Archiv für die Kategorie ‘janekrauhe’

Saufen, Sonne, Sommerfest

Juni 25, 2008

von Janek Rauhe

Seit 28 Sommern verwandelt sich der Campus der Uni Mainz in eine große Festivalfläche. Immer gegen Semesterende steigt das große AStA-Sommerfest. 1980 hat alles klein angefangen, heute kommen bis zu 20.000 Besucher. Damit ist das Sommerfest die drittgrößte Open Air-Veranstaltung in Rheinland-Pfalz. www.asta-sommerfest.de

Mit dem Fest lädt der AStA seine Studenten, die Professoren und die Angestellten und Alumni der Uni ein, gemeinsam das nahende Ende der Vorlesungszeit zu feiern - mit reichlich Alkohol. Neben Bier- sorgen Cocktail- und Sektstände für Gelegenheit mit den Kommilitonen und Professoren anzustoßen.

Traditionell beginnt das Fest nachmittags mit dem internationalen Markt, auf dem es eine Vielzahl an internationalem Essen, Getränke und Kunsthandwerk zu kaufen gibt. Am Abend startet das Bühnenprogramm mit Live-Musik von regionalen Künstlern. In der Regel gibt es jedes Mal ein Festivalkino, auf dem Produktionen von Mainzer Studierenden der Universität sowie der Fachhochschulen gezeigt werden. Der Eintritt zum Fest ist frei und damit ist es “eines der größten nicht kommerziellen Uni-Feste-Deutschlands” (AStA-Eigenwerbung).

www.asta-sommerfest.deDer AStA überträgt die Planung und Konzeption auf ein Organisationsteam. Jedes Jahr im Oktober wird die Ausrichtung des Fests ausgeschrieben. Der AStA wählt das beste Konzept aus und beauftragt anschließend das Orga-Team mit der Umsetzung.

Die logistische und infrastrukturelle Unterstützung bleibt aber beim AStA. So organisiert er beispielsweise die Pressearbeit oder übernimmt nach dem Fest die Abrechnung und Versteuerung. Auch inhaltlich kann er unterstützen: In diesem Jahr treten auf den Live-Bühnen die Gewinner des AStA-Bandwettbewerb auf.

Da keine Eintrittsgelder verlangt werden, setzen sich die Einnahmen nur aus dem Getränkeverkauf, den Standmieten und Swww.asta-sommerfest.deponsorengeldern zusammen. Das Sponsoring sorgt immer wieder für Kritik. Einerseits wird kritisiert, dass zu wenig Sponsoren für das Fest gewonnen werden, anderseits wird bemängelt, dass zu viele Sponsoren mitwirken und das Fest so kommerzialisiert wird.

Falls Gewinne erzielt werden, dann fließen sie in den AStA-Haushalt und ermöglichen ihm weitere Projekte zu finanzieren - unabhängig von den Einnahmen durch den Semesterbeitrag.

Ohne Stimme hört dich keiner!

Juni 19, 2008

ein Kommentar von Janek Rauhe

Wenn man einen Beweis für Politikverdrossenheit haben will, dann muss man nur auf die Vollversammlung der Verfassten Studierendenschaft gehen.  Schnell stellt man fest, dass man ziemlich alleine ist. Kein Student interessiert sich für den AStA. Keiner geht hin.

Eine vertane Chance! Wir haben als Studenten die Möglichkeit uns in die Unigremien einzubringen, selbst für bessere Studienbedingungen zu sorgen, unser Lernumfeld selbst zu gestalten. Und wie reagieren die meisten auf diese Möglichkeit? Mit Desinteresse!

Das stimmt umso trauriger, als dass unsere Kommilitonen in Bayern und Baden-Württemberg neidisch auf unser System blicken. Dort gibt es keine studentische Selbstverwaltung. Die Unileitungen können entscheiden, was sie wollen ohne die Interessen der Studis zu berücksichtigen. Wir in Rheinland-Pfalz haben es besser. Bei uns ist der engagierte Student nicht verpönt. Bei uns ist die studentische Selbstverwaltung per Gesetz erlaubt und sogar erwünscht.

