Archiv für die Kategorie ‘benkash’

Der blaue Planet…?

Juni 19, 2008

Wasser gilt als Quell allen Lebens. In unseren Breiten zudem als fast selbstverständliche Ressource. Es ist überall frei zugänglich, billig und wird zumeist ohne größere Bedenken großzügig konsumiert. Die hiesige „solide“ Wasserversorgung gilt in vielen Teilen der Welt allerdings nicht als selbstverständlich. In der, im Rahmen des Studium Generale an der Uni Mainz stattfindenden, Vortragsreihe zum Thema „Wasser: Molekül, Lebensstoff und Menschheitsproblem“ referierte Prof. Dr. A. Bronstert zu diesem Thema.

Die Trockenregionen dieser Erde nehmen stetig zu...

Die Trockenregionen der Erde nehmen stetig zu...

Engländer trinken am meisten…Wasser!

Aus dieser ungleichen Verteilung folgt natürlich auch eine ungleiche Wassernutzung. Am schlechtesten ist die Versorgung auf dem afrikanischen Land. Während ein Afrikaner täglich im Durchschnitt 47 Liter Wasser verbraucht, beansprucht ein Amerikaner pro Tag 578 Liter. Ein Sechstel der Weltbevölkerung hat gar keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Die Klimaänderung als elementarer Faktor

Das Klima gilt als wichtigster Einflussfaktor für die Wasserverfügbarkeit auf der Erde, stellt es doch den „Motor“ für den globalen Wassertransport dar. Aber auch hinsichtlich der regionalen Temperaturen und insbesondere Temperaturschwankungen wird die Bedeutung klimatischer Vorgänge erkennbar. Man denke in diesem Zusammenhang an die intensive Berichterstattung der letzten Jahre und der damit einhergehenden dramatischen Bilder riesiger ins Polarmeer abstürzender prähistorischer Eismassen.

Weitere deutliche Zeugnisse der klimatischen Einflussnahme werden jedoch auch im lokalen Rahmen sichtbar: So zum Beispiel der Rhein im Winter, der vor 200 Jahren in bestimmten Gebieten noch komplett mit einer Eisschicht bedeckt war. Generell werden Eisaufbrüche in nordischen Flussgebieten zunehmend früher verzeichnet.

Andere Einflussfaktoren

Aber auch andere Einflüsse, welche auf den Menschen zurückzuführen sind, beeinflussen die Wassernutzung maßgeblich: Landwirtschaft und Industrie. Diese beiden Sektoren stellen den größten Verbrauch von Wasser mit zusammengenommen 87 Prozent.

Mit den, im Laufe der letzten 200 Jahren, entstandenen technischen Innovationen und einer wachsenden und zunehmend konsumierenden Weltbevölkerung ist das Leistungspotential unserer Erde also – besonders in Bezug zu den verfügbaren Ressourcen – erschöpft. Es kann längst nicht mehr von einer nachhaltigen Entwicklung gesprochen werden. Das beste Beispiel hierfür findet sich im Yemen: Hier wird mithilfe immer leistungsfähiger Pumpen Tiefengrundwasser zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen gefördert, was aufgrund der starken Verdunstungsrate und der schlechten Bewässerungssysteme extrem ineffizient genutzt wird. Die Folge: Der Pegel des unwiederbringlichen Grundwassers fällt jährlich um fünf Meter ab.

Ausblick

Schlußendlich lässt sich sagen, dass nicht Effekte des Klimawandels, sondern vor allem das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und deren steigende Anforderungen auf der Erde die Ausgewogenheit und Verfügbarkeit des Wassers bedrohen. Dies wird anhand der Tatsache deutlich, dass Schätzungen zufolge im Jahr 2025 mehr als drei Milliarden Menschen unter Wassermangel zu leiden haben werden.

Der blaue Planet...wie lange noch?

Der blaue Planet...wie lange noch?

Noch wichtiger ist aber ein verantwortungsvoller Umgang mit dem flüssigen Gut, auch in den gesegneten Gebieten dieser Erde – bedrohen territoriale Konflikte aufgrund von Ressourcensicherung, und seien sie noch so weit entfernt von der westlichen Welt, doch mindestens im globalpolitischen Sinne, auch uns und erfordern von jedem von uns einen bewussten Verbrauch des kostbaren Gutes Wasser.

