Donnerstagmorgen, 06:30 Uhr: Die Laufschuhe schnüren und los geht’s. So beginnt Jochen Zeitz seinen Tag, bevor es in einen 13-Stunden-Tag ins Büro geht. Als neuer Leiter der französischen Puma-Mutter PPR (Gucci) warten große Aufgaben auf ihn: er soll neue Marken finden, bestehende erwerben oder übernehmen. Doch das ist nicht alles. Der Vorstand hat ihm gleichzeitig die konzernweite Verantwortung für eine nachhaltige Produktion übertragen. Hierfür hat er große Ziele gesetzt: bis 2015 sollen ein Viertel der CO2-Emissionen sowie Energie, Wasser und Abfall gespart werden. Schuhe werden in Zukunft nicht mehr in Kartons nach Hause getragen, sondern in umweltfreundlichen Tragetaschen.
Zeitz ist gut trainiert: schon mit Dreißig Jahren war der gebürtige Mannheimer Chef des Sportartikel-Herstellers Puma und hat diesen stetig höher zum Erfolg geführt. Stellenweise hat die Raubkatze sogar Adidas und Nike in puncto Wachstum und Margen übertroffen. In der Krise 2008 und 2009 fiel der Konzern wieder zurück. Zeitz blieb am Ball und entwickelte ein Sanierungskonzept, das dem Sportartikelhersteller wieder auf die Sprünge helfen soll. Doch der strategische Manager ist schon einen Schritt weiter: er überlässt die Arbeit seinem Nachfolger, damit er sich voll auf seine neuen Aufgaben konzentrieren kann.
Dass er auch neben der Karriere nicht müde wird, beweist der Multi-Millionär als Farmer in Kenia. In der Wildnis hat er sein zweites Zuhause gefunden. Geschickt versteht es der Stratege es seine Karriere mit der Liebe zum afrikanischen Kontinent zu verbinden: Die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Afrika war für Puma und für ihn ein Heimspiel. Dafür durfte auch das Puma-Logo geändert werden: der springende Puma wurde mal eben durch die Silhouette des afrikanischen Kontinents ersetzt.
Da wundert es gar nicht mehr, dass Zeitz neben fünf anderen Sprachen auch Suaheli spricht. Die Vokabeln und Grammatik dafür hat er auf den halbstündigen Dienstfahrten zwischen seinem Haus in Nürnberg und dem Firmensitz gepaukt.
Wenn er nicht gerade den Puma-Konzern managt oder in Kenia auf Safari-Tour zu beobachten ist, trifft man ihn beim Training für den New York Marathon. Den hat er schon einmal in drei Stunden und 40 Minuten zurückgelegt. Eben immer auf dem Sprung.