Doch wir machen kaum was daraus. Wir lassen das extreme Potential, das in der Selbstverwaltung liegt, verpuffen. Nicht weil unser AStA oder StuPa schlecht arbeitet - im Gegenteil, trotz mieser Wahlbeteiligung (bei der letzten Wahl fast 10 Prozent) lassen sich die AStA-Vertreter nicht von ihrem Kurs abbringen. Sie organisieren für uns das Studiticket, sie begleiten die Umstellung auf Bachelor und Master kritisch und gegeben Tipps, sie finanzieren sogar unsere Partys - denn die Fachschaftsfeten zahlt immer noch der AStA.

Nein, wir lassen das Potential verpuffen, weil wir nicht zeigen, dass wir hinter der Verfassten Studierendenschaft stehen. Ein Zeichen wäre auf die Vollversammlung oder bei der nächsten StuPa-Wahl wählen zu gehen! Nicht jeder merkt vielleicht die Vorteile, die aus der Selbstverwaltung erwachsen, aber wenn man plötzlich kein Studiticket, keine Feten auf dem Campus oder keine Fachschaften mehr hätte, wäre der Aufschrei groß. Deshalb: Nutzt eure Stimmen in der Verfassten Studierendenschaft. Wie hat eine Kampagne des Bundesamt für politische Bildung einmal richtig festgestellt: Ohne Stimme hört dich keiner!

“Wir geben unser Bestes”

Juni 19, 2008

Der AStA lädt zur Vollversammlung – und keiner geht hin. Vor einem fast leeren Hörsaal legt der AStA seinen Rechenschaftsbericht über das letzte halbe Jahr vor. Themen sind unter anderem die brisante Wohnheimrenovierung von Inter I und II sowie die Verschiebung der StuPa-Wahl.

Vollversammlung im leeren HörsaalVielleicht fünfzehn Studenten sind dem Aufruf des AStAs gefolgt, an der Vollversammlung der Verfassten Studierendenschaft teilzunehmen. Berechtigt ist jeder eingeschrieben Student der Universität – also knapp 35.000 Studenten. Ziemlich einsam berichten die Vertreter des AStA den anwesenden Studenten über ihre Arbeit des vergangenen halben Jahres.

„Natürlich finde ich es schade, dass so wenige Studierende zu unserer Vollversammlung gekommen sind“, meint AStA-Vorsitzende Lisa Bicknell, 23, „aber ich glaube, dass es momentan wenig Beschwerdebedarf gibt, dadurch bekommen wir auch weniger Aufmerksamkeit “.  Oppositionsabgeordnete Vera Jung (ALF)

Einige Oppositionsabgeordnete des StuPa sind ebenfalls zur Vollversammlung erschienen und zeigen sich mit der Regierung ausnahmsweise ziemlich einig: „Es ist traurig, dass sich so Wenige interessieren. Neben der Wahl ist doch die Vollversammlung das einzige demokratische Element, dass ein Student direkt nutzen kann“, meint Vera Jung von der oppositionellen Alternativen Liste der Fachschaftler (ALF). Schuld sei ihrer Ansicht die falsche AStA-Vorsitzende Lisa BicknellÖffentlichkeitsarbeit des AStA. „Ich habe auf dem ganzen Unigelände keinen Flyer für die Vollversammlung gesehen! Kein Wunder, dass das niemand mitbekommt“, kritisiert sie gegenüber LeOn. Die Studenten wurden zwar per E-Mail über die Vollversammlung informiert, Jung hält dieses Instrument jedoch für wenig effektiv. „Viele benutzen ihren Uniaccount überhaupt nicht!“.

Bicknell kann die Anschuldigungen der Opposition nicht nachvollziehen. „Wir geben schon unser Bestes. Es darf aber nicht vergessen werden, dass wir das alles ehrenamtlich machen“. Eine professionellere Öffentlichkeitsarbeit sei zwar wünschenswert, aber einfach nicht zu stemmen. „Die PR ist schon so gut wie möglich - wir können aber nicht mit Lautsprechern den ganzen Campus auf und ab laufen und rufen: Hey wir haben Vollversammlung!“

Inter I wird wahrscheinlich renoviert

Und eigentlich müssten die Themen viele Studenten locken. Viele Studenten leben in Wohnheimen des Studierendenwerks und nun ist geplant, einige von ihnen zu sanieren. Der AStA hat Nicole Gotthardt, ein studentisches Mitglied aus dem Verwaltungsrat des Studierendenwerks, geladen, damit sie über die neusten Entwicklungen bei den Sanierungsplänen fürs Inter I und II berichtet. Bis auf Inter I und II sind alle Wohnheime im Besitz des Mainzer Studierendenwerks. Die beiden Inter-Wohnheime auf dem Campus gehören aber noch dem Land. Ein Plan sie in den Besitz des Studierendenwerks zu überführen ist bislang gescheitert.

