Archiv für die Kategorie ‘lennylennard’

Go NIKES, go!

Juni 5, 2008

Annett Baumann ist Obfrau und Trainerin des AHS Kurses der Cheerleader. LeOn sprach mit ihr über Vorurteile und Möglichkeiten zur Rekrutierung von Männern. Außerdem gibt Annett Einblicke in die Welt eines Cheerleaders.

LeOn: Annett, mit Cheeerleading verbinden die meisten Menschen stereotypische Blondinen aus US-amerikanischen Teeniefilmen. Was versteckt sich wirklich hinter dem Begriff Cheerleading?

Annett: Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff in etwa: Anleitung zum Anfeuern. Wir sind dazu da, die Zuschauer bei den Footballspielen zum Anfeuern der Mannschaft zu bewegen. Zu den Spielen der “Legionaries” (Footballteam der Uni Mainz, Anmerk. d. Red.) kommen leider nur sehr wenige Zuschauer, also feuern wir die Mannschaft an und versuchen, den Gegner zu verwirren. Es kam sogar schon vor, dass sich eine gegnerische Mannschaft beschwert hat, wir wären zu laut. Genau dazu sind wir da! Das Vorurteil der stereotypischen Blondinen aus US-amerikanischen Teeniefilmen können wir spätestens dann entkräften, wenn uns jemand in Aktion sieht.

LeOn: Welche Voraussetzungen muss man erfüllen um bei euch teilzunehmen?

Annett: Auf jeden Fall einen hohen Grad an Teamgeist! Cheerleading ist eine Sportart, bei der man sich auf den/die Andere(n) verlassen muss. Einzelgänger sind hier fehl am Platz. Den Rest kann man alles lernen.

LeOn: Der Name eures „Squads“ lautet „NIKES“, für was steht er?

Annett: Die NIKE ist die griechische Siegesgöttin. “NIKES” wurde also von ihr abgeleitet. Mit dem „s“ hintendran wird es eigentlich zum Eigennamen für unseren „Squad“ und bedeutet nichts anderes als Siegesgöttinnen.

LeOn: Neben einer großen Anzahl von Studentinnen habt ihr in eurer Gruppe „NIKES“ auch einige Männer. Welche Hürden müssen genommen werden, um das starke Geschlecht zur aktiven Teilnahme am Cheerleading zu begeistern?

Annett: Das ist wirklich sehr schwer. Männer kann man nur über die sportliche Schiene ködern. Hier können sie menschliche Gewichte stemmen und dazu auch noch Mädels. Wo darf man schon einfach so Mädchen auf den Händen tragen. Wenn die Männer dann aber dabei sind, bleiben sie auch dabei, weil sie merken, dass es wirklich sehr sportlich zugeht. Der Charme unseres Teams trägt natürlich auch dazu bei. Meistens sind es aber die Footballspieler, die wissen, dass wir eine gute Arbeit leisten.

LeOn: Ziel eures Trainings ist das Einstudieren von „Stunts“, „Jumps“, „Cheers“ und „Chants“. Vor allem die gefährlichen Stunts benötigen ein hohes Maß an Vertrauen und Sicherheit. Welche Sicherheitsvorkehrungen trefft ihr?

Annett: Sicherheitsvorkehrungen sind wirklich sehr wichtig. Wenn wir etwas total Neues einstudieren, dann legen wir uns Matten unter. Ansonsten werden immer wieder Pausen eingelegt, damit die Konzentration nicht verloren geht. Neulinge werden langsam in die Materie eingeführt, außerdem stellen wir am Anfang viele Menschen drum herum, damit sie im Notfall stürzende Mädchen auffangen können. Hier helfen auch oft unsere Footballer aus.

LeOn: Kam es dabei jemals zu Unfällen?

Annett: Schlimme Unfälle hatten die Nikes in den vergangenen 7 Jahren – auf Holz klopfen - noch nie! Kleinere Blessuren passieren immer mal. Das hat man aber in jeder Sportart. Vor sehr aufwendigen Auftritten, die auch mal 3 - 4 Mal Training in der Woche benötigen, sehen wir oft aus, als hätte uns jemand verprügelt. Aber irgendwie sind wir auch stolz auf diese blauen Flecken.

LeOn: Wenn ihr nicht gerade auf der Wiese oder in der Halle trainiert, absolviert ihr eine Menge an öffentlichen Auftritten, welche sind das?

