Archiv für die Kategorie ‘dzien2008’

“Neue Stücke aus Europa“: Ein polnische “Punk-Regisseur” auf der Theaterbiennale

Juni 27, 2008

Jan Klata – eine mysteriöse Persönlichkeit und der Wahnsinn eines Menschen auf den Bühnen Europas.

Vor ein paar Jahren wusste kein Mensch, wer das eigentlich ist. Heute wird der Name des Regisseurs vor allem in seinem Heimatland Polen, aber auch von vielen Theaterbegeisterten in ganz Europa mit einem Regisseur verbunden, der auf sehr ungewöhnliche Art und Weise das Leben auf die Bühnen überträgt. Aber viele Menschen fragen sich: Wer ist das eigentlich?
Er steht dahinten, vor dem Theater. Ein nicht besonders großer Mann mit der Frisur eines Punks. Er grüßt mich und ist eher erleichtert, dass er auf  Polnisch angesprochen wird. Er ist freundlich, offen, aber ein wenig distanziert, wie er es bereits angedeutet hat, ist er eher vorsichtig beim Kontakt mit der Presse. Er ist ein Mann für den es wichtig ist, das Publikum zu berühren und durch seine Stücke das Publikum zu belehren. Um bei diesem Prozess teilzunehmen, sitz er oft dazwischen und schaut sich die Reaktionen den Menschen an. Es störte ihm nicht, dass bei einer Vorführung eines Stückes die Hälfte des Publikums die Vorstellung demonstrativ verlassen hat. Seiner Meinung nach, war das ein Zeichen dafür, dass er die Gedanken der Menschen beeinflusst hatte.
Am Anfang hat er die Theaterstücke selber geschrieben und hoffte, dass jemand sie übernehmen würde. Aber es war nicht so einfach den Direktor eines des polnischen Theaters zu überzeugen, dass es ein gutes Projekt sei. Die Art und Weise, wie er an so vielen unterschiedlichen Themen rangeht, bringt ihm vielen Gegner. Es reicht aber auch nur als Publikum an einem Projekt von Jan Klata teilgenommen zu haben, um diesen Namen nie zu vergessen.
„Transfer“ eine ungewöhnliche Art der Abrechnung mit dem schwierigsten Teil der deutsch-polnischen Geschichte.

In Rahmen der Theaterbiennale „ Neue Stücke aus Europa“ dazu gehörte auch ein polnisches Stück des „Punk-Regisseurs“ Jan Klata. Das Stück des „außergewöhnlichen“ Mannes sollte dabei als repräsentatives Werk des polnischen Theaters oder auch der Kultur gesehen werden. Aber Jan Klata hat wie immer das Werk einer deutschen–polnischen Zusammenarbeit  „auf den Kopf gestellt“. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass etwas, was vielen Menschen und dem Regisseur persönlich wichtig ist, jungen Menschen am 18. Juni 2008 in Kleinem Haus des Staatstheaters Mainz gezeigt wurde.

Die Hauptrolle spielten auf zwei Ebenen der Bühne deutsche und polnische Zeitzeugen des Krieges und die drei Großen der Geschichte: Churchill, Roosevelt und Stalin, die mit dem Beschlüssen der Jalta Konferenz, das Leben vieler Menschen ohne ihren Zustimmung verändert haben. Dabei werden die drei auf einer hochgehobenen Bühne als eine auf dem Thron gestellte Rockband dargestellt. Der Regisseur sagte, dass es dabei wichtig sei, die drei groteske darzustellen. Es gelte ihre Weltvorstellungen auszulachen, da diese sehr unrealistisch und rücksichtslos gegenüber den drei Nationen seien.

