden Reportern, mit zwei männlichen Angehörigen der Cheerleadergruppe gefüllt. Ein Akt männlicher Emanzipation in einer von Frauen dominierten Sportart? Eher nicht. Die beiden gut gebauten Herren unterstützen das „schwache“ Geschlecht bei dem Bau von Hebefiguren. In Fachkreisen spricht man hier von einem „Mixed Stunt-Team“.

Training, Training, Training,…

Aktuell bereiten die Damen einen Tanz für einen Wettkampf vor. Dies ist neben dem Anfeuern einer Mannschaft das zweite Aktionsfeld einer Cheerleadergruppe. In Wettkampfmanier gilt es hier einen rund dreiminütigen Auftritt darzubieten, den die Juroren nach Schwierigkeitsgrad und Sicherheit bewerten. Die Aufführung der Nikes besteht grob gesagt aus zwei verschiedenen Elementen: Tanz- und Akrobatikeinlagen. Letztere lassen sich dann nochmals in „Toss-“ (engl. werfen) und Hebefiguren untergliedern. Hebefigur 2

Das Training dazu beginnt mit einer „Trockenübung“. Zunächst bekommt jeder Cheerleader die Startposition zugeteilt, bevor der Tanz einmal ohne Musik, in lockerem Tempo und ohne Ausführen der Hebfiguren durchexerziert wird. Dies dient dazu, sich die genauen Bewegungsabläufe nochmals in das Gedächtnis zu rufen. Anschließend erfolgt das im Sport notwendige Warmmachen, bevor es dann an das „Eingemachte“ geht. Der Tanz erfolgt mit Musikuntermalung und Ausführen sämtlicher Wurf- und Hebefiguren. Jetzt bekommt man vorgeführt, warum Aussehen alleine nicht viel hilft. Koordination, Kondition, Taktgefühl und Körperbeherrschung zählen hierbei zu den wichtigsten Fähigkeiten. Großen Respekt haben sich die Damen nicht nur für ihre tänzerischen Fähigkeiten verdient, sondern auch für das fehlerfreie Ausführen von Würfen über mehrere Meter und Figuren bis hoch an die Hallendecke. Toss Nervenkitzel pur bei solch spannenden und atemberaubenden Kunststücken der Akrobatik. Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als mitzufiebern, während die Damen diese waghalsigen Figuren fehlerfrei mehrmals hintereinander routiniert und professionell abwickeln.

Zugegeben, dies waren die kurzweiligsten und interessantesten 90 Minuten Sportkurs bis dato. Der scherzhaft gemeinten Aufforderung, man solle ja schreiben, dass hier professionell gearbeitet wird, hätte es gar nicht bedurft. Man kann nur den Hut vor diesen Damen und Herren ziehen und getrost alle Vorurteile über Bord werfen.
In diesem Sinne: Let’s go Nikes!

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Go NIKES, go!

Juni 5, 2008

Annett Baumann ist Obfrau und Trainerin des AHS Kurses der Cheerleader. LeOn sprach mit ihr über Vorurteile und Möglichkeiten zur Rekrutierung von Männern. Außerdem gibt Annett Einblicke in die Welt eines Cheerleaders.

LeOn: Annett, mit Cheeerleading verbinden die meisten Menschen stereotypische Blondinen aus US-amerikanischen Teeniefilmen. Was versteckt sich wirklich hinter dem Begriff Cheerleading?

Annett: Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff in etwa: Anleitung zum Anfeuern. Wir sind dazu da, die Zuschauer bei den Footballspielen zum Anfeuern der Mannschaft zu bewegen. Zu den Spielen der “Legionaries” (Footballteam der Uni Mainz, Anmerk. d. Red.) kommen leider nur sehr wenige Zuschauer, also feuern wir die Mannschaft an und versuchen, den Gegner zu verwirren. Es kam sogar schon vor, dass sich eine gegnerische Mannschaft beschwert hat, wir wären zu laut. Genau dazu sind wir da! Das Vorurteil der stereotypischen Blondinen aus US-amerikanischen Teeniefilmen können wir spätestens dann entkräften, wenn uns jemand in Aktion sieht.

LeOn: Welche Voraussetzungen muss man erfüllen um bei euch teilzunehmen?

Annett: Auf jeden Fall einen hohen Grad an Teamgeist! Cheerleading ist eine Sportart, bei der man sich auf den/die Andere(n) verlassen muss. Einzelgänger sind hier fehl am Platz. Den Rest kann man alles lernen.