Annett: Uns konnte man schon im ZDF-Fernsehgarten, auf der Nokia-Skatenight, bei der Fußball-WM-Promotiontour in Kaiserslautern, zur Fußball-WM beim Public-Viewing, bei den Sportlerehrungen der Uni Mainz, bei den Spielen der A’s (Baseball) und bei vielen anderen sehen. Das sind meistens typische sportliche Cheerleader-Auftritte mit vielen Stunts und Pyramiden. Aber auch bei der „Fassenacht“ in Mainz haben wir uns mittlerweile einen festen Stammplatz erarbeitet.

LeOn: Könnt ihr bereits Erfolge von Meisterschaften vorweisen?

Annett: Oh, ja! 2006 trat die Uni Mainz das erste Mal bei einer Landesmeisterschaft an. Vertreten waren wir vom Partnerstuntteam Annett & Stefan. Dort konnten wir nach einem 3-wöchigen Intensivtraining immerhin einen schönen 4. Platz erreichen. Mit dieser Teilnahme schrieben wir auch ein Stückchen Deutsche Geschichte! Wir waren das erste Uni-Team, welches an einer offiziellen Meisterschaft im Cheerleading teilnahm. Letztes Jahr wollten wir als Mixed-Team antreten. Leider mussten wir unsere Teilnahme zurückziehen, weil es verbandstechnisch Probleme mit dem Termin und der Austragung der Meisterschaft kam. Für Studenten kann ein terminlicher Unterschied von 2 Wochen leider das Aus bedeuten. Schade, wir hatten schon so gut trainiert.

LeOn: Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Stephan Benz

An diesem Samstag, den 07.06.2008, werden die NIKES” die Baseballmannschaft der „A’s“ tatkräftig unterstützen.

„Dreidimensional, ultimativ, geräuschlos“

Mai 30, 2008

von Stephan Benz

Die dritte Woche dreht sich ganz um die Sportart Unterwasserrugby (UWR). Seit den 1960er Jahren kämpfen 12 Spieler, mit ABC-Ausrüstung ausgestattet, 30 Minuten lang unter der Wasseroberfläche um Körbe.

Getümmel unter Wasser beim Unterwasserrugby der AHS Sportgruppe MainzUnd wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer!
Ein Deutscher, Ludwig von Bersuda, erfand 1961 eine dem Unterwasser- Volleyball ähnliche Spielform. 1964 fand schließlich eine davon modifizierte Form, ein Unterwasserrugbyspiel, zwischen der DLRG Mühlheim und der DUC Duisburg statt. Von da an ging es mit dem UWR steil aufwärts. Bereits sechs Jahre später folgte die erste offizielle Gesamtdeutsche UWR-Meisterschaft. In der Folge mutierte die Sportart 1973 zum Exportschlager – gipfelnd mit der Europameisterschaft 1978 und der ersten Weltmeisterschaft in Mülheim 1980.

Wie spielt man Unterwasserrugby?
Das Spiel ist leicht erklärt. Jede Mannschaft besteht aus elf Spielern von denen sich sechs im Wasser befinden. Die restlichen Auswechselspieler bewachen die Ersatzbank und können im fliegenden Wechsel eingesetzt werden. Auswechselbank der Unterwasserrugby Mannschaft der AHS Sportgruppe MainzZiel ist es, einen mit Salzwasser gefüllten Ball in den vom Torwart bewachten Stahlkorb der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Das ist einfacher gesagt, als getan. „Die Gegner kommen von allen Seiten und man muss taktisch geschickt agieren. Muskelkraft allein reicht da nicht aus, viel wichtiger ist ein guter Überblick und etwas Geschick“, sagt Jennifer, Obfrau des AHS-Kurs Unterwasserrugby der Uni Mainz. „Das ist der Punkt, warum UWR auch für Frauen interessant ist“, sagt sie weiter. Jennifer ist eine von vielen begeisterten Frauen, die aktiv in einer augenscheinlich männerdominierten Sportart – wir reden hier immerhin vom Rugby – teilnimmt. In kaum einer anderen Sportart kann man sich „in allen drei Dimensionen bewegen“.

Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen kann im Grunde jeder, Voraussetzungen gibt es fast keine. Oder doch? „Na ja, schwimmen sollte man können“ sagt Jennifer, „das ist alles“. Ist diese Hürde genommen, braucht man nur noch eine ABC-Ausrüstung (Taucherbrille, Schnorchel, Flossen) und eine(n) Badehose/anzug.

