Mit sportlichem Ehrgeiz zum Self-made Man

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Als Jochen Zeitz Anfang der achtziger Jahre sein Abitur am Mannheimer Karl-Friedrich Gymnasium machte, ahnte er wohl noch nicht, wohin ihn sein Weg führen würde – dass er es weit bringen wollte, wusste er hingegen ganz genau. Zunächst sah er seine Zukunft als erfolgreicher Mediziner, doch nach zwei Jahren Studium tauschte er das glamouröse Florenz gegen das hessische Oestrich Winkel aus – die Wirtschaft lockte ihn und er studierte BWL an der European Business School im Rheingau. Es waren der sportliche Ehrgeiz und gleichzeitig seine rationale Besonnenheit, die ihn nach Hamburg und New York führten, zunächst zum Kosmetikunternehmen Colgate-Palmolive. 1988 wechselte er zu Puma und schaffte den Karriere-Durchbruch: 1991 wurde er zum Vize-Präsident des Marketing,  1993 zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Ihm gelang eine Komplett-Sanierung des Unternehmens. Puma legte das eher negative Image ab und wuchs über viele Jahre schneller als die Konkurrenten Nike und Adidas. Zeitz steigerte den Umsatz von 200 Millionen auf zuletzt 2,5 Milliarden Euro und bezog selbst ein Rekordgehalt von 9,8 Millionen Euro im Jahr 2010. Die Finanzkrise erschütterte den Sportartikelhersteller schwer, der Börsenkurs lag 2009 nur noch bei 250 Euro. Doch auch dieser Rückschlag spornte den leidenschaftlichen Sportler, der den New York Marathon einst mit drei Stunden und vierzig Minuten bestritt, nur noch mehr an. Das Unternehmensziel für 2015 lautet: vier Milliarden Euro Umsatz. Hierfür entwickelte Zeitz die Strategie, umsetzen wird sie jedoch jemand anderes, denn Zeitz zieht es weiter, sein ganz persönlicher Marathon scheint noch lange anzudauern. Nächste Station ist die Puma-Mutter PPR, wo er als Leiter des neuen Sport-Bereichs eingesetzt wird. Im Fokus stehen neue Marken, die Puma ergänzen sollen. Darüber hinaus wurde ihm die konzernweite Zuständigkeit für nachhaltige Produktion übertragen. Zeitz‘ Ziele hierfür sind wieder einmal hoch: Bis 2015 will er ein Viertel an CO2, Energie, Wasser und Abfall bei der Puma-Produktion einsparen. Doch ohne seine hohen Ziele wäre Zeitz vermutlich nicht da, wo er jetzt ist. Abgesehen davon setzt sich Zeitz als passionierter Afrika-Reisender auch außergeschäftlich für Natur und Umwelt ein. Im Jahr 2008 gründete er die „Zeitz Foundation of Intercultural Ecosphere Safety“ und wurde im Jahr darauf mit dem „Honorable Warden of the Kenya Wildlife Service“ ausgezeichnet. Seine Leidenschaft für den Kontinent ging sogar so weit, dass er während der Fußball-WM 2010 die springende Raubkatze im Puma-Logo durch die Silhouette Afrikas ersetzte.  „Er war eine One-Man-Show“, sagt ein ehemaliger Puma-Mitarbeiter über den Mann, der seine unterschiedlichen Leidenschaften ineinander fließen lässt. Genau in dieser Mischung zwischen sportlichem Ehrgeiz, Besonnenheit und Entdeckergeist liegt der Erfolg von Jochen Zeitz.

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