Die wichtigste Rolle bei diesem Projekt spielen jedoch die Zeitzeugen. Die Autoren, unter anderem Jan Klata und die Dramaturgen: Dunja Funke und Sebastian Majewski haben sich wochenlang die persönlichen Geschichten der Kinder des Krieges angehört.  Daraus bestand ein Stück der Wahrheit, indem die Akteure oder besser gesagt Menschen, die es erlebt haben, ihre Schicksale erzählen. Auf der Bühne stehen nebenbei Deutsche und Polen, die davon sprechen, was in der Zeit des Zweites Weltkriegs in ihrem Alltag passiert ist. Es gibt dabei das Abenteuer eines Jugendlichen, eine Konspiration, aber auch Sehnsucht nach Familienmitglieder sowie Tod und Ungerechtigkeit.
Verzeihung als Lektion der Toleranz

„Transfer“ von Jan Klata zeigt, dass der Zweite Weltkrieg, oder besser seine Spuren nie vergessen werden sollten. Jedoch wichtig ist hier, dass man nicht mehr verurteilt, sondern tolerant sei. Alleine die Tatsache, dass die älteren Menschen sich überzeugen ließen an solchen Projektenteilzunehmen zeigt, wie wichtig es ist darüber zu sprechen und trotzdem  verzeihen zu können. Für viele dieser Menschen waren dies schmerzhafte Erlebnisse, die nie zuvor erzählt wurden. Sie haben sich getraut darüber zu reden und auf einer Bühne zusammen zu stehen. Vielleicht sollte es ein Zeichen sein, dass unsere Vergangenheit viele Seiten hat und aus vielen Perspektiven zu betrachten ist. Und wie der Papst Johannes Paul II sagte: „Wir sollten lernen die Menschen zu lieben. Sie verlassen uns so schnell.“

Kommentar: Das gibt es doch auch bei uns…

Juni 6, 2008

Cheerleading ist eine der beliebten Sportarten am amerikanischen College. Es geht hier jedoch nicht um den Sport der eigenen Cheerleading-Gruppe, sondern um die Mannschaft, die von ihnen angefeuert wird. In den USA ist es eigentlich ein Muss, dass die Baseball-Teams bei jedem Spiel von den Mädchen in kurzen Röcken begleitet wird. Es gehört einfach dazu. Die amerikanischen Filme und Serien zeigen oft die Team-Führer als Menschen, die alles können und von jedem beachtet werden. Und warum? Die Frage bleibt vorerst offen. In Europa ist doch Cheerleading fast nicht zu sehen. Wer hat bei einem Spiel einer Mannschaft die Mädchen, die die Jungs zum Kampf um den Sieg anfeuern gesehen? Keiner. Das ist klar.

Hat dann das Cheerleading als Feuer-Team in Europa eine Zukunft? Seit ein paar Jahren hat auch auf unserem Kontinent dieser Sport an Interesse gewonnen. In Europa ist Cheerleading als alleinstehende Sportart zu sehen. Auch hier, an der Uni Mainz gibt es eine Gruppe, die Nikes. Und hier sind auch Männer dabei (was in USA als eine Schande aufgefasst werden). Wichtig ist es dabei die Figur-Konstelation und dabei angesagte Team-Arbeit. Dabei geht es um Koordination, Akrobatik, Sprunge und Teilweise hohe Sprung. Es gibt keine „blöden“ Sprüche oder „blödes“ Reingerufe.
Wer also das Cheerleading in neuer „europäische“ Version kennenlernen möchte, kann sich gerne an unsere Nikes wenden.

Drei Musketiere

Mai 29, 2008

Marcel, Michel und Cornelius
Marcel, Michel, Cornelius – die drei Musketiere, die ihrem Publikum durch ihre charmante Art und einer Prise Humor unterhalten haben.