Von haariger Musik…

Juni 5, 2008

Seit dem 23. Mai präsentiert die studentische Theaterproduktion Musical Inc. nun schon das Musical „Hair” und thematisiert damit die stets präsenten Einflüsse von „Love, Peace & Happiness“ der Epoche der 68er. Doch damit nicht genug: In Zusammenarbeit mit dem Studium Generale der Universität Mainz hat das Team eine eigens zu diesem Anlass konzipierte Vortragsreihe organisiert, in der sich Wissenschaftler der Universität mit Themen des Musicals fachlich auseinandersetzen.

Diese Reihe der kurzen Werkseinführungen eröffnete direkt vor der Musical-Premiere der Amerikanist Prof. Dr. Alfred Hornung mit seinem Vortrag “Die 1960er Jahre in den USA und in Deutschland”. Gefolgt von weiteren Rednern an den Folgetagen wurden weitere bedeutende Themen dieser Epoche vom Vietnam-Krieg über die „Babyboomers“ und Rauschdrogen bis hin zur Musikkultur behandelt. Die 68er-Bewegung - Eine Prostestkultur für alternative Lebenswege und \

Den letztgenannten Aspekt präsentierte Prof. Dr. Ludwig Striegel von der Mainzer Hochschule für Musik, die „Musik in den 1960er Jahren”. So mancher mag an dieser Stelle an die heute noch allerorts präsenten musikalischen Werke à la Stones und Beatles denken. Gar nicht so weit gefehlt. Tatsächlich konnten die Hörer des Vortrags zum Ende hin Klangbeispiele der Pop-Ikonen genießen. Zuvor jedoch sollte Exotischeres dargeboten werden: Mit einem musikalisch bewusstseins- erweiternden Bogen präsentierte Striegel klassische Beispiele der 68er. Dies gelang aufgrund der extraordinären selektiven Kompetenzen des Musikwissenschaftlers. Mit Klangbeispielen wie „Atmosphere“, „Threnos den Opfern von Hiroshima“ von Penderecki, „Minimal Music“ und einem Stück von György Ligeti begab sich der Hörer auf eine akustische Abenteuerreise mit der Garantie akustischer Verstörung, hypnotischer Einflussnahme und rhythmischer Verwirrung.

Die Rolling Stones - Pop-Ikonen bis heuteNach diesen dem Ohr unvertrauten Klängen wurden die Hörer jedoch wieder auf altbekanntes Terrain geführt, denn nun folgten zwei Beispiele der Popmusik, natürlich verkörpert durch die Rolling Stones („Ruby Tuesday“) und die Beatles („All you need is love“). Interessant waren hierbei natürlich weniger die Klangbeispiele an sich, sondern die Interpretationen seitens Striegel. So verdeutlichte er anhand konkreter Textstellen die kulturellen Elemente der 68er-Bewegung hinsichtlich alternativer Lebensentwürfe und zeigte den intellektuellen kritisch-satirischen Charakter des Beatles-Textes auf.
Damit wurde die enorme Bandbreite der musikalischen Innovationen der Epoche der 70er Jahre und ihrer enormen Bedeutung für ein Verständnis gegenwärtiger Musikstile deutlich. Striegel sensibilisierte damit für den Charakter der Gegensätzlichkeit und des Protests dieser Zeit und erweiterte, sicherlich auf eine musikalisch halluzinogene Art, das Bewusstsein der Teilnehmer.

Von Benjamin Kashlan

Kommentar: Am Anfang war es nur ein Spiel

Mai 30, 2008

von Benjamin Kashlan

Seit kurzem gibt am Mainzer Universitätsklinikum deutschlandweit die erste Therapiestelle für Computerspielsucht. In der Ambulanz für Spielsucht sollen künftig bis zu 150 Spielsüchtige pro Jahr ambulant behandelt werden. Ist das notwendig?

Das Phänomen Spielsucht bei Computerspielen wird seit längerer Zeit in den Medien, insbesondere im Kontext so genannter „Killer-Spiele“, thematisiert. Man denke in diesem Zusammenhang an die, mittlerweile sich häufenden, schockierenden Berichte über Amokläufe wie in Erfurt im Jahr 2002 oder unlängst an der amerikanischen Technischen Universität in Virginia, bei denen zahlreiche Tote zu verzeichnen waren. Aber auch Meldungen über, zumeist minderjährige „Zocker“, die sich bis zur totalen Erschöpfung und sogar bis ins Koma spielen, treten immer mehr in den Fokus der Berichterstattung. Die Helden des Internets...

