Vom Spielführer zum Coach – Jochen Zeitz führte Puma zum Erfolg und prägte das Unternehmen wie kein Anderer

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Jochen Zeitz ist ein echter Spielmacher, der keine halben Sachen macht, sowohl beruflich als auch privat. Das merkt man sofort, wenn man ihn trifft. Der 47-jährige gebürtige Mannheimer ist ein nüchterner Typ, besonnen und genau abwägend. Doch er ist auch ein Mensch mit Leidenschaften, zum Beispiel für Sprachen oder den afrikanischen Kontinent. Doch seine größte Leidenschaft gilt dem Sport, die seine gesamte Karriere vorangetrieben hat. 1993 übernahm der damals erst 30-Jährige Manager die Führung von Puma und machte aus einem angeschlagenen Unternehmen den lifestyle-orientierten Sportartikelhersteller, der heute mit Konkurrenten wie Adidas und Nike mithalten kann. Jetzt verlässt er Puma, doch sein Führungsstil und seine Persönlichkeit prägen das Unternehmen weiterhin.
Die berufliche Karriere von Zeitz startete nach seinem Studium bei Colgate-Palmolive in Hamburg und New York, danach wechselte er zu Puma. Vom Marketing stieg er immer weiter auf und war bis 2005 für die Ressorts Finanzen, Personal, Marketing, Vertrieb und Verwaltung zuständig. „Der Konzern entwickelte sich unter seiner Führung immer mehr zu einer One-Man-Show“, so eine langjähriger Kollege von Zeitz, „in den letzten Jahren gab er aber langsam seine Aufgaben wieder ab und nahm bei Puma immer mehr die Rolle des Coachs als die des Spielmachers ein“.
Dabei machte sich Zeitz gut in der Rolle des Spielmachers und schaffte was viele nicht für möglich gehalten hätten. Puma konnte sein Billig-Image ablegen und wuchs über viele Jahre schneller als seine Konkurrenten auf dem Sportartikelmarkt. Der Jahresumsatz stieg auf zuletzt 2,5 Milliarden Euro, der Aktienkurs zeitweise auf 350 Euro. In diesen Zeiten verdienten der ehrgeizige Jungmanager mehr als 7 Millionen Euro, mittlerweile schweigt man über sein Gehalt.
Dann kam die Krise im Jahr 2008/2009 und warf Puma wieder zurück. Der Börsenkurs stürzte ab und die Entwicklung von innovativen Produkten blieb aus – es musste gespart werden. Aber auch um aus dieser Krise herauszukommen hat Zeitz schon längst eine Strategie entwickelt. Umsetzen soll sie ab 2011 aber der neue Puma-Verwaltungsratsvorsitzende, denn Zeitz ist gerade zur 17 Millionen Euro schweren französischen Puma-Mutter PPR gewechselt. Neue Marken einkaufen und konzernweite nachhaltige Produktion vorantreiben, heißen seine neuen Aufgaben als Leiter des Sport-Bereichs. Ganz konkrete Ziele hat er sich dafür schon gesetzt: Puma will bis 2015 ein Viertel an CO2, Energie, Wasser und Abfall sparen. Der klassische Schuhkarton musste schon einer ökologischeren Tragetasche weichen, und wie man Jochen Zeitz kennt ist das lange nicht sein letzter Zug auf dem Spielfeld der Nachhaltigkeit.

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