Unterwassergerangel um den Ball

Der Olympische Gedanke zählt
Einmal im Team, warten, neben wöchentlichen Trainingseinheiten, jährlich zwei bundesweite Wettkämpfe auf den Sportler. Abgesehen vom 23. Bundesoffenen Turnier der Hochschulen im Unterwasserrugby (BOT) am 14 und 15. Juni in Göttingen – das übrigens zum ersten Mal 1986 in Mainz stattfand - richtet die Mainzer AHS-Gruppe in unregelmäßigen Abständen ein Nikolaus-Turnier aus. Große Chancen rechnet sich die Mainzer Truppe jedoch nicht aus, vielmehr steht der Spaßfaktor im Vordergrund. „Unsere Chancen stehen eher schlecht. Wir sind ein sehr junges Team aus vielen unerfahrenen Spielern. Bei uns zählt hauptsächlich der olympische Gedanke und die Hoffnung, dabei viele Erfahrungen sammeln zu können.“

Wer also auf der Suche nach etwas Neuem ist, sollte sich nicht scheuen und dienstags um 17:45 Uhr im Bad (siehe AHS-Flyer) vorbeischauen!

Nützliche Links zum Thema:

Kommentar: Festival contre le racisme

Mai 23, 2008

von Stephan Benz

Im Juni ist es wieder soweit, zum fünften Mal findet das Festival contre le racisme statt. Studierende erhalten innerhalb der Aktionswoche die Möglichkeit, sich bei Informationsveranstaltungen, Ausstellungen oder Kulturveranstaltungen über Themen wie Rassismus, Antisemitismus und viele weitere informieren und anschließend diskutieren zu können.

Soweit, so gut, das größte Problem an Aufklärungsveranstaltungen allgemein, also auch beim Festival contre le racisme, ist es jedoch, die erwünschte Zielgruppe zu erreichen. Klar, erreicht werden soll ein jeder, doch gilt es besonders die „Problem“-Gruppe aufzuklären. Aber wer besucht letzten Endes ein solches Festival? Fast ausnahmslos sind es Menschen, die bereits ein bestehendes Interesse am Thema haben oder auf irgendeine Art und Weise involviert sind. Und da tritt auch schon das wahre Problem an den Tag: Wie soll man jemanden aufklären, der gar nicht aufgeklärt werden will? Wer etwas nicht sehen will, der schaut einfach weg, so einfach ist das. Simple, vorgegebene Meinungen werden ungekaut geschluckt und übernommen. Schließlich ist das viel einfacherer, als ein Thema von zwei Seiten zu beleuchten. Wozu auch? Der Weg des geringsten Widerstands ist doch der bequemste. Und dennoch, betrachtet man den Wahlkampf der CDU in Hessen, wird deutlich, dass der Gipfel der Perversion noch nicht erklommen ist. Wenn sich neben vereinzelten Medien nun auch noch die Politik einmischt, kann man nur hoffen, dass einer solchen Polarisierung noch viele weitere Festivals entgegengesetzt werden.

Die Devise ist klar: Der Grad der Aufmerksamkeit muss gesteigert werden und, zwar in allen Bereichen. Ich finde es schade, dass sich das Festival contre le racisme im Grunde nur an Studierende richtet. Wesentlich förderlicher wäre es, die Veranstaltung der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nur durch breit gefächerte Aufklärung aller Bildungsschichten kann Interesse geweckt, gefördert und Prävention betrieben werden.

Kendô - “Eintauchen in fremde Welten”

Mai 15, 2008

von Stephan Benz

Der japanischer Exportschlager Kendô erfreut sich auch in Deutschland einer wachsenden Zahl an Anhängern. LeOn ist für euch in diese fremd erscheinende Sportart „eingetaucht“.

Wer auf der Suche nach einer Sportart mit vielen Facetten und Herausforderungen ist, sollte sich im Kendô versuchen. Das japanische Gegenstück zum Fechten erfreut sich seit dem Export vor mehr als 50 Jahren einer wachsenden Zahl an deutschen Teilnehmern, so auch im AHS Programm der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.

Kendoschüler wird von der Shinai getroffenWer nun erwartet, dass man überschüssige Energie und Frust in Form von Schlägen wahllos auf den Gegenüber einprasseln lassen kann, hat weit gefehlt. Wie auch im Fechten bestimmen feste Regeln einen Kampf. Bevor man schließlich auf die Matte (jap. Shiajjô) geschickt wird, gilt es diese Abläufe bis ins Detail zu erlernen.