Es zeichnet sich ein Wandel im Bewusstsein ab: Der Computer wird nun nicht mehr als harmloses Unterhaltungsmedium gesehen. Spätestens mit dem Eintritt in das Internetzeitalter und dem Aufkommen erster Studien zum Thema Suchtverhalten im Rahmen von Internet- und Computer(-spiele)-Nutzung beschäftigt sich die Öffentlichkeit zunehmend mit diesen Phänomenen.

Hierzu der Psychiater Dr. Bert te Wildt in einem ARD-Panorama-Interview vom 05.04.2008: „Ich denke schon, dass man im Zusammenhang mit Computerspielen und Internetabhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen von einem Massenphänomen im Moment sprechen kann. Wir können noch nicht genau abschätzen, inwieweit das eine wirkliche pathologische Dimension hat, wo es dann überall zu Behandlungen kommen muss. Aber ich glaube, dass da ganz schön was auf uns zukommt.“

Diese Einschätzung macht die Notwendigkeit therapeutischer Institutionen wie der Ambulanz für Spielsucht deutlich. Eine neue Studie des Max-Planck-Insitiutes unterstreicht dies. Diese stellte aufgrund fundierter Forschungsergebnisse klare Parallelen im Suchtverhalten von Computerspielern mit Cannabis- und Alkoholabhängigen heraus.

Trotz diverser Berichte in der internationalen Forschungswelt zu einem immer stärkeren Aufkommen von „digitaler“ Spielsucht sieht die gegenwärtige Bundesregierung noch keinen Handlungsbedarf. So schreibt man in einer Antwort auf die Anfrage von Abgeordneten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu geplanten Novellierungen des Jugendmedienschutzgesetzes, dass „ […] noch keine Untersuchungen vor(liegen), die auf der Basis repräsentativer Daten gesicherte Aussagen über den Umfang der Problematik in Deutschland zulassen. Die Bundesregierung wird die Entwicklung und wissenschaftliche Bewertung des Suchtpotenzials von Video- und Computerspielen weiter verfolgen. Sollten sich Hinweise auf eine Zunahme spielsüchtiger Verhaltensweisen bestätigen, werden von Seiten der Bundesregierung entsprechende Konsequenzen zur Prävention dieses Problemverhaltens eingeleitet.“

Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass solcherlei therapeutische Einrichtungen keine Einzelfälle bleiben, sondern eine flächendeckende Betreuung für diese neue gesellschaftliche Suchtform eingerichtet wird. Eine stärkere staatliche Fokussierung auf das problematische Phänomen Spielsucht und eine diesbezügliche Unterstützung wäre in diesem Zusammenhang mehr als angebracht.

Command & Conquer, vom Blitz getroffene Schüler und ein Haufen Kupfer…

Mai 21, 2008

Spätestens seit den Hollywoodfilmen „Coffee & Cigarettes“ und „Prestige“ oder dem Computerspiel „Command & Conquer“ sind die spektakulären, Blitze schleudernden „Tesla-Spulen“ bekannt. Seit wenigen Monaten sind sie auch an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zu finden.
Im Rahmen seiner Examensarbeit entwickelte Daniel Herber, Lehramtsstudent für Physik und Sozialkunde, mehrere Tesla-Spulen für das Institut für Physik. Der von Nikola Tesla erfundene Transformator legte vor mehr als 100 Jahren, eigentlich mit dem Ziel der freien, kabellosen Energieübertragung, den Grundstein für die heutige Funk- und Radiotechnik. Nun soll das Gerät auch Eingang in die Lehre - für Schüler und Studenten - finden. Im Interview mit Benjamin Kashlan erklärt Daniel Herber, wie es dazu kam.

Benjamin: Daniel, wie kommt die Tesla-Spule nach Mainz?

Daniel: Im Wintersemester letzten Jahres gab es am hiesigen Institut für Physik seitens Professor Dr. Lutz Köpke das Angebot, eine Examensarbeit zum Thema „Bau eines großen Teslatransformators“ zu schreiben und ich ergriff die Möglichkeit. Mittlerweile heißt meine Arbeit “Teslatransformatoren - Entwicklung und Aufbau für die Lehre”.

Benjamin: Was steckt hinter dem Thema?