Mit dem Besitzerwechsel sollten die Wohnheime auch saniert werden. Einen entNicole Gotthardt, Mitglied des Verwaltungsrats des Studierendenwerkssprechenden Plan hatten die studentischen Vertreter im Verwaltungsrat vorgestellt. Das Land lehnte dieses Vorhaben jedoch ab. Es sei keine Gefahr im Verzug, eine Renovierung nicht nötig, so Gotthard. Der Zustand der Inter-Wohnheime ist aber berüchtigt. Um das Inter II ist eine Plane gespannt, weil Teile der Fassade herunterkommen könnten. „Anscheinend sollen die Studenten so lange in den Wohnheimen wohnen, bis sie auseinanderfallen“, bemerkt Gotthard ironisch. Mittlerweile sei das Land dazu bereit, Inter I zu sanieren. Ein entsprechendes Gutachten wird erstellt. Es orientiert sich an dem Plan der Studenten. Höchstwahrscheinlich bedeutet dies für die Bewohner von Inter I, dass sie zum 01. Oktober ihre Sachen packen müssen. Das Studierendenwerk sei aber bemüht, dass alle Studenten, die ausziehen müssten, in anderen Wohnheimen unterkommen könnten, so Gotthardt.

Keine StuPa-Wahl im Sommer

Ein weiteres wichtiges Thema war die Wahl zum Studierendenparlament. StuPa-Präsident Benjamin Fröhlich-Rodrigues, 29, verkündete, dass die geplante Wahl in diesem Semester nicht stattfinden könne. Die geänderte Wahlordnung sei bisher noch nicht vom zuständigen Ministerium genehmigt worden.

Grund für eine neue Wahlordnung war eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Mainz gegen die letzte Stupa-Wahl. Die Kläger hatten unter anderem moniert, dass die Wahlkreise unterschiedlich groß zugeschnitten waren. So war es in einigen Wahlbezirken leichter, ein Direktmandat zu erhalten als in anderen. Außerdem waren die Studenten des Studierdenkolleg nach der alten Wahlordnung in gar keinen Wahlkreis eingeteilt, aber eindeutig stimmberechtigt.StuPa-Präsident Benjamin Fröhlich-Rodrigues

Vor Gericht konnte ein Kompromiss erzielt werden. Die Wahl würde nicht für ungültig erklärt, wenn eine neue Wahlordnung ausgearbeitet würde. Da dieser Forderung nachgekommen wurde, setzte das Gericht die Klage aus. „Das Problem mit der Wahlordnung hätte schon vor der Klage auffallen müssen“, räumt Fröhlich-Rodrigues ein. Eine Neufassung der Wahlordnung muss aber dem Wissenschaftsministerium zur Prüfung vorgelegt werden. Die Prüfung ist aber noch nicht abgeschlossen, wodurch eine Wahl im Sommersemester nicht mehr fristgerecht stattfinden kann. Eine Wahl nach alter Wahlordnung sei möglich, „politisch aber nicht zu verantworten“, meint Fröhlich-Rodrigues. „Das Gericht hat die letzte StuPa-Wahl nur nicht für ungültig erklärt, weil wir versichert haben, dass wir erst mit einer neuen Wahlordnung wieder wählen werden“.

Die nächste Wahl wird damit erst im Wintersemester 2008/2009 abgehalten werden können. Dadurch verlängert sich die Legislatur des 58. Studierendenparlaments um eine halbes Jahr. Auch die Amtszeit der politischen AStA-Referenten verlängert sich um diesen Zeitraum. Das sorgt für Kritik. Vor allem von Seiten der Opposition. „Die Amtszeit eines Referenten verlängert sich um 50 Prozent. Mir fehlt da die Legitimation“, meint ALF-Vorsitzende Vera Jung.  StuPa-Präsident Fröhlich-Rodrigues sieht die Verlängerung der Amtszeit gelassen. Sowohl nach der neuen als auch nach der alten Satzung sei eine längere Amtszeit im Ausnahmefall möglich.