LeOn: Der Name eures „Squads“ lautet „NIKES“, für was steht er?

Annett: Die NIKE ist die griechische Siegesgöttin. “NIKES” wurde also von ihr abgeleitet. Mit dem „s“ hintendran wird es eigentlich zum Eigennamen für unseren „Squad“ und bedeutet nichts anderes als Siegesgöttinnen.

LeOn: Neben einer großen Anzahl von Studentinnen habt ihr in eurer Gruppe „NIKES“ auch einige Männer. Welche Hürden müssen genommen werden, um das starke Geschlecht zur aktiven Teilnahme am Cheerleading zu begeistern?

Annett: Das ist wirklich sehr schwer. Männer kann man nur über die sportliche Schiene ködern. Hier können sie menschliche Gewichte stemmen und dazu auch noch Mädels. Wo darf man schon einfach so Mädchen auf den Händen tragen. Wenn die Männer dann aber dabei sind, bleiben sie auch dabei, weil sie merken, dass es wirklich sehr sportlich zugeht. Der Charme unseres Teams trägt natürlich auch dazu bei. Meistens sind es aber die Footballspieler, die wissen, dass wir eine gute Arbeit leisten.

LeOn: Ziel eures Trainings ist das Einstudieren von „Stunts“, „Jumps“, „Cheers“ und „Chants“. Vor allem die gefährlichen Stunts benötigen ein hohes Maß an Vertrauen und Sicherheit. Welche Sicherheitsvorkehrungen trefft ihr?

Annett: Sicherheitsvorkehrungen sind wirklich sehr wichtig. Wenn wir etwas total Neues einstudieren, dann legen wir uns Matten unter. Ansonsten werden immer wieder Pausen eingelegt, damit die Konzentration nicht verloren geht. Neulinge werden langsam in die Materie eingeführt, außerdem stellen wir am Anfang viele Menschen drum herum, damit sie im Notfall stürzende Mädchen auffangen können. Hier helfen auch oft unsere Footballer aus.

LeOn: Kam es dabei jemals zu Unfällen?

Annett: Schlimme Unfälle hatten die Nikes in den vergangenen 7 Jahren – auf Holz klopfen - noch nie! Kleinere Blessuren passieren immer mal. Das hat man aber in jeder Sportart. Vor sehr aufwendigen Auftritten, die auch mal 3 - 4 Mal Training in der Woche benötigen, sehen wir oft aus, als hätte uns jemand verprügelt. Aber irgendwie sind wir auch stolz auf diese blauen Flecken.

LeOn: Wenn ihr nicht gerade auf der Wiese oder in der Halle trainiert, absolviert ihr eine Menge an öffentlichen Auftritten, welche sind das?

Annett: Uns konnte man schon im ZDF-Fernsehgarten, auf der Nokia-Skatenight, bei der Fußball-WM-Promotiontour in Kaiserslautern, zur Fußball-WM beim Public-Viewing, bei den Sportlerehrungen der Uni Mainz, bei den Spielen der A’s (Baseball) und bei vielen anderen sehen. Das sind meistens typische sportliche Cheerleader-Auftritte mit vielen Stunts und Pyramiden. Aber auch bei der „Fassenacht“ in Mainz haben wir uns mittlerweile einen festen Stammplatz erarbeitet.

LeOn: Könnt ihr bereits Erfolge von Meisterschaften vorweisen?

Annett: Oh, ja! 2006 trat die Uni Mainz das erste Mal bei einer Landesmeisterschaft an. Vertreten waren wir vom Partnerstuntteam Annett & Stefan. Dort konnten wir nach einem 3-wöchigen Intensivtraining immerhin einen schönen 4. Platz erreichen. Mit dieser Teilnahme schrieben wir auch ein Stückchen Deutsche Geschichte! Wir waren das erste Uni-Team, welches an einer offiziellen Meisterschaft im Cheerleading teilnahm. Letztes Jahr wollten wir als Mixed-Team antreten. Leider mussten wir unsere Teilnahme zurückziehen, weil es verbandstechnisch Probleme mit dem Termin und der Austragung der Meisterschaft kam. Für Studenten kann ein terminlicher Unterschied von 2 Wochen leider das Aus bedeuten. Schade, wir hatten schon so gut trainiert.

LeOn: Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Stephan Benz

An diesem Samstag, den 07.06.2008, werden die NIKES” die Baseballmannschaft der „A’s“ tatkräftig unterstützen.