Der Schöpfer und seine KreaturDaniel: Im Prinzip stellt das Thema die Kombination einer Arbeit mit didaktischem Anteil und einer experimentellen Arbeit dar. Einerseits bestand die Aufgabe, einen kleinen Tesla-Transformator zusammen mit den Werkstätten des Instituts zu bauen, mit dem Schüler dann selbstständig experimentieren können. Andererseits habe ich einen großen Tesla-Transformator entwickelt und für den Einsatz in der Ex-2-Vorlesung (Physik Grundkurs II), in der es um Elektrodynamik und Optik mit Experimenten geht, gebaut. Es ist also praktisch keine neue Erfindung, sondern hat eher einen didaktischen Aspekt in der Universität wie auch in der Schule.

Benjamin: Um was handelt es sich eigentlich bei der so genannten Tesla-Spule und worin liegt der Unterschied zu einem herkömmlichen Transformator?

Daniel: Der Teslatransformator funktioniert nicht wie ein klassischer Transformator, sondern es sind im Prinzip zwei Schwingkreise, die in ihrer Frequenz genau aufeinander abgestimmt sind. Dadurch, dass Kapazität und Induktivität unterschiedlich gewählt sind, also die Bauteile in einem Schwingkreis anders dimensioniert sind, kommt es im Sekundärschwingkreis zu einer Spannungsüberhöhung. Wenn man es einfach erklärt…Mit Hilfe dieser Spannung lassen sich dann die spektakulären Blitze erzeugen.

Benjamin: Ist der Bau von einem Tesla-Transformator schwierig? Wie lange benötigt man für eine solche Examensarbeit?

Daniel: Das schwierigste war mit Sicherheit das Wickeln der Spulen mithilfe der Drehbank. Sie haben teilweise über 1000 Windungen, da darf man sich keinen Fehler erlauben. Dazu kommen viele Stunden Berechnungen und technische Überlegungen. Insgesamt habe ich jeweils etwa vier Monate zum Experimentieren und den schriftlichen Teil meiner Examensarbeit gebraucht.

Benjamin: Die Entwicklung des Tesla-Transformators ist nunmehr seit über hundert Jahren abgeschlossen. Wieso findet er in der Lehre immer noch Beachtung?Die große Tesla-Spule in Aktion

Daniel: Die zugrunde liegende Technik wird in vielen Bereichen heute noch, allen voran in der Funk- und Radiotechnik, eingesetzt. Es gibt viele verschiedene Anwendungs -möglichkeiten wie beispielsweise RFID-Chips. Die werden in Kaufhäusern eingesetzt zur Warenetikettierung. Das sind praktisch kleine Schwingkreise, die Energie aus dem Funknetz ziehen und mithilfe dieser Energie auch selbstständig Signale zurücksenden können. Hochfrequenzströme werden allerdings auch in der Medizin als so genannte Diathermieströme zur gezielten Erwärmung von inneren Organen eingesetzt. Deshalb spielt der Tesla-Transformator zur Grundlagenvermittlung immer noch eine wichtige Rolle in der Lehre.

Benjamin: Wo liegt der besondere didaktische bzw. pädagogische Nutzen deines Projektes?

Daniel: Der Vorteil ist, dass man damit spektakuläre Experimente machen kann. Man hat also die Aufmerksamkeit der Schüler und kann dadurch leicht Grundlagen vermitteln. Man kann beispielsweise Edelgasröhren zum Leuchten bringen, indem man diese in die Nähe des Transformators bringt. Da sieht man, dass Energie über das elektromagnetische Feld übertragen wird. Durch den Bau der kleinen Teslatransformatoren haben wir es möglich gemacht, dass Schüler selbstständig mit den Geräten experimentieren können. Die moderne Physikdidaktik ist sich einig, dass das Schülerexperiment eines der erfolgreichsten Lernmethoden ist.

Benjamin: Hat sich die gesteigerte Aufmerksamkeit und Vermittlung im Schulversuch bewahrheitet?Die Tesla-Spule im Schülerversuch

Daniel: Das habe ich im Schülerlabor erprobt. Das heißt, ich habe Schüler im Uni-Labor damit experimentieren lassen und diese dann den Unterricht evaluieren lassen. Die Ergebnisse bewiesen, dass die Schüler nicht nur einen Lernerfolg hatten, sondern auch großen Gefallen am Experiment fanden. Im Endeffekt konnte Stoff von mehreren Wochen innerhalb weniger Stunden abgehandelt werden. Das kam dadurch, dass die Schüler so bei der Sache waren und vor allem selbst die Geräte bedienen durften.