27. Mai 2008, gegen 21 Uhr, kleine Bühne des Kulturkafé, drei Männer in Vordergrund und jede Menge Spaß
Auf jedem Tisch hatten die drei Komiker zwei Gegenstände, die für Spiel und Unterhaltung mit dem Publikum sorgen sollten platziert. Ein Blatt mit Fragen zu verschiedenen Songs und eine Pfeife für jeden Teilnehmer. Warum waren diese Gegenstände wichtig? Natürlich um die coolsten Antworten auf die uncoolsten Fragen zu finden! Und wer kennt die Antworten auf solchen Fragen: „Wie viele Straßen muss ein Mann jetzt runterlaufen, bevor man ihn einen Mann nennen kann?“ oder „Wie viel kostet der Fisch?“. Man sollte nicht nur den Titel oder die Band nennen, die Antwort sollte selbstverständlich cool sein. 15 Fragen wurden gestellt,  Antworten aber gab es viel mehr. Gefragt war hier vor allem die Kreativität des Publikums, die diese Aufgabe vorbildlich gelöst hat und selbst viel zu lachen hatte. Übrigens, weiß jemand, wer das erste Lied sang? Den ungeschlagenen Bob Dylan könnte man noch schnell erraten. Schwieriger war es bei den Antworten auf die Frage, wie die Straße in dem entsprechenden Dylan Song hieß. Viele Antworte und ein Kampf um den Sieg. Um die Frage beantworten zu dürfen, musste man erst die Pfeife benutzen. Je lauter und schneller, desto besser.

Publikum rätselt


Es wäre kein Spaß dabei ohne eine kleine Belohnung. Jeder, der die Antwort kannte, wurde mit einer kleinen Flasche Schnaps beschenkt, die von einem der drei Jungs (meistens jedoch Cornelius) über die Köpfe des Publikums geworfen wurden.Die \ Aber das Wichtigste waren jedoch die Bilder mit den „coolen“ und „uncoolen“ Promis, die von einer auf die andere Wand umgehängt werden durften. Der ganze Spaß lag bei den verschiedenen Meinungen, den „belohnten“ Personen, die, die Bilder von einer auf die andere Seite hängen durften.

Hollywood mal anders

Mai 23, 2008

Jedes Jahr das Gleiche und doch jedes Jahr aufs Neue haben die Studenten die Möglichkeit, wie die Profis einen Film zu machen. Und tatsächlich kann es nun an der Uni Mainz stattfinden. Der filmische Modelversuch wird vom Institut für Filmwissenschaft nicht nur unterstützt, sondern auch jedes Jahr, immer im Sommersemester den Studenten als regulärer Veranstaltung angeboten. Jeder Student der Filmwissenschaft als Hauptfach studiert muss im dritten beziehungsweise vierten Semester an dieser Veranstaltung teilnehmen, da es ein Leistungsnachweis für die Zwischenprüfung ist. Die Nebenfächler dürfen auch an dem Seminar teilnehmen. In diesem Sommersemester findet der Modelversuch sogar mit der Unterstützung von zwei Dozentinnen des Instituts statt: Rada Bieberstein und Susanne Marschall.

Und wie sagt man: „…am Anfang war das Wort…“, in diesem Falle müsste es dann heißen: am Anfang gibt es das Projekt. Jeder Student hat eine Chance eigene Ideen zu präsentieren. Es werden Ideen gesammelt und dann ein Drehbuch geschrieben. Nach der ersten Fassung arbeiten die Studenten mit den Dozenten zusammen, um ein festes Drehbuch zusammenzustellen. Die zweite Fassung kommt schon zur Bewertung. Die für die Veranstaltung verantwortlichen Dozenten zusammen mit wissenschaftlichen Mitarbeitern und beteiligten Studenten wählen die Projekte aus, das quasi geeignet ist, um die Beteiligten mit der Benutzung aller zur Verfügung stehende Technik vertraut zu machen. Dieses Jahr wurden neun Projekte ausgewählt, was neun Gruppen entspricht, die an einem Film beteiligt sind. Die Themen sind,  wie in Jahren zuvor, sehr unterschiedlich.
Und dann läuft es fast wie bei wirklichen Dreharbeiten ab. Die Aufgaben werden verteilt. In jeder Gruppe, die an einem Film arbeitet gibt es jemanden, der jeweils für Regie, Licht und Ton verantwortlich ist. Schauspieler und Statisten werden gesucht. Meistens sind das Freunde oder Verwandte. Und dann geht es wirklich los. Wann, wo und wie lange findet das Drehen statt, hängt jedes Mal von dem Projekt ab. Die Studenten kriegen die volle Unterstützung des Instituts. Die Dozenten arbeiten mit den einzelnen Gruppen zusammen und geben allgemeine Anweisungen „Schnitt für Schnitt“. Die Studenten haben jedoch immer die Möglichkeit sich die Hilfe bei den Dozenten zu holen. Die Techniken vom MNZ, mit dem das Institut eng arbeitet, stehen auch zur Verfügung. Je nach Film brauchen die Studenten auch Requisiten. Das Institut verfügt allerdings kein Lager, wo man bestimmte Sachen finden könnte. Die Studenten bekommen jedoch immer die Verweise von den Dozenten, wo man bestimmte Requisite finden kann. Und wie wird das ganze bezahlt? Es gibt selbstverständlich die Förderung für Basis kosten. Die Filme, die jedes Jahr gedreht werden, werden auch auf DVDs gebrannt. Man kann sie an Interessierte verkaufen und so wird die Kasse für das nächste Projekte gesammelt.