In vier verschiedenen Kursen lässt sich dieser „Weg des Schwertes“ (jap. Kendô) langsam beschreiten. Im Mittelpunkt des Trainings steht das Erlernen von Grund-, Konter- und Angriffstechniken. Aber auch der Aufbau von Ausdauer, Geschick, Konzentration, Reaktionsvermögen, Selbstdisziplin, Teamgeist und Verantwortung werden durch den Trainer (jap. Sensei) gelehrt und gehören zur Ausbildung dazu. Als Belohnung wartet am Ende des Weges ein geformter Körper mit gereifter Seele.

Alle Trainingsstunden beginnen, wie in jeder anderen Sportart auch, mit dem Aufwärmen. Der Sensei beobachtet seine SchülerNach kurzem Einlaufen und Dehnen steht „Kata“-Training an. In diesem Teil des Trainings stehen sich zwei Partner, die Lehrer und Schüler repräsentieren sollen, gegenüber. Im Gegensatz zum Wettkampf wird hier ohne Rüstung, dafür mit einem Holzschwert (jap. Bokutô), geübt. Nach der Begrüßung des Partners werden neun fest vorgeschriebene Aktionen bestehend aus Bewegungen und Schlägen mit finalem Aufschrei, ausgeführt, die Koordination und Treffergenauigkeit fördern sollen.

Danach geht es ans Eingemachte. Sobald alle Kendôschüler eine Technikübung von 400 kräftezehrenden Sprüngen samt Hieb und Schrei erledigt haben, wird nach kurzer Ruhe- und Meditationsphase, bei gefühlten 30°C, die Rüstung angelegt. Kendoschüler in voller AusrüstungNeben der „normalen“ Kleidung, bestehend aus Jacke (jap. Keiko-gi) und weiter Hose (jap. Hakama), wird nun ein weißes Kopftuch (jap. Tenugui) angezogen. Darüber wird die Maske (Men) gestülpt, Brustpanzer (jap. Do), Schurz (jap. Tare) und Handschuhe (jap. Kote) komplettieren die Rüstung und stellen gleichzeitig die vier verschiedenen Trefferzonen im Kampf dar (Kopf, Kehle, Handgelenk und Rumpf). Einmal fertig eingekleidet, gibt es kein Entkommen mehr. Die kleine Turnhalle auf dem Campus verwandelt sich in einen Ort, in dem die Schüler, unter strenger Beobachtung des Sensei und Ohren betäubendem Geschrei, in wettkampfähnlichen Situationen mit dem Shinai, einem 115 cm langen Bambusschwert, die Haltbarkeit der Rüstung des Partners testen. Spätestens in diesem Moment fühlt man sich wie in Mitten eines Martial-Art-Films – oder in einem Dojo in Japan.

Kleines Kendô-Lexikon:

  • Kendô: „Schwert-Weg“
  • Ken: Schwert
  • Tao: Lebensweg
  • Sensei: Lehrer/Meister
  • Shinai: Bambus-Schwert
  • Bokutô: Holzschwert
  • Keiko-gi: Jacke
  • Hakama: weite Hose
  • Tenugui: weißes Kopftuch
  • Men: Maske
  • Do: Brustpanzer
  • Tare: Schurz
  • Kote: Handschuhe
  • Dojo: Trainingsraum

Nützliche Links zum Thema:

Wunderheilung per Klick?

Mai 14, 2008

von Stephan Benz

Schaut man sich den Zeitungsmarkt an, schreit es aus jeder Ecke. Wegbrechen der jungen Leserschaft hier, Rückgänge im Anzeigenmarkt da. Doch was ist zu tun? Ein Wunderheiler muss her: Das Internet - samt der Gefolgschaft der „digital natives“. Eine junge Zielgruppe, die die Tastatur dem Federhalter vorzieht, gepaart mit Anfang 30ern, die ihren Alltag ebenfalls „digital gestalten“.

Mit Druckerzeugnissen lässt sich im leer gefischten Meer der Leserschaft niemand mehr an den Haken holen. In Zeiten von Web2.0 muss alles peppiger, dynamischer und interaktiver sein. Frontalunterricht mittels bebilderter Texte ist „out“. Der Leser will teilnehmen, mitgestalten und sich mitteilen. Nachrichten und Berichte sind crossmedial aufzubereiten: Videos, Podcasts und Flashanimationen gehören hier zum Einmaleins der Redaktionen. Ohne Kommentarfunktionen, Foren, Chats oder gar eigene Blogs kann der Hunger der Mitteilungsbedürftigen nicht gestillt werden. Gleichzeitig muss alles dynamisch und individuell anpassbar sein. Die Wunderwaffe versteckt sich hinter dem Namen „RSS-Feed“ und liefert, einmal abonniert, nur noch gewünschte Inhalte auf den Desktop.