Benjamin: Birgt die Nutzung einer solchen Technik nicht Risiken, insbesondere bei direktem Kontakt mit Kindern?

Daniel: Nein. Selbst der kleine „Tesla-Transformator“ erzeugt zwar sehr hohe Spannungen von 5-10 Kilovolt, aber dadurch, dass die Frequenz des Wechselstroms so hoch ist und die Ionen in den menschlichen Zellen und Nervenbahnen so träge sind, dass diese nicht folgen können, kann man bei leistungsschwachen Anlagen diese Funken berühren. Man sollte sie jedoch nicht direkt, sondern mit Metall berühren, da sie sehr heiss sind und man sich ansonsten verbrennt. Der Körper nimmt dennoch die Energie auf, was dazu führt, dass man bei größeren Anlagen den Funken nicht anfassen sollte, weil das dann schon tödliche Folgen haben kann. Desweiteren entstehen durch den Funken Ozon und Stickoxide, also sollte eine ausreichende Belüftung vorhanden sein.Nikola Tesla

Benjamin: Noch eine Frage zum Schluss: Ist Teslas Vision der freien Energieübertragung in der heutigen Forschungswelt noch präsent? Werden wir irgendwann die lästigen Stromkabel los sein?

Daniel: Die Vision wurde nicht aufgegeben. Am MIT, der Universität bei Cambridge, wurden letztes Jahr Versuche durchgeführt, bei denen man über zwei Meter entfernte 60-Watt-Glühbirnen zum Leuchten gebracht hat. Da steckt immer noch die Idee dahinter, irgendwann mal kabellose Energie zu ermöglichen. Die Idee lebt weiter.

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Wer die Tesla-Spulen einmal in bewegten Bildern erleben möchte findet unter den unten genannten Adressen auf YouTube ausgestellte Videos:

Was „Vertrauen und Gewalt“ mit Faust zu tun haben

Mai 16, 2008

Die unter der Leitung von (Prof. Dr. Dr. H.C. Mult.) Jan Philipp Reemtsma geführte Vorlesungsreihe über die Problematik von „Vertrauen und Gewalt“ aus sozial- und literaturwissenschaftlicher Sicht geht bereits in die vierte Runde. Grund genug, mal einen näheren Blick auf diese zu werfen.

„Des Lebens Pulse schlagen frisch, lebendig ätherische Dämmerung milde zu begrüßen; Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig und atmest neu erquickt zu meinen Füßen, beginnest schon mit Lust mich zu umgeben, du prägst und rührst ein kräftiges Beschließen, zum höchsten Dasein immer fort zu streben.“

Mit diesem Ausschnitt aus Johann W. von Goethes berühmtem Faust eröffnete Jan Philipp Reemtsma die zweite Vorlesung der Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur 2008 zum Thema „Vertrauen und Gewalt“. Die Vorlesungsreihe, welche durch private Mittel der „Freunde der Universität Mainz e. V.“ unterstützt wird, richtet ihre Betrachtung auf ein Interesse an den weichen Mechanismen sozialer Bindung und Kohäsion. Somit soll das Phänomen der Gewalt nicht in Bezug zu Macht und Herrschaft, sondern zu Vertrauen beleuchtet werden.

Dementsprechend wird die Beantwortung der Frage, welche Charakteristika soziales Vertrauen einerseits und Gewaltmisstrauen andererseits umfassen, angestrebt.  Dazu sollen jene mit dem Vorkommen von Gewalt im 20. Jahrhundert in Beziehung gesetzt  und das Prinzip des Zusammenhalts in der Moderne erörtert werden.

Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma

Doch wieso dann ein Zitat von Faust? Der festen Überzeugung Reemtsmas folgend, ist die Soziologie allein nicht in der Lage, diese Sachverhalte ausreichend zu erklären. Deshalb fließen neben der soziologischen Sichtweise auch psychologische, literaturwissenschaftliche und philosophische Elemente in die Betrachtung ein. Dies schafft der mehrfach mit Preisen bedachte Literatur- und Sozialwissenschaftler, Autor und Kritiker in einer einstündigen Vorlesung mit anschließendem Kolloquium scheinbar mühelos: Es fallen Namen bedeutender Soziologen und Philosophen von Luhmann über Hume bis Wittgenstein und deren intellektuelle Erkenntnisse zu Aspekten wie Vertrauen und Gewohnheit, Aktivismus, Misstrauen, Zuversicht und Zweifel. Dies alles unterlegt Reemtsma mit beispielhaften Verdeutlichungen wie der Gewaltkultur der Azteken,  Zitaten aus Goethes Beschreibung des Jahrhunderterdbebens in Lissabon Ende des 18. Jahrhunderts oder der antiken Geschichte der Antigone. Durch diese stilistische Durchmischung reißt die geistige Teilnahme des Hörers trotz des eher „trockenen“ theoretischen Unterbaus nicht ab und die Vorlesung behält ihren Spannungsbogen bei.

Ob die stilistisch durchmischte Art der Vorlesungsreihe sich auch in anderen universitären Bereichen in Mainz und der übrigen akademischen Welt niederschlägt, bleibt demnach zu wünschen, ist doch neben dem wissenschaftlichen Gewinn einer solchen Veranstaltung auch für die nötige intellektuelle Unterhaltung gesorgt.

Von Benjamin Kashlan

Mai 9, 2008

Der geographische Journalist?

Der Journalismus in unserer heutigen Welt hält als eine der wenigen Tätigkeiten die Möglichkeit bereit, der Welt selbst einen Spiegel vorzuhalten. Die gesellschaftliche Fremdbetrachtung „von außen“, die diese Tätigkeit aufweist, sehe ich als einflussreich und notwendig an. Der Journalist versucht Verdecktes aufzudecken, Verzerrtes zu entzerren. In der globalisierten, technisierte und beschleunigten Welt von heute, in der alles miteinander verwoben scheint, ist wirklicher Durchblick manchmal schwer zu erlangen. Die Eigenschaft, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und zu benennen, übt deshalb einen gewissen Reiz aus.

Der renommierte Publizist Siegfried Weischenberg erklärte kürzlich in einem Interview für SPIEGEL-Online die „ungebrochene Anziehungskraft“, die die Medienwelt im Allgemeinen und der Journalismus im Speziellen aufweise: Diese sei unter anderem auf den Zusammenhang zwischen „Abenteuer und Freiheit“ zurückzuführen. Man muss ihm diesbezüglich Recht geben: Das Image des erfolgreichen Journalisten, welches auf seine Umwelt wirkt, weist durchaus in diese Richtung. Die berufseigene Souveränität, sofern sie nicht allzu beschnitten ist durch redaktionelle Vorgaben, informelle Zwänge oder aufgezwungene Einseitigkeit, ist attraktiv - und der Beruf des Journalisten deshalb reizvoll (oder interessant?).

Allerdings ist es nicht unbedingt die klassische Art von Journalismus, die mich anzieht. Aufgrund meines Hauptinteresses, der Geographie, ist die Kombination beider Fachgebiete ein berufliches Ziel. Es lässt sich an dieser Stelle sicherlich die Frage stellen, inwiefern dies möglich und sinnvoll ist. Alles in allem, erscheint die Kombination möglich, betrachtet man den thematisch breitgefächerten und interdisziplinären Charakter der beiden Fachrichtungen. Natürlich kann man fragen, ob diese Kombination sinnvoll und möglich ist. Zumindest die Möglichkeit läßt sich leicht beantworten: beide Fachrichtungen sind breit gefächert und weisen interdisziplinären Charakter auf. Und wenn die Frage nach dem Sinn in der Vergangenheit immer beantwortet worden wäre, so wäre die Welt heute um den einen oder anderen Publizisten ärmer.

Aber trotzdem: Allgemein ausgedrückt stellt die zentrale Funktion des Journalisten das populistische Beschreiben von Sachverhalten jedweder Art dar. Der Geograph hat eine ähnliche Funktion inne: Ob populistisch oder nicht, er beschreibt den Raum und verfügt dabei über andere Herangehensweisen und Perspektiven. Insofern ist die Kombination nicht nur möglich, sondern vor allem auch sinnvoll.

Man denke in diesem Zusammenhang an die Flut journalistischer Beiträge in den letzten Jahren, die sich inhaltlich mit Themen wie dem Klimawandel, der gesellschaftlichen Entwicklung zu einem ökologischeren Bewusstsein oder auch geopolitischen Fragestellungen befassen. Es lässt sich also eine eindeutige Zunahme geographischer Ansätze feststellen, ein Trend, der eine günstige Ausgangsposition für jene Fächerkombination schafft und synergetisches Potential aufzeigt.