Und Spaß? Das wird garantiert. Es geht nicht nur ums Lernen. Wichtig ist es vor allem den Studenten zu zeigen, dass sie es drauf haben. Selbstverständlich übernehmen sie für das ganze die Verantwortung. Der filmische Modelversuch gibt den Studenten die Möglichkeit sich selbst zu testen und herauszufinden, ob die Filmbranche, der richtige Arbeitsmarkt für den einzelnen sich am Projekt beteiligten Studenten ist. Das Projekt muss jedoch bestimmte Kriterien erfüllen. Es handelt sich hier um einen kurzen Film. Er soll eine originale Geschichte erzählen. Es wird auch nicht vorgeschrieben, um welche Themenbereiche es sich handeln muss. Hier ist die studentische Individualität und Kreativität gefragt.

Und am Ende der Veranstaltung kommt es zur Krönung der Arbeit. Die Filme werden dem Publikum gezeigt. Am 10.Juli kommt es zur Verführung während Sommerfestival. Die Filme werden in der Muschel zwei Mal vorgeführt.

Dracula in weiblichen Körper?

Mai 16, 2008

Die Rolle des Draculas kennt fast jeder. Es ist ein Ungeheuer, das in der Geschichte oder dem Film die Angst erregt. Es ist ein Monster, das auf Kosten der anderen lebt. Um zu überleben, muss er töten. Gerade ein Monster, ein Nachtswesen, etwas hässliches und böses wird eher mit einem Mann verbunden. Diese Vorstellung, dass etwas unglaublich negatives und angst- erregendes nur mit einer männlichen Figur dargestellt werden kann, wird in jedem Mensch schon seit Kindheit festgelegt. Diese Tatsache, dass die Rolle des Draculas im Film oder im Theaterstück nur von einem Mann gespielt werden kann, ist selbstverständlich. Und was, wenn eine Frau sich mit der Rolle auseinandersetzt? Dass es nicht nur möglich ist, sondern auch wirklich ein gutes Ergebnis geben kann, hat uns Carolin Haas gezeigt.
Die Studentin der Uni Mainz hat die Hauptrolle im Theaterstück „Dracula“ gespielt. Carolin hat eine nette Ausstrahlung und wenn man die Studentin der Germanistik und Anglistik an dem Flur in Philosophicum sieht, könnte man nicht behaupten, dass sie so überzeugend jemanden mit so negativen Charaktereigenschaften spielen würde. Und doch, schon bei der Prämiere des Stücks, hat sie das Publikum überzeugt, dass eine Frau doch sehr realistisch die Rolle des Bösen zeigen kann. Und wie kam es dazu? Das hat sie uns selber erzählt.

Wie lange habt ihr euch für diese Ausführung vorbereitet?
- Wir haben uns für „Dracula“ vor fünf Wochen entschieden, also nur fünf Wochen.