Der AStA macht mobil

Juni 4, 2008

von Janek Rauhe

Die meisten Studis wären ohne ihr Studiticket ganz schön aufgeschmissen. Damit die Studentinnen und der Student von heute mobil bleiben, gibt es im AStA das “Verkehr und Ökologie”-Referat. Eines der politischen Referate.

Pierre-Louis Blanchard von FSL (Fachschaftenliste) und Eva-Maria Vogt von Campus Grün sind die beiden Referenten. “Wir kümmern uns die meiste Zeit um das Studiticket”, meint Pierre-Louis. Jedes Semester müssen Beiträge fürs Studiticket zurückerstattet werden, wenn sich der betreffende Studierende iPierre-Louis Blanchard, FSL, Referent für \"Verkehr und Ökologie\" im AStAm Ausland oder wegen Praktika nicht in der Region aufhält. “Das sind jedes Semester so viele Anträge, dass wir extra Personal eingestellt haben. Wir beiden Referenten würden das alleine gar nicht schaffen”, erklärt Pierre-Louis.

Außerdem müssen die Referenten mit den Verkehrsbetrieben über das Studiticket verhandeln. Vor kurzem erst wurde das Ticket um den Übergangsbereich Alzey/Worms des RNN (also vom RNN zum VRN) erweitert. Die Oppositionsparteien kritisieren das Studiticket immer wieder. Vera Jung, 27, von der oppositionellen ALF (Alternative Liste der Fachschaftler) bemängelt, dass das Gebiet für den Bedarf “viel zu groß” sei. “Deshalb ist das Ticket seit 2004 vierzig Euro teurer geworden!” Schuld seien aber auch die Verkehrsbetriebe, die ihre Preise erhöhen.

Die Referenten müssen auch kleine Veränderungen am Semesterticket vornehmen: “Der RMV verlangt z.B. eine bessere Fälschungssicherheit des Studitickets. Damit müssen wir Referenten uns befassen und dann eine Lösung finden”, erklärt Pierre-Louis. Zum nächsten Jahr wird wahrscheinlicheine besondere Farbbeschichtung angewendet, die das Ticketfälschen erschweren soll.
Die Verträge über das derzeitige Ticket laufen noch bis Sommer 2010. Im nächsten Jahr beginnen bereits die Verhandlungen über das neue Ticket, das dann ab dem Wintersemester 2010/11 gilt.

Nicht nur der Verkehr und das Studiticket ist Aufgabe des Referats, sondern auch die Ökologie. Hauptsächlich Eva-Maria von Campus Grün kümmert sich um diesen Themenbereich. So hat sie bereits erreicht, dass mehr Bioprodukte in den Mensen auf dem Campus verwendet werden. Die Eintöpfe werden mittlerweile mit Bohnen aus biologischem Anbau hergestellt. Auch die Milchprodukte der Mensaria sind 100%-Bio.

“Tratschen zwischen den Gremien”

Juni 4, 2008

von Janek Rauhe

“Koordination und Vernetzung” ist das Nesthäkchen der politischen AStA-Referate. Es besteht erst seit dem Sommersemester 2007.  Das Referat teilen sich die Parteien FSL (FachSchaftenListe) und Campus Grün. Aufgabe ist, die interne und externe Kommunikation des AStA zu verbessern. Anke Weizenheimer, 28, und Nadine Heilmaier, 26, sind die amtierenden Referentinnen.
Anke Weizenheimer, 28, Referentin für \"Vernetzung und Koordination\" im AStA
Für die externe Kommunikation ist Anke, FSL, verantwortlich. “Ich sorge für die Vernetzung des AStA mit den Unigremien wie z.B. dem Senat oder den jeweiligen Fachbereichsrat - salopp formuliert, teile ich den Tratsch zwischen den Gremien mit.” Dazu besucht sie die entsprechenden Sitzungen und berichtet anschließend dem AStA darüber. “Früher hatte der AStA oft das Problem, dass die Fachschaften oder der Senat eher informiert waren, als wir. Der AStA konnte dann nur noch reagieren.” Ankes Ziel sei es, “dieses rein reaktive Verhalten” zu beenden. Es ginge vor allem darum, die studentischen Interessen besser zu wahren. “Nur wenn wir informiert sind, können wir Entscheidungen der Uni beeinflussen”, resümiert Anke.

