Der AStA macht mobil
Juni 4, 2008von Janek Rauhe
Die meisten Studis wären ohne ihr Studiticket ganz schön aufgeschmissen. Damit die Studentinnen und der Student von heute mobil bleiben, gibt es im AStA das “Verkehr und Ökologie”-Referat. Eines der politischen Referate.
Pierre-Louis Blanchard von FSL (Fachschaftenliste) und Eva-Maria Vogt von Campus Grün sind die beiden Referenten. “Wir kümmern uns die meiste Zeit um das Studiticket”, meint Pierre-Louis. Jedes Semester müssen Beiträge fürs Studiticket zurückerstattet werden, wenn sich der betreffende Studierende i
m Ausland oder wegen Praktika nicht in der Region aufhält. “Das sind jedes Semester so viele Anträge, dass wir extra Personal eingestellt haben. Wir beiden Referenten würden das alleine gar nicht schaffen”, erklärt Pierre-Louis.
Außerdem müssen die Referenten mit den Verkehrsbetrieben über das Studiticket verhandeln. Vor kurzem erst wurde das Ticket um den Übergangsbereich Alzey/Worms des RNN (also vom RNN zum VRN) erweitert. Die Oppositionsparteien kritisieren das Studiticket immer wieder. Vera Jung, 27, von der oppositionellen ALF (Alternative Liste der Fachschaftler) bemängelt, dass das Gebiet für den Bedarf “viel zu groß” sei. “Deshalb ist das Ticket seit 2004 vierzig Euro teurer geworden!” Schuld seien aber auch die Verkehrsbetriebe, die ihre Preise erhöhen.
Die Referenten müssen auch kleine Veränderungen am Semesterticket vornehmen: “Der RMV verlangt z.B. eine bessere Fälschungssicherheit des Studitickets. Damit müssen wir Referenten uns befassen und dann eine Lösung finden”, erklärt Pierre-Louis. Zum nächsten Jahr wird wahrscheinlicheine besondere Farbbeschichtung angewendet, die das Ticketfälschen erschweren soll.
Die Verträge über das derzeitige Ticket laufen noch bis Sommer 2010. Im nächsten Jahr beginnen bereits die Verhandlungen über das neue Ticket, das dann ab dem Wintersemester 2010/11 gilt.
Nicht nur der Verkehr und das Studiticket ist Aufgabe des Referats, sondern auch die Ökologie. Hauptsächlich Eva-Maria von Campus Grün kümmert sich um diesen Themenbereich. So hat sie bereits erreicht, dass mehr Bioprodukte in den Mensen auf dem Campus verwendet werden. Die Eintöpfe werden mittlerweile mit Bohnen aus biologischem Anbau hergestellt. Auch die Milchprodukte der Mensaria sind 100%-Bio.


“Theologie und Ethnologie ist als Rollstuhlfahrer in Mainz praktisch nicht studierbar”, meint Ellen Kubica, 24. Sie ist seit zwei Semestern Referentin des Behindertenreferats und sitzt selbst im Rollstuhl. Vor allem das Forum, aber auch viele andere Gebäude seien nicht behindertengerecht gestaltet. “Da geht dann Denkmalschutz vor Behindertenrechte”, empört sich Ellen. Zu ihren Aufgaben als Referentin gehört es, für eine barrierefreie Uni zu sorgen, ein Problem, das sich immer wieder stellt. “Deswegen versuche ich die Bauvorhaben der Uni zu begleiten und auf behindertengerechte Gebäude hinzuwirken.” Eine weitere Möglichkeit, die ihr bleibt, ist andere Räume für Vorlesungen zu organisieren, damit auch behinderte Studenten teilnehmen können.


„Wir sind die Anlaufstelle für schwule Studenten – das ist wohl unsere wichtigste Funktion“, meint Axel. Und gerade Studenten, die nicht aus der Region Mainz kommen, finden im Referat die Möglichkeit Anschluss an die schwule Szene in Mainz zu bekommen. Deshalb veranstaltet das Referat jedes Semester „eine schwul-lesbische Stadttour“ durch Mainz und hat den schwulen Stadtführer „Scout! – queer durch Mainz und Wiesbaden“ herausgebracht. „So hat jeder schwule Student einen Überblick über das schwule Leben hier“, meint Axel stolz.