So, oder so ähnlich stellt man sich die Wünsche und Ansprüche der Zielgruppe vor. Prima, doch funktioniert das auch? Die Realität sieht nicht so rosig aus. Der Investitionsaufwand, und somit auch der Preis für einsteigende Verlagsgruppen, ist enorm hoch. Eine Plattform mit allen Extras und Möglichkeiten muss aus dem Boden gestemmt- und anschließend mit gut ausgebildetem Personal bestückt werden. Der einfache, gut ausgebildete Journalist bleibt da gerne auf der Strecke. Multimediales Verständnis gepaart mit Basiswissen im Erstellen von Grafiken, Videos und HTML-Inhalten sind Grundvorrausetzung zum Bestehen im Internetalltag. Des weiteren muss man als Onlinejournalist einem deutlich höherem Stressfaktor standhalten. Im Gegensatz zur klassischen Redaktion kennt das Internet zwar keine festen Abgabetermine, dafür läuft die „Druckerpresse-Internet“ 24 Stunden am Tag. Das hat zur Folge, dass Aktualität in zweierlei Weise groß geschrieben wird. Erstens muss ein Ereignis möglichst schnell veröffentlicht werden und zweitens an sich ständig verändernde Umstände angepasst werden.
Und wofür das Ganze? Für eine Zielgruppe, die die Angebote zwar wahrnimmt, den Wunschvorstellungen doch weit hinterher hängt. Die Krankheit ist also erkannt, die Therapie hat begonnen, doch ob eine Heilung stattfindet oder der Patient am Ende stirbt, bleibt fraglich und abzuwarten.

“Warum werde ich Journalist”

April 25, 2008

von Stephan Benz

Warum will ich Journalist werden? Eine an sich einfache Frage, der üblicherweise eine einleuchtende und spontane Erklärung mit samt einer ganzen Batterie an Argumenten folgen sollte. Doch bei mir ist das anders. Selbst nach 6 Semestern meines Geographie Studiums bin ich weit davon entfernt, mich auch nur im Ansatz einem Berufswunsch genähert zu haben. Was will ich überhaupt einmal werden? Von allen Seiten wird man gelöchert und doch bin ich nur im Stande zu äußern, was ich auf keinen Fall werden will.

Den Beruf des Journalisten finde ich interessant. Sicherlich nicht mein Berufswunsch, aber zumindest nicht auf der Liste der Berufe, die ich auf keinen Fall ausüben möchte. Die größte Hürde zur Ausübung des Berufs eines Journalisten ist meine eigene Unfähigkeit, Gedanken fein säuberlich sortiert für Dritte in Textform aufzuarbeiten und stilistisch gut zu verpacken. Nichts desto trotz belege ich Publizistik im Nebenfach.

Nun drängt sich natürlich die Frage auf, wieso Publizistik, wenn ich doch kein Journalist werden will? Die Antwort folgt aus meiner einfachen Logik und ist schlichtweg banal: Ausschließungsverfahren und Erfahrungen mit anderen Nebenfächern. Dennoch, Publizistik ist ein interessantes Fach. Im Gegensatz zu vielen anderen Studiengängen größtenteils praxisnah gestaltet, kann es Wissen nachvollziehbar lehren.

Trotzdem, warum muss gerade ich als Geograph ein solches Seminar der journalistischen Praxis besuchen? Als Geograph bin ich gegenüber anderen Studiengängen im späteren Berufsleben nicht auf wenige Berufsfelder fixiert. Vielmehr bedeutet das Geographiestudium das Erlernen breit gefächerter Kenntnisse und Methoden. Das Interesse an der Umwelt, Gesellschaft und Kommunikation wird vorausgesetzt und gefördert. Hier sehe ich die größte Überschneidung und für mich als Geographen den entscheidenden Nutzen durch den Studiengang Publizistik. Mein persönlicher Interessensschwerpunkt liegt dabei im Bereich des Internets: Vor allem die Ideen, Strukturen und die Umsetzung von Onlineprojekten, da ich selbst seit dem Start meines Onlinedaseins kontinuierlich an Webprojekten mitgearbeitet habe und das auch zukünftig beabsichtige. Besonders attraktiv finde ich hierbei die Entwicklung der ehemals starren Nachrichtenseiten hin zu interaktiven Plattformen, die den Austausch von Inhalten mit dem Publikum ermöglichen und fördern. Fazit? Profitables Wissen für einen formulier-unbegabten Geographen.