Nadine von Campus Grün koordiniert die interne Kommunikation des AStA. Sie verhindert, dass verschiedene Referate das gleiche Thema bearbeiten, aber von ihrer gegenseitigen Arbeit nichts wissen. Nichts sei ineffektiver, wenn mehrere Referate aneinander vorbeiarbeiten, anstatt zu kooperieren.

Ein Punkt, an dem die Opposition im Studierendenparlament kritisch ansetzt. Sie glaubt nämlich, dass das Referat dieses Ziel nicht erreicht. “Koordination iVera Jung, 27, Vorsitzende der Alternativen Liste der Fachschaftler (ALF)st zwar sehr wichtig, aber ein eigenes Referat ist dafür nicht notwendig”, meint Vera Jung, 27. Sie ist Vorsitzende der “Alternativen Liste der Fachschaftler” (ALF). Vielmehr ginge es darum, dass sich die Referate untereinander absprechen und kommunizieren. “So erfährt jedes Referat alles Wichtige und Infos werde nicht auf ein Referat ‚abgeschoben’”.

Das Referat ist auch Bezugspunkt für die Hochschulgruppen. Beispielsweise bereitet Anke die Hochschulgruppen auf die AStA-Plenen vor, wenn sie Anträge stellen wollen. “Es ist ärgerlich, wenn eine Hochschulgruppe drei oder vier Mal zu einem AStA-Plenum kommen muss, nur weil der Gruppe bestimmte Unterlagen fehlen. Das will ich verhindern.”  Wenn die Hochschulgruppen mit anderen AStA-Referaten zusammenarbeiten möchten, dann hilft ihnen Anke weiter, die richtigen Ansprechpartner zu finden. Genauso wenden sich die Referate an Anke, wenn sie mit einer Gruppe zusammenarbeiten wollen.

Der Kassenwart der Fachschaften

Mai 29, 2008

von Janek Rauhe

Wenn man mit dem Studium anfängt, dann kommt man zwangsläufig mit einer Institution in Kontakt: den Fachschaften! Sie organisieren Erstiveranstaltungen, sind Anlaufstellen bei Fragen zum Studium und organisieren Feten auf dem Campus. Doch ohne den “Zentralen Fachschaften Rat” (ZeFaR) wären die Fachschaften Eunuchen.

“Die Fachschaften könnten ohne uns viele Projekte nicht realisieren”, erklärt Lars Beißwenger, 25, “die Fachschaften dürfen kein Geld verwalten. Das darf nur der ZeFaR”. Das Managen der Gelder ist eine richtige buchhalterische Aufgabe: “Wir kontrollieren die Abrechnungen und versteuern das Geld”, sagt Lars. Er ist seit drei Semestern einer der vier ZeFaR-Referenten.

Der ZeFaR setzt sich aus 50 Fachschaften zusammen. Es ist ein autonomes Referat innerhalb des AStAs. Die Referenten werden durch die Abgesandten der Fachschaften einmal im Jahr gewählt. Im Plenum, das immer mittwochs tagt, können sich die Fachschaften untereinander austauschen sie können sich so koordinieren und gemeinsame Projekte starten. Der gegenseitige Austausch hilft, bei Problemen in der alltäglichen Fachschaftsarbeit Lösungen zu finden.

Der ZeFaR ist auch Bindeglied zwischen AStA und Fachschaften. “Ich nehme im Auftrag der Fachschaften am AStA-Plenum teil und kann so die Politik des jeweiligen AStA beeinflussen”, erläutert Lars.
Jede Woche verschicken die Referenten eine Rundmail an alle Fachschaften. Dort sind alle Fachschaftsaktionen und -infos festgehalten, sowie Nachrichten aus dem AStA. “Wir verbinden Fachschaftsarbeit mit der Hochschulpolitik”, meint Lars.

Der Zentrale Fachschaften Rat - Kassenwart, Koordinierungsstelle und Kontaktpunkt zwischen AStA und Fachschaften in einem.