„Dreidimensional, ultimativ, geräuschlos“

Mai 30, 2008

von Stephan Benz

Die dritte Woche dreht sich ganz um die Sportart Unterwasserrugby (UWR). Seit den 1960er Jahren kämpfen 12 Spieler, mit ABC-Ausrüstung ausgestattet, 30 Minuten lang unter der Wasseroberfläche um Körbe.

Getümmel unter Wasser beim Unterwasserrugby der AHS Sportgruppe MainzUnd wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer!
Ein Deutscher, Ludwig von Bersuda, erfand 1961 eine dem Unterwasser- Volleyball ähnliche Spielform. 1964 fand schließlich eine davon modifizierte Form, ein Unterwasserrugbyspiel, zwischen der DLRG Mühlheim und der DUC Duisburg statt. Von da an ging es mit dem UWR steil aufwärts. Bereits sechs Jahre später folgte die erste offizielle Gesamtdeutsche UWR-Meisterschaft. In der Folge mutierte die Sportart 1973 zum Exportschlager – gipfelnd mit der Europameisterschaft 1978 und der ersten Weltmeisterschaft in Mülheim 1980.

Wie spielt man Unterwasserrugby?
Das Spiel ist leicht erklärt. Jede Mannschaft besteht aus elf Spielern von denen sich sechs im Wasser befinden. Die restlichen Auswechselspieler bewachen die Ersatzbank und können im fliegenden Wechsel eingesetzt werden. Auswechselbank der Unterwasserrugby Mannschaft der AHS Sportgruppe MainzZiel ist es, einen mit Salzwasser gefüllten Ball in den vom Torwart bewachten Stahlkorb der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Das ist einfacher gesagt, als getan. „Die Gegner kommen von allen Seiten und man muss taktisch geschickt agieren. Muskelkraft allein reicht da nicht aus, viel wichtiger ist ein guter Überblick und etwas Geschick“, sagt Jennifer, Obfrau des AHS-Kurs Unterwasserrugby der Uni Mainz. „Das ist der Punkt, warum UWR auch für Frauen interessant ist“, sagt sie weiter. Jennifer ist eine von vielen begeisterten Frauen, die aktiv in einer augenscheinlich männerdominierten Sportart – wir reden hier immerhin vom Rugby – teilnimmt. In kaum einer anderen Sportart kann man sich „in allen drei Dimensionen bewegen“.

Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen kann im Grunde jeder, Voraussetzungen gibt es fast keine. Oder doch? „Na ja, schwimmen sollte man können“ sagt Jennifer, „das ist alles“. Ist diese Hürde genommen, braucht man nur noch eine ABC-Ausrüstung (Taucherbrille, Schnorchel, Flossen) und eine(n) Badehose/anzug.

Unterwassergerangel um den Ball

Der Olympische Gedanke zählt
Einmal im Team, warten, neben wöchentlichen Trainingseinheiten, jährlich zwei bundesweite Wettkämpfe auf den Sportler. Abgesehen vom 23. Bundesoffenen Turnier der Hochschulen im Unterwasserrugby (BOT) am 14 und 15. Juni in Göttingen – das übrigens zum ersten Mal 1986 in Mainz stattfand - richtet die Mainzer AHS-Gruppe in unregelmäßigen Abständen ein Nikolaus-Turnier aus. Große Chancen rechnet sich die Mainzer Truppe jedoch nicht aus, vielmehr steht der Spaßfaktor im Vordergrund. „Unsere Chancen stehen eher schlecht. Wir sind ein sehr junges Team aus vielen unerfahrenen Spielern. Bei uns zählt hauptsächlich der olympische Gedanke und die Hoffnung, dabei viele Erfahrungen sammeln zu können.“

Wer also auf der Suche nach etwas Neuem ist, sollte sich nicht scheuen und dienstags um 17:45 Uhr im Bad (siehe AHS-Flyer) vorbeischauen!

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Was Bischofsstäbe auf den Sportplatz treibt

Mai 23, 2008

Der zweite Teil der Serie „Hochschulsport an der Universität Mainz“ widmet sich der Sportart „Lacrosse“. Ziel dieses Sports, welcher in Kanada zum Nationalsport avancierte, ist, den Ball mittels eines Schlägers im Tor des Gegners unterzubringen. Trotz seiner über 400-jährigen Geschichte ist Lacrosse außerhalb des nordamerikanischen und australischen Kontinents zu den Randsportarten zu zählen.