Warum spielt eine Frau die Rolle des Draculas?
- Wir hatten für diese Rolle erst einen Jungen ausgewählt, der sehr gut in der Rolle des Draculas war. Der Regisseur wollte jedoch ein bisschen experimentieren, etwas Neues und Ungewöhnliches zeigen, deswegen haben wir uns dafür entschieden, dass ich diese Rolle spielen sollte.  Wir wollten den Dracula als Nachtwesen zeigen.

Was war besonders schwer für Dich an dieser Rolle?
- Ich glaube, dass schwierigste war die Überwindung bei dem Körperkontakt mit den anderen Schauspieler. Bei der einen Szene musste ich zum Beispiel das Mädchen schon fast in den sexuellen Sinn anfassen. Das war am Anfang nicht so einfach.

Welche andere Rolle würdest du gerne in diesem Theaterstück spielen?
- Ich würde gerne jemanden Gutes, Nettes spielen. Ich spiele meistens jemanden Böses, eine negative Figur.

Inwieweit könntest du selber an der Rolle des Draculas experimentieren und wieweit hast Du dich an den Vorschlägen, bzw. Ideen des Regisseur halten müssen?
- Ich konnte sehr viele meinen Ideen in diesen Stück einbringen. Wir arbeiten gerne zusammen und experimentieren auch viel.

Was hat Dir am meisten Spaß bei der Vorbereitung des „Draculas“ gemacht?
- Mir gefällt am meisten die Gruppe an sich, unsere Zusammenarbeit. Es macht Spaß.

Habt ihr schon eine Idee, was ihr kommendes Semester präsentieren wollt?
- Wir spielen ein Theaterstück im Semester. Wir wissen noch nicht, was wir im nächsten Semester zeigen wollen.

Die Figur des Draculas mit der sich Carolin auseinander gesetzt hat, war auch wegen Erscheinungsbilds der Schauspielerin sehr realistisch. Das Kostüm, die „Monster-Nägel“ und Zähne eines Vampirs spielten hier eine sehr große Rolle. Wichtig war es aber auch, dass die Schauspielerin mit einer ungewöhnlich weiblichen Stimme sehr männlich klingeln konnte. Dies, wie sie selbst sagte, war eine Sache der Übung. Die sehr deutlich, langsam ausgesprochene Wörter haben den größten Effekt bei der Wahrnehmung der Zuschauer erregt. Ein böses Wesen in Körper einer Frau? Es ist doch ein Experiment, welches dieser Theatergruppe recht gut gelungen ist.

Neuer Beruf oder zwanghafte Änderung alter Gewohnheit?

Mai 9, 2008

Die Entwicklung des neuen Mediums Internet eröffnet Möglichkeiten zur Entstehung verschiedener Felder der Kommunikation. Ein großer Teil davon gehört zur Unterhaltung, der Informationsvermittlung und den Nachrichten. Der Mensch wird jeden Tag aufs Neue mit dem schnellen, wechselnden Alltag konfrontiert. Schnell – das ist ein Wort, das unser Leben sehr deutlich, treffend und knapp beschreibt.

Gibt es Unterschiede zwischen den Journalisten, die für die Print Medien arbeiten und denen, die ihre Beiträge für das Internet schreiben? Auf den ersten Blick würde man sagen, dass es eigentlich die gleiche Tätigkeit ist. Im ersten Fall werden die Artikel in den Verlagen gedruckt, im zweiten Fall, dagegen Online veröffentlicht. Dieser, auf den ersten Blick kleine Unterschied, birgt in sich große Veränderungen. Die überwiegende und nicht zu übersehende Neuartigkeit des Berufes „Online-Journalismus“ fängt bei der Arbeit der Journalisten selbst an. Der Journalist steht unter größerem Zeitdruck. Deswegen benutzt er auch andere Wege, um sich die wichtigsten und bedeutendsten Information zu verschaffen. Er liest nicht nur das Geschriebene, sondern sucht vor allem Informationen im Internet. Entscheidend ist hier die Art, die Länge und die Übersicht der Nachrichten. Ein Internet-Nutzer holt sich die Informationen aus dem Internet, weil es schneller ist. Er wird sich sicher auch nicht lange auf eine Sache konzentrieren. Psychologen haben herausgefunden, dass es für Menschen die am Computer arbeiten wichtig sei, durch häufiges Klicken und Bewegen der Maus beschäftigt zu bleiben. Das erhält die Konzentration des Lesenden aufrecht. Der Internet-Nutzer „bewegt sich“ auf der Seite und bleibt nicht zu lange bei einer Sache, deswegen ist eine längere Lektüre nicht möglich.