Der barrierefreie Campus

Mai 21, 2008

von Janek Rauhe

Schon mal als Rollstuhlfahrer auf dem Campus unterwegs gewesen? Nein? Eine Erfahrung, die sicherlich die wenigsten von uns machen. Für viele behinderte Studenten an der Uni Mainz gehört sie aber zum Alltag.

Und für sie ist es nicht immer eine schöne Erfahrung, denkt man nur an die Vorlesungsäle, die wie antike Amphitheater aufgebaut sind. Steile, abfallende Treppen sind der Horror für jeden Rollstuhlfahrer, doch an der Uni gibt es kaum einen Vorlesungssaal, der nicht so aufgebaut ist. Von behindertengerechter Gestaltung keine Spur. Barrierefreiheit ein Fremdwort. Eines der Probleme, mit denen sich das autonome Behindertenreferat im AStA beschäftigen muss.

Ellen Kubica, Referentin des Behindertenreferats“Theologie und Ethnologie ist als Rollstuhlfahrer in Mainz praktisch nicht studierbar”, meint Ellen Kubica, 24. Sie ist seit zwei Semestern Referentin des Behindertenreferats und sitzt selbst im Rollstuhl. Vor allem das Forum, aber auch viele andere Gebäude seien nicht behindertengerecht gestaltet. “Da geht dann Denkmalschutz vor Behindertenrechte”, empört sich Ellen. Zu ihren Aufgaben als Referentin gehört es, für eine barrierefreie Uni zu sorgen, ein Problem, das sich immer wieder stellt. “Deswegen versuche ich die Bauvorhaben der Uni zu begleiten und auf behindertengerechte Gebäude hinzuwirken.” Eine weitere Möglichkeit, die ihr bleibt, ist andere Räume für Vorlesungen zu organisieren, damit auch behinderte Studenten teilnehmen können.

Aber nicht nur um eine barrierefreie Gestaltung des Campus kümmert sie sich. Vor allem die persönliche Beratung von Studenten ist ihre zentrale Aufgabe: “Jedes Semester kommen viele behinderte Studenten zu mir, die sich diskriminiert fühlen.” Die meisten Probleme ergäben sich mit Dozenten, die ihren behinderten Studenten ihre Sonderrechte nicht gewähren: “Zum Beispiel Klausuren finden für behinderte Studenten unter ganz anderen Bedingungen statt. Einige bekommen mehr Zeit oder unterliegen anderen Prüfungsbedingungen, wie das bei blinden Studenten der Fall ist.” Einige Dozenten  würden diese Regelungen ignorieren. Auch würden viele Behinderte bei Seminaren krankheitsbedingt öfter fehlen. Einige Dozenten ließen die Betroffenen dann durchrasseln. Das Referat versucht solche Fälle zu verhindern. Ein weiteres Problem sei, dass viele behinderte Studenten “nicht offensiv genug” mit ihrer Behinderung umgingen. “Sie haben einfach Angst, dass die Dozenten sie dann schlechter bewerten”, meint sie. Offensives Ansprechen der Behinderung räume viele Probleme aus dem Weg. Diese Erfahrung hat Ellen schon oft gemacht. Daher wolle sie den behinderten Studenten “mehr Selbstbewusstsein” geben.

Das Referat kann behinderte Studenten in vielen Lebenslagen beraten: “Ich weiß zwar nicht zu jedem Problem gleich eine Antwort, aber das Referat ist so gut vernetzt und verfügt über viele Kontakte, dass ich bisher jede Anfrage beantworten konnte”. Außerdem bietet das Referat eine kleine Bibliothek mit Zeitschriften für behinderte und chronisch kranke Menschen. Dort findet man Tipps zum Leben mit Behinderungen.

Eine der aufwändigsten Aufgaben von Ellen steht jedoch immer zu Semesterbeginn an: Das Semesterticket macht für die meisten Behinderten keinen Sinn, weil sie sowieso kostenlos Bus und Bahn fahren können. So muss sie einen Berg von Anträgen bearbeiten - eine logistische Meisterleistung zum Semesterstart. “Die Studis wollen ihr Geld ja schließlich so schnell wie möglich zurück!”

