Als One-Man-Show zum Erfolg

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„Er war eine One-Man-Show, jetzt ist er eher Coach als Spielmacher.“, konstatierte ein langjähriger enger Mitarbeiter kürzlich über den 47-jährigen Jochen Zeitz, Vorstandschef des finanziell angeschlagenen Sportartikel-Herstellers Puma. Seit nunmehr 17 Jahren ist dieser für den kürzlich zu Ende gegangenen Erfolgskurs der Marke Puma mitverantwortlich. Geboren in Mannheim, und nach erfolgreichem Studium bei Colgate Palmolive in New York und Hamburg, wechselte Zeitz 1994 ins Marketing von Puma.

Als nüchterner, besonnener und genau abwägender Manager schaffte er es das Billig-Image der Marke Puma abzulegen und über viele Jahre ein größeres Wachstum als die Konkurrenten Nike und Adidas zu verzeichnen. Durch seine Führung stieg der Umsatz von Puma von 200 Millionen auf zuletzt 2,5 Milliarden Euro pro Jahr an, was dem Unternehmen bessere Margen als der Konkurrenz verschaffte. Diese Entwicklung spiegelte sich auch im Aktienkurs wider, der von 8,60 Euro auf zeitweise 350 Euro anstieg. In den Krisenjahren 2008 und 2009 erlitt Puma allerdings massive Verluste. Wenige Produktinnovationen und ein harter Sparkurs ließen den Börsenkurs auf 250 Euro fallen.

Diese Durststrecke zu überwinden hat sich Jochen Zeitz nun als Ziel gesetzt. So entwickelte er eine Strategie bis 2015 einen jährlichen Umsatz von vier Milliarden Euro zu erwirtschaften. Diese wird künftig jedoch sein Nachfolger umsetzen müssen. Nachdem er 2005 schon einige seiner Aufgaben in den Ressorts Finanzen, Personal, Marketing, Vertrieb und Verwaltung an neue Vorstandsmitglieder abgegeben hatte, wechselt der leidenschaftliche Läufer (Er hat den New York Marathon in 3 Stunden und 40 Minuten bewältigt) jetzt zur 17 Milliarden schweren französischen Puma-Mutter PPR (Gucci). Dort übernimmt er als Leiter des neu geschaffenen Sport-Bereichs Aufgaben, wie zum Beispiel das Finden, Erwerben und Übernehmen neuer Marken, die Puma künftig ergänzen sollen. Des Weiteren überträgt ihm der PPR-Vorstand ab sofort konzernweite Zuständigkeit für nachhaltige Produktion. Zeitz Ziele in diesem Bereich: Bis 2015 ein Viertel an CO2, Energie, Wasser und Abfall sparen und darüber hinaus den Schuhkarton durch ökologischere Tragetaschen zu ersetzen. Bisher verdiente Zeitz mehr als sieben Millionen Euro pro Jahr, künftig wird sein Gehalt nicht mehr ausgewiesen.

Ob die ambitionierten Ziele des Allroundtalents Zeitz, der neben Suaheli fünf weitere Sprachen spricht, realisierbar sind, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Neue innovative Ansätze wie die Produktwerbung seitens Pumas während der Fußball-WM 2010 in Südafrika, könnten diesem Ziel dienlich sein. Hier änderte Zeitz in manchen Werbungen das Puma-Logo und ersetzte es durch die Silhouette des afrikanischen Kontinents.

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