Online-Journalismus ist ein relativ neues Berufsfeld. Sehr oft wird deswegen diskutiert, ob dieses Feld ein bestimmtes Niveau, an das die Menschen gewöhnt sind, hat. Man zweifelt daran, vor allem deswegen, weil Online-Journalismus mit der jüngere Generation der Journalisten verbunden wird. Sehr oft wird gefragt, ob die Jüngeren das journalistische „Werkzeug“ in seiner Gänze benutzen. Diese Zweifel wurden jedoch von vielen schon zur Seite geschoben. Einen großen Bruch dieses skeptischen Gedankens und Glaubens an die Möglichkeiten und Talente des Online-Journalismus hat der erste Pulitzer-Preis gezeigt. Diesen, einen der wichtigsten und traumhaftesten journalistischen Preis haben in Kategorie „ Breaking news“ die Journalisten der New Yorker Zeitung „Times-Picayune“ gewonnen. Die Artikel der Journalisten konnten wegen Hurrikan Katrina nur im Internet veröffentlicht werden. Der Online-Journalismus hat jedoch auch Menschen, die von den Kollegen beachtet werden und durch eigene Arbeit auch die Aufmerksamkeit bei den Rezipienten bekommen, was zur Berühmtheit führt. Einer davon ist Christopher Allbritton, der der Autor eines Blogs: „Back to Iraq“ ist. Genau dieser Teil des Internet, nämlich Blogs, werden immer beliebter. Blogs, die von ausgebildeten Journalisten gemacht und geführt werden, sind eine Art der Kommunikation zwischen den Journalisten und den Lesern. Man sollte sich jedoch auch die Frage stellen, wie man als Journalist davon profitieren sollte, dass man seine, nicht nur Artikel, aber auch Ideen, in das Netzt stellt. Die Multimediawelt hat größere Möglichkeiten. Warum sollte man sie nicht nutzen? Ein kurzer filmischer Beitrag, egal in welcher Form (als Bild oder Film), kann größere Beachtung bei Rezipienten erregen, da doch die bewegten Bilder immer größere Aufmerksamkeit bekommen. Die Bilder ergänzen den Text und führen zu einer gesteigerten Wahrnehmung beim Rezipienten. Sie tragen auch zur Glaubwürdigkeit des Journalisten und können das Geschehen auch realistischer darstellen. Wer etwas gefilmt oder fotografiert hat, müsste es doch mit eigenen Augen gesehen haben. Oft wird die Person des Journalisten auf seinen eigenen Bildern festgehalten.

Wie sieht jetzt die Zukunft aus? Einerseits gibt es den alten und prestigereichen Print-Journalismus, andererseits ein neues, sich ständig änderndes Medium: das Internet. Die Entscheidung fällt vielen jungen Journalisten schwer. In Wirklichkeit ist es so, dass die meisten es zuerst bei den alten Medien versuchen. Aufgrund der mangelnden Jobangebote auf dem Arbeitsmarkt müssen viele ihre Interessen doch ändern. Journalismus ist einer der beliebtesten Berufe, der viele junge Menschen anzieht. Das hat selbstverständlich Folgen für das Berufsfeld. Es gibt einfach zu viele Menschen, die behaupten das Talent für den Beruf des Journalisten zu besitzen, dieses „gewisse Etwas“ zu haben. Habe ich es auch? Vielleicht. Aber das wird sich zeigen. Online-Journalismus ermöglicht Vielen unabhängig vom Arbeitsort zu sein und stellt somit eine flexiblere Ausprägung des Journalismus dar. Gerade dies ist eine große Chance für mich. Ich kann trotz der Entfernung die journalistische Tätigkeit in meiner Heimat ausüben.