Aber nicht nur ernste Aufgaben gehören zu ihrem Job. Sie organisiert auch Partys für behinderte und nichtbehinderte Studenten. So veranstaltet das Behindertenreferat zusammen mit dem Kulturreferat des AStA die Party “Rock and Roll” im Kulturcafé. Die nächste Party ist am 30. Mai um 21 Uhr. Mit dabei ist auch die Rockgruppe ben*jammin aus Mainz, die den BitBurger-Newcomer-Contest für sich entscheiden konnte.

Lesen Sie nächste Woche:
Der Zentrale Fachschaften Rat (ZeFar) und Die politischen Referat des AStA

Uni Multikulti

Mai 21, 2008

von Janek Rauhe

An der Uni Mainz wird französisch, englisch, spanisch, chinesisch oder türkisch gesprochen - aber nicht nur in den Sprachkursen, sondern auch in den Vorlesungssälen, auf dem Campus oder in den Bibliotheken. Knapp 5.000 ausländische Studierende sind in Mainz eingeschrieben. Nach Angaben der Uni sind das 15 Prozent aller Studierenden. Das ist in Deutschland der größte Anteil an ausländischen Studierenden. Bei Problemen oder anderen Fragen haben sie einen wichtigen Ansprechpartner: das autonome AusländerInnen Referat im AStA.

“Eine wichtige Aufgabe von unserem Referat ist die praktische Unterstützung der ausländischen Studierenden”, meint Kamelia Ruskova, 24. Sie stammt aus Bulgarien und ist seit zwei Semestern Referentin. Das Referat hilft beispielsweise bei Fragen zum Visa-, Arbeits- oder Aufenthaltsrecht. Kamelia stellt immer wieder fest, dass hauptsächlich Nicht-Erasmus-Studierende die Angebote des AusländerInnenreferat wahrnehmen: “Die Erasmus-Studenten werden gut unterstützt. Sie bekommen eine klare und gute Beratung. Die anderen ausländischen Studierenden stehen aber oft alleine da. Dann helfen wir!” Ein Grund für das Referat eine Erstitour für ausländische Studierende anzubieten. Die Neuen bekommen so alles Wichtige erklärt: “Wir zeigen den Erstis den Campus, das ZDV und sagen, worauf gerade Neue achten müssen”, erzählt Kamelia. Die insgesamt drei Referenten erzählen den Neuankömmlingen auch von den wichtigsten Partys, Bars und Clubs in Mainz. Schließlich soll der Spaß nicht zu kurz kommen.

Deshalb organisieren Tarik, Irina und Kamelia auch Partys und Feste für ausländische Studierende auf dem Campus. In Kooperation mit der Uni und anderen Hochschulgruppen veranstaltet das Referat zum Beispiel das “Interkulturelle Fest 2008″ (www.interkulturelles-fest.de). Dort präsentieren 20 Nationen ihre Musik, ihre Speisen und Getränke.

Referenten des AusländerInnenreferats (v.l.n.r.) Tarik Drissi, Irina Zartova und Kamelia RuskovaDas Referat ist aber auch für politische und ernstere Aufgaben zuständig: “Wir versuchen zum Beispiel die täglichen Hürden im Uni-Alltag für die ausländischen Studierenden abzuschaffen. Dafür arbeiten wir in verschieden Uni-Gremien aktiv mit und bekommen auch Unterstützung vom politischen AStA”, erklärt Kamelia. Auch bei Fällen von Diskriminierung mischt sich das autonome AusländerInnenreferat ein. Und Diskriminierung kommt immer wieder an der Uni vor: “Wir haben öfter Studierende, die sich diskriminiert fühlen - von Dozenten, Professoren oder Kommilitonen”, so Kamelia. Meist wollen Dozenten ausländische Studierende nicht in ihre Seminare aufnehmen, weil die Dozenten glauben, die Studierenden würden den sprachlichen Anforderungen nicht genügen. Trotzdem: Ingesamt gebe es laut Kamelia wenig Diskriminierung.

Die AusländerInnenreferenten werden nur von den ausländischen Studierenden gewählt und verfügen über einen unabhängigen Etat. Deshalb gehört das AusländerInnenreferat neben dem Schwulen-, den Frauen-, dem Behindertenreferat und dem Zentralen Fachschaften Rat (ZeFar) zu den autonomen Referaten im AStA.