Denke ich an meinen zukünftigen Beruf, so könnte diese in Form eines selbstständigen Journalisten mit Auftraggebern wie der GEO, dem National Geographic bzw. Verlagen wie Dumont, Lonely Planet oder Reise-Know-How bestehen. Auf einer souveränen Basis die Erde mit unterschiedlichen Blickrichtungen beschreiben und damit „Licht ins Dunkle“ bringen erscheint mir als eine besonders ansprechende Tätigkeit.

Von Benjamin Kashlan

Mai 9, 2008

Ein Kurzeinstieg in die Welt moderner Begrifflichkeiten

Konfrontationen gibt es viele auf der Welt. Beginnend mit dem allmorgendlichen Kampf um die Frage, wer zuerst das Bad benutzen darf, über den Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen nationaler und territorialer Art, ist prinzipiell jeder Mensch tagtäglich Konfrontationen unterschiedlicher Natur ausgesetzt. Nicht alle Konfrontationen müssen jedoch auf zwischenmenschlicher Ebene erfolgen. Manchmal schleicht die Konfrontation unerkannt von hinten an Einen heran und überrascht auf subtile, immaterielle Art und Weise. Man mag sich an dieser Stelle die Frage stellen, was denn nun eigentlich mit dieser sinnlosen Ansammlung von Worten gemeint ist. Deutlich wird dies an dem Gefühl, was viele Menschen auf der Erde schon am eigenen Leib erfahren haben: Die Konfrontation mit Begrifflichkeiten.

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Tagtäglich prasseln diese seltsamen Konstrukte wie aus einem fernen Universum auf einen nieder. Trotz ihrer Verschiedenheit haben die meisten Begrifflichkeiten eine Gemeinsamkeit: Sind sie noch nicht bekannt, drängen sie sich rücksichtslos und mit einem Mal in die Umwelt des Konfrontierten und hinterlassen eine Schneise brennender Verwirrung und Unwissenheit. Glücklicherweise ist nicht jede Begrifflichkeit auf der psychischen Ebene derart schmerzhaft. Online-Journalismus zum Beispiel. Auf die Frage hin, was Online-Journalismus eigentlich bedeutet, fällt den meisten Normalbürgern wohl dasselbe ein: Online-Journalismus ist demnach Journalismus, der im Internet stattfindet. Aber ist das alles oder existieren weitere charakteristische Eigenschaften?

Vergleicht man auf der Konsumentenebene Online-Journalismus mit dem herkömmlichen Journalismus in den Printmedien, werden bereits erste Charakteristika deutlich. Während der Leser einer Tageszeitung sich eher von der ersten bis zur letzten Seite durchkämpft, verfährt der Online-Rezipient anders: Schon beim Aufrufen der Startseite einer der klassischen Online-Medien steht ihm nach nur einem Mausklick direkt eine Vielzahl unterschiedlicher Informationsangebote zur Verfügung. Will man nach Öffnen eines Artikels tiefer ins Detail gehen, kann man sich ohne große Anstrengung aus dem breiten Fundus themenverwandter Beiträge bedienen. Hinzu kommt, dass die Internetnutzung und vor allem die Nutzung journalistischer Inhalte innerhalb dieses Mediums eine schnelllebige und ungeduldige ist. Der Leser möchte keinen „Buchstabendschungel“ vor seinen Augen tanzen sehen - und deswegen präsentiert der Online-Journalist in einem anderen Schreibstil. Eine weitere Eigenheit des Online-Journalismus ist der Faktor Zeit beziehungsweise seine zeitnahe Berichterstattung und Beitragsgestaltung. Ein Artikel kann innerhalb nur eines Tages durch andere, auf dasselbe Thema bezogene Artikel, seine Aktualität mehrfach verlieren. Eine Zeitung hingegen hat das Privileg, wenigstens einen Tag aktuell sein zu dürfen.

Dies alles belegt den Online-Journalisten natürlich mit ganz anderen Anforderungen. Er muss nicht nur in gebündelter und leicht vernetzbarer Form publizieren, sondern diese auch auf andere Art und Weise präsentieren und stets einen aktuellen Bezug aufrecht erhalten. Also, wie bereits gesagt: Es gibt viele Konfrontationen auf der Welt. Vor allem bei diesen Begrifflichkeiten.