Warum will ich Journalist werden?

April 25, 2008

Journalist – ein Beruf von dem viele träumen. Aber was heißt es eigentlich „Journalist sein“? Langenscheidts Großwörterbuch definiert Journalist als: „j-d, der Berichte usw für Zeitungen, Fernsehen oder Rundfunk macht.“
Was bedeutet das für mich? Will ich wirklich Journalist werden? Dieser Beruf wird von vielen Menschen sehr oft mit Berühmtheit, Aufmerksamkeit, Geld verbunden. Will ich mich jeden Tag in den Ring stellen und darum kämpfen, dass jemand meinen Bericht zeigt oder druckt? Soll ich jeden Tag, 356 Tage im Jahr, davon abhängig sein, dass jemand einen Bericht über dies oder jenes haben möchte? Ich glaube nicht, dass dies das Ziel meines Lebens sein könnte. Es geht doch nicht um Berühmtheit, Geld, aber um Stimme, Gedanken und Schreiben selbst. Das ist das wichtigste: Schreiben! Es ist für mich wie fliegen. Man ist unbegrenzt, frei, wie ein Vogel. Da bin ich, mein Stift (oder auch Tastatur), leeres Blatt und Gedanken. Erst kommen Wörter, dann Sätze und die bilden Geschichten. Und so wie der Vogel darf ich dorthin fliegen, wo nur ich hin möchte. Das schönste daran ist, dass es keine Grenzen gibt. Kein Mensch gibt die Richtung vor und wenn doch, dann entscheide schließlich ich, was auf diesem leeren Blatt festgehalten wird. Und viel schöner ist es doch, wenn man nicht viel überlegt, sondern das schreibt, was einem das Herz vorsagt. Ich glaube das wichtigste für mich ist es, wie der Vogel zu sein. Solange ich schreibe, weiß ich, wo mein Ziel ist. Man könnte an dieser Stelle fragen, warum schreibe ich überhaupt? Ich glaube wichtig ist es für mich, dass ich das, was ich für wichtig halte, auch festhalten kann. Ich wollte sein, wie Ryszard Kapuscinski, der von jeder Reise einen Bericht in Form eines Buches mitgebracht hat, um in den Menschen das Verständnis zu wecken, was er in seinem Leben macht und warum. Ein weiteres Vorbild ist Waldemar Milewicz. Er war ein Journalist, der den Menschen die schlimmsten Ereignisse des Krieges zeigen wollte. Dafür ließ er sein Leben im Irak. Diese Art Journalismus ist es, die mich so interessiert und beeindruckt. Man könnte ohne Beschränkung, aber doch auf eigene Verantwortung darüber berichten, was man für eine, ich nenne das Geschichte der Menschheit, halten würde. Dieser Teil dieses Berufs (obwohl ich der Meinung bin, dass man Journalismus nicht als Beruf bezeichnen kann) wird oft als verantwortungslos und zu riskant verurteilt. Meiner derzeitigen Meinung nach ist dies der einzige Aspekt des Berufs, den ich für sinnvoll halte. Ein Journalist ist wie ein Bote, der zeigt, was im Leben den anderen Menschen passiert, der über die schlimmsten Erfahrungen anderer berichtet und den Opfern dadurch Hoffnung gibt, dass er Aufmerksamkeit erregt. Journalist als Soldat der Menschheit, der ohne Gewalt um die Gerechtigkeit des Lebens kämpft.
Wenn ich wirklich auf die Frage: „Warum ich Journalist werden möchte?“, eine Antwort geben soll, dann gebe ich zu, dass es bestimmt eine interessante Erfahrung sein kann. Ich möchte ein Journalist werden, der sich für die Unterdrückten dieser Welt einsetzt.