Lesen Sie nächste Woche:

Der Zentrale Fachschaften Rat (ZeFar) und Die politischen Referat des AStA

Serie: Die Referate des AStA

Mai 15, 2008

In unserer Serie „Die Referate des AStA“ stellen wir jede Woche einige Referate vor. Wir beginnen mit den fünf autonomen Referaten im AStA. Im Gegensatz zu den politischen Referaten werden die autonomen Referenten nicht vom Studierendenparlament (Stupa) gewählt, sondern von ihren jeweiligen Gruppen – also beispielsweise den Schwulen. Jeder schwule Student kann wählen und sich als Kandidat aufstellen. Ein weiteres Merkmal der Autonomie ist, dass die Referenten nur ihrer jeweiligen Vollversammlung Rechenschaft schuldig sind und frei über ihren Etat entscheiden und verfügen können. Insgesamt gibt es fünf autonome Referate. Das sind neben dem Schwulenreferat, das Frauen-, das Behinderten und das Ausländerreferat sowie der Zentrale Fachschaften Rat (ZeFaR).

Der erste Teil der Serie berichtet über das autonome Schwulenreferate und das autonome Frauenreferat im AStA. In der nächsten Woche stellen wir dir das autonome Behinderten- und das autonome AusländerInnenreferat vor.

Geballte Frauenpower

Mai 15, 2008

von Janek Rauhe

Es gibt mehr Studentinnen als Studenten an der Uni Mainz. Und Frauen sind öfter Opfer von Diskriminierungen und sexueller Belästigung – durch Kommilitonen aber auch durch Dozenten und Professoren. Um den Studentinnen eine Anlaufstelle bei Problemen zu bieten, gibt es seit Beginn der studentischen Selbstvertretung Ende der 60er Jahre autonome Frauenreferate.Logo des Frauenreferats

Das Frauenreferat in Mainz kümmert sich um die Belange aller Studentinnen. „Wir sind Ansprechpartner für alle Frauen. Unserer wichtigstes Anliegen ist vor Diskriminierung und sexuellen Übergriffen zu schützen“, sagt Conny Becker, 22, eine der Frauenreferentinnen. Die Frauenreferentinnen wollen als „lautes Sprachrohr“ auf Missstände aufmerksam machen. In der Vergangenheit hatten sie immer wieder Anlass dazu. Erst kürzlich bei den versuchten Vergewaltigungen auf dem Campus.

Aber nicht nur ernste Themen sind ein Anliegen des Frauenreferats. Mit der Frauenbibliothek wollen die Referentinnen auch einen Ort des Rückzugs und der Entspannung den Studentinnen bieten. In der Frauenbibliothek gibt es Bücher, Videos und DVDs zum Thema Feminismus, Gender-Studies, aber auch einfache Belletristik. Kaffee und Tee gibt’s umsonst dazu. Die Frauenbibliothek ist nur für Frauen geöffnet – außer donnerstags, dann haben auch Männer Zutritt.

Für Erstsemesterinnen bieten die Referentinnen ab diesem Semester ein Erstifrauen-Wochende an. Gemeinsam fährt man ins Frauenlandhaus Charlottenberg und lernt sich besser kennen. Neben den Spaßveranstaltungen gibt es auch Workshops um das eigene Selbstbewusstsein und Auftreten zu verbessern. Beispielsweise können die Frauen an einem Rhetorik- und einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen.

Aber auch Lesben kommen auf dem Campus der Uni Mainz nicht zu kurz! Neben der schwul-lesbischen „Warm ins Wochenende“-Party können sie noch die L-ternative-Party jeden ersten Samstag im Monat besuchen. Im Qkaff sind dann nur Frauen erlaubt – und Männer nur in Begleitung von Frauen. Die L-ternative-Party ist keine ausschließliche lesbische Party. Sie soll Frauen – ob hetero- oder homosexuell – die Möglichkeit geben, entspannt abends wegzugehen ohne auf der Tanzfläche von Männern angegraben zu werden. Die meisten Besucherinnen sind aber trotzdem lesbisch. Veranstalter der L-ternative-Party sind die Frauenreferentinnen des AStAs. So sorgt das Frauenreferat dafür, dass alle Studentinnen profitieren – in jeder Lebenslage.