Vom Gottesdienst zur Olympischen Disziplin

Ursprünglich wurde Lacrosse von Indianern an der Ostküste auf dem Gebiet des heutigen Kanadas und der USA gespielt. Es diente unter anderem dazu, den „Schöpfer“ auf Probleme innerhalb des Stammes aufmerksam zu machen oder um Streitigkeiten zwischen Stämmen zu schlichten. Im Gegensatz zur heutigen Spielart, war diese bei den Indianern brutaler ausgelegt, so dass es häufig zu Verletzungen und Knochenbrüchen kam.

Erstmals namentlich erwähnt wurde der Sport um 1636. Ein französischer Missionar beobachte das Spiel der Indianer und nannte es wegen der Ähnlichkeit der benutzten Schläger mit einem Bischofsstab „La Crosse“ (franz. für Bischofsstab).
Rund 200 Jahre später fingen auch Weiße an diese Sportart zu betreiben, was zu einem regelrechten Siegeszug ihrer führte. Von Nordamerika aus wurde sie nach England, Australien, Neuseeland und Schottland exportiert. 1904 und 1908 erreichte Lacrosse bis dato seinen Höhepunkt, als es als olympische Disziplin ausgetragen wurde.

Doch seitdem verschwand der Sport in der Versenkung. Der Ruf als „Eliten-„ und „Upper Class“-Sport, sowie der Mangel an Experten auf dem Gebiet der Anfertigung von Lacrosse-Schlägern sind als Gründe dafür zu nennen.
Erst die Einführung des Kunststoffschlägerkopfes anstelle eines Holzkopfes führte zu einem Revival. Nach Deutschland kam Lacrosse Anfang der 1990er Jahre durch Austauschschüler aus den USA.

Regelkunde für Anfänger

Lacrosse vereint Elemente aus Football, Eishockey, Basketball und Fußball. Dabei ist das Spielfeld ähnlich einem Fußballfeld. Jeder Spieler führt einen Schläger in der Größe von einem Meter oder 1,80 m mit sich, an dessen Kopf mittels eines eingenähten Netzes eine Art „Tasche“ befestigt ist. Als Spielball dient ein Gummiball mit rund 20 cm Umfang. Dieser darf mit dem Schläger gefangen, geworfen, vom Boden aufgenommen und beliebig weit getragen werden. Die Tore (1,80 m x 1,80 m) stehen wie beim Eishockey nicht an den Außenlinien, sondern etwas in das Feld eingerückt. Nun gilt es durch Laufarbeit, Passspiel und guter Taktik den Ball im gegnerischen Tor zu versenken.

Im Gegensatz zu den meisten Sportarten gibt es bei Lacrosse einige Unterschiede zwischen der Männer- und der Frauenvariante. Dies fällt auch schon rein optisch auf. Frauen tragen neben einem Gebissschutz und Handschuhen, welches beides nicht zwingend vorgeschrieben ist, keinerlei weiteren Schutz. Ein Verzicht auf weitere Schutzausrüstung wird durch das Verbot von Körperkontakt ermöglicht. Bei Männern hingegen geht es richtig zur Sache! Die Ausrüstung besteht zusätzlich aus einem Helm sowie Schulter- und Ellenbogenschützern. Dies ist auch von Nöten, denn Bodychecks und Schläge auf den Unterarm sind erlaubt.
Ein weiterer Unterschied ist die Anzahl der eingesetzten Spieler. Frauen starten mit zwölf Feldspielerinnen und haben drei Auswechselspielerinnen. Bei Männern stehen dagegen nur zehn Spieler in der Startformation. Der Kader kann insgesamt aus bis zu 23 Spielern bestehen. Gewechselt wird „fliegend“, so dass ein Spieler nach seiner Auswechslung wieder eingewechselt werden kann. Neben den Spielern nehmen in der Regel noch vier Schiedsrichter teil, welche die Möglichkeit haben, Zeitstrafen oder den Spielausschluss eines Akteurs für Fouls auszusprechen.
Nach 4 x 20 min bei den Herren und 2 x 30 m bei den Damen endet eine Partie Lacrosse.

An der Universität Mainz wird die gemischte Variante von Lacrosse angeboten. Es besteht also die Möglichkeit für beide Geschlechter an dem AHS-Kurs teilzunehmen, wobei natürlich ganz „gentleman-like“ nach den Regeln des Damen-Lacrosse gespielt wird.

Kendô - “Eintauchen in fremde Welten”

Mai 15, 2008

von Stephan Benz

Der japanischer Exportschlager Kendô erfreut sich auch in Deutschland einer wachsenden Zahl an Anhängern. LeOn ist für euch in diese fremd erscheinende Sportart „eingetaucht“.

Wer auf der Suche nach einer Sportart mit vielen Facetten und Herausforderungen ist, sollte sich im Kendô versuchen. Das japanische Gegenstück zum Fechten erfreut sich seit dem Export vor mehr als 50 Jahren einer wachsenden Zahl an deutschen Teilnehmern, so auch im AHS Programm der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.

Kendoschüler wird von der Shinai getroffenWer nun erwartet, dass man überschüssige Energie und Frust in Form von Schlägen wahllos auf den Gegenüber einprasseln lassen kann, hat weit gefehlt. Wie auch im Fechten bestimmen feste Regeln einen Kampf. Bevor man schließlich auf die Matte (jap. Shiajjô) geschickt wird, gilt es diese Abläufe bis ins Detail zu erlernen.

In vier verschiedenen Kursen lässt sich dieser „Weg des Schwertes“ (jap. Kendô) langsam beschreiten. Im Mittelpunkt des Trainings steht das Erlernen von Grund-, Konter- und Angriffstechniken. Aber auch der Aufbau von Ausdauer, Geschick, Konzentration, Reaktionsvermögen, Selbstdisziplin, Teamgeist und Verantwortung werden durch den Trainer (jap. Sensei) gelehrt und gehören zur Ausbildung dazu. Als Belohnung wartet am Ende des Weges ein geformter Körper mit gereifter Seele.

Alle Trainingsstunden beginnen, wie in jeder anderen Sportart auch, mit dem Aufwärmen. Der Sensei beobachtet seine SchülerNach kurzem Einlaufen und Dehnen steht „Kata“-Training an. In diesem Teil des Trainings stehen sich zwei Partner, die Lehrer und Schüler repräsentieren sollen, gegenüber. Im Gegensatz zum Wettkampf wird hier ohne Rüstung, dafür mit einem Holzschwert (jap. Bokutô), geübt. Nach der Begrüßung des Partners werden neun fest vorgeschriebene Aktionen bestehend aus Bewegungen und Schlägen mit finalem Aufschrei, ausgeführt, die Koordination und Treffergenauigkeit fördern sollen.

Danach geht es ans Eingemachte. Sobald alle Kendôschüler eine Technikübung von 400 kräftezehrenden Sprüngen samt Hieb und Schrei erledigt haben, wird nach kurzer Ruhe- und Meditationsphase, bei gefühlten 30°C, die Rüstung angelegt. Kendoschüler in voller AusrüstungNeben der „normalen“ Kleidung, bestehend aus Jacke (jap. Keiko-gi) und weiter Hose (jap. Hakama), wird nun ein weißes Kopftuch (jap. Tenugui) angezogen. Darüber wird die Maske (Men) gestülpt, Brustpanzer (jap. Do), Schurz (jap. Tare) und Handschuhe (jap. Kote) komplettieren die Rüstung und stellen gleichzeitig die vier verschiedenen Trefferzonen im Kampf dar (Kopf, Kehle, Handgelenk und Rumpf). Einmal fertig eingekleidet, gibt es kein Entkommen mehr. Die kleine Turnhalle auf dem Campus verwandelt sich in einen Ort, in dem die Schüler, unter strenger Beobachtung des Sensei und Ohren betäubendem Geschrei, in wettkampfähnlichen Situationen mit dem Shinai, einem 115 cm langen Bambusschwert, die Haltbarkeit der Rüstung des Partners testen. Spätestens in diesem Moment fühlt man sich wie in Mitten eines Martial-Art-Films – oder in einem Dojo in Japan.

Kleines Kendô-Lexikon:

  • Kendô: „Schwert-Weg“
  • Ken: Schwert
  • Tao: Lebensweg
  • Sensei: Lehrer/Meister
  • Shinai: Bambus-Schwert
  • Bokutô: Holzschwert
  • Keiko-gi: Jacke
  • Hakama: weite Hose
  • Tenugui: weißes Kopftuch
  • Men: Maske
  • Do: Brustpanzer
  • Tare: Schurz
  • Kote: Handschuhe
  • Dojo: Trainingsraum

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Interview über den Sportkurs “Kendo”

Mai 15, 2008

Interviewt wurde dazu Mathias Schmitt, Obmann für den Kurs des Allgemeinen Hochschulsports (AHS). Der 26-jährige ist aufgrund seiner vorhandenen Erfahrung, die dieses Amt fordert, zum dritten Mal zum ersten Ansprechpartner für den Sportkurs gewählt worden. Schon seit seiner Jugend wollte er Kendo betreiben, jedoch ließen dies die fehlenden Trainingsmöglichkeiten an seinem Wohnort nicht zu. Erst mit Beginn seines Biologiestudiums (aktuell 9. Fachsemester) konnte er anfangen, den Sport zu betreiben. Mittlerweile trainiert er seit vier Jahren und ließ sich innerhalb von drei Semestern als Anfänger-Trainer zum Übungsleiter ausbilden. Zurzeit leitet er neben seiner aktiven Teilnahme das Kendo-Training am Freitagmorgen.

Sascha: Mathias, für wen ist Kendo geeignet?

Mathias: Prinzipiell ist Kendo für Personen jeder Altersgruppe geeignet. Man sollte allerdings, wie bei den meisten Sportarten, so jung wie möglich mit dem Sport beginnen. Weltweit üben sowohl Frauen als auch Männer den Sport gleichermaßen aus. In Deutschland überwiegt allerdings der Männeranteil, wenn ich mich nicht irre.

S: Warum ist Kendo als Hobby empfehlenswert?

M: Gute Frage, damit habe ich mich selbst noch nicht eingehend auseinandergesetzt. Also, aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Kendo sowohl den Körper als auch den Geist schult und einem hilft, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Im Training wird von einem Disziplin, Durchhaltevermögen und Selbstüberwindung gefordert. Das überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche. Ein Nachteil sind mit Sicherheit die relativ hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für die Ausrüstung. Ein „shinai“, ein Übungsschwert aus Bambus, kostet beispielsweise ab 25 Euro und hält je nach Qualität zwischen einer Trainingseinheit und mehreren Monaten.


S: Wie ist die Resonanz auf Kendo an der Uni?

M: Die Resonanz auf Kendo ist in den letzten Jahren mit teilweise über 20 Anfängern pro Semester relativ gut gewesen. Allerdings sind die Anfängerzahlen in den letzten beiden Semestern eher rückläufig gewesen. Viele Leute können sich unter Kendo nicht viel vorstellen und möchten den Kampfsport einfach mal ausprobieren. Dadurch haben wir eine relativ hohe Abbrecherquote. Aus meinem Anfängerkurs, der aus über 20 Anfängern bestand, trainieren heute noch aktiv zwei bis drei Personen.

S: Nimmt die Kendo-Gruppe an Wettkämpfen und Meisterschaften teil?

M: Wir nehmen regelmäßig an Turnieren und Wettkämpfen teil, sowohl national als auch international. Ein Überblick über unsere Erfolge kann unserer Homepage entnommen werden (www.kendo-mainz.de->Dojo->Erfolge). Einige unserer Kenshi haben auch schon mehrmals an der Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft teilgenommen.

S: Macht die Gruppe auch Vorführungen, wie zum Beispiel „Show-Kämpfe”, auf dem Campus oder richtige Wettkämpfe für die Öffentlichkeit?

M: Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach eine Vorführung auf dem AHS-Tag Ende Mai machen. Einige unserer Kenshi haben letzten Freitag eine Vorführung auf der Landesgartenschau gegeben. Vor Kurzem gab es einen Bericht vom SWR über Kendo und wir hatten ein Fernsehteam bei uns zu Gast.
Die Turniere in Deutschland sind immer öffentlich und jeder, der Interesse hat, kann diese besuchen.
Meines Wissens finden auf großen Veranstaltungen, wie dem Japantag in Düsseldorf, Vorführungen statt, bei dem der Sport der Allgemeinheit vorgestellt wird.
Show-Kämpfe gibt es, soweit ich weiß, nicht. Man muss hierbei auch beachten, dass es sich bei Kendo um einen Kampfsport handelt. D. h. es gibt bei den Kämpfen feste Regeln, wie bei anderen Sportarten auch, beispielsweise Judo oder Taekwondo, ganz im Gegensatz zu Kampfkunst- und Selbstverteidigungsarten wie „Wing Tsun“ oder „Krav maga“.

S